Herzlich willkommen in meinem Tagebuch. 🙂

Hier schreibe ich über die alltäglichen Ereignisse, die mich freuen, die mich ärgern, die nicht unbedingt spektakulär sind, die vielen von euch wahrscheinlich bekannt vorkommen, weil sie immer wieder passieren und einfach zum Leben dazu gehören.

 

Tagebuch neu

Liebe Leser/Innen, da die Datei schon zu groß geworden ist, konnte ich sie nun einige Tage nicht öffnen und bearbeiten. Ich muss das Tagebuch daher umbauen und technisch anders gestalten.
Das ist natürlich für Oma eine gewisse Herausforderung 🙁 .
Es wird vielleicht noch ein paar Tage dauern, bis ich wieder schreiben kann, aber außer über ein paar schöne Urlaubstage am Wolfgangsee wäre ohnehin nicht viel zu schreiben gewesen.
Ich bitte euch also um ein wenig Geduld. Und haltet mir bitte die Daumen, dass ich das Problem bald lösen kann. 🙂

 

 

Die Alten stehen uns im Weg

Meint ein 25-Jähriger Jungunternehmer und Autor, der in seinem Buch schreibt: „Das Problem mit den Alten ist größer als alle denken.“ Die über 40-Jährigen sollten seiner Meinung nach in die zweite Reihe zurücktreten und den Jungen die Bühne und die Entscheidungen überlassen.
Nicht nur in der Wirtschaft sondern auch in der Politik, meint er. Er ist überzeugt, dass die Jungen die besseren Entscheidungen treffen würden, weil sie gewohnt seien, im Internet alles zu bewerten – von Fotos bis Hotels, oder wie zuletzt in den Medien diskutiert, die Lehrer.
Mir macht das Angst, aber nicht, weil ich zu den Alten zähle, sondern deshalb, weil ich die – großteils – anonymen Internetbewertungen als feige und hinterhältig ansehe, die niemandem helfen. Die Bewerteten können sich meist nicht wehren und so werden Fakten geschaffen, die mit der
Realität oft nichts zu tun haben.

Es ist auch die Rede vom „digitalen Versagen der Alten“, weil die Jungen doch mit dem Internet aufgewachsen wären.
Ja, es stimmt, die älteren Arbeitnehmer sind nicht mit dem Internet aufgewachsen – aber sie sind es, die die digitale Welt geschaffen und bis zum heutigen Tag weiterentwickelt haben. Und nun sollen die sie nur mehr den Jungen überlassen?

Ja, die Jungen haben sicher mehr Erfahrung im Internet und Online-Handel – aber wollen wir wirklich alles übers Internet abwickeln, brauchen wir in Zukunft keine Geschäfte mehr?

Ja, es stimmt, wir Alten wollen gar nicht alles digitalisieren. Wir wollen auch weiterhin soziale Kontakte und Freundschaften in der Realität pflegen und nicht nur im Internet. Tausende Freunde im Internet können einen echten Freund nicht ersetzen, besonders wenn man ihn braucht.
Und ich hoffe sehr, dass meine Enkel nicht nur in einer total digitalen Welt leben müssen sondern in ihrem Leben auch viele glückliche, analoge Begegnungen und Erlebnisse haben werden.

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Frühlingsgefühle im Herbst

Meine kleine Schwester (eigentlich ist sie ja größer als ich, aber weil sie 10 Jahre jünger ist, wird sie immer die kleine Schwester bleiben :)) hat mir im Frühjahr einen Ableger ihres Margeritenbäumchens geschenkt, weil meines plötzlich eingegangen ist. Den ganzen Sommer über stand die kleine Margerite im Garten und hat sich ganz gut entwickelt. Sie hat sich allerdings beharrlich geweigert zu blühen. Na gut, dachte ich, vielleicht hat die Pflanze einen Schock, weil sie doch recht brutal vom Mutterstock abgebrochen wurde, und habe sie in Ruhe gelassen. Ich habe sie auch nicht gedüngt, weil ich weiß von meiner Schwester, dass ihre Margerite darauf sehr ablehnend reagiert.
Vor ein paar Tagen haben wir sie nun ins Haus genommen und auf ein Fensterbrett gestellt.
Heute morgen beim Gießen habe ich meinen Augen nicht getraut – sie hat plötzlich viele Blüten – gerade so, als käme der Frühling.
Ein bißl unüblich zwar – aber ich freu mich drüber. 🙂

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Echt jetzt?

Als Bloggerin arbeite ich natürlich täglich an meiner Homepage. Die Schnaps-Homepage meines Mannes hingegen habe ich in den letzten Monaten sträflich vernachlässigt.
Eigentlich ist es ja auch nicht meine Aufgabe, oder?
Wobei das auch nicht ganz stimmt, denn bei uns macht jeder das, was er besser kann oder lieber macht. Und während ihm Ordnung besonders wichtig ist, liebe ich es am PC zu arbeiten. Also, wenn ich ehrlich bin, isses ja doch meine Schuld.
Aber – verhindern hätte ich es sicher nicht können, nur früher entdeckt hätte ich, dass die international unbedeutende und auch national gesehen eher kleinere Homepage doch tatsächlich gehackt wurde. Jede Seite war mit Infos über ein bekanntes Potenzmittel zugemüllt, sodass unsere Angebote gar nicht mehr erkennbar waren.
Dass ich es selbst geschafft habe alles zu löschen, war ein riesiges Glück. Aber um die vielen Stunden, die ich dabei unnötigerweise vertan habe, ist mir leid.

Ich wünsche anderen ja normalerweise nichts Böses, doch bei diesem Hacker kommen mir viele garstige Ideen. allerdings würde es mir schon reichen, wenn sich das beworbene Potenzmittel bei ihm stundenlang so konsequent halten würde wie auf unsere Homepage. 

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So werden wir Kunden verarscht 3

Ich habe schon nicht mehr gehofft eine Reaktion auf meine Beschwerde zu bekommen, aber gestern war es doch tatsächlich so weit. Ich habe eine Antwort bekommen – und noch dazu eine freundliche mit mehreren Entschuldigungen.
Ich war schon einigermaßen verblüfft.
Mit ehrlich klingenden Worten schrieb die Vertreterin der Handelskette, dass beide Fälle auf einen bedauerlichen Irrtum zurückzuführen sei, den man sofort korrigiert habe und der auch so nicht mehr passieren werde.
Na dann hätte sich meine Mühe des Briefeschreibens ja doch gelohnt.
Ich werde diese “Sonderangebote” jedenfalls weiterhin beobachten, hat mir doch erst gestern eine Userin ein Bild gemailt, das sie in einem anderen Supermarkt gemacht macht. Und das zeigt doch genau so ein “Sonderangebot – Ersparnis 0,00- €”.  Zufall?
Vielleicht haben die Werbefachleute auch eine neue Strategie entwickelt, weil sie draufgekommen sind, dass Kund/innen heute nur mehr kurz auf die Preistafel blicken um zu schauen, ob es sich um ein Sonderangebot handelt oder nicht und gar nicht mehr überprüfen wie viel sie sich tatsächlich ersparen.
Wenn das tatsächlich so ist, ist es echt fies, aber dem können wir Kund/innen einfach begegnen, indem wir doch wieder ein bissl genauer hinschauen.

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Und sie bewegt sich doch (Galileo Galilei)

Gestern Nacht habe ich ein Video auf Youtube hochgeladen, in dem ich zeige, wie einfach man Mayonnaise selber machen kann. (Den Beitrag dazu veröffentliche ich morgen.) Heute Früh schon haben mir meine kleineren Enkelkinder (6 und 8 Jahre) Feedback gegeben. Sie meinten, das Video wäre grundsätzlich ja in Ordnung, aber man könnte es doch noch verbessern.
Für den Einstieg sollte ich mir eine Begrüßungsformel einfallen lassen und für die Verabschiedung sollte ich unbedingt auf Likes und meinen Blog aufmerksam machen – und lustige Abschiedsworte, die ich immer wieder verwenden sollte – wären auch hilfreich. Und außerdem sollte ich mich im Video auch sehen lassen.  😮

Ich war baff.
Ja, was sie mir geraten haben, ist völlig richtig. So präsentiert man sich heute eben. Aber, dass sie es auch so klar formulieren konnten, fasziniert mich auch.
Aber am meisten freut mich, dass es heute so ist, dass Kinder eine Meinung haben und sagen dürfen.
Als ich Kind war, durfte ich nicht mitreden, wenn Erwachsene sich unterhalten haben. Oftmals wurde ich sogar aus dem Zimmer geschickt. 
Noch als junge Erwachsene erlebte ich, dass die Meinung älterer Kollegen schwerer wog als meine, auch wenn ich Recht hatte. Und immer wieder hörte ich, dass ich erst einmal älter werden und Erfahrung sammeln sollte.
Manchmal hatte ich die Angst, dass sich das niemals ändern würde.
Aber seit heute weiß ich, dass sich die Welt doch weiter dreht und die Menschheit sich doch weiterentwickelt.

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Meine Waage lügt

Fast eine Woche sind wir nun nach unseren Herbstferien schon wieder in Wien. Also fand ich gestern, dass es wieder einmal Zeit für ein zärtliches Téte-á-téte (laut Pons ein Gespräch unter vier Augen) mit der Badezimmerwaage wäre.
Es war aber kein zärtliches Stelldichein, sondern ein unglaublich schockierendes Zusammentreffen. Ganze zwei Kilogramm mehr wollte mir die Waage weismachen. Dass das nicht stimmen kann, war mir natürlich sofort klar. Also bin ich runter von der Waage, habe sicherheitshalber mein T-Shirt ausgezogen (die sind ja manchmal doch ganz schön schwer), die Waage ein wenig verschoben, damit sie auch sicher ganz eben steht, und habe sie dann von neuem bestiegen. Das Ergebnis war das Gleiche. Da war mir klar, dass die Waage nicht richtig funktioniert, denn sie hätte ja auf alle Fälle weniger anzeigen müssen, weil das Gewicht des T-Shirts weg war.
Also hat sich mein Mann auch auf die Waage gestellt. Sein Ergebnis war noch viel schlimmer. Er hätte demnach sogar zweieinhalb Kilo zugenommen.

Es war uns beiden klar, dass das nicht stimmen kann. Wir haben uns in dieser Woche doch so viel bewegt und gar nicht viel gegessen, oder?
Naja, genau betrachtet, waren wir am Dienstag turnen und nur einmal walken, weil es so oft geregnet hat. Aber gegessen haben wir nicht wirklich viel.
Naja, wir waren dreimal zum Abendessen mit Freunden unterwegs. Und die paar Keks, die beim Backen zerbrochen sind und oral entsorgt werden mussten, haben doch auch nicht so viele Kalorien, oder?

Also für mich steht fest, unsere Waage lügt.

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Mit der Oma kann man`s ja machen

Gestern haben unsere kleineren Enkel bei uns geschlafen. Als sich unsere sechsjährige Enkeltochter vor dem Baden die Socken auszog, sahen wir beide mit Entsetzen, dass sie sehr schmutzig waren; was aber kein Wunder ist, da sie zuvor ohne Schuhe auf der Terrasse herumgelaufen ist.
Mit großen fragenden Augen schaute sie mich unschuldig an und wollte wissen: “Kann ich die morgen noch einmal anziehen?”  Entrüstet antwortete ich: “Natürlich nicht, du ziehst doch jeden Tag neue Socken an.”
Daraufhin machte sich in ihrem kleinen Gesicht Verzweiflung breit. Weinerlich meinte sie: “Aber ich habe doch vergessen welche einzupacken!”
Ja, ja, das kommt davon, wenn Kinder allzu selbständig sind und immer alles selber machen wollen, dachte – aber sagte ich nicht. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie lange es früher oft dauerte, wenn wir weggehen wollten. Leni wollte nämlich schon als Dreijährige nicht, dass man ihr beim Anziehen hilft – und das dauerte dann halt.
Aber gestern tat sie mir leid. Also nahm ich ihre schmutzigen Socken und versprach sie sofort händisch zu waschen und zu fönen, damit sie am nächsten Morgen sicher trocken wären.
Während die Kleine badete, bürstete und rubbelte ich im Waschbecken die Socken. Als sie sauber waren packte ich sie in ein Handtuch ein um sie auszuwringen. Leni beobachtet alles genau. Bevor ich begann sie zu fönen, blickte sie mich mit ihren großen, braunen Augen unschuldig an und fragte: “Oma, warum hast du jetzt eigentlich meine Socken gewaschen?”
Verblüfft antwortete ich: “Na, damit du morgen saubere Socken für die Schule hast. Du hast doch vergessen welche einzupacken.”
Darauf Leni mit unglaublichem Grinsen im Gesicht: ” Ach Omi, das war doch nur ein Scherzerl, ich habe sogar zwei Paar mitgenommen.” 
 😳  😱 🙈 

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Vibrator auf Abwegen

Gestern Abend passierte im Wiener Konzerthaus das, wovor sich alle Veranstalter fürchten: Bombenalarm während eines Konzerts der Wiener Symphoniker.
Eine Mitarbeiterin der Garderobe hörte gegen 20 Uhr 30 in einem abgegebenen Koffer ein rhythmisches Brummen und rief die Polizei. Sofort bestand der Verdacht, dass sich Sprengstoff im Koffer befinden könnte. Die
Experten der Polizei untersuchten den Koffer mit größter Sorgfalt und einem Röntgengerät.
Die vermeintliche Bombe war, wie sich herausstellte, ein Vibrator, der sich selbst eingeschalten haben dürfte.

Die Konzertbesucher haben vom Polizeieinsatz glücklicherweise nichts mitbekommen. Und der Koffer wurde nach Ende der Vorstellung dem Pärchen übergeben, denen er gehört – nicht ohne sie über den Vorfall in Kenntnis zu setzen. 🙂 🙂 🙂

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Ferienende

Die Herbstferien sind vorbei. Wir haben schon am Morgen das mystisch in Nebelschwaden getauchte Ennstal Richtung Wien verlassen. Je weiter östlich wir fahren, umso klarer wird der Himmel, und die leicht angezuckerten Berge zeigen sich in ihrer vollen Pracht.
Und da spüre ich wieder diese
Zerrissenheit. Bin ich im Ennstal, will ich nicht nach Wien. Bin ich aber dann wieder in Wien, will ich nicht weg. 🙈

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So werden wir Kunden verarscht 2

Ich habe doch tatsächlich am 31.10. eine Antwort vom Kundenservice der Lebensmittelkette bekommen. Man hat mir ein Telefonat mit der Filialleiterin angeboten. Sich aufs schwächste Glied auszureden halte ich für sehr unfair, denn die Filialleiterin macht immer nur das, was die Zentrale vorgibt.
So lautete auch mein Antwortmail.
Nun bin ich neugierig, ob mir doch jemand vom Kundenservice erklärt, warum man Sonderangebote mit 0,- € Ersparnis anbietet und warum Mehl in ein und demselben Markt in unterschiedlichen Regalen zu unterschiedlichen Preisen angeboten wird.

