Brennnessel

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Ich glaube kein anderes Kraut wird von den einen so gehasst wie es von den anderen geliebt wird. 🙂

Auch bei uns ist es so. Mein Mann reißt sie aus, wo immer er kann und ich nutze sie – als Tee, für eine Brennnesselsuppe, die meine über 90-jährige Mama gerne isst, als Tinktur für die Haare und nicht zuletzt die Samen, die leicht geröstet sehr gut schmecken.

Aber – ich gebe meinem Mann recht – wenn man sie wachsen lässt, wachsen sie einem über den Kopf.
Ich habe nämlich – um des lieben Friedens willen – im letzten Jahr eine, nur eine einzige, Brennnesselpflanze, isoliert von allen anderen, in einem großen Topf wachsen lassen. Die Brennnessel hat aber so eine enorme Wuchskraft, dass sie meterlange Wurzeln durch das kleine Entwässerungsloch des Topfes in die Erde darunter hat wachsen lassen. Der Topf war festgewachsen – wie einbetoniert. Ich konnte ihn nicht alleine wegreißen.

Also Brennnesseln ja – aber nur in einem rundum abgeschlossenen Gefäß.

Heilkraft der Brennnessel

Die jungen Brennnesseltriebe sind wegen ihres hohen Gehalts an Flavonoiden, Mineralstoffen wie Magnesium, Kalzium und Silizium, Vitamin A und C (ca. doppelt so viel Vitamin C wie Orangen – allerdings isst man nicht so viel davon), Eisen, aber auch wegen ihres hohen Eiweißgehalts geschätzt. Die Brennnessel enthält in der Trockenmasse etwa 30 Prozent Eiweißanteil.

Die Brennnessel wirkt blutreinigend, blutbildend, stoffwechselfördernd, haarwuchsfördernd, bei Frühjahrsmüdigkeit …..

Früher wurden gelegentlich Butter, Fisch und Fleisch in Brennnesselblätter gewickelt, um sie länger frisch zu halten. Tatsächlich verhindern die Wirkstoffe der Brennnessel die Vermehrung bestimmter Bakterien.

Gut schmecken auch die Samennüsschen, besonders wenn man sie fettfrei in der Pfanne röstet und dann über Salate oder andere Speisen streut.

Frühjahrskur

Gerade jetzt sollte man auf alle Fälle die jungen Triebe ernten und entweder frisch oder getrocknet davon täglich 1 – 2 Tassen Tee trinken – und das über 3 Wochen hindurch.
Das wirkt entschlackend und reinigend für den ganzen Körper.
Wem der Brennnesseltee zu wenig aromatisch ist, kann ihn mit Zitronenmelisse oder Zitronenverbene mischen.