Herzlich willkommen in meinem Tagebuch! 🙂

Hier schreibe ich über die alltäglichen Ereignisse, die mich freuen, die mich ärgern, die nicht unbedingt spektakulär sind, die vielen von euch wahrscheinlich bekannt vorkommen, weil sie immer wieder passieren und einfach zum Leben dazu gehören.

Omas erste Flusskreuzfahrt

Gestern flogen wir von Wien nach Berlin um dort in Spandau in die MS Thurgau Saxonia einzusteigen. Das Schiff ist 82 m lang und 9,5 m breit. Es beherbergt maximal 90 Passagiere und fährt unter schweizer Flagge. Ein Großteil der Passagiere stammt aus der Schweiz, aus Österreich lediglich fünf und der Rest sind Bundesbürger. Die ersten Meilen auf der Havel führten uns ins Dunkel der Nacht bis nach Potsdam. Heute Morgen besichtigten wir die Hauptstadt Brandenburgs, die seit 1990 von der UNSCo als Ganzes in die Liste des Weltkulturerbes der Menschheit aufgenommen wurde – zu Recht, wie wir bei der Stadtbesichtigung feststellen konnten. Seit 2019 ist Potsdam auch UNESCO-Filmstadt.

13 Schlösser und 3 große Parks prägen das Bild dieser Stadt, die im Krieg zwar wenige Zerstörungen erleiden musste, die aber nach 1945, mit der Potsdamer Konferenz von 1945 die Militäradministration der Sowjets “besetzt” wurde. Im Gebiet zwischen Pfingstberg und dem Neuen Garten wurden über 100 Villen und Liegenschaften beschlagnahmt. Dieses Gebiet ,die “verbotene Stadt”, durfte nicht betreten werden. Erst im Sommer 1994 haben die letzten russischen Soldaten Potsdam verlassen. Es dauerte aber noch ein weiteres Jahr, bis die deutschen Behörden diesen Stadtteil wieder freigaben.
Viele der prächtigen Villen wurden in der DDR dem Verfall preisgegeben und konnten erst nach der Wende aufwändig saniert werden.
Der Moderator Günther Jauch, ein Wahl-Potsdamer, hat hier einen sehr guten Ruf. Nicht nur, weil er viele desolate Immobilien erworben und von Grund auf saniert hat, er beteiligte sich auch an Sanierungskosten verschiedener städtischer Baudenkmäler und ist karitatativ tätig.

Der Park von Sanssouci, so groß wie Versailles, wurde von Friedrich dem Großen zu dem gemacht, was er heute ist. Ein grünes Kleinod mit Prachtbauten, Palästen, Wasserspielen, Blumen-, Obst- und Weingärten und der wohl weltweit außergewöhnlichsten Pumpstation, nämlich in Form einer Moschee.


Das Schloss Cecilienhof wurde in den Jahren 1913 – 1917, also während bereits der Erste Weltkrieg in Europa wütete, im Neuen Garten errichtet.
1945 wurde dort Weltgeschichte geschrieben, als die Potsdamer Konferenz stattfand, im Zuge derer der Zweite Weltkrieg beendet aber gleichzeitig der Kalte Krieg begonnen wurde.


Nun geht es weiter auf der Havel und dem Elbe-Havel-Kanal Richtung Burg bei Magdeburg.  Mehrere Schleusen und viele schöne Eindrücke am Wasser werden wir dabei genießen.

Morgen geht es los

Seit zwei Jahren träume ich schon von dieser Reise. Doch Corona hat es bisher immer verhindert. Aber jetzt ist es endlich so weit. Wir machen eine Flusskreuzfahrt, die uns über Havel, Elbe und auch durch den Nord-Ostsee-Kanal führen wird. Leider dauert diese Reise nur eine Woche, aber ich freue mich riesig darauf.
Ab morgen gibt`s hier also – hoffentlich – schöne Urlaubsfotos.

David gegen Goliath

Wie andere Gartenbesitzer kämpfen auch wir immer gegen viele kleine Tierchen, die wir nicht eingeladen haben, die uns aber trotzdem immer wieder Besuche abstatten. Seit einigen Wochen sehen wir in der Gerätehütte immer Mäusekot. Anfangs wollte ich die Maus mit Pfefferminzgeruch, den Mäuse angeblich auf den Tod nicht ausstehen können, vertreiben. Also habe ich Pfefferminzöl gekauft und die Hütte damit immer wieder beduftet. Unsere Maus mag diesen Geruch aber offenbar doch und hat weiterhin unsere Hütte bewohnt und zugekackt. Also hat mein Mann das Loch, durch das sie ein- und ausspaziert, gesucht und gefunden. Sofort hat er eine Holzleiste am Boden angebracht und damit das Mauseloch abgedichtet.

Nach einer knappen Woche schon fanden wir wieder Mäusekot. Also suchte mein Mann das neue Loch. Diesmal griff er zu härterem Material. Er brachte eine Metallschiene über dem Loch an. Daran würde sich die Maus wohl eher die Zähne ausbeißen, als dass sie einen neuen Zugang schaffen würde – dachten wir. Denn es dauerte wieder nur eine knappe Woche bis wir die Hinterlassenschaft des ungebetenen Gastes fanden.
Nun reichte es meinem Mann aber. Es war klar, die Maus muss ausziehen. Er hat daher eine Lebendfalle vor den neuen Eingang gestellt.
Mal sehen, ob David oder Goliath erfolgreicher sein wird.

