CORONA-TAGEBUCH

Die Medien bringen täglich Beiträge, in denen Prominente schildern, wie es ihnen während der Corona-Krise geht.
In meinem Blog möchte ich ALLEN eine Plattform bieten uns zu sagen, wie es ihnen geht, was sie tun und was ihnen im Moment wichtig erscheint.

So können wir uns gegenseitig – auf Distanz – austauschen und Mut machen.
Was wir aber damit auch schaffen ist eine Dokumentation wie „Otto Normalverbraucher“ die Krise erlebt und bewältigt.

Schickt mir eure Texte (max. 500 Zeichen) unter info@frag-die-oma.blog, Vorname und Alter wären auch interesssant. Alles andere bleibt anonym.

 
Astrid, 58
 
Ich bin Pflichtschullehrerin und muss meinem Ärger Luft machen. Anfang dieser Woche wurde der in Ostösterreich geltende Lockdown verlängert – und damit auch das generelle Homeschooling.
Am Mittwoch tauchte plötzlich das Gerücht auf, dass die Abschlussklassen ab kommender Woche wieder in die Klassen zurückkommen sollen. Und diese Nachricht wurde lediglich über die Medien und nicht auf dem offiziellen Weg verlautbart.
AUS WELCHEM UNGLAUBLICHEN CHAOS HERAUS WERDEN HIER FRAGWÜRDIGE FEHLENTSCHEIDUNGEN VON UNBEGABTEN FACHLEUTEN  GETROFFEN???
Wie stellt man sich das in der Umsetzung vor: Wir haben also ab Montag für die 4. Klassen Präsenzunterricht, für den Rest Homeschooling, und dann gibt es da noch jene, die in die Schule zur Aufsicht kommen müssen, weil ihre Eltern sie berufsbedingt nicht beaufsichtigen können.
Kann man solche Entscheidungen wirklich nicht mit den Betroffenen vorbesprechen?
Kann man solch weitreichende Maßnahmen wirklich nicht rechtzeitig bekanngeben?
Können die Entscheidungsträger dieses Landes nicht endlich die Lage gemeinsam mit betroffenen Experten besprechen?

Sebastian, 29

Vor genau einem Jahr habe ich hier in Omas Coronatagebuch geschrieben, dass ich stolz auf das österreichische Gesundheitssytem bin, weil es sicher und zuverlässig ist. Das sehe ich grundsätzlich auch heute noch so.

Allerdings macht mir das Chaos, das die derzeitige Regierung seit einem Jahr inszeniert, mittlerweile zunehmend mehr Sorgen, denn es verunsichert mich und viele andere auch.
Dass für die Unterstützung der Wirtschaft viele Milliarden Euro, für die Corona-Impfungen aller Österreicher aber nur 200 Millionen geplant waren, schockiert mich.
Dass es unzählige – sündhaft teure – Pressekonferenzen gab, aber trotzdem keine klaren, für alle verständlichen Richtlinien erarbeitet wurden, an denen man sich orientieren kann, lässt viele verzweifeln und gibt nur den Coronaleugnern Auftrieb.
Dass man Lockdowns nicht nach den Empfehlungen der Experten sondern nach den Wünschen der Tourismusexperten ausrichtet, ist für uns einfache Bürger unverständlich und in höchstem Maß unverantwortlich.

Schlussfolgernd muss ich also nach einem Jahr Pandemie in Österreich feststellen, dass selbst das beste Gesundheitssystem und die hervorragendsten Mitarbeiter nicht erfolgreich sein können solange dieses chaotische Regierungsteam am Werk ist.

16.3.2021

Wenn der Staat nicht sein Bestes gibt
lautet die Überschrift eines Zeitungsberichtes über die Impfstoffdiskussion, die Europa erfasst hat. Soll das Vakzin von Astra Zeneca, das kostengünstigste auf dem Markt, nach einigen Fällen von schweren Nebenwirkungen weiter verimpft werden oder nicht? Deutschland, Frankreich und viele andere Länder haben sich für einen solchen Impfstopp entschieden.
Die österreichische Impfkommission hingegen hat sich fürs Weiterimpfen entschieden. Folgende Fakten sind dafür ausschlaggebend: Bei etwa je einer Million Imfpdosen, die in Großbritannien schon verimpft wurden, traten bei Astra Zeneca 13 und bei Pfizer-BioNTech sogar 15 Fälle von Thrombosen auf. Dennoch wird in der Öffentlichkeit nur über Astra-Zeneca diskutiert. Da die österreichische Regierung für die Impfungen vorerst nur 200 Millionen Euro zur Verfügung gestellt hat, hat die Impfstoffbeschaffung hauptsächlich auf diesen billigsten Impfstoff gesetzt. Würde man nun das Impfen damit stoppen, würden viele Menschen ungeimpft bleiben und an Corona erkranken oder gar sterben.
Ob dies die veröffentlicherte Meinung (Medien) und die Österreicher/Innen auch so bewerten, werden die nächsten Tage zeigen.  

COVID-19-Statistik der Johns Hopkins University vom 16.3.2021
Angeführt wird die traurige Statistik, die mittlerweile über 120 Mio Infizierte und 2,66 Mio Tote weltweit zeigt, nach wie vor von den USA mit fast 30 Mio Infizierten und 535.000 Toten.
In Österreich wurden 495.000 Menschen positiv getestet, 8.900 sind daran verstorben.
In Deutschland zählt man 2.585.000 Infizierte und 73.700 Tote.
Die Schweiz beklagt über 10.000 Verstorbene bei 573.000 Corona-Infizierten.
Tschechien ist das europäische Land mit der höchsten 7-Tage-Inzidenz (derzeit 727). Bei über 1,4 Mio Infizierten sind 23.380 Menschen verstorben.

11.3.2021

Österreich
Heute hat das große Impfen im Bezirk Schwaz in Tirol begonnen. Die EU hat dafür 100.000 Impfdosen zur Verfügung gestellt. Parallel dazu wird eine Studie durchgeführt, die zeigen soll wie sich das Virus und seine Mutanten entwickelt.
Die Neuinfektionen in Österreich sind mittlerweile schon bei 3.000 pro Tag angelangt. Dennoch wird am kommenden Montag in Vorarlberg, wo die 7-Tage-Inzidenz bei 70 liegt, der Lockdown weitgehend aufgehoben. Sowohl die Gastronomie als auch Theater dürfen öffnen – allerdings bleibt die Ausgangssperre ab 20 Uhr bestehen.

Deutschland
Die 7-Tage-Inzidenz steigt wieder an und beträgt heute fast 70. Die Neuinfektionen betrugen in den letzten 24 Stunden 14.356, was RKI-Chef Wieler dazu veranlasste vom Beginn der dritten Welle zu sprechen. Dramatisch steigen die Infektionen derzeit bei den jüngeren Menschen an. Waren es Anfang August, zu Beginn der zweiten Welle, 11 Fälle pro 100.000 sind es derzeit 98, mehr als in anderen Altersgruppen.

Dänemark und Schweden
stoppen vorübergehend die Impfungen mit dem Vakzin von Astra-Zeneca. In beiden Ländern gab es, genau wie in Österreich, Fälle von Blutgerinnungsstörungen, die knapp nach der Impfung auftraten.

 

HIER findest du die älteren Beiträge des Coronatagebuchs.