 

3.11.2019

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So werden wir Kunden verarscht


Heute war ich in einer Filiale einer großen Lebensmittelkette, die zur Gruppe „jö“ gehört, einkaufen. Zwei ganz besonders spannende Angebote sind mir dabei aufgefallen. Mehl einer bekannten Marke war als Eyecatcher riesengroß als Sonderangebot um 1,99 € pro Kilo angeboten. Da mir das zu teuer vorkam, ging ich zum Mehlregal und traute dort meinen Augen nicht: Mehle dieser Marke waren dort um 1,29 – 1,49 € je nach Sorte, angeboten.
Die Filialleiterin konnte mir die Sache nicht erklären. Also werde ich diese Irreführung der Kunden wohl mit der Handelskette direkt zu klären versuchen.

Aber damit noch nicht genug. Ich entdeckte ein weiteres Sonderangebot. Die Eckdaten dafür sind:
„preisgesenkt“,
2,29 – alter Preis,
2,29 – Sonderangebot
„ 0.– billiger“
und das alles so auffällig wie ein Sonderangebot gestaltet.

Ich fühle mich verarscht, verstehst du das?
Ich werde auch damit die Verantwortlichen konfrontieren. Sollte ich eine verständliche Erklärung bekommen, werde ich gerne wieder darüber berichten.

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Wenn das Radar freundlich lächelt


Normalerweise stehen Radaranlagen in meiner Hitliste ungefähr auf gleicher Höhe wie Dauerregen oder Schnupfen – man nimmt es zur Kenntnis aber besser ist es, wenn man keinen direkten Kontakt hat.
Und das nicht nur, weil mir heuer ein Radar eine Strafe von 90.- € eingebrockt hat. 🙁 
Das tut schon sehr weh und macht die Beziehung zu diesen Kästen keineswegs inniger.

Aber gestern war alles anders. Alle Tempomessgeräte haben mir zugelächelt.

Ich war nämlich mit einem älteren Herren namens Steyr unterwegs.  Baujahr 1949 und Traktor von Beruf. Er schafft bergab maximal 15 km, aber das stundenlang.

Nachdem es im Ennstal jeden Moment schneien kann, haben wir ihn ins 60 km entfernte Winterlager gebracht. Die Hälfte davon durfte ich alleine mit ihm verbringen – und das war traumhaft schön.
Die letzten warmen Sonnenstrahlen wärmten mir den Rücken, ließen die Berge erstrahlen und die Farbenpracht der Wälder so richtig zur Geltung kommen, und haben in mir ein Gefühl von Freude, Zufriedenheit und Ruhe erzeugt. Dazu kommt, dass einem unterwegs viele Menschen zulächeln und zuwinken, ihre Handys zücken und Fotos machen, wenn man mit so einem Oldie unterwegs ist.



Heute schaut es im wunderschönen Ennstal allerdings ganz anders aus.
Der Herbst zeigt uns, wie ungemütlich kalt, trüb und nebelig er sein kann.
Sogar die Kühe bewegen sich im Freigelände kaum vom Stall weg, weil jede die erste sein will, die wieder ins Warme kommt, wenn der Bauer endlich die Stalltüre öffnet.

Und wir heizen gerade erstmals den Ofen ein.

 

28-10-2019

 

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Winterpause

 

 

Das Gartenjahr neigt sich nun unaufhaltsam dem Ende zu.
Anfang der Woche habe ich die letzte Zucchini dieses Jahres geerntet – ein herrliches Stück von über 50 cm Länge.

Mein Mann (alle die ihn kennen wissen, dass er eines der seltenen Exemplare aus der Gattung Traummann ist ) hat daraufhin sofort das Hochbeet vom letzten Unkraut befreit und alle Hamsterlöcher zugeschüttet.
Damit hat er dem bösen, kleinen Erdhamster, der heuer übrigens schon zum zweiten Mal alle meine Broccoli gefressen hat, einen riesigen Schock versetzt. Am nächsten Morgen hat der sich nämlich sofort wieder einen neuen Weg nach oben gegraben und entsetzt festgestellt, dass nichts mehr da ist, das er fressen könnte. 😳
Nachdem der putzige Kerl aber ein zäher Kämpfer ist, (sein Fell ist über und über mit Narben voll) gräbt er seither jeden Mogen ein neues Loch und sucht immer wieder nach Futter.

Fast tut er mir ja leid, aber nachdem er uns kein einiziges Broccoliröschen sondern nur die harten Stängel übergelassen hat, überwiegt bei mir doch das niedrige Gefühl der Schadenfreude. 
Er wird allerdings auch Schadenfreude empfinden wenn wir die Hochbeete ausräumen und das Loch suchen, durch das er uns das er uns immer mit seinem Besuch beehrt. 🙈

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Das hat sich aber ausgezahlt

In der Zeit als ich selbständig war konnte ich die Höhe meines Einkommens – je nach Fleiß – selbst bestimmen. Als Pensionistin geht da leider gar nix mehr. Jeden Monat der gleiche Betrag, niemals auch nur ein Cent mehr. 🙁 Aber dafür hat man Zeit und kann damit viel ausgleichen.
Um zu sparen, denn angeblich sind Steinmetzarbeiten sehr teuer, habe ich mich entschlossen die verwitterten Buchstaben am Grabstein meiner Großeltern mit Goldfarbe nachzuziehen. Goldfarbe habe ich rechtzeitig besorgt, Pinsel leider nicht. Also habe ich kurzerhand den Pinsel aus meinem Kosmetiktäschchen geopfert. Während mein Mann die drei Gräber, die wir betreuen, vom Unkraut befreit hat, habe ich vorsichtig die Buchstaben nachgemalt. Dreimal habe ich die Farbe nachgezogen, bin dann langsam zurückgegangen – die Künstler betrachten ihr Werk ja zwischendurch auch immer aus einiger Entfernung – und war ganz zufrieden mit meinem Werk. Der letzte Schritt zurück fiel durch Freude und Genugtuung ein bisschen größer aus, und ich kippte mit dem Absatz vom Grabsteinrand, fuchtelte – um das Gleichgewicht nicht zu verlieren – mit den Armen, beugte mich mit letzter Kraft nach vor und fiel glücklicherweise nicht hin. Die Fliehkraft des Goldlacks in der offenen Dose hat dieses Kunststück allerdings nicht geschafft, und der Lack hat sich über meine Hände, Hose und Schuhe ergossen.
Sch…. war mein erster Gedanke. Na, da hamma ja wieder mal gespart. Hose kaputt, Schuhe kaputt – aber dafür schimmert mein Oberschenkel auch heute noch golden.

 

 

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Campen ist kein Hobby sondern ein Lebensgefühl

Wirklich reich ist der, der mehr Träume in seiner Seele hat, als die Wirklichkeit zerstören kann.” (Hans Kruppa)
Wir besuchen jedes Jahr die Campingmesse, obwohl wir gar nicht vor haben einen neuen Wohnwagen zu kaufen, aber träumen darf man ja. Wir sind immer wieder begeistert, welche technischen Neuerungen die modernen Camper bieten, aber wir sind regelmäßig entsetzt, wie wenig auf Komfort geachtet wird. Da gibt es Sitzbänke, die nur 20 cm tief sind (da hat nicht mal die Puppe unserer Enkelin Platz), oder Toiletten, die nur Männer (im Stehen 🙁 ) benutzen können, oder Doppelbetten für magersüchtige, frisch Verliebte, mit 120 cm Breite.
Kurz gesagt, wir fahren jedes Jahr mit dem selig machenden Gefühl heim, dass unser Wohnwagen, trotz seines Alters, die perfekte Raumaufteilung und den optimalen Komfort hat. Insgeheim habe ich ja schon länger das Gefühl, dass wir eigentlich nur deshalb die Messe besuchen um uns dort bestätigen zu lassen, dass wir den besten aller Wohnwägen haben.

Mitgebracht habe ich euch den wohl kleinsten Wohnwagen, dessen Besitzer ihn stolz und glücklich präsentiert haben, und der wirklich süß ist.
Nicht mitgebracht, weil ich ja keine Werbung mache 🙂 , habe ich ein Bild vom teuersten Wohnmobil, das die Kleinigkeit von 374.400,- € kostet. Aber – solltest du Interesse daran haben, kann ich dir natürlich gerne Näheres mitteilen.

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Mein neuer Liebling​

Es war Liebe auf den ersten Blick. ♥
Ich habe ihn gesehen und war fasziniert.
Das kommt ja bei Frauen über 60 nicht unbedingt so oft vor, aber mir ist es tatsächlich passiert. Es hat allerdings mehrere Monate gebraucht, bis wir tatsächlich zusammen gekommen sind, aber in meinem Alter handelt man halt nicht mehr so oft unüberlegt.
An ihn gedacht habe ich immer wieder. Und wenn ich ihn irgendwo gesehen habe, dann habe ich sofort seine Nähe gesucht. Der Wunsch ihn zu berühren, ihn immer bei mir zu wissen, alles mit ihm zu machen wurde immer stärker. Und glaube mir, der kann echt was.

Also habe ich ihn mir endlich gekauft, meinen Cooking Chef. Es ist die tollste, aber auch die teuerste Küchenmaschine, die ich je hatte.
Gestern war ich bei einem Kochkurs, wo es darum ging, das Gerät richtig kennenzulernen. Dabei haben wir mehrere wirklich gute Rezepte ausprobiert, die ich demnächst auch im Blog weitergeben werde.
Es ist wirklich toll, was man mit so einem Allroundgerät alles machen kann und wie viel Zeit man dadurch sparen kann. Ich koche und backe noch viel lieber als bisher, und das ist schon kaum zu toppen gewesen.

Kritisch meinem „neuen Liebling“ gegenüber ist nur eine, meine jüngere Enkelin, denn die findet, dass ich nur einen Liebling haben darf, und das ist natürlich der Opa. 🙂
Sie ist es ja auch, die immer wieder stolz behauptet: „Mein Opa kann alles!“ Früher hat sie noch leise dazu gefügt „außer Kochen“. Aber dann hat sie ihn immer wieder aufgefordert doch endlich wenigstens einmal zu kochen. Dann hat er ihr zuliebe  tatsächlich eine Nudelsuppe gekocht. Seither lautet ihr Spruch: „Mein Opa kann alles – wirklich alles!“

Das Imperium schlägt zurück

Heute wollte ich eine Zucchini, die in meinem Hochbeet noch immer bestens gedeiht, ernten. Mit Grausen habe ich dabei einer Nacktschnecke – meine deklarierten Erzfeinde im Garten – ins Auge geblickt (die sitzen übrigens am Ende der Fühler). In Clopapier verpackt habe ich sie in die Toilette geworfen. Ich schenke den Schnecken immer eine letzte, lange Reise durch die Kanalisation, das finde ich nicht so brutal wie andere Tötungsweisen. Und falls die eine oder andere unterwegs irgendwo eine gemütliche Nische findet, kann sie es sich in feuchter Umgebung ja auch gemütlich machen, denke ich mir.
Kaum zurück am Hochbeet, habe ich noch zwei entdeckt. So viele Schnecken hatte ich den ganzen Sommer über nicht, denn wir haben Schnegel, die ja die Nacktschnecken beziehungsweise deren Eier fressen sollten. Aber vielleicht, dachte ich, sind die ja schon im wohlverdienten Winterschlaf.

Entsetzen packte mich aber dann, als ich einige Zeit später die Toilette aufsuchte, wo mir eine der Schnecken vorwurfsvoll, mit drohend aufgestellten Fühlern entgegenblickte. Die Schnecken schlagen zurück, war mein erster Gedanke. Mit einem Druck auf die Spülung war die Kampfschnecke auch schon wieder unterwegs ins Kanalsystem. Aber ein mulmiges, ungutes Gefühl ist geblieben. Ein paarmal bin ich noch aufs Clo schauen gegangen, aber glücklicherweise ist keine der Schnecken wiedergekommen.


Oma goes Hollywood

Im vergangenen Jahr habe ich ein Bild von unserer alten Säulenuhr an die Redaktion von “Was schätzen Sie” geschickt. Über ein Jahr gab es keinerlei Reaktion und ich habe es wieder vergessen.
Umso erstaunter war ich, als man mich vor zwei Wochen anrief und informierte, dass die Experten des Dorotheums unsere Uhr in der nächsten Sendung besprechen wollten. Zunächst wurde eine Homestory in unserem kleinen Häuschen gedreht. Bei dieser Gelegenheit lernten wir Karl Hohenlohe kennen, der unglaublich sympatisch, herzlich und total natürlich ist.
Und heute waren mein Mann und ich bei den Aufnahmen im Dorotheum. Die Dreharbeiten waren sehr interessant. Nach kurzer Zeit vergisst man die vielen Kameras, und wir haben uns schnell recht wohl gefühlt.
Dass sich herausgestellt hat, dass die Uhr nicht besonders viel wert ist, ist der einzige Wermutstropfen an der ganzen Sache.
Jetzt sind wir natürlich sehr neugierig, wie der Beitrag, der am 22. Oktober gesendet wird, aussehen wird und wie wir im Fernsehen aussehen.
Alles in allem ein interessantes Erlebnis.