14.9.2021

Wandern rund um Kitzbühel

Für alle, die mich online auf Reisen begleiten, ein kurzes Update: Während wir gestern bei strahlendem Wetter am Hahnenkamm unterwegs waren, wanderten wir heute – bei traumhaftem Wetter –  am Fuße des Wilden Kaiser.
Nach einer netten Wanderung zum Ellmauer Steinkreis stärkten wir uns mit flaumigen Buchteln auf der Gaudeamushütte um über die Anna-Grotte die Runde zu vollenden. Eine leichte, empfehlenswerte Wanderung!

Oma und das Schlossgespenst

66 Jahre alt musste ich werden, bis ich die erste Nacht in einem echten Schloss schlafen durfte.
Wie kam es dazu?
Während der Lockdowns der letzten beiden Jahre habe ich jedes Mal, wenn mein Fernweh zu groß wurde, einen Reisegutschein im Internet ersteigert und von dieser Reise geträumt.

 

 

Bevor nun möglicherweise ein neuer Lockdown droht, haben wir uns entschlossen einen dieser Gutscheine einzulösen. Und so haben wir uns auf den Weg Richtung Kitzbühel zum Schloss Münichau gemacht.

Eingebettet zwischen Wildem Kaiser, Hahenkamm und Kitzbüheler Horn liegt das über 500 Jahre alte Schloß, das heutzutage als Hotel geführt wird.

 

 

Als Oma kenne ich natürlich spannende Geschichten von Schloßgespenstern. Wenn man zum ersten Mal das Schloß betritt, denkt man unwillkürlich daran. Aber mit Ritter Walter an meiner Seite habe ich ohne Angst und völlig sicher geschlafen. 🙂

Unsere Haustiere werden flügge

Die Natur schenkt mir im Garten immer wieder neue Haustiere — ungefragt und ungewollt. Die meisten davon sind meine Konkurrenten bei der Ernte. Kohlweißlinge oder Nacktschnecken gehören auch dazu, wobei den ersteren wegen ihres anmutigen Aussehens mehr Sympathien entgegen gebracht werden als den ekeligen Schnecken.
Im Juli waren auf den Blättern meiner Kohlsprossenpflanzen plötzlich viele schwarze Eier zu sehen. Ich wusste sofort, die stammen von einem Kohlweißling. Ich ließ sie aber bewusst in Ruhe. Nach einiger Zeit waren aus ihnen wunderschöne gelb-grün-schwarz gefleckte, aber unglaublich gefräßige Raupen geworden. Um den Enkelkindern zu zeigen, wie die Metamorphose der Kohlweißlinge weitergeht, habe ich ein großes Gurkenglas geopfert und aus Erde und Kohlblättern ein schönes Terrarium gemacht. Dann habe ich etwa zwei Dutzend Raupen auf die Kohlblätter im Glas gesetzt und zu den Kindern gebracht.
Sofort haben die Raupen begonnen viele Blätter zu fressen und natürlich auch zu verdauen. Man glaubt es kaum, aber die Geruchsbelästigung dadurch war in der Wohnung bald so unerträglich, dass die Schmetterlingszucht – mittlerweile hatten sich die meisten auch schon verpuppt – wieder in den Garten wanderte. Dann geschah einige Tage gar nichts. Aber gestern Morgen flatterte der erste davon. Bis zum Abend waren die meisten weg. Am Anfang waren es die männlichen, die nur einen schwarzen Fleck auf dem Flügel haben, die sich davon machten. Aber später flogen auch Kohlweißlingdamen in ihr neues Leben. Ich wünsche Ihnen ein gutes Leben. Zurückkehren an den Ort Ihrer Geburt brauchen Sie aber ganz sicher nicht. 🙂

Lebensretterin wider Willen

Mehrfach habe ich hier schon über mein gespaltenes Verhältnis zu den vielen Feldhamstern in unserer Kleingartensiedlung geschrieben. So süß sie auch anzusehen sind, so rücksichtslos fallen die kleinen, pelzigen Nager über mein Obst und Gemüse her, wenn sie hungrig sind. Ganz arg ist es, wenn sie Ihre Vorräte für den Winter anlegen. Da wird alles gesammelt, was irgendwie erreichbar ist. Jeder Hamster braucht mindestens zwei Kilogramm zum Überleben, manche aber horten auch das Doppelte. Unsere gehören offenbar zu dieser Gattung. Böse finde ich auch, dass die Natur die weiblichen Feldhamster stark benachteiligt. Während Herr Hamster schon gegen Ende August die Wintervorräte anlegt, muss sich Frau Hamster derweil noch mit den gefräßigen Jungen herumschlagen und sich um die Aufzucht des letzten Wurfes sorgen. Da sie oft drei Würfe pro Jahr mt 4-5 Jungen zu versorgen hat, ist das sehr kräfteraubend. Da kann man nicht nebenbei auch noch Vorräte sammeln – und der Erzeuger der Brut hilft da leider nicht mit, weil er ein Einzelgänger ist und alleine einen Bau bewohnt. Und so kommt es, dass die fleißigen Hamsterweibchen aus Nahrungsmangel oft den Winter nicht überstehen. 
In Nordostdeutschland gilt der Feldhamster bereits als ausgestorben. Man versucht dort sogar sie mit Züchtung und Auswilderung wieder anzusiedeln.