13.10.2019

 

 

Ein Hoch den Lehrer/innen

Gestern durfte ich die Klasse meines Enkels bei einem Schulausflug begleiten. Da ich in jungen Jahren selbst Lehrerin war, fühlte ich mich nostalgisch in diese Tage zurückversetzt. Mit Freude und fast wehmütiger Stimmung, vielen positiven Erinnerungen an “meine Schüler” und einer warmen Bewegtheit in der Seele freute ich mich auf die lieben Kleinen.
Ich hatte damals 38 Kinder in der Hauptschule pro Klasse! Das war echt schwierig. Aber heute, die 25 Volksschüler pro Klasse sind ja eine Wohltat – dachte ich.
Dachte ich nur!
Obwohl es nur 25 Kinder waren, fiel mir sofort auf, dass die Schüler von heute wesentlich kreativer und orgineller in ihrem Verhalten sind als die vor 40 Jahren. Was ihnen interessant schien, wurde angegriffen, beklettert oder mitgenommen. 
Das Herz ist mir fast stehen geblieben als ein besonders aufgewecktes Bürscherl am Bahnsteig zur Notruftaste griff und mit lauerndem Grinsen auf meine Reaktion wartete. Innerlich zitternd – aber äußerlich betont cool – erklärte ich ihm, dass mehrere Kameras aufzeichnen, wer den Notruf betätigt. Das fand er dann doch nicht mehr so spannend, wandte sich von mir ab und ärgerte dafür wieder die anderen Kinder.
In der U-Bahn 25 Kinder beisammen zu halten und zu überblicken ist der blanke Horror. Die besonders quirligen Kinder taten sich sichtbar schwer einfach ein paar Minuten ruhig an einem Platz zu stehen – ohne eine spontane Idee zu realisieren. Obwohl wir wie die Sardinen geschlichtet waren, wollte einer unbedingt auf die andere Seite des Waggons gehen, ein anderer wollte plötzlich den Rucksack abnehmen – aber für all diese Ideen war kein Millimeter Platz in der U-Bahn. Die Kinder zu ermahnen ist fast unmöglich, denn Ermahnungen werden nur gehört, wenn man das Kind direkt anspricht und ihm in die Augen schaut.
Glücklicherweise sind nicht alle Kinder verhaltensauffällig, aber die, die es in jeder Klasse gibt, sind eine besonders kräfteraubende Aufgabe für die Lehrer/innen und auch eine Belastung für die Mitschüler.

Ich bewundere und danke allen Lehrer/innen, die sich täglich mit großem Engagement den Kindern widmen, oft mit Problemen zu kämpfen haben, die zu lösen eigentlich Aufgabe der Eltern wäre. Dazu kommt, dass Lehrer/innen leider viel zu wenig Anerkennung und Dank von der Gesellschaft bekommen. Daher

Ein Hoch den Lehrer/innen

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Frühpension

Im Moment wohnen unsere kleinen Enkel bei uns, weil ihre Eltern beruflich im Ausland sind.
Seit heuer besucht auch unsere jüngste Enkeltochter die Schule, auf die sie sich schon lange gefreut hat. Aber der Alltag sieht dann doch anders aus, als man denkt. So hatte sie gestern erstmals mehr Hausübung als ihr großer Bruder und war sehr erbost darüber. Als der schon spielen durfte, saß sie noch immer bei ihren Aufgaben und ihre Laune wurde immer schlechter. Dann entstand ein kurzer Dialog.

Enkelin: “Oma, warum darf Lukas schon spielen?”
Oma: “Weil er mit seiner Hausübung schon fertig ist.”
Enkelin: “Oma, warum muss ich heute so viel Hausübung machen?” 
Oma: “Das ist sicher nur ausnahmsweise so.”
Enkelin: “Oooma, setz dich zu mir.”
Oma: “Ok.”
Enkelin: “Oma, kannst du mir helfen?”
Oma: “Nein, das darf ich doch nicht.”
Enkelin: “Oma, wann kann ich in Pension gehen?”
Oma: 🙄😳🙄😳🙄😳
 
 

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Erdbeeren in Not

Wenn du mein Tagebuch verfolgt hast, weisst du ja, dass ich die Erdbeeren aus Rügen besonders liebe. Und weil es diese spezielle Sorte absolut nicht zu kaufen gibt, habe ich aus einer Erdbeere die Samen getrocknet und im Februar ausgesät. Als nach 3 Wochen die ersten Blätter – so groß wie ein Stecknadelkopf – gewachsen sind, war meine Freude riesengroß. Von da an habe ich sie wie meine Babies behandelt. Kein anderer durfte sie pflegen, darum habe ich sie auf alle Reisen dieses Jahres mitgenommen. Sie waren mit uns in der Toskana, in Kärnten, im Waldviertel, im Ennstal und an der Ostsee – wirklich immer dabei.
Gestern kündigte der Wetterbericht den ersten Nachtfrost an, und ich habe die Kisterln mit den alten Erdbeerpflanzen, die noch Früchte haben, sofort ins Glashaus gestellt.

<– Das sind die alten Erdbeerpflanzen, die ich gerettet habe,

Und dann kam ein Fernsehteam, das bei uns Aufnahmen machte – aber darüber erzähle ich mehr am kommenden Sonntag – und ich habe vor Aufregung ausgerechnet meine Babies vergessen. 😮
Heute morgen waren sie mit Eiskristallen überzogen – ich hätte weinen können. Mehr als acht Monate habe ich sie beschützt, gepflegt und überall hin mitgeschleppt und jetzt das.  Ich hoffe sehr, dass sie mir dies Nacht verzeihen und weiter wachsen. 🙁

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Wut im Bauch   🙁

Heute Nachmittag wollte ich beim Penny-Markt in Vösendorf nur noch schnell Eier kaufen.
Ein Regal mit Dingen, die man in Garten brauchen kann, hat dann doch meine Aufmerksamkeit erregt: Ein Tomatengewächshaus – genau so eines wie das, das uns der Sturm letzte Woche zerstört hat, lag da vor meinen Augen. Es kam mir so vor, als hätte es auf mich gewartet. Und noch dazu um 30% verbilligt. Voller Freude packte ich das Ding sofort in meinen Einkaufswagen und ging zur Kasse.

Der Kassierin fiel auf, dass die Kasse den vollen Preis verrechnete und rief die Filialleiterin zu Hilfe. Diese Dame sah sich das Preisschild an und stellte lapidar fest, dass halt die “Zentrale” den Preis wieder angehoben hätte und ich daher den ursprünglichen Preis zu zahlen hätte.
Als ich versuchte ihr zu erklären, dass der ausgeschilderte Preis Gültigkeit hätte, begann sie mich anzuschreien. Sie würde entscheiden, was ich zu zahlen hätte und nicht ich. Ich unternahm noch einen Versuch mit ihr in Ruhe zu reden, aber sie wurde wieder laut. Schließlich stellte sie mich vor die Wahl den höheren Preis zu zahlen oder auf das Gewächshaus zu verzichten. Da mittlerweile viele Leute hinter mir an der Kasse warteten, entschied ich mich nachzugeben.

Aber die Wut, die ich im Bauch hatte, musste ich sofort abarbeiten. Zuerst habe ich meine Tochter angerufen und bin bei ihr den ersten Ärger losgeworden, der nächste war mein Gartennachbar, der sofort mit mir mitfühlte, und dann hörte mir natürlich noch mein Mann zu. Danach habe ich noch ein Beschwerdeschreiben an die Firma Penny geschickt, und jetzt hast auch du es noch im Tagebuch gelesen. Danke, jetzt gehts mir wieder gut. 🙂

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Schnäppchenjagd

Viele von uns sind Schnäppchenjäger/innen. Es ist ja auch eine Freude, wenn man etwas sehr günstig erwirbt.

Ich habe gestern so ein Schnäppchen – sogar rein zufällig – entdeckt. Eine Kurzreise nach Venedig 🙂 – drei Nächte mit Frühstück in einem 4* Hotel in der Nähe von San Marco um 149,-. Und das Schönste ist, dass kein umweltbelastender Flug sondern eine Bahnfahrt dabei ist.

Da ich meinen Blog aus reiner Freude und nicht aus wirtschaftlichen Überlegungen betreibe, mache ich keine Werbung. Daher kann ich den Veranstalter auch nicht bewerben. Wenn du aber Genaueres wissen möchtest, dann ruf mich doch einfach an. Vielleicht können sich ja noch andere an dem Schnäppchen erfreuen.

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Herbstzeit – Kürbisszeit

 

Vor 30 Jahren waren Kürbisse noch ein “Arme-Leute-Essen”. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass meine Mutter in meiner Kindheit Kürbisse gekocht hätte.

Vor einigen Jahren haben dann die Sterne-Köche plötzlich die Kürbisse wiederentdeckt und in ihre Speisekarten aufgenommen. Heute findet man Kürbissuppen und viele andere Kürbisspeisen überall in der modernen Küche – und das zum Teil zu hohen Preisen.

Auch ich baue im Ennstal jedes Jahr zwei Kürbispflanzen auf dem Komposthaufen an, wo sie bestens gedeihen. Heuer sind 21 Stück reif geworden, von denen der größte immerhin 4 Kilogramm wiegt.
Ich freue mich schon auf viele Kürbisssuppen mit knusprigen – in Butter gerösteten – Brotwürfeln. 🙂

Das Rezept folgt demnächst in einem Beitrag.

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Österreich nach der Wahl

Als ehemalige Politikerin kann ich nach diesem Wahlergebnis nicht einfach zum Alltag übergehen. Ich will und kann auch meine politischen Wurzeln nicht verleugnen. Neben viel Enttäuschung für mich, bringt dieses Ergebnis natürlich viele Chancen für die Gewinner. Und da meine ich nicht die drei oder gar vier möglichen Koalitionen.
Ich meine die vielen offenen Themen, die uns Menschen betreffen.
Der Klimawandel, den wir heuer schon ganz besonders gespürt haben, war nach den Meinungsforschern für viele Wähler/Innen bestimmend.
Es gibt aber auch viele, viele andere Probleme, die dringend gelöst werden müssen: die zunehmende Kinderarmut in Österreich, muss schnellstens beseitigt werden, das Gesundheitssystem, das leider immer mehr zur 2-Klassen-Medinzin geworden ist, muss wieder gestärkt werden, die Einkommensschere, die immer weiter auseinanderklafft, muss endlich wieder geschlossen werden, die Kinderbetreuungseinrichtungen brauchen dringend mehr Geld… 
Viele Themen, die die Menschen direkt und täglich betreffen, müssen schnellstens in Angriff genommen werden, und ich hoffe, dass die kommende Regierung sie nicht nur nach ökonomischen sondern vor allem nach menschlichen und sozialen Prinzipien umsetzen wird.  

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Der Alltag hat mich wieder ?

Als ich noch berufstätig war – besonders in Zeiten, in denen es Ärger gab – malte ich mir aus, was ich nicht alles machen würde, wäre ich in Pension. Ich hatte im Handy eine Liste mit den Dingen, die ich unbedingt sehen oder machen wollte, wofür aber während des Arbeitslebens keine Zeit war. So wollte ich etwa alle Wiener Märkte besuchen oder mit allen U-Bahnen von einer Endstation zur anderen fahren und mir die neuen Wohngegenden da draußen ansehen. Ich wollte mindestens einmal pro Woche ins Kaffeehaus frühstücken gehen und dabei alle Zeitungen lesen. Die Liste enthielt mehrere Dutzend Wünsche. Damals war es der Traum von Freizeit und Freiheit. Und in den ersten Wochen meines Pensionslebens habe ich auch wirklich unendlich viel Neues ausprobiert, Seminare besucht und die Ausbildung zur Schüßler-Therapeutin absolviert.
Und dann schlich sich irgendwann der Alltagstrott mit seinen Verpflichtungen ein. Und irgendwie ist die Wunschliste in Vergessenheit geraten.

Kampf dem Alltagstrott
Aber jetzt, nach dem Urlaub, spüre ich, dass ich dem (lästigen) Alltag nicht mehr so viel Zeit geben möchte. Das Gefühl der absoluten Freiheit, das wir im Urlaub genießen durften, wirkt noch nach und gibt viel Kraft. Aber auch zu viel Energie kann gefährlich sein. Denn vor lauter Elan hätte ich vergangene Woche beinahe einen ganz interessanten Job angenommen, aber im letzten Moment doch noch abgesagt. 😯 Die Freiheit wäre dann dahin gewesen, und die Freizeit, die ich für meinen heißgeliebten Blog brauche, ebenfalls.

Ich bin also wirklich fest entschlossen, mehr freudvolle Abwechslung in meine Alltag zu bringen, mehr Zeit für mich haben und endlich meine Freiheits-Wunschliste abzuarbeiten. Dass ich es schaffe, bin ich überzeugt, weil ich heute schon damit begonnen habe – denn eigentlich sollten wir schon Äpfel und Quitten ernten und einmaischen. Aber der Bolg war mir wichtiger. 🙂

Bei der Gelegenheit möchte ich einmal meinen treuen Tagebuch-Leser/innen ganz herzliche Grüße schicken und für die netten und aufmunternden  Reaktionen danken, die mir sehr gut tun.

26.9.2019

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Polizei am Morgen – da mach ich mir Sorgen

So lange es noch über 10°C am Morgen hat, frühstücken mein Mann und ich am Balkon. So auch heute. Ich habe zwar Wollsocken und eine dicke Jacke dafür angezogen, aber Frühstück am Balkon ist einfach ein Genuss.
Wir können dabei gut auf den Zufahrtsweg zwischen den Kleingärten sehen. Manche Nachbarn hetzen in der Früh voller Stress vorbei, andere blicken herauf, und wir grüßen oder plaudern ein wenig. Ich muss noch sagen, dass wir nur nette Nachbarn haben, was in einer Schrebergartensiedlung, wo man so dicht bei einander wohnt, ganz besonders wichtg ist.
Heute früh aber sind plötzlich zwei Polizisten in schnellem Schritt vorbeigegangen, was bei mir sofort viele Fragen aufgeworfen hat. Dann kam noch ein dritter, und dann sogar ein vierter und schließlich auch noch ein fünfter Polizist. Sie mussten mit mehreren Einsatzwägen gekommen sein. Und sie waren ohne Blaulicht und Sirene gekommen um ja niemanden zu warnen. Das hat mir Angst gemacht. Mein Mann hat mich ausgelacht und gemeint, da hat einer einen Fehlalarm bei seiner Alarmanlage gehabt, ganz klar.
Dass das nicht stimmen konnte, lag auf der Hand, denn wir saßen ja schon länger auf dem Balkon und hatten keine Sirene gehört. Mein Mann zögerte kurz um dann doch bei seiner Einschätzung zu bleiben. Die Panik in mir breitete sich immer weiter aus. Mein Magen wollte plötzlich weder das köstliche Käsebrot noch Kaffee. Mir war nur noch flau.

Es war nichts zu hören oder zu sehen. Und dummerweise ging just zu dieser Zeit niemand vorbei, der mir vielleicht hätte sagen können, wohin die Polizisten gegangen waren. Zum Zaun gehen und nachsehen wollte ich klarerweise auch nicht – man hätte mich ja sonst womöglich für neugierig oder ängstlich gehalten. Also musste ich voller Spannung warten. Und wenn man so ungeduldig wartet, werden Minuten zu Stunden. Als gutes Zeichen wertete ich, dass weder Schreie noch Schüsse zu hören waren, was mein Mann wieder als lächerlich abtat. Warum müssen Männer nur so schrecklich phantasielos, nüchtern und vermutlich auch unrealistisch sein?

Und dann, nach einer gefühlten Ewigkeit, kamen alle fünf Polizisten, gut gelaunt, denn man hörte sie lachen, den Weg herauf. Sie blickten zu uns, winkten kurz und verschwanden schon hinter der Hecke unseres Nachbarn. Ich hörte gerade noch, wie einer rief: “Alles ok.”

Und das wars ???

Erleichtert aber völlig ahnungslos und frustiert darüber, beendeten wir unser Frühstück. Da stand auch schon unser Nachbar Christian (Name von der Redaktion geändert) vor dem Gartentor. Grinsend kam er herein mit den Worten:”Wisst ihr, was gerade passiert ist? Ich habe unabsichtlich einen stummen Alarm bei meiner Alarmanlage ausgelöst, habs gar nicht bemerkt, und plötzlich waren fünf Polizisten in meinem Wohnzimmer. Da war vielleicht was los.”

Na fein, dachte ich, die ganze Angst war umsonst, mein Mann hat wieder einmal Recht und freut sich wie ein Schneekönig – der Tag fängt ja gut an. 😯

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Die Hanse-Städte Rostock und Stralsund

Die Hanse ist die Bezeichnung für die Vereinigung niederdeutscher Kaufleute vom 12. bis zum 17. Jahrhundert – also so etwas wie bei uns heute in Österreich die Wirtschaftskammer.
Gemeinsam, man könnte auch sagen genossenschaftlich, wurde durch diesen Zusammenschluss der Seehandel sicherer und wirtschaftlich äußerst erfolgreich organisiert. Durch Freihandel gelangten viele Städte zu großem Reichtum, was man heute noch an bedeutenden Bauwerken erkennen kann.
Der Niedergang begann dann durch die Festigung der einzelnen Territorialstaaten und ihrer eigenen Interessen.
Irgendwie erinnert mich das an die Situation in der EU. Wird der Brexit vollzogen, wird dadurch die Solidargemeinschaft kleiner und die Nachteile für beide größer. Dass die Menschen einfach nicht begreifen, dass Solidarität und gemeinsames Wirken erfolgreicher ist als das Vorgehen einzelner unabhängiger Staaten. Mit gutem Grund sind Amerika und Russland am Brexit ganz besonders interessiert.
Es geht immer wieder darum, wie weit die einzelnen Mitglieder bereit sind eigene Standpunkte aufzugeben und für den Erfolg des großen Ganzen auch Kompromisse einzugehen.

Aber mein heutiges Thema ist die Schönheit der Hanse-Städte, von denen ich euch Stralsund und Rostock ein wenig vorstellen möchte. besichtigt.

Rostock

Wunderschön renovierte Häuser prägen das Bild der Universitätsstadt Rostock, die uns Touristen mit Buntheit und Lebendigkeit erfreut, über die es aber auch historisch viel zu erforschen gibt.

Die Stephan Jantzen ist ein ausgedienter Eisbrecher, der von einer Gruppe Schiffbegeisterter ehrenamtlich renoviert wird.

Alles war in der DDR scheinbar doch nicht schlecht, denn das  DDR-Softeis findet man immer wieder angeboten. 🙂

 

Stralsund

Das Rathaus von Stralsund mit seiner pompösen Schaufassade.

Das Mittelschiff der imposanten Marienkirche ist höher als der Wiener Stephansdom.

 

Das Heiliggeisthospital nahm Kranke und Hilfsbedürftige auf.
Es war die größte Wohltätigkeitseinrichtung der Stadt Stralsund. Heute kann man dort wohnen, sogar im Kirchgang.

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DDR –  ade

Heute vor 30 Jahren hat Ungarn endgültig die Grenzen für DDR-Bürger geöffnet und damit indirekt das Ende der DDR und die damit verbundene (Reise)Freiheit ihrer Bürger eingeleitet.
Über die westdeutschen Medien war dies schon Tage zuvor in Aussicht gestellt worden. Also machten sich tausende ausreisewillige Ostdeutsche auf den Weg nach Ungarn, wo sie auf die Verwirklichung dieses Versprechens warteten. Am Abend des 10. September 1989 war es soweit: Der Ungarische Staatspräsident verkündete vor den in Budapest wartenden DDR-Bürgern, dass sie gefahrlos nach Östereich ausreisen dürften.
An sich eine gewagte Aussage, denn damals waren noch sowjetische Soldaten in Ungarn stationiert, die jederzeit den Freiheitstendenzen ein Ende hätten setzen können – wie 1968 in der Tschechoslowakei.
Glücklicherweise war aber Michail Gorbatschow zu dieser Zeit der verantwortliche Generalsekretär der Sowjetunion, der ernsthaft an einer Demokratisierung und Erneuerung des sowjetischen Staatenbundes arbeitete. Eine Niederschlagung dieser demokratischen Etwicklung lehnte er daher ab.

Also marschierten tausende DDR-Bürger in Richtung österreichischer Grenze. Sie wussten nicht, was sie erwartete, sie wussten nur, dass es kein Zurück gab, sie wussten nicht, wohin sie wirklich gehen sollten, sie wussten nur, dass sie in die Freiheit wollten.

Für mich war diese Zeit, und auch heute die Erinnerung daran, besonders bewegend, weil auch zwei meiner Cousins darunter waren. Im Chaos der ersten Tage nach der Grenzöffnung gab es kein Lebenszeichen von ihnen. Das machte uns Angst, denn wie weit der lange Arm der Stasi reichen würde, wusste damals keiner. Am schlimmsten war es für die Eltern.
Heute, 30 Jahre danach, wissen wir, dass glücklicherweise alles gut ausgegangen ist.
Und nicht nur das, auch wir können jetzt in der ehemaligen Ostzone Urlaub machen, uns an der wunderschönen Landschaft und den gefühlvoll renovierten Dörfern und Städten erfreuen – ohne Visum, ohne Zwangsumtausch (damit die DDR zu Devisen kam, musste jeder ausländische Gast täglich 15,- Ostmark kaufen) und ohne Angst vor der damals allgegenwärtigen Stasi.

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Träume werden wahr

Hast du auch Wünsche, die dich seit deiner Kindheit begleiten?
Keine großen Träume, sie kosten auch gar nicht so viel, aber sie lassen sich trotzdem nicht so einfach erfüllen?

 

Mein Mann träumte – wie viele andere große Buben auch 🙂 – von klein auf davon einmal auf einer Dampflok mitfahren zu dürfen. Viele Möglichkeiten dazu gibt es ja nicht mehr, weil fast alle Strecken elektrifiziert wurden. Fast hatte er die Hoffnung schon aufgegeben – bis, ja bis wir Rügen und den Rasenden Roland entdeckt haben. Um diesen Traum wahr werden zu lassen, habe ich heimlich ein Email mit dieser Bitte an die Eisenbahnverwaltung geschickt und tatsächlich eine Zusage bekommen.
Total überrascht, glücklich lächelnd, fast andächtig, stand er am Führerstand und genoss die Fahrt aus dieser einzigartigen Perspektive. Er hatte einen erfahrenen Lokführer als Assistenten, der ihm das Geschehen und vieles über die Geschichte des Rasenden Roland erklärte. Es war ein Erlebnis der Sonderklasse.

 

Als eine, die in einem Binnenland lebt, habe ich ja selten die Gelegenheit große Segelschiffe zu bewundern. Hier an der Ostsee findet man sie ja an allen Ecken, in allen Größen und Varianten. Eines der schönsten unter ihnen ist wohl die „Gorch Fock“, das deutsche Segelschulschiff.
Jedesmal, wenn ich so ein Schiff bewundert habe, stellte ich mir vor, wie es wohl wäre einmal in die Wanten, also die Takelage zu klettern. Aber wie sollte das gehen?
Und entdeckten wir plötzlich vor einem Segelschiff ein Schild. „Open ship“ stand lapidar drauf. Neugierig blickend, aber doch etwas unsicher betraten wir das Schiff. Sofort wurden wir freundlich begrüßt und nach Fragen und Wünschen gefragt. Diese Gelegenheit nützte ich natürlich ohne Zögern. Wenige Minuten danach durfte ich – in Begleitung- in die Wanten klettern.
Es ist schon etwas gewöhnungsbedürftig in diesen wackeligen
Seilen auf einem schwankenden Schiff in luftige Höhen zu klettern. Aber da ich mich ja ohnehin anseilen musste, war es ein ungefährliches Abenteuer, aber trotzdem ein unbeschreibliches Erlebnis.
Und damit hat sich auch einer meiner Kindheitsträume erfüllt.  🙂

Regen auf Rügen

Es prasselt der Regen schon die ganze Nacht aufs Blechdach unseres Wohnwagens. Es ist aber ein angenehmes und beruhigendes  Geräusch, ein leichtes Klopfen und Klimpern, als würde der Regen versuchen auf unserem Dach Klavier zu spielen. Jeder Tropfen hat seinen eigenen Klang, und aus all diesen Tönen wird – wie in einem Orchester – ein gemeinsames Lied.
Der Regen hat aber auch Kälte gebracht. 15°C sind es jetzt und heiße 18°C sollen es noch werden. Es scheint, als wäre der Sommer wirklich vorbei – zumindest hier im hohen Norden.

So werden wir also heute nach dem Zwiebelprinzip gekleidet aufbrechen um die Geheimnisse und Schönheiten der Insel Rügen weiter zu erkunden.

 

STRANDKÖRBE prägen das Bild der
norddeutschen  Strandbäder

Der RASENDE ROLAND, der nicht schneller als 30 km/h fährt, aber bei Jung und Alt sehr beliebt ist

Der KÖNIGSSTUHL inmitten der Rügener Kreidefelsen

4 Uhr 25  –  Tagwache

Jahrelang stand ich mit dem Wecker auf Kriegsfuß. Ich kann sogar sagen, ich sah ihn als Feind an. Egal wann er mich geweckt hat, es war mir immer zu früh. Am Tag meines Pensionsantritts habe ich ihn daher – als symbolische Geste oder auch in einem Anfall von Rache – weggeworfen.
Aber manchmal, ganz selten nur und dann aus gutem Grund, stehe ich freiwillig sehr früh auf. Ich lasse mich dann halt von meinem Handy wecken – wenn das mein alter Wecker wüsste 🙂 .

Heute war so ein guter Grund, denn wir wollten den Sonnenaufgang über der Ostsee sehen. Das Naturerbe Zentrum Rügen hat den Baumwipfelweg eigens dafür heute schon um 5 Uhr geöffnet, und wir erlebten ein beeindruckendes Naturschauspiel. Über dem Meer lag eine dichte aber sehr schmale Nebeldecke, die den Sonnenaufgang ein wenig verzögerte, allerdings blinzelte die Sonne immer wieder durch den Dunst und zeigte in herrlichen Farben ihre Strahlkraft schon bevor sie ganz über dem Meer leuchtete.
Da wir aus Wien für besondere Anlässe zwei Stück eingefrorenen Streuselkuchen  (heute habe ich zufällig auch das Rezept veröffentlicht) mitgenommen haben, konnten wir ein besonderes Frühstück hoch oben über den Baumwipfeln genießen.

Erdbeeren und Bernstein

Viel Zeit fürs Tagebuch habe ich im Moment leider nicht, denn die Tage sind voll mit interessanten Erlebnissen und Eindrücken.
Wir sind viel unterwegs, aber kurz wollte ich doch mal wieder “Hallo” sagen. 

Rügen ist für seine köstlichen Erdbeeren berühmt. Zu meiner großen Freude werden aufgrund des Klimas immer noch welche geerntet, und ich kann sie täglich genießen.

Rügen ist aber auch wegen der vielen Bernsteinfunde berühmt. Regelmäßig gibt es Strandwanderungen, bei denen man lernt Bernstein erfolgreich zu suchen. Diese Funde kann man dann unter fachkundiger Anleitung zu Schmuckstücken verwandeln. Meine beiden Anhänger haben viele fossile Einschlüsse und sehen daher ganz anders aus, als die, die man zu kaufen bekommt. Aber ich finde sie schön.

Baumwipfelpfad – Naturerbe Zentrum Rügen

Es war ein wunderbarer Abend im Naturerbe Zentrum Rügen. Auf dem Baumwipfelpfad in 40 Metern Höhe (und das ist hier schon sehr hoch, denn die höchste Erhebung Rügens, der Piekberg, hat gigantische 161 m) erlebten wir, wie die untergehende Sonne die Landschaft und den Jasmunder Bodden (flaches Küstengewässer, das mit Inseln durchzogen ist) immer wieder in wechselnde Farbschattierungen tauchte. Tief beeindruckt und dankbar genossen wir dieses Schauspiel der Natur.


Sand im Getriebe

Nach einer langen aber wunderbaren Nacht bei den Störtebeker Festspielen erlebten wir am Morgen eine böse Überraschung: Unser Auto gab beim Wegfahren ein klapperndes Geräusch von sich, das uns ernste Sorgen bereitete. Nach telefonischen Nachfragen bei bekannten Mechanikern entschlossen wir uns zu einer Werkstätte zu fahren. Mit Bauchweh fuhren wir langsam und vorsichtig los. Nach einem Stopp bei einer roten Ampel krachte es beim linken Vorderrad so fürchterlich, dass wir dachten das Rad wäre nun abgebrochen.
Aber nein, es war Gott sei Dank nur ein Stein, der sich unter der Abdeckung der Bremsscheibe verfangen hatte und durch den Halt bei der Ampel unser Auto endlich wieder verlassen durfte.

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Insel Rügen

Der Norden Deutschlands hat jahrzehntelang bei unserer Urlaubsplanung nicht die geringste Rolle gespielt – bis unser Sohn auf Rügen Urlaub gemacht hat und total begeistert war. Daraufhin haben wir es auch probiert, mit demselben Effekt.
Viele Sehenswürdigkeiten, für die wir im letzten Jahr keine Zeit hatten, haben wir für heuer geplant.

Einiges muss man sich aber immer wieder anschauen, wie etwa die Störtebeker Festspiele. Klaus Störtebeker war ein berühmter Seeräuber, der im 14. Jahrhundert gelebt haben soll. Jedes Jahr wird auf der phänomenalen Freiluftbühne in Ralswieck eine Geschichte aus seinem Leben präsentiert – mit Kanonendonner, Feuer, Schiffen, gut einem Dutzend Pferden, unzähligen Schauspielern und einem großartigen Feuerwerk. Alles in allem ein fantastisches Spektakel, das wir auch heuer wieder genossen haben.

Gigantisch ist aber auch der Zuschauerraum, der fast 10.000 Menschen Platz bietet. Bei so vielen Menschen drängt sich sofort ein Gedanke auf: „Wie viele Stunden brauche ich da wohl zum Wegfahren?“ Die Sorge ist aber völlig unberechtigt, denn die Autos werden bereits 2 km vor dem Festgelände auf einen Parkplatz gelenkt, von dem aus man mit den Bummelzügen der umliegenden Seebäder direkt zum Festgelände gebracht wird. Und beim Heimfahren genau so. Wir mussten keine 10 Minuten warten. Ein Hoch der Organisation, da könnten sich andere Festspielorte ein Beispiel nehmen.

Erdbeeren in Gefahr

Ich habe im Februar bereits Erdbeeren und Basilikum angebaut. Beide haben zunächst sehr lange zum Keimen gebraucht. Jetzt wachsen sie zwar, aber nur durch tägliches Zureden meinerseits und natürlich optimale Pflege.
Wer schon einmal versucht hat Erdbeeren aus Samennüsschen zu ziehen, weiß, dass das ganz schwierig ist. Erst beim dritten Versuch ist es mir gelungen.
Warum tue ich mir das überhaupt an und nehme nicht einfach Ableger, fragst du? Es handelt sich um ganz besonders aromatische Erdbeeren, die man zwar als Beeren aber nicht als Pflanzen kaufen kann. Diese wertvollen Pflanzen überlasse ich niemandem zur Pflege sondern beschütze und nehme sie überall mit hin.
Echt überall. Sie waren zu Ostern mit uns in der Toskana, mit den Enkeln in Kärnten und dann im Waldviertel, im Ennstal sowieso und jetzt durften sie natürlich auch mit an die Ostsee.
Das Reisen hat ihnen bisher nicht geschadet – bis heute. Denn heute wäre es beinahe zur Katastrophe gekommen. Die Pflanzen standen wie üblich vor unserem Wohnwagen. Als wir vom Abendessen anch Hause kamen, sahen wir zwei niedliche Häschen, die ihre Vorderpfoten schon an meinen Töpfen hatten. Im letzten Moment konnte ich sie vertreiben.
Das war echt Rettung in letzter Minute.

Seither sind sie im Auto eingesperrt, die armen Erdbeeren, aber es ist schließlich zu ihrer eigenen Sicherheit.

Am Nord-Ostseekanal

Nach 1110 km Fahrt (bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von nur 62 km/h 🙁 – obwohl wir nur Autobahnen benutzten), Frust durch unzählige Staus, Müdigkeit ohne was geleistet zu haben, schlechte Laune, weil keine Zeit fürs Mittagessen war, haben wir endlich die Ostsee bei Kiel erreicht.

Wir haben den Wohnwagen ruckzuck abgestellt und sind sofort zu unserem Lieblingsplatz am Nord-Ostseekanal gefahren. Bei einem guten Abendessen und einem herrlichen Blick auf die Schiffe waren wir sofort entspannt.


Der Nord-Ostseekanal

Der NOK verbindet mit einer Länge von 98 km die Nordsee mit der Ostsee und gehört zu den meistbefahrenen künstlichen Wasserstraßen für Seeschiffe.

Im letzten Jahr passierten ihn über 30.000 Schiffe, die sich dadurch – je nach Abfahrts- und Zielhafen – rund 450 Kilometer ersparen.
Der Kanal hat auf seiner gesamten Länge denselben Wasserstand und wird an beiden Enden mit Schleusen gegen wechselnde Wasserstände (durch die Gezeiten) abgeschlossen.
Die Wassertiefe beträgt 11 Meter und die Höhe der Brücken über dem Wasserstand 42 Meter.
Schiffe bis zu 235 Meter Länge und 32 Meter Breite dürfen ihn befahren.

Wenn Oma Urlaub macht, dann beginnt er sicher mit Hindernissen

Was gibt es Besseres als in ein knuspriges Bratl zu beißen? Ungut ist es nur, wenn dabei der halbe Zahn wegbricht – und das noch dazu am Vorabend des Urlaubs. Ein Stück Zahn stand so spitz weg, dass ich mir daran die Zunge wund scheuerte.Also bin ich gleich um acht Uhr früh zum Zahnarzt gegangen, um mir diese harte Spitze wegschleifen zu lassen. Aber damit war leider nix, denn er stellte nüchtern fest, dass ich sofort eine Wurzelbehandlung brauchen würde. 🙁
Naja, man gönnt sich ja sonst nichts, also habe ich zugestimmt.
Somit sind wir schon um drei Stunden später weggefahren als gelpant. 610 km hatten wir uns vorgenommen zu fahren.

Den ersten Stau bescherte uns schon die Ennstalbundesstraße – Asphaltierungsarbeiten machten eine vorrübergehende Sperre notwendig.
Der zweite Stau fand – erwartungsgemäß – am Walserberg statt. Ob die lästigen Grenzkonntrollenn wirklich was bringen, bezweifle ich ja stark.
Die weiteren Staus auf deutschen Autobahnen hatten wie üblich keine wirklichen Gründe aber erkennbare Ursachen – nämlich willkürliche Tempolimits. Zum Beispiel durfte man am Irschenberg grundlos nur 60 km/h fahren und oftmals 80 km/h, obwohl es weit und breit keine Baustellen oder Fahrbahnschäden gab.

 

 

Dazu kommt, dass in unserem Nachbarland die meisten Überholverbote für LKW auch für Wohnwagengespanne gelten. Wir hassen dieses Verkehrszeichen. Wenn man eine halbe Stunde mit 60 oder 70 km/h einem LKW nachzuckeln muss, obwohl man 100 fahren dürfte, wird man fast wahnsinnig und der Adrenalinspiegel steigt ins Unermessliche.

Kurz gesagt, für lächerliche 400 Kilometer haben wir über sieben Stunden gebraucht, dadurch unser Etappenziel nicht erreicht und kurz entschlossen die Nacht in Nürnberg verbracht. Nach einem guten Abendessen sind wir schon vor halb elf Uhr eingeschlafen. Bevor wir allerdings in die erste Tiefschlafphase kamen, wurden wir durch einen explosionsartigen Knall geweckt, dem noch ein zweiter folgte. Unsere Herzen klopften vor Schreck um die Wette, während wir versuchten eine Erklärung zu finden. Als nach zwei Minuten ein wunderbares und mächtiges Feuerwerk begann, war alles klar.

An Schlafen war allerdings danach nicht zu denken. 🙂

Ferienende ist Urlaubsbeginn  🙂

Die Ferien mit den Enkelkindern waren abwechslungsreich, manchmal aufregend, auch immer wieder spannend, manchmal auch anstrengend – aber nun sind sie für uns vorbei und unser eigener Urlaub beginnt. Wir freuen uns drauf uns sind neugierig, was wir erleben werden.
Eines darf ich schon verraten, wir fahren mit dem Wohnwagen an die Ostsee, wo wir bereits im vergangenen Jahr wunderbare Wochen erleben konnten.
Morgen gehts los. 🙂

Mit Salzgurken den Tag gerettet

Es gibt Tage, die gehen vorbei, ohne dass sich etwas Besonderes tut. So auch gestern.
Die Enkelkinder waren bei uns. Aber sie waren schwer beschäftigt und daher total friedlich. Sie haben nämlich Feuerwanzen gefangen und ihnen aus einer Schachtel ein Terrarium gebaut. Es ist gar nicht leicht mit so einfachen Mitteln zu verhindern, dass die Feuerwanzen wieder abhauen – aber damit waren glücklicherweise nur die Enkel  beschäftigt. 🙂
Also habe ich Gurken geerntet und Zucchini eingefroren. Mein Mann hat den Apfelbaum abgeerntet, und ich habe daraus Apfelmus gemacht und eingerext.
Dann hat er Himbeeren geerntet und eingefroren, den Rasen gemäht und staubgesaugt.
Irgendwie war es zwar ein produktiver aber doch langweiliger Tag.


Um den Tag doch noch mit einem Höhepunkt zu krönen, habe ich mich zu einer Mutprobe entschlossen. Die Salzgurken, die ich vor dem Urlaub versuchsweise eingelegt habe, sollten eigentlich fertig sein. Bisher habe ich es aber noch nicht gewagt sie zu kosten. Also habe ich mich gestern kurzfristig dazu entschlossen.
Das Gurkenwasser war leicht trüb, aber ohne Schlieren, Schimmel war auch nirgends zu sehen und gerochen haben die Gurken auch angenehm. Also habe ich couragiert in eine Gurke gebissen.

Und was soll ich sagen – sie schmecken tatsächlich gut. So gut wie früher die Retzer Salzgurken, die ich immer im Prater gegessen habe.
Ich freue mich riesig, denn nun habe ich also ein Rezept, das funktioniert und das ich weitergeben kann. 🙂 🙂 🙂
Und so hat dieser unauffällige Tag doch noch mit einer Freude geendet.

Wer nicht wirbt, stirbt

In jungen Jahren haben mein Mann und ich den Hochschullehrgang für Werbung und Verkauf besucht. Damals hatte ich eigentlich gar nicht so viel Interesse an Werbung, aber die Aussicht, zwei lange Jahre jeweils drei bis vier Abende pro Woche ohne meinen Mann zu sein, hat zur Entscheidung geführt mit ihm gemeinsam nochmals zur Uni zu gehen. Dass ich dabei enorm viel für mein gesamtes Berufsleben lernen würde, besonders für die Zeit in der Politik, war mir damals nicht bewusst.
Ein Professor hat besonders gerne mit plakativen Sprüchen gearbeitet. „Wer nicht wirbt, stirbt“ oder „Wer aufhört zu werben um Geld zu sparen, könnte genauso die Uhr anhalten um Zeit zu sparen.“ waren seine Lieblingsslogans – und recht hatte er.
Auch ich muss wieder werben, damit mein Blog bekannter wird. Um den Blog groß zu bewerben, fehlt mir das Geld. 🙁 Also muss ich auf einfache Mittel zurückgreifen. So trage ich beispielsweise T-Shirts mit dem Logo und der Blogadresse.
Aber auch unser Auto gehört dazu, das ab sofort als Werbeträger für den Oma-Blog fungiert. Mein Mann hat zwar bisher immer verhindert, dass irgendwelche Pickerln auf unser Auto kommen. Aber das wunderschöne Logo, das meine kreative Nichte Kathi entwickelt hat, ziert nun doch unser Auto – und ich freue mich riesig darüber.
Neugierig bin ich natürlich, ob dadurch die Zugriffe auf meinen Blog mehr werden.
Und wenn du mir eine besondere Freude machen möchtest, dann überzeuge bitte andere davon auch in den Blog zu schauen. 🙂

UnterWasserReich

Das letzte Ziel im Rahmen unseres Campingurlaubs mit den Enkelkindern war das UnterWasserReich in Schrems, wo wir den Fischotter Gottfried und seine Partnerin Luca kennenlernen durften.
Wir haben viel  über diese interessanten Tiere gelernt. Etwa, dass sie pro Quadratzentimeter mindesten 50.000 Haare haben, die sie vor Nässe und Kälte schützen. Mehr Infos über diese interessanten Tiere gibt es hier oder auch auf Wikipedia.

Während sich Luca eher scheu und zurückhaltend zeigte – so wie wir Frauen halt nun einmal sind – präsentierte sich Gottfried dem Publikum selbstbewusst, in voller Größe außerhalb des Wassers. Er zeigte uns aber auch, wie toll er ins Wasser springen kann um sofort danach wieder aufzutauchen. Er drehte sich wie ein Wirbelwind und führte uns vor, was für ein guter Rückenschwimmer er doch ist.
Unvermutet tauchte er unter um plötzlich ganz wo anders  wieder aufzutauchen – kurzum, er forderte unsere ganze Aufmerksamkeit.

Ein großes Dankeschön an meine Nichte Kathi Kutschera, die diese wunderbaren Bilder gemacht und mir überlassen hat. ❤️

Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung

Im Waldviertel sind die Tage im August schon kühl. Also habe ich den Tisch fürs Frühstück erstmals in diesem Sommer nicht im Vorzelt sondern im Wohnwagen hergerichtet. Meinem Mann, der gerade die Betten machte, war das nicht recht, aber damit die Enkel nicht frieren müssen, hat er sich knurrend drein gefügt.
Teller, Häferln und Besteck waren schon am Tisch, als sich die Kinder setzten. Weil man am Morgen oft sehr durstig ist, schenkte ich zuerst Kakao, Vanillemilch, Tee und Kaffee ein – jeder hat bei uns halt eine andere Vorliebe 😮 .
Während ich die Brote herrichtete, testeten die lieben Kleinen, ob die Teller auch als Frisbee funktionieren. Und wirklich, welche Freude, sie flogen tatsächlich flach durch den engen Wohnwagen, knapp an mir vorbei und direkt zu meinem Mann in den Schlafbereich. Da die Teller aus Kunststoff sind, ist auch nicht wirklich was passiert. Die Begeisterung meines Mannes hielt sich wenig überraschend doch in Grenzen.
Die Kinder aber jubelten vor Entzücken über ihren unerwarteten Erfolg und klatschten heftig auf den Frühstückstisch. Das war aber den noch vollen Häferln – zwei davon auch aus Plastik – nicht wirklich recht, denn die beiden hüpften von Klatscher zu Klatscher höher um dann schließlich umzukippen.
Ich stand wie gelähmt daneben und sah gerade noch wie der dunkelbraune Kakao mit der hellgelben Vanillemilch um die Wette Richtung Tischkante lief. Zwischendurch vereinigten sie sich immer wieder, sahen kurzzeitig marmoriert aus um dann als hellbraune Mischung, die auch nicht besonders schön war, den Tisch Richtung Polster und Teppich zu verlassen.
Für einen Augenblick war es mucksmäuschenstill im Wohnwagen.
Mein Mann war so geschockt, dass er sogar vergaß zu sagen, dass er genau das vorausgesehen hätte, als er im Vorzelt frühstücken wollte.
Wir legten alles trocken, putzten die Sitzecke und das ganze Drumherum, schimpften zwischendurch immer wieder und frühstückten dann, mit Weste bekleidet aber doch alle wieder entspannt, im Vorzelt. Und von da an jeden Tag, denn wenn im Vorzelt etwas den Tisch verlässt, kümmert uns das wenig.

Im Straußenland

Ein Ausflug ins Land der Strauße war nicht nur für unsere Enkelkinder ein Erlebnis. Auch wir “Alten” waren begeistert.

Das Straußenland in Schönberg am Kamp ist unbedingt einen Ausflug wert – für jung und alt gleichermaßen.

Begrüßt wurden wir von Dutzenden Straußenbabys, die – gerade mal 10 Tag alt – schon so groß wie ausgewachsene Hühner sind.

Nach einem mitreißenden Vortrag vom Senior-Chef, dessen Begeisterung für diese merkwürdigen Vögel in jedem Wort zu spüren ist, erfuhren wir in einem kleinen Film, dass die größten Vögel der Welt bis zu drei Meter groß werden können, überwiegend Pflanzenfresser sind und nur mit wenigen Insekten oder Heuschrecken ihren Speiseplan erweitern. Sie fressen aber auch Steine und viele andere Dinge, wie Holz, Knochen oder was sonst an Unverdaulichem noch zu finden ist.

Die Höchstgeschwindigkeit, die sie erreichen können liegt bei beeindruckenden 70 km/h. Über eine längere Zeit können sie immerhin noch 50 km/h durchhalten – und das bei einem Gewicht von 90 – 160 kg.

Und dann gings hinaus ins Freigelände, wo wir hautnah an die überhaupt nicht scheuen Strauße herankamen.

Da Straußenfleisch fett- und kalorienarm ist, haben wir uns natürlich auch einige Leckerbissen mit nach Hause genommen.

 

Am 13. August ist internationaler Linkshänder-Tag

Man schätzt, dass etwa 15% der Menschen Linkshänder sind. Viele Bücher und Studien wurden über Linkshändigkeit veröffentlicht. Von besonderer Kreativität bis hin zu besonderen Erfolgen wurde Linkshändern alles schon zugeschrieben. Wirklich belegen konnte man aber wenige dieser Theorien. Auch über eine Ursache oder einen Auslöser der Linkshändigkeit wird noch gerätselt.

Eines steht aber fest, wir Linkshänder haben es im Alltag schwerer, denn die meisten Werkzeuge und Geräte sind eindeutig auf Rechtshändigkeit ausgerichtet. Wer schon einmal längere Zeit mit der linken Hand mit einer Schere für Rechtshänder gearbeitet hat weiß, dass das ganz schön weh tut.

In einem sind sich die Experten aber einig, man sollte Kinder keinesfalls zwingen rechts zu schreiben oder zu arbeiten, was in manchen Kulturen leider noch immer der Fall ist.

Zum Schluss noch einige berühmte LinkshänderInnen:

Albert Einstein, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Napoleon Bonaparte, Julius Caesar, Mahatma Gandhi, Bill Clinton, Bill Gates, Michelangelo, Paul Klee, Whoopi Goldberg, Ronald Reagen, Diane Keaton, Nicole Kidman, Peter Ustinov, Albrecht Dürer, Bruce Willis, Leonardo da Vinci, Bob Dylan, Paul Simon und Renate Kaufmann.

Moderne Nomaden

Nach mehreren Tagen im Waldviertel hat am Donnerstag Abend unsere Tochter unseren Wohnwagen samt Enkelkindern übernommen, und wir sind nach Wien gefahren.
Nachdem ein Wochenende mit viel Arbeit vor uns lag, haben wir uns sicherheitshalber bereits auf dem Heimweg mit einem köstlichen Abendessen am Wiener Rathausplatz gestärkt. Obwohl wir im Trubel tausender fröhlicher Menschen saßen, war es gemütlich.
Nach einer Tropennacht (wenn es nachts nicht unter 20 Grad abkühlt, spricht man von einer Tropennacht) haben wir im Schrebergarten Rasen gemäht, Himbeeren und Gemüse geerntet und eingefroren. Am Nachmittag sind wir schon wieder losgefahren und zwar Richtung Steiermark. Zur Stärkung haben wir an einem Fischteich gehalten und köstlich gespeist.
Nach einer angenehm kühlen Nacht im Ennstal (es hatte nur 17 Grad, da kann man herrlich schlafen) waren wir noch einmal am Berg und haben Zirbenzapfen gesucht. Diesmal hatten wir endlich Glück, und zwar ganz besonderes Glück: Wir kamen zu einem frisch vom Sturm umgeworfenen Baum. Die Äste lagen am Boden und die Zapfen vor uns wie am Präsentierteller. Das war eine unbeschreibliche Freude, wir brauchten nur pflücken.  🙂 🙂 🙂 
Voller Freude und Elan sind wir wieder ins Tal gefahren und haben im Garten Äpfel geerntet und fürs Schnapsbrennen eingemaischt, Kräuter getrocknet, Fisolen tiefgekühlt und wieder eine herrlich, kühle Nacht verbracht.
Als am Sonntag dann endlich der letzte Zirbenzapfen geschnitten und im Schnaps eingelegt war, haben wir uns wieder ins Auto gesetzt und sind ins Waldviertel gefahren.
Mittlerweile ist es auch hier kühler geworden und die Nacht war – fast – angenehm. Fast deshalb, weil es heute Nacht eine ziemliche Rauferei gab. Unsere Enkelkinder wollten heute Nacht unbedingt Geschlechtertrennung, also ein Buben- und ein Mädchenabteil im Wohnwagen. Und meine kleine Bettnachbarin hat mir immer wieder meine Decke weggenommen, weil sie auf ihrer drauf lag und fror. Na das ergibt natürlich eine Rauferei.
Noch schlafen die anderen, aber nicht mehr lange, denn mein Magen knurrt schon so laut, dass hoffentlich bald alle aufwachen werden, denn ich freue mich schon riesig aufs Frühstück – und ein paar schöne Urlaubstage im Waldviertel.

Scheiß di ned au!

„Scheiß di ned au“ lautet einer der Firmengrundsätze des Waldviertler Unternehmers Heini Staudinger – ein Querdenker, Vorreiter, für die Behörden ein unbequemer Zeitgeist, ein Mann mit Sozialem Gewissen.

Dass ich diesen Mann bei der Besichtigung seiner Schuhwerkstätte treffen und auch ein wenig plaudern konnte, war mir eine besondere Freude.

Über alle Grenzen wurde er bekannt, weil er sich als Privatmann von Freunden mehrere Millionen Euro zur Rettung seiner Schuhwerkstätte ausgeborgt hat und sich damit wegen „illegaler Bankgeschäfte“ strafbar gemacht hat. Damit geriet er ins Visier der Finanzmarktaufsicht und wurde 2014, nachdem er alle Instanzen durchlaufen hatte, zu einer Geldstrafe verurteilt.
Sein Schuh-Unternehmen hat einen enormen Aufschwung genommen und mittlerweile über 40 Filialen in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Der „Schuhrebell“ geht seinen Weg unbeirrt weiter und hat damit im wirtschaftlich schwachen Schrems 150 neue Arbeitsplätze, davon mehr als 15 für Lehrlinge, geschaffen.
Dass es mittlerweile aber auch in Österreich die Möglichkeit des „Crowd Fundings“ gibt, ist auch Heini Staudinger zu verdanken.

Alles Käse, oder?

Während das Waldviertel früher durch die Grenznähe als Tourismusregion weniger bekannt war, ist das seit dem Fall des eisernen Vorhanges ganz anders. Mit viel Fleiß und Kreativität haben die Menschen hier attraktive Anziehungspunkte für Gäste geschaffen. Wie zum Beispiel die Schaukäserei der Käsemacher. Unter dem Motto „Mensch und Tier im Einklang mit der Natur und der Region“ werden hervorragende Köstlichkeiten aus Kuh-, Schaf- und Ziegenmilch hergestellt.

Die beeindruckende Erfolgsgeschichte des Unternehmens, das mittlerweile in die ganze Welt exportiert, hat mit dem einfachen Schafsgupferl begonnen. Als 13-jähriger verlor der Firmengründer seinen Vater und musste mit der Mutter den Bauernhof führen. Damals schon träumte er davon den besten Käse zu machen. Mit unglaublichem Eifer verfolgte und erreichte er dieses Ziel.

In der Schaukäserei zeigte man uns, wie  aus der Milch der Käse entsteht. Wir durften auch jede Menge der Köstlichkeiten probieren. Es war für die Kinder, aber auch für uns ein beeindruckender und genussvoller Rundgang.

Und ich denke seither ernstlich darüber nach, ob ich nicht auch einmal versuchen sollte Käse zu machen. 🙂

 

<—Aus Milch und Lab wurde vor unseren Augen Käsebruch.

Die größte freigelegte Amethystader der Welt!

Seit gestern sind wir mit zwei unserer vier Enkelkinder und unserem Wohnwagen im Waldviertel. Da das Waldviertel weit mehr zu bieten hat, als manche meinen, haben wir auch sofort eine Sehenswürdigkeit besucht: Die Maissauer Amethyst-Welt. Die Kinder wussten, dass man nach einer Besichtigung der Mine im Freigelände nach Amethysten schürfen kann. Schon auf der Fahrt haben sie sich ausgemalt, was sie mit den vielen Edelsteinen, die sie finden würden, tun wollten. Während Lena daran dachte ihrer Mama eine Kette zu machen, überlegte
Lukas, ob man nicht zumindest die großen Steine zu Geld machen könnte.
Während der einstündigen Führung waren beide furchtbar aufgeregt ob der zu erwartenden Menge an Edelsteinen. Dass ich sie zu einem Mittagessen überreden wollte, war ihnen gar nicht recht. Sie hatten nur eines im Sinn: Edelsteine schürfen.
Und dann war es endlich so weit. Jeder von uns erhielt einen Kübel, eine Schaufel und einen Schürfhammer. Das Gelände ist recht steil und das Erdreich durch den Regen der letzten Tage sehr schwer. Aber jeder von uns gab sein Möglichstes. Eine ganze Stunde durften wir graben. Jeden Stein, den wir fanden, wuschen die Kinder schnell ab um zu sehen, ob es ein Amethyst oder doch wieder nur ein stinknormaler Granit war. 
Die Arbeitsmoral der Kinder sank mit der Erfolglosigkeit unseres Tuns.
Auch mein Mann war frustriert. Als wir zwei Jahre zuvor mit unseren anderen Enkeln schürfen waren, haben wir recht rasch relativ viel gefunden – aber heuer….

 

Um es kurz zu machen, das ist die magere Ausbeute zweier Erwachsener und zweier Kinder, die eine ganze Stunde bei brütender Hitze im Schweiße ihres Angesichtes geschürft haben.  🙁  🙁  🙁

 

Der Familienrat wird nun wohl zusammenkommen müssen um die bestmögliche Veranlagung dieses Vermögens zu beschließen. 🙂 🙂 🙂

Heute ist der
“Alles-außer-Gurken-Tag”


<— Ein kleines Gurkenbeet 🙂

 

 

Ich liebe es möglichst viel im Garten anzubauen – mein Mann meint zwar ich übertreibe – aber jede/r HobbygärtnerIn wird mich verstehen.
Im Frühjahr haben wir unsere eigenen Radieschen. Die gibt es pur zum Knabbern, aufs Butterbrot, als Salat, zum Dippen und auch Suppe habe ich damit schon gemacht.

In der Mitte der Radieschensaison beginnt schon die Salatsaison. Heuer hatten wir jeden Tag unseren eigenen Bio-Salat als Beilage. Zur Not kann man ihn auch warm als Beilage zubereiten, aber das mag mein Mann nicht

Dann hatten wir noch die Kohlrabiphase, aber da habe ich viel eingefroren und die Frühkrautphase haben wir auch gut überstanden, weil Krautrouladen, Krautsalat und Krautfleckerln mag mein Mann sehr gerne. 

Seit Ende Juni sind wir in der Gurkensaison. Viele habe ich schon ich zu Salzgurken verarbeitet, einige zu Senfgurken eingelegt, aber trotzdem produziert das kleine Gurkenbeet täglich mehrere stattliche Stücke. Also essen wir schon zum Frühstück (außer beim Müsli und Kuchen 🙂 ) Gurken, zu Mittag Gurkensalat und wenn wir längere Zeit unterwegs sind, nehmen wir noch welche zum Knabbern mit. Auch Nachbarn werden zwangsbeglückt.

Und heute morgen beim Frühstück sagte mein Mann doch glatt: ” Heute ist mein “Alles – außer-Gurken-Tag.”   😯
Naja, muss ich ihm seine heutige Gurkenration halt für morgen im Kühlschrank frischhalten. 😛 😮 😀

Peinlich, peinlich

Gestern haben wir unseren Wohnwagen von der Reparatur geholt und gleich – weil wir in Wien keinen Stellplatz für den Wohnwagen besitzen – ins Waldviertel gebracht, wo wir ein paar Tage Urlaub mit unseren Enkelkindern machen werden.
Unsere Nachbarn sind seit vorgestern zufällig auch im Waldviertel auf Urlaub.
Ursprünglich hatten wir ja überhaupt nicht vor sie dort zu treffen, denn wir sehen uns in Wien ohnehin täglich. Nun haben wir uns aber doch dazu entschlossen: Die beiden haben nämlich ihren Koffer mit der Wäsche zu Hause stehen lassen 🙂 und den werden wir Ihnen bringen.

Eine Peinlichkeit besonderer Art erlebten wir, als wir unsere Wohnwagenreparatur mit der Bankomatkarte bezahlen wollten. Das Lesegerät lehnte meine Karte ab. Muss ein Fehler sein, dachten wir. Probieren wir es halt nochmal. Leider das gleiche wieder. 🙁 Also versuchte es mein Mann mit seiner Karte – auch abgelehnt. Peinlich, peinlich, denn das sieht doch so aus, als wäre das Konto nicht gedeckt.
Nach einem langen und mühsamen Telefonat mit unserer Bank und vielen weiteren Fehlversuchen klappte es dann endlich doch. Aber peinlich war es schon.

Nicht peinlich, aber dafür sehr ärgerlich ist das Bild, das ich vom Heimweg geschickt bekommen werde, denn ich habe einmal, nur ein einziges Mal das Tempo nicht schnell genug reduziert. Ist aber auch wirklich gemein, dass das Radar gleich nach der allerersten Anzeige des Tempolimits steht. Mal sehen, wie teuer es wird. 🙁

Hunger macht grantig

Gestern sind wir mit unserem Wohnwagen Richtung Wien gefahren um die von uns brutal entfernte Stütze reparieren zu lassen.
Wie üblich sind wir pünktlich – um 2 Stunden zu spät – aus dem Ennstal weggekommen. Ich sehe doch leider immer erst im letzten Moment Dinge, die dringend erledigt werden müssen. Aber wir schafften es rechtzeitig, denn die Firma Star Caravan hat lange geöffnet.
Da man einen Wohnwagen in Wien nicht so einfach stehen lassen kann, hatten wir geplant ihn für die Reparatur bei der Werkstätte bis Donnerstag zu lassen um dann die nächste Reise zu beginnen.
Während der Mechaniker den Schaden begutachtete, sahen wir uns einen neuen Wohnwagen an. Und als wir zurückkamen, lag der Mechaniker unter unserem Camper und war mit der Montage des Stehers fast fertig.

Jetzt standen wir vor einem neuen Problem: Was machen wir mit dem Wohnwagen bis Donnerstag?

Auf unsere Bitte hin war der Eigentümer der Firma bereit unseren Wohnwagen auf seinem Gelände stehen zu lassen. Die Kosten dafür – etwas über 2000 €. 🙁
Das glaubst du nicht? Doch, aber dafür bekommen wir auch noch die heiß ersehnte Klimaanlage. 🙂

Ich bin noch heute ganz begeistert von der Freundlichkeit und Schnelligkeit aller Mitarbeiter. Die Firma Star Caravan in Gerasdorf können wir nur empfehlen.

Weil aber alles viel länger gedauert hat als geplant, kam ich ziemlich in Stress, denn am Abend wollte ich mich mit einer Freundin am Rathausplatz treffen. Also nahm ich mir ein Taxi und kam sogar ein paar Minuten früher an. Als ich ihre Nummer wählte, hoffte ich, dass sie das Läuten bei dem Trubel am Rathausplatz überhaupt hören würde. Aber es war mucksmäuschenstill als sie sich meldete. Auf die Frage:“ Bei welchem Stand finde ich dich denn?“ antwortete sie zögerlich: „Naja…also… eigentlich bin ich noch zu Hause….“ 🙁
Kennst du die Werbung  „Wenn du Hunger hast, bist du nicht du….“ ? Genau so fühlte ich mich in diesem Moment, denn ich hatte seit dem Frühstück nichts gegessen. Mein Serontonispiegel und damit meine Laune waren im Keller. Also ging ich schnurstracks zum nächsten Standel und holte mir was zu essen. Ich hatte nicht eine Sekunde schlechtes Gewissen, weil meine Freundin nachher alleine essen würde. Ich spürte nur, wie der Serotoninspiegel langsam anstieg und Entspannung und gute Laune zurückkehrten – und dann wurde es ein langer und netter Abend.

Eine gute Fee hat meine Fenster geputzt

Meine liebe Nachbarin Karin T. stand gestern Nachmittag vor der Türe und stellte mir völlig unvermittelt die Frage, ob meine Fenster schmutzig wären. Ich war  fassungslos. Noch nie hat mich das jemand gefragt.
Schuldbewusst zuckte ich zusammen und ein Gedanke schoss durch meinen Kopf: „Sind die Fenster tatsächlich so schmutzig, dass man es schon von der anderen Strassenseite aus erkennt?“ Während sich meine Lippen zu einem „Ja, leider“ formten, war Karin schon wieder mit den Worten: „Ich zeige dir was, du musst mir nur den Wasserschlauch herrichten“ in ihrem Haus verschwunden.

Ich holte völlig perplex den Gartenschlauch, da war sie auch schon wieder da. Mit einem Gerät in der Hand, an dem ein Schlauch hing, und an dem Schlauch war eine Teleskopstange befestigt, an deren Ende eine Bürste zu sehen war.
„Das ist ein tolles Fensterputzgerät, das funktioniert ohne Chemie und Putzmittel und die Fenster werden echt sauber. Und das zeig ich dir jetzt.“ Sie begann sogleich mit der Bürste meine Fenster zu putzen. Es war eine Freude zu sehen, wie sauber die Fenster wurden. Sogar das Fenster im Stiegenaufgang, das man sonst nur mit einer großen Leiter putzen kann, hat sie mit der Teleskopstange sauber bekommen.

Die Situation war schon schräg: Karin, eine erfolgreiche Geschäftsfrau, die selbst mehr als genug zu tun hat, putzte meine Fenster. Es war mir zwar einerseits peinlich, aber andererseits war Karin voller Begeisterung über ihre Neuerwerbung und ich genoss es zu sehen, wie sauber meine Fenster wurden.

Ein herzliches Dankeschön der guten Fee.

Wieder zu zweit

Mein Mann und ich sind schon ein bisschen seltsam geworden. Nach sechs abwechslungsreichen Tagen mit den Enkeln in Kärnten, sind wir wieder alleine.  So sehr wir uns während des Urlaubs mit den Kleinen auf ein paar Tage in Ruhe freuen, so traurig sind wir, wenn sie dann weg sind. Und so auch gestern.

Also sind wir gleich in der Früh auf den Stoderzinken gefahren um Zirben zu suchen. Da im Moment die Ennstal Classic und gerade gestern die Bergwertung stattfand, wurde um 7 Uhr früh die Bergstraße gesperrt. Also mussten wir schon um 6 Uhr losfahren und bedauerlicherweise noch viel früher aufstehen, was ich seit meiner Pensionierung als Zumutung empfinde. Jahrzehnte musste ich viel zu früh aufstehen. Jetzt will ich einfach munter werden, wenn ich ausgeschlafen bin und keinesfalls den Wecker hören.

Entlang der Strecke warteten schon viele Oldtimerfans und Fotografen auf die Boliden und ihre prominenten Fahrer. Heuer sind beispielsweise wieder Peter Kraus, Dieter Quester oder Wolfgang Porsche dabei. Am Parkplatz standen zu unserer Verwunderung schon einige Autos. Wie wir schnell erkannten, waren das die Hardcore-Fans, die in ihren Autos übernachtet hatten um ja als erste das ganze Spektakel zu erleben. Bewundernswert, aber für mich wäre es nichts. Ein Mann, etwa in meinem Alter, mit rabenschwarz gefärbtem Haar (man sah nämlich überall den weißen Haaransatz durchblitzen) hat sich das vermutlich auch gedacht. Als er nach dem Aussteigen aus seinem zwar großen, aber offenbar trotzdem sehr unbequemen, Auto seinen Körper wieder gerade richtete, stöhnte und jammerte er mit schmerzverzerrtem Gesicht. Als sich dann aber seine wesentlich jüngere Begleiterin locker, elegant und völlig schmerzfrei aus dem Wagen erhob, war es mit seinen Schmerzen auch schon wieder vorbei.

Wir aber hatten nur Interesse an Zirben und gingen gleich los. Jetzt sind die Zapfen gerade ideal um aus ihnen den beliebten Zirbenschnaps zu machen.

Aber gestern war kein guter Tag dafür.
Nach über fünf Stunden anstrengendem Bergauf- und Bergablaufens hatte jeder von uns gerade einmal ein gutes Dutzend Zapfen. Normalerweise hätten wir in dieser Zeit mehrere Säcke voll gesammelt. Dass wir frustriert waren, ist verständlich. Ein Picknick am Berg stärkte uns zwar körperlich, aber die Enttäuschung blieb. Mein Mann, der sonst nie aufgibt, sprach plötzlich von einem aufziehenden Gewitter, das ich allerdings nirgends sehen konnte.

Der violette Zirbenzapfen in der Mitte, rechts unten  zum Vergleich ein Tannenzapfen.

Also machten wir uns auf den Rückweg, der einen Anstieg von etwa 150 Metern und damit eine halbe Stunde bedeutete. Nach einigen Minuten donnerte es leicht. Kurz danach wieder, und ich beschleunigte meinen Schritt. Als das Donnern lauter und meine Angst größer wurde, wurde ich noch schneller. Mein Schnaufen und Keuchen wurde immer ärger, die Angst vor dem Gewitter aber auch. Mein Herz klopfte aufgeregt, die Lunge tat weh, aber ich wollte mit aller Kraft so schnell wie möglich ins sichere Auto. Als die ersten Regentropfen fielen, sahen wir bereits unser Auto.
Was wir aber auch mit Entsetzen sahen, war eine Gruppe von leicht bekleideten Spaziergängern, die trotz Gewitter und Regen gerade vom Parkplatz losging und sich über die bevorstehende Wanderung unterhielt. Ob das wohl gut ging?

Als wir daheim ankamen, war ich noch immer erschöpft und musste ein ausgedehntes Schläfchen machen.
Mein Mann aber verarbeitete sofort die Zirben, die nun ein paar Tage reifen dürfen.
Wo nimmt der Mann nur den Elan her?

Ein chilliger Tag

Es ist ja kaum zu glauben, aber gestern hatten wir einen ruhigen und entspannenden Tag. Wir waren oft im Wasser, haben gespielt, gegrillt und Eis gegessen.
Ich fürchtete schon, dass ich heute kein Foto für mein Tagebuch haben würde. Aber erfreulicherweise kam gegen Abend dann doch noch etwas Bewegung auf, als ein Holländer im Gebüsch neben unserem Wohnwagen eine Schlange entdeckte. Sofort war auch ein Campingplatzmitarbeiter zur Stelle, der die Schlange im Gebüsch suchte. Das erregte natürlich das allgemeine Interesse und plötzlich stand der halbe Campingplatz vor unserem Wohnwagen. Alle hatten ihre Handys bereit und warteten auf ein tolles Foto.
Die einzigen, die es nicht bemerkten, waren glücklicherweise unsere Enkelkinder, die gerade im Wohnwagen saßen und Fotos in ihre Ferienbücher klebten.
Die Schlange wurde gefunden, in den Wald gebracht, und wir konnten den Tag ruhig ausklingen lassen.

Shit happens 2

Laut Prospekt sind die “Karnischen Almdörfer” über die etwa 12 Kilometer lange und asphaltierte Eggeralm-Landesstraße leicht erreichbar. Also haben wir uns – bestens für eine Wanderung ausgerüstet – auf den Weg gemacht.
Und tatsächlich führte uns der Weg durch eine idyllische Landschaft. Abwechselnd gings vorbei an hohen, schroffen Felswänden und dann wieder durch tiefgrüne Waldstücke, die immer wieder auch den Blick aufs Tal und die gegenüberliegenden Berge freigaben. Über 14 Kehren führte der Weg zu den Almen.
Freilich ist die Straße asphaltiert, wenn auch teilweise sehr schlecht und holprig, da hatten die Prospektherausgeber nicht gelogen, aber dass sie überwiegend nur einspurig ist, hatten sie wohl vergessen zu erwähnen. Und dass es kaum Leitschienen als Absturzschutz gibt, wurde uns bewusst, als wir die ersten Radfahrer überholen wollten. Da merkt man doch mit einem mal wieviel Platz so ein Radfahrer braucht, wenn die Straße nur drei Meter breit ist und links von einem der Abgrund droht – ohne Leitplanken.
Dass schon so früh am Morgen so viele Autos wieder vom Berg herunterkamen, fand ich eigentlich unnötig, aber wir schafften es doch irgendwie an ihnen vorbeizukommen. Schwierig war es erstmals als uns ein Lieferwagen entgegenkam. Noch dazu viel zu schnell, aber dank unseres geringen Tempos und einer sofort eingelegten Notbremsung gab es keinen Zusammenstoß. 

Erst als wir dem Traktor mit Anhänger – vollbeladen mit Baumstämmen – begegneten, wurde es richtig eng, denn da war die Strasse dann doch zu schmal.
Weißt du, wie das Gefühl beim Rückwärtsfahren auf einer engen, kurvenreichen, unübersichtlichen Bergstrasse ist, wenn einem die tiefstehende Sonne in die Augen leuchtet? Sch…ön ist anders.
Aber auch das haben wir gekonnt geschafft.

Und dann war auch schon die 14. Kehre da, und wir hätten nur mehr ein oder zwei Minuten zum Parkplatz gehabt – hätte da nicht jemand die Idee gehabt mitten in der Hauptsaison die Bergstraße zu asphaltieren. Und das ohne jegliche Vorankündigung und auch ohne Straßensperre.

Ich machs kurz: Wir haben es geschafft auch an diesem Hindernis vorbeizukommen, und wir hatten noch einen herrlichen Tag auf der Alm.

Und dann freuten wir uns auf das kühle Nass, denn wir wollten den Tag mit Schwimmen ausklingen lassen. Die Bergstrasse hinunter war kein Problem, die ersten Meter auf der Bundesstraße auch nicht, aber dann setzte ein Kratzen und Scharren unserer Fahrt ein jähes Ende.
Zuerst dachten wir, dass eine Bremse blockiert, also haben wir alle Reifen angegriffen, aber die waren nicht besonders heiß. Erst der Blick unters Auto zeigte, dass die untere Motorraumabdeckung herunterhing.
Mein erster Gedanke war: Noch eine Panne – diesen Urlaub hätten wir wohl besser nicht machen sollen.
Aber mein Mann war weniger verzweifelt, nahm wieder einmal seinen Werkzeugkoffer, legte sich unters Auto und fing gleich an zu reparieren. Die Enkel waren begeistert, weil ihr Opa alles richten kann und weil sie tolle Erlebnisse in ihr Ferienbuch eintragen können.

Der Abend ging mit Schwimmen und Grillwürstel – fast – problemlos zu Ende. Aber eben nur fast, denn in der letzten Minute vor dem Schlafengehen gelang es uns den Taster der Lampe beim Bett so fest zu drücken, dass er unter die Abdeckung rutschte und sich nicht mehr ausschalten ließ. 
Also noch einmal Werkzeugkoffer holen, Sicherungen aus, Taschenlampe an, Opa ran und nach wenigen Minuten war alles wieder ok.

Wir freuen uns schon auf den nächsten Tag und unsere kommenden Erlebnisse. 🙂 🙂 🙂

Shit happens

Es ist wohl allgemein bekannt, wozu die Steher eines Wohnwagens dienen, oder?
Also wenn der Wohnwagen auf einem Campingplatz waagrecht eingerichtet wird (man will ja nicht auf einer schiefen Ebene schlafen), dann geschieht das, indem man alle vier Steher herunterkurbelt. Die Last des Wohnwagens wird von den beiden Rädern auf die vier Stützen verlagert und der Campingwagen steht stabil.
Verlässt man den Standplatz aber, kurbelt man sorgfältig und komplett alle vier Steher wieder hinauf, der Wohnwagen liegt nun auf den Rädern auf und man kann losfahren.

Soweit die Theorie.

In der Praxis beginnt es schon leicht zu tröpfeln während man die Lebensmittel in den Kühlschrank einräumt. Alles andere wurde ohnehin schon am Vorabend verstaut.

Der Regen wird stärker und man erkennt, dass es ein Dauerregen wird.

Also schnell weitermachen. Ruckzuck die Stützen raufkurbeln und losfahren. Aber halt, jetzt sitzt auch noch ein Rad auf dem Bremskeil auf und ich kann den Keil nicht entfernen. Also hurtig nochmal die Steher runterkurbeln. Ah, Glück gehabt, gleich beim zweiten Steher löst sich der Keil.

Der Regen ist eisig kalt und hört nicht und nicht auf.

So, zwischendurch muss noch schnell das Auto an die Deichsel des Wohnwagens geführt werden. Nun das Bugrad hochkurbeln und die Handbremse gehört auch noch gelöst. Ein kleiner Ruck und der Wohnwagen sitzt perfekt auf der Anhängekupplung des Autos.

Der Regen ist noch stärker geworden, so eine Gemeinheit.

Jetzt nur mehr schnell das Stromkabel vom Auto an den Camper stecken. Achja, der Kühlschrank muss auch noch von Dauerbetrieb auf Batterie umgestellt werden. Also rein in den Wohnwagen, umschalten und nochmals kontrollieren, ob alles gut verstaut ist.

Mittlerweile sind wir am Rücken schon ganz nassgeregnet. Wir sollten uns umziehen bevor wir losfahren.

Die Enkel sitzen schon lange im Auto und sind erstaunlicherweise sehr ruhig, ob die was anstellen? Das Shirt ist schnell gewechselt, und wir können endlich losfahren. Nein, doch noch nicht, beim Starten fällt uns ein, dass ja auch die Beleuchtung kontrolliert werden muss. Also ich nochmal schnell raus und hinter den Wohnwagen. Blinkertest rechts– ja passt, Blinkertest links . Passt auch und noch Bremstest – ja perfekt. Und jetzt geht’s wirklich los. Wir sind alle ganz happy und fahren los.

Brrrkrch

Was war das ?

 

Wir stürzen aus dem Auto und stehen fassungslos vor dem in die falsche Richtung gebogenen und völlig kaputten, linken hinteren Steher.

Wenn es nicht zum Weinen wäre, könnte man direkt lachen. Denn es sieht fast so aus, als hätte der Wohnwagen ein Beinchen gehoben wie ein Hund beim Pinkeln.

Urlaub ade?

Naja, das wars dann wohl mit dem heiß ersehnten Urlaub. Der Steher steckt fest, die Last des Wohnwagen liegt auf ihm, und wir versperren zudem die gesamte Strasse, weil wir quer stehen. Die Kinder weinen, und wir würden es am liebsten auch tun.

Der liebe Gott sieht alles, aber deine Nachbarin noch mehr

Dies ist der Spruch einer ganz lieben Nachbarin, die zufällig gerade mit ihrem Koffer in der Hand von einem Seminar zurückkam und unser Malheur sah. Sie reagierte prompt und holte sofort ihren Sohn, der holte wieder sofort einen anderen Nachbarn mit einem supertollen Rangierwagenheber, der drei Tonnen heben kann. Die beiden hoben damit den Wohnwagen locker hoch, mein Mann schraubte das „wehe Haxerl“ unseres Campers ab, und alles sah plötzlich gut aus.

Wie steht ein Wohnwagen auf drei Beinen am Campingplatz?

Freundlicherweise gab uns der Nachbar zur Sicherheit seinen Wagenheber mit auf die Reise, (damit der auch mal was anderes sieht als immer nur die triste Garage).
Aber auch unser Holz für den Winter haben wir eingepackt und nun steht unser Camper halt auf drei Originalstehern und einem Holzbein. Schaut ein bissl dümmlich aus, aber es hält.

Da nun auch dieses Problem gelöst war, haben wir uns, nach anfänglichem Ärgern doch auf den Weg in den Süden gemacht.
Mal sehen, was wir erleben werden.

Auwehohweh

Gestern morgen bin ich schon sehr verspannt aufgewacht, aber heute in der Früh war es noch ärger. Der linke Arm, die linke Schulter, die Rippen auf der linken Seite und besonders die Muskeln im Oberarm tun echt weh, wenn ich den Arm hebe.
Aber warum?
Ich habe weder schwer gehoben, noch viel gearbeitet oder mich sonst irgendwie besonders angestrengt.
Und alles nur links.
Naja, ich bin Linkshänderin, aber gibts Muskelkater ohne Ursache?

Muskelkater 🙁 🙁 🙁
Ich geniere mich ja und traue mich fast nicht es zu erzählen, aber es ist tatsächlich ein richtiger Muskelkater.
Ein Muskelkater vom Ballspielen 🙁 .

Ich habe ja schon erwähnt, dass ich mich beim Ballspielen immer sehr ungeschickt anstelle. In der Schule wollte mich niemand in seiner Mannschaft haben, weil ich immer ein Garant dafür war, dass die Mannschaft auf alle Fälle verlieren wird.
Als Hauptschullehrerin musste ich zwar auch Turnen unterrichten, aber da habe ich bei Ballspielen immer nur die Schiedsrichterin gespielt. Und wenn eine Mannschaft kleiner war als die andere, habe ich immer eine gute Ausrede parat gehabt, warum ich sicher nicht mitspielen kann. Die Kinder hätten ja sofort erkannt, dass ich Angst vor Bällen habe.
Ich bin mit dieser kleinen, für den Alltag völlig unbedeutenden, Schwäche bis zu meinem 64. Geburtstag auch gut zurecht gekommen. Ja, man kann ohne die Fähigkeit Bälle zu werfen und zu fangen tatsächlich problemlos überleben – meiner Meinung nach.
Meinem großen Enkelsohn, 13 Jahre, muskulös und total sportlich, fehlt allerdings die Weisheit des Alters noch. Darum hat er sich vorgenommen mir Ballspielen beizubringen. So hat er also vorgestern begonnen mir – mit großer Geduld und Nachsicht – zu zeigen wie man richtig wirft und wie man vor scharfen Bällen nicht wegläuft sondern sich ihnen tapfer stellt.
Natürlich klappt das nicht beim ersten Mal. Nach etwa einer Viertelstunde ist es mir doch tatsächlich gelungen den einen oder anderen Ball zu fangen. Es war ein herrliches Gefühl, und ich habe darüber total die Zeit vergessen. Und da ich ja nicht die ausgeprägte Muskulatur in den Oberarmen habe wie mein Enkel, habe ich mich wohl ein wenig übernommen :).

Naja, heute werde ich mich wohl noch etwas zurückhaltend dehnen und strecken, aber morgen könnte ich eigentlich schon wieder trainieren.

Pater Noster

Gestern haben wir uns etwas gegönnt, das Enkeln und Oma gleichermaßen Spaß gemacht hat. Im Wiener Rathaus gibt es noch einen Pater Noster, der frei zugänglich ist. Mit einer Geschwindigkeit von 20cm/Sekunde zieht der hundert Jahre alte Umlaufaufzug unaufhörlich seine Runden.
Natürlich sind wir auch – verbotenerweise – durchgefahren und sind dabei durch den finsteren Keller und über den Dachboden gefahren.
Ein Erlebnis, das man sich immer wieder mal gönnen sollte.

Tipp: Du findest den Pater Noster im Wiener Rathaus, Stiege 6, Eingang Felderstraße – viel Spaß!

Vielen Dank an Kathi

Kathi ist meine großartige, kluge, geduldige, liebenswerte und immer hilfsbereite Nichte, ohne die ich diesen Blog nicht zustande gebracht hätte.
Sie hat mich beraten, den Blog eingerichtet (das hätte ich nie und nimmer alleine geschafft), mir Mut gemacht das WordPress-Seminar zu besuchen, und sie hat mir immer geholfen, wenn ich nicht weiter wusste. 
Und – sie hat vor allem das herrliche Design und Logo entworfen. Als begabte Fotografin, die sie ist, hat sie mir auch viele Bilder gemacht.
Die Fotos von der gestrigen Mondfinsternis stammen natürlich auch von ihr.

Daher möchte ich mich hier und heute ganz besonders bedanken, für alles was du, liebe Kathi, zum Entstehen dieses Blogs beigetragen hast.
Ohne dich gäbe es meinen Oma-Blog sicher noch nicht. ♥♥♥

Mondfinsternis 16. Juli 2019

Blühende Wiesen trotz Eiseskälte

Ein Ausflug auf den Schneeberg hat mir wieder einmal eindrucksvoll gezeigt, wie kraftvoll und mächtig die Natur in 1800 m Seehöhe sein kann.
Während überall noch Schneefelder zu sehen waren und wir vom eiskalten Wind fast weggeblasen wurden, sahen die Wiesen sommerlich bunt aus wie farbenfrohe Teppiche. Die kräftiggrünen Latschen zwischendurch bilden Flecken, die von der Ferne wie Waldstückchen aussehen. Sie sind fast das einzige Gehölz, das in dieser Kargheit und Kälte (die Tageshöchsttemperatur gestern war 13°C ) bestehen kann.  Hin und wieder wächst auch ein Himbeerstrauch (die Himbeeren verfolgen mich scheinbar im Moment), der es da oben aber wohl kaum zu Früchten bringen wird, weil er noch nicht einmal Blüten entwickelt hat.

Alles in allem ein wunderschöner Tag 🙂

Darf das jetzt auch bei uns sein???

Eigentlich dachte ich. dass ich alle Radargeräte entlang unserer Stammstrecke kenne. 

Eigentlich dachte ich, dass es bei uns noch keine Radargeräte gibt, die von vorne messen.

Und eigentlich sollte man eh nicht schneller als 130 km fahren.
Na schau ma mal, ob es in einigen Wochen ein Bild per Post gibt. 🙁

Aber für die Zukunft trotzdem gut zu wissen, dass es auf der S6 nun solche Geräte gibt.

Messinghochzeit

Wir haben heute unseren 45. kirchlichen Hochzeitstag – die Messinghochzeit – gefeiert. Warum wir damals im Juni standesamtlich und erst im Juli kirchlich geheiratet haben, wissen wir nicht mehr. 
Woran wir uns aber sehr gut noch erinnern konnten, ist das peinliche Gespräch beim Pfarrer.

Nach unserer standesamtlichen Hochzeit gingen wir beide in die Pfarre um unsere kirchliche Trauung zu bestellen. Der ehrwürdige Pfarrer, er hätte unser Großvater sein können, wies uns eindrucksvoll auf die Bedeutung der kirchlichen Trauung, auf das heilige Sakrament der Ehe und auf ein zu absolvierendes Ehevorbereitungsseminar hin.
Zum Abschluss machte er uns darauf aufmerksam, dass wir vor der kirchlichen Trauung noch die standesamtliche Heiratsurkunde vorlegen müssten. Als mein Mann in die Tasche griff und ihm die Urkunde geben wollte, meinte der Pfarrer väterlich: “Junger Mann, ich meine nicht die Anmeldung für die standesamtliche Hochzeit, ich meine die Heiratsurkunde, die sie erst nach der Hochzeit erhalten.”
Darauf mein Mann ehrlich und offen: “Nein, nein, das ist schon die Heiratsurkunde, wir sind ja seit letztem Freitag verheiratet.”
Daraufhin sackte der Pfarrer in sich zusammen und sah uns echt verzweifelt an.
Wir saßen schuldbewusst da und hatten wirklich Angst um den Gesundheitszustand des alten Herren.
Nach einigen heftigen Atemzügen hatte er sich aber doch wieder gefangen, richtete sich vor uns auf und fragte uns von oben herab mit scharfen Worten: “Üben Sie diese Ehe etwa aus??”
Heute lachen wir drüber, aber damals war es uns peinlich. 🙁 🙁 🙁

Meine Mama ist 92

Glücklich, wer noch eine Mutter hat.
Egal wie alt man ist, egal ob man selbst bereits Oma ist, eine Mama zu haben macht sehr glücklich.

 

Ich habe es sehr genossen zu sehen, wie unsere Urli-Oma im Kreise ihrer Töchter, Schwiegersöhne, Enkel und Urenkel saß und gefeiert wurde.

Der einzige Wermutstropfen war, dass Opa das nicht mehr erleben konnte.

Während die sportlichen Urenkel mit den sportlichen Erwachsenen (ich gehöre leider nicht dazu 🙁 , denn ich habe ein gespaltenes Verhältnis zu Bällen – sprich: ich bin patschert) nach dem Essen mit Begeisterung Merkball gespielt haben, hat Urli alles mit einem zufriedenen Lächeln beobachtet. Und sie hat lange durchgehalten und ist erst spät ins Bett gegangen.
Danke für das schöne Fest.


10. Juli 2019

Tauwetter im Tiefkühlschrank

Nach ein paar Tagen im Ennstal sind wir wieder in Wien angekommen. Für diejenigen, die mich noch nicht kennen, sei gesagt, dass wir regelmäßig zwischen dem herrlichen Ennstal und der schönsten Stadt der Welt hin und her pendeln.
Wie immer hatten wir viel aus dem Auto auszuräumen. Nachdem wir meist nur zu zweit unterwegs sind, bietet das Auto viel Platz und den muss man einfach ausnützen. Einem unüberwindbaren Zwang folgend, nehmen wir immer wesentlich mehr mit als wir brauchen. Das Auto ist jedesmal voll bis obenhin. 😯

Nachdem wir also fünfmal zwischen Parkplatz und Hauseingang hin und her gelaufen sind und unser Zeugs vors Haus gestellt haben, konnten wir endlich das Vorzimmer betreten. Wir haben – wie immer – zuerst die Alarmanlage ausgeschalten, die problemlos funktioniert hat. Ist aber klar, weil die ja mit Akkus betrieben wird. Alles andere aber war finster.

Mein Mann hat den Übeltäter unter den Sicherungen sofort gefunden und die Wohnung wieder mit Strom versorgt.
Also war alles wieder paletti.
Scheinbar.

Bis, ja bis ich die Lebensmittel aus der Kühltasche in den Kühlschrank räumen wollte und dabei merkte, dass es im Kühlschrank wärmer war als in der Küche. Genauso schlimm stand es um den Gefrierschrank. Obst, Gemüse, Fleisch – alles aufgetaut und kaputt.

Da war die gute Laune schnell dahin. Denn da wäre noch dazu zu sagen, dass wir eingeladen waren und nur mehr wenig Zeit fürs Autoausräumen und umziehen eingeplant hatten.
Naja, irgendwie haben wir es gemeinsam doch geschafft alles zu entsorgen und es wurde ein wunderschöner und entspannender Abend.