In Wikipedia steht zu lesen, dass Feldhamster oft unter reduzierter Fitness leiden. Der Grund sei eine unausgewogene Ernährung und Vitaminmangel. Das kostet mich ein müdes Lächeln. Unsere ernähren sich biologisch, immer erntefrisch und mehr als ausgewogen. Von Fitnessmangel also keine Spur. 

Wir dachten, dass wir sie durch Hochbeete von ihrem räuberischen Tun abhalten können – weit gefehlt. Auch wenn man ihre Löcher zuschüttet, haben sie bis zum nächsten Morgen wieder alles frei gegraben. Selbst Steine und PU-Schaum können sie mühelos wegräumen. Also leben wir halt nolens volens mit den ungebetenen Nagetieren.

Gestern Morgen hörte ich plötzlich ein jämmerliches Kreischen, das nicht von einem Menschen kommen konnte.
Ein Blick in den Garten zeigte mir den Übeltäter – ein dicker, kleiner Hamster, der wohl so vollgefressen war, dass er wegen seiner dicken Backen nicht mehr aus dem Pool kam. Immer wieder ist der dumme Kerl in seiner Panik von der Abdeckfolie ins Wasser gesprungen, wo er dann um sein Leben geschwommen ist.  Auch wenn er mein größter Feind bei der Gartenernte ist, am Tod eines Tieres kann ich nicht schuld sein. Also habe ich ihn mit dem Kescher das Leben gerettet. Ob er es mir danken wird?

Einfach schön anzusehen

 

 

 

 

Kathi, die Fotografin und Designerin des Oma-Blogs ist eine begnadete Präsentatorin. Egal ob sie etwas kocht, bäckt oder fotografiert, sie präsentiert alles so perfekt, liebevoll und harmonisch, dass man gerne und lange hinschaut.

Für die Taufe von Hanna und Laurenz, den Enkelkindern meiner Schwester, hat sie eine wunderbare Stocktorte gemacht.

Eine Sachertorte ist die Basis und aus Fondant sind die Hülle und die Figuren. Vielleicht ist dies ja ein guter Tipp für deine nächste Torte.

Na sowas, diese Oma 🙁

Das ist eine Geschichte, die ich nur meinen treuen Leser/Innen erzähle, weil sie eigentlich sehr peinlich ist. Weil ich aber viele Anfragen von Leser/Innen habe, warum sich im Moment am Blog so wenig tut, dachte ich, das wäre eine gute Gelegenheit ein bisschen was zu erzählen.
Zum einen habe ich aus den Gärten, die ich be-ernten (gibt es das Wort überhaupt?) darf, wahnsinnig viel Obst und Gemüse zu ernten, einzukochen, einzufrieren, zu trocknen, zu entsaften, einzurexen – oder einzuwecken, wie es in Deutschland heißt – was viel Zeit kostet. Auf der anderen Seite bin ich noch nicht wieder ganz fit und habe daher nicht ganz so viel Energie wie sonst.

Aber nun zur Geschichte: Meine jüngste Enkelin war von Geburt an ein echtes “Wixerl”  (laut Wien-Lexikon ein besonders aufgewecktes Mädchen) was sich unter anderem darin zeigte, dass sie mit Freude jeden meiner Fehler, jedes Versehen mit den entrüsteten Worten “na diese Oma!!” quittierte. Mittlerweile sagt sie es kaum mehr, aber der Ausdruck hat sich bei uns zu einem geflügelten Wort entwickelt. Und die Geschichte, die mir passiert ist, schreit geradezu nach diesem Urteil. Ich versuche immer umweltbewusst und nachhaltig zu leben. Dazu gehört es auch sparsam zu sein. Auch beim Einkaufen. Ich kaufe nur das, was wir brauchen, und ich kaufe auch gerne echte Sonderangebote. Und ich verwende auch die Gutschein-Pickerln. Für die, die sie nicht kennen: Es gibt auf den Flugblättern von zwei großen Lebensmittelketten “- 25% ” Klebeetiketten, die man auf die Produkte klebt und damit wirklich viel sparen kann. Natürlich klebt man sie auf die teuersten Produkte im Einkaufswagen, damit es sich auch ordentlich auszahlt. So auch als mein Mann und ich an einem Samstagvormittag gemeinsam unterwegs waren. Es kommt ganz selten vor, dass mein Mann beim Einkaufen dabei ist. Einerseits, weil er es nicht gerne mag und andererseits, weil es schade um die Zeit ist, wenn man zu zweit einen Einkaufswagen durch den Supermarkt schiebt. Aber gerade diesmal war er dabei und stand schon vor mir an der Kasse, als ich die Kassierin besonders auf Produkte mit den Aufklebern aufmerksam machte. Sie sah mich verständnislos – ja fast ein wenig entsetzt an. Auf meine Frage, ob die Gutscheinpickerln denn nicht mehr gültig wären, lächelte sie mich milde und freundlich an und sagte mit verständnisvollem Ton, fast wie zu einem kleinen Kind: “Nein, nein gültig sind sie schon, aber nicht bei uns, sondern nur bei der Konkurrenz.”  🙁  🙁  🙁
Oh Gott, dachte ich, könnte sich nicht schnell der Boden auftun und mich verschlucken. Natürlich haben das die anderen Kunden rundherum mitbekommen. Ich wollte gar nicht wissen, was sich manch einer da wohl gedacht haben wird. Ich wollte gerade erklären, dass ich einfach nur in der Eile die falschen Etiketten aus der Geldbörse genommen und aufgeklebt hätte und die richtigen dagegen tauschen könnte. Aber ich war wohl vor lauter Peinlichkeit viel zu langsam. Denn währenddessen meinte die gütige Kassierin: “Sie haben ja sicher auch die richtigen Pickerln, ich ziehe die 25% einfach ab.”
Ich bedankte mich herzlich und verließ eilig mit meinem Mann den Supermarkt. Beim Hinausgehen seufzte mein Mann: ” Na diese Oma!!”

Die Ernte 2021 hat begonnen

Zu Beginn des Gartenjahres hatten wir Angst, dass das kalte und nasse Wetter den Gemüsepflanzen schaden könnte. Es hat auch lange gedauert, bis die Pflanzen richtig zu wachsen begonnen haben.
Nun aber hat man das Gefühl, dass die Natur nicht nur alles Versäumte aufgeholt hat sondern auf der Überholspur unterwegs ist. So viele reife Kürbisse wie heuer hatte ich um diese Zeit noch nie in meinem Beet.

Eine alte Bäuerin im Ennstal meinte, dass das ein Zeichen für einen frühen Herbst und Wintereinbruch wäre, weil die Pflanzen und Kräuter schon früher als sonst ihre Früchte und Blüten reifen lassen.
Mal sehen ob sie recht hat.
18.8.2021

A wüds Wossa

Ich genieße es immer ganz besonders einen Ausflug zu machen.
Als Kind habe ich das kaum erlebt, weil meine Eltern mehr als zehn Jahre lang jedes Wochenende an ihrem Haus gebaut haben. Da blieb einfach keine Zeit für Ausflüge. Denn wenn zwei Arbeiter ihren drei Kindern eine gute schulische Ausbildung finanzieren und ein Haus bauen wollen, dann muss eben an allem gespart werden – und Zeit ist auch Geld.

Gemeinsam mit Kathi, der Designerin des Oma-Blogs, unserer Tochter Sandra und den Enkelkindern Lukas und Lena fuhren wir gestern Morgen los in Richtung Krimmler Wasserfälle. Am Weg dorthin erlebten wir den Megastau der armen deutschen Urlauber/Innen auf der Tauernautobahn.  Kilometer- und stundenlang standen die Autos, deren Fahrer genervt auf der Autobahn spazieren gingen, in der Sommerhitze. Zum Glück für uns spielte sich das Drama auf der entgegengesetzten Fahrbahn ab, und wir konnten ungehindert nach Krimml fahren.

Um es kurz zu machen: Die Krimmler Wasserfälle sind beeindruckend und auf alle Fälle einen Besuch wert.
Menschen, die nicht gut zu Fuß unterwegs sind, erreichen den ersten Wasserfall auf einem breiten, befestigten Weg schon in weniger als zehn Minuten.
Wer mehr oder gar die knapp 400 Höhenmeter bis zum letzten der elf Aussichtspunkte gehen möchte, muss mit bis zu 75 Minuten Gehzeit rechnen – aber die Anstrengung lohnt sich auf alle Fälle. Von jedem Aussichtspunkt aus hat man einen anderen, beeindruckenden Blick auf das mächtige Naturschauspiel.
Um dir Lust auf diesen Ausflug zu machen, habe ich hier einige Bilder für dich.

Hütte im Gegenverkehr

Heute Morgen sind wir wieder einmal auf den Berg gefahren um Zirbenzapfen zu sammeln. Die Bergstraße auf den Stoderzinken ist mehr als 12 km lang und überwindet einen Höhenunterschied von etwa 1300 Metern. Größtenteils ist sie einspurig und zum Abhang hin gibt es keine Leitschienen. Das heißt, man muss vorausschauend und vorsichtig fahren.
Nach einem Kilometer hatten wir den Linienbus eingeholt, was uns aber gar nicht störte. Doch dann geschah etwas Merkwürdiges: Ein Geländewagen kam uns entgegen und stoppte den Bus. Der Fahrer sprach mit dem Busfahrer, worauf der an den Fahrbahnrand fuhr und uns deutete, dass wir ihn überholen sollten.

Wir wussten zwar nicht warum, aber wir überholten ihn natürlich und fuhren weiter bergauf.
Bis – ja bis uns plötzlich eine Hütte entgegenkam.

Da fiel es uns wie Schuppen von den Augen: Der Busfahrer war gewarnt worden und hatte sich deshalb am Straßenrand eingeparkt.
Dass man uns und die hinter uns fahrenden PKW nicht informiert hat, empfinde ich als echt gemein. Zumal wir alle deshalb mehrere hundert Meter im Rückwärtsgang die enge Bergstraße bis zu einer Ausweiche hinunterfahren mussten – und das immer knapp am Abgrund entlang.

Naja, Rücksicht nehmen ist halt nicht jedermanns Sache.  🙁

12.8.2021

Nerven sparen, Bahn fahren

lautete vor einiger Zeit ein Werbeslogan der ÖBB (Österreichische Bundesbahn). Da ich aber in Wien wohne und immer hier arbeitete, war das für mich kein Anreiz die Bahn zu benützen.
Heute aber, bedingt durch den drohenden Klimawandel und die Bequemlichkeit, die das Pensionistendasein mit sich bringt, ist die Bahn doch interessant geworden. Unsere erste längere Reise, mit dem Nightjet nach Amsterdam (siehe Tagebuch 7.7.2021), war ja doch ein wenig “abwechslungsreich”. Mit erheblicher Verspätung bei der Hinfahrt und mit einer defekten Klimaanlage beim Heimfahren, war es nicht der beste Anfang einer glücklichen und länger dauernden Beziehung.
Aber wie überall im Leben, muss man auch mit der Bahn, beziehungsweise den Verantwortlichen, darüber reden. Und siehe da, Ende gut – alles gut: Die Bahn refundiert uns 25% des Ticketpreises als Entschädigung für die Verspätung – wählt man Gutscheine statt Bargeld, bekommt man um 10% mehr.
Und der Ärger über die defekte Klimaanlage wird mit einem Gutschein über 75,- € ausgeglichen.
Es sieht also so aus, als würden wir die nächste Reise doch sehr bald wieder mit der Bahn machen. 🙂

Die Geister der Nacht

Wenn du den letzten Tagebucheintrag gelesen hast, weißt du, dass unser Schwimmbecken – ohne erkennbaren Schaden – viel Wasser verloren hat. Wir haben es natürlich wieder aufgefüllt und dachten, die Sache wäre damit erledigt. Dachten wir, denn am nächsten Morgen traute ich meinen Augen nicht, weil es fehlte wieder gut ein Drittel des Wassers, genau wie am Vortag. Nur diesmal war auch die Abdeckplane und der Chlorschwimmer verschwunden. Beides fanden wir unter einem Rosenstrauch beim Zaun. Das Gras zwischen dem Pool und dem Rosenstrauch war total niedergedrückt, so wie es aussieht, wenn Wasser mit großem Druck darüber rinnt. Es war so mysteriös, dass wir uns keinen Reim darauf machen konnten und viele Vermutungen anstellten.
Wir wohnen ja direkt am Waldrand und nehmen daher jetzt an, dass es vielleicht ein durstiges Tier des Waldes war. Wenn man fest auf den oberen Luftreifen des Schwimmbeckens drückt, dann rinnt das Wasser über. Vielleicht ist ja ein Reh oder Hirsch mit den Vorderläufen ein wenig zu heftig auf den Luftreifen gesprungen und hat damit einen Wasserschwall ausgelöst, der auch gleich die Abdeckfolie weggerissen hat.
Wir haben jedenfalls eine Jagdkamera gekauft und fix montiert und sind schon sehr gespannt, welche Bilder wir in den nächsten Nächten aufnehmen werden. Ich werde wieder berichten. 🙂

23.7.2021

Eine Enttäuschung jagt die andere

Wie du vielleicht weißt, haben mein Mann und ich ein schönes und arbeitsintensives Hobby: Das Schnapsbrennen. Dabei kommt es nicht nur auf die Qualität der Früchte und die sorgfältige Verarbeitung an, auch der richtige Zeitpunkt der Ernte ist entscheidend. Also sind wir gestern früh ins Ennstal gefahren um Zirbenzapfen zu sammeln. Üblicherweise sammeln wir von Mitte bis Ende Juli. Später verholzen die Zapfen nämlich stark und verändern auch ihre Farbe.
Wie immer sind wir über die 12 Kilometer lange Bergstraße auf den Stoderzinken gefahren, wo “unser” Zirbengebiet liegt. Vom Parkplatz müssen wir zuerst bergauf und dann wieder bergab ein ziemliches Stück durch den Wald gehen, bis wir bei den schönsten Zirbenbäumen ankommen. Am Weg dorthin ist uns schon unangenehm aufgefallen, dass kaum Zapfen auf den Bäumen zu sehen waren. Die Angst, dass heuer ein Jahr ohne Zapfen sein könnte, machte sich in uns breit. Wir haben das leider schon mehrmals erleben müssen. Nach mehr als drei Stunden intensiver Suche war klar, es gibt kaum Zapfen. Die wenigen, die wir gefunden, reichen nicht einmal für ein Dutzend kleiner Flaschen. Auf unsere Stammkunden kommt also ein trauriges Jahr zu, denn unsere Vorräte sind fast aufgebraucht.

Nach dieser herben Enttäuschung wollten wir uns mit einem aufmunternden Kaffee und einer guten Torte im Berggasthof Steinerhaus trösten. Nach einem mühsamen Aufstieg sind wir knapp nach 17 Uhr beim Berggasthof, der eine wunderschöne Terrasse – mit faszinierendem Blick über die Berge – hat, angekommen. Ein Tisch mit herrlichem Rundblick war frei und sollte uns für die Enttäuschung entschädigen. Dachten wir, denn die Serviererin kam und fragte, ob wir Hausgäste seien. Wahrheitsgetreu verneinten wir und mussten erfahren, dass das Steinerhaus nun ein Hotel wäre und daher ab 17 Uhr an Hausfremde nichts mehr ausschenken würde. Ich ließ meiner Verzweiflung flehend freien Lauf: “Nein, das können Sie mir nicht antun. Ich bin total erschöpft und freue mich seit zwei Stunden auf einen Kaffee. Erst ist doch erst knapp nach 17 Uhr, bitte machen Sie eine Ausnahme.” Das stimmte die junge Frau tatsächlich milde und sie machte eine Ausnahme und mir eine große Freude. Dachten wir, denn nachdem mein Mann den Großteil seiner Erdbeer-Joghurttorte verspeist hatte, kamen wir drauf, dass die Erdbeeren total verschimmelt waren. Ein entsetzter Blick der Serviererin, eine Entschuldigung und das großzügige Angebot die  Torte nicht zu verrechnen – und wir verließen angewidert und mit einer würgenden Übelkeit im Hals den Berg.

Wir freuten uns auf unseren Garten und eine Abkühlung im kleinen aufblasbaren Pool, das wir seit der Pandemie haben. Dachten wir – denn beim Näherkommen sahen wir, dass es eingesunken war und etwa ein Drittel des Wasser fehlte. Warum das so war, konnten wir nicht erkennen. Wir legten also den Gartenschlauch aus und füllten nach. Das Wasser bekam dadurch natürlich die Temperatur eines steirischen Bergsees. So sehr wollten wir uns aber doch nicht abkühlen.
Wir entschlossen uns den Tag in Ruhe und vor allem ohne weitere Enttäuschungen ausklingen zu lassen.

 

Naturpark Sparbach

Den Naturpark, der etwa 20 Kilometer von Wien entfernt ist, kann man direkt über die A21 erreichen. Neben vielen Wanderwegen und Naturlehrpfaden, die viel Wissenswertes sehr anschaulich bieten, gibt es auch die Burgruine Johannstein.

 

Auf dieser Burgruine kann man durch eine Glasscheibe in das Innere eines Bienenstocks sehen und das rege Treiben beobachten.

 

Ein wunderschöner und vor allem riesengroßer Abenteuerspielplatz bietet Kindern jeden Alters viel Freude. Wie man sieht hat auch Opa mitgemacht 🙂 .

Ein besonderes Erlebnis für uns alle war eine Wildschweinbache mit sieben Babys, die wir aus nächster Nähe beobachten konnten. Sie tummelten sich lustig in einem seichten Bach. Als eine andere Wildsau in ihre Nähe kam, wurde die von der Bache mit Gebrüll und einem unvermuteten Schnellangriff vertrieben. Viele andere Tiere sind natürlich auch zu sehen, aber die Jungen waren besonders putzig. Alles in allem ein wunderschöner Tag. Wer immer kann, sollte dem Naturpark einen Besuch abstatten.
19.7.2021

37°C in Wien  !!!

Nach einer knappen Woche in den kühlen Niederlanden – maximal 23°C – macht mich die Hitze der Stadt ordentlich müde. Dazu kommt, dass die Nacht im Nightjet auch nicht ganz so erholsam war wie eine im eigenen Bett. Aber dass ich im Theater im Park bei Michael Niavarani einnicke, hätte ich nicht gedacht. Das kann nur von der Hitze kommen – und war mir auch richtig peinlich. Glücklicherweise sind im Moment die Abstände zu anderen Gästen sehr groß. Und zu meiner Ehrenrettung darf ich sagen, es waren nur kurze Augenblicke, denn bei der Komödie “Reset – alles auf Anfang” wird viel und laut gelacht. Ich kann sie euch nur empfehlen – wenn ihr nicht zu müde seid. 🙂
Ich hoffe jedenfalls sehr, dass die Wettervorhersage stimmt, die verspricht, dass es ab morgen endlich wieder kälter wird.

Adams Tower

Zum modernen Amsterdam gehören mehrere spektakuläre Gebäude. Der Adamstower bietet viel Spaß und einen herrlichen Ausblick über die Stadt.

Das tollste aber ist die Schaukel in 100 Metern Höhe über dem Meer. Ich habs genossen, aber da kommt unglaublich viel Adrenalin in den Körper. 🙂

Grünes Amsterdam

Obwohl oder vielleicht gerade weil in Amsterdam die Grachten das Bild prägen, pflegen die Menschen jedes noch so kleine Pflänzchen, das sich aus einer kleinen Ritze hervorkämpft.

Ein grünes Paradies dagegen ist der Vondelpark, mitten in der Stadt.

Nordermarkt

Der Nordermarkt, rund um die Norderkerk, bietet alles in Hülle und Fülle, was gut schmeckt – und das noch dazu in Bio.

Mehr Fahrräder als Einwohner

Ich habe schon riesige Fahrradstellplätze gesehen, zum Beispiel in Kopenhagen. Aber so viele wie hier noch nie. Rund um den Hauptbahnhof scheinen 100.000 Fahrräder zu stehen.

Der Hauptbahnhof ist im vorderen Bereich im ursprünglichen Baustil erhalten. Dahinter aber verbirgt sich ein hypermoderner Bahnhof.

Alltag in Amsterdam

Wenn sich in Amsterdam der erste Sonnenstrahl zeigt, strömen alle ins Freie. Die Menschen sitzen dann auf Mauervorsprüngen, Gehsteigkanten, Bierkisten oder einfach am Boden, ein Getränk vor sich und haben Spaß.
Man spürt dabei unglaublich viel Lebensfreude und noch viel mehr Toleranz. Leben und leben lassen wird hier wirklich gelebt. 

Das Alltagsleben ist hier doch ziemlich anders als in Wien. Es gibt beispielsweise bis heute noch keine Mülltrennung. Amsterdam plant dies erst ab 2023, da sollen dann zunächst Küchen- und Gartenabfälle getrennt und Plätze für Recyclingcontainer geschaffen werden. Derzeit wird der Müll einfach in großen Säcken über die Straße entsorgt – und niemand regt sich auf.

Tod beim Pinkeln

Etwas, das es in anderen Großstädten schon lange nicht mehr gibt, sind die nicht sehr pikanten, öffentlichen Pissoirs. In Amsterdam findet man davon heute noch 35, und manchmal stehen sie sogar knapp neben einem Gastgarten.
Warum erhält sie die Stadt noch immer? Man will damit verhindern, dass betrunkene Männer beim Pinkeln nachts in die Kanäle fallen und ertrinken. Jährlich ereilt dieses Schicksal aber dennoch etwa 15 Männer. Wenn du jetzt meinst, dass das nur eine Annahme ist – nein, das ist belegt durch den offenen Hosenstall, den andere Wasserleichen nicht haben.

 

9.7.2021

Architektur in Amsterdam

Wer hätte das gedacht: In Amsterdam gibt es mehr Kanäle als in Venedig. Da sie alle breit genug und mit der nötigen Infrastruktur ausgestattet sind – und Baugründe knapp sind – werden sie gerne zum Wohnen genützt. Die Hausboote sind, wie die Menschen auch, Unikate. Dass man so ein Boot auch mit vielen Katzen bewohnen kann, zeigt das erste Bild.

Im Zentrum der Stadt wird viel renoviert.
Der Erhalt der alten Häuser steht dabei im Vordergrund. Manche stehen allerdings aufgrund der Feuchtigkeit des Bodens schon so schief da, dass man fürchtet sie könnten einstürzen. Dennoch sind sie bewohnt.

Alle Wohnhäuser mit großen Fensterläden waren ursprünglich als Speicher genutzt. Heute sind es beliebte und teuere Wohnhäuser.

Auch die moderne Architektur prägt Amsterdam immer mehr und mehr.
Hier sieht man den Justizpalast.

Alles neu in Amsterdam

Was in Amsterdam auffällt, sind Baustellen, viele Baustellen. Dabei wird leider oft vergessen für die Fußgeher/Innen Ersatzgehsteige zu bauen. Da stolpert man dann halt mitten durch Künetten, über Kabel, Sand und andere Hindernisse. Wenn ich als Kommunalpolitikerin in Wien so etwas zugelassen hätte, hätte man mich mit einem nassen Fetzen aus der Stadt gejagt. Die Amsterdamer/Innen haben da wesentlich mehr Geduld.

Baustellen in Amsterdam betreffen natürlich nicht nur die Straßen.
Taucher verlegen unter besonders schwierigen Bedingungen Kabel und tauschen Ziegel und Betonblöcke aus. Arbeiten mit FFP-Maske ist sicher unangenehm aber arbeiten in Taucherausrüstung muss schrecklich sein.

Minibar in Not

Beim Einchecken im Hotel hat man von uns eine Sicherstellung von 50,-€ für die Minibar verlangt. Wir bekamen auch gleich eine schriftliche Bestätigung dafür. Eine Abrechnung sollte dann beim Auschecken erfolgen.

Groß wurden aber unsere Augen, als wir sahen, dass unsere Minibar total leer war.
Wir meldeten das sicherheitshalber gleich bei der Rezeption.
Jetzt wurden unsere Augen aber noch größer. Denn wir erfuhren, dass im Moment die Minibars grundsätzlich nicht gefüllt werden.
Wozu mussten wir dann die Kaution hinterlegen?
Das konnte man uns leider nicht erklären.

 

Amsterdam wir kommen

Angekommen sind wir ja in Amsterdam, aber mit enorm viel Verspätung. Eine zeitaufwändige Grenzkontrolle in Passau und zwei Umleitungen in Deutschland haben uns fast zwei Stunden Verspätung beschert. Wir haben uns das aber gleich auf der Fahrkarte vom Schaffner bestätigen lassen, weil man dafür – laut ÖBB-Fahrgastrecht – einen Preisnachlass verlangen kann.
Nachdem wir schon einen Bärenhunger hatten, haben wir nur schnell unser Hotelzimmer bezogen und sind dann schnurstracks zu einem Restaurant gegangen, das uns von Freunden empfohlen wurde. Wir haben es zwar schnell gefunden, aber es existiert dort nicht mehr. Das hat unsere Laune nicht gerade verbessert. Also sind wir ins Hard Rock Cafe gegangen, das wunderschön an einer Gracht liegt.
Naja, nachdem der Start etwas holprig war, hatten wir dann doch einen wunderschönen Spaziergang durch die Altstadt und über den Blumenmarkt. Mit 22°C meint es auch der Wettergott besonders gut mit uns.
Hier die ersten Eindrücke.

DAS Verkehrsmittel in Amsterdam ist das Fahrrad. Aktuellen Schätzungen zufolge gibt es 880.000 Fahrräder bei 810.000 Einwohner/Innen.
58% der Menschen fahren täglich damit. In der Innenstadt hat man das Gefühl, dass es gar keine Autos mehr gibt.

Am Blumenmarkt duftet es betörend.
Wer außergewöhnliche Samen und Zwiebeln sucht, wird hier ganz sicher fündig.
In einem großen Stand hängen hunderte Rosensträuße von der Decke – ein Meer aus Rosen.

7.7.2021 – 9:00 Uhr
Die Nacht war ganz ok, das Frühstück war gut, der Himmel ist wolkenlos, die Sonne scheint bei 16°C und wir sind mit mehr als einer Stunde Verspätung noch immer in Deutschland unterwegs. Ob das aufzuholen ist?

 

6.7.2021

Nach fast zwei Jahren machen wir wieder unsere erste Auslandsreise und erstmals mit dem Nightjet.
Empfangen wurden wir von einem netten Zugbegleiter und einem Glas Sekt. Die Schlafwagenabteile sind funktionell aber schmal. Mal sehen, wie die Nacht wird.

Wer den Nightjet nicht kennt, bekommt hier einen Überblick über das Abteil, das “Bad”  und die Frühstückskarte.

Und noch was: Wir haben warme Jacken mitgenommen, denn der Wetterbericht für Amsterdam sagt für die nächsten Tage eine Höchsttemperatur von 23°C voraus. 🙂 🙂 🙂

Nussbitter 2021 reift heran

Ende Juni (bis längstens 25. Juni sollte man sie ernten, steht in alten Rezeptbüchern) haben Walnüsse genau die Reife, die man braucht um einen guten Nussschnaps anzusetzen. Mit Gewürzen wie Zimt, Nelken, Kardamom, Muskatnuss, Anis, Fenchel… legen wir die geschnittenen grünen Nüsse in Schnaps und lassen sie einige Wochen ziehen.
Wer ihn nicht selbst machen will, bekommt ihn auch bei uns auf  www.kaufmann-schnaps.at .

Endlich richtig frei

In Udo Jürgens Lied „Ich war noch niemals in New York“ lautet der Refrain: „…ich war noch niemals richtig frei, einmal verrückt sein und aus allen Zwängen fliehen“. Als ich noch berufstätig war, dachte ich oft – wenn ich von einem Termin zum nächsten hetzte – wie es wohl wäre, wenn ich einfach das machen würde, wonach ich gerade Lust hatte. Viele von euch werden das nachvollziehen können. Die Sehnsucht nach Lust und Laune tun und lassen zu können, was man im Moment möchte, ist ein toller Gedanke. Ich habe ihn nur nie verwirklicht. Auf der einen Seite spürte ich immer das Pflichtgefühl in mir und auf der anderen stand mein Freiheitsdrang, der dagegen rebellierte. Also tröstete ich mich und hoffte auf die Freiheit, die ich in der Pension haben würde. Dummerweise wollte das Pflichtgefühl nicht wahrhaben, dass andere Zeiten angebrochen waren. Und so tat ich weiterhin vieles, das in Arbeit und Pflicht ausartete. Wenn man im Frühjahr Obst und Gemüse pflanzt, dann reift es den ganzen Sommer lang, man muss es ernten und verarbeiten oder zumindest einfrieren und kann nicht Urlaub machen, wenn man will. Will man bei der Zirbenschnapsbewertung gewinnen, muss man tagelang Zirben sammeln, putzen, schneiden, ansetzen, bis zur Reife beobachten, filtern und dann in Flaschen füllen.
Und wahrscheinlich hätten wir so weiter gemacht, hätte ich im Frühjahr nicht plötzlich entsetzliche Schmerzen bekommen. Noch weiß ich ja immer nicht genau, was ich wirklich habe, da wird noch weiter untersucht. Aber zumindest habe ich mit einem Medikament die Schmerzen so weit im Griff, dass ich wieder ein normales Leben führen kann – und das will ich genießen.
Aber das soll nicht mehr so normal wie bisher sein, das darf endlich auch ein bisschen verrückt sein. Noch nicht ganz schräg, aber nicht mehr so pflichtbewusst und vernünftig wie bisher. Ich bin 66, worauf sollte ich also warten?

Einen vorsichtigen Anfang habe ich gestern gemacht, nachdem wir einen Bericht über die ÖBB-Nightline gehört haben. Beide fanden wir, dass es Zeit wäre endlich einmal mit dem Schlafwagen wohin zu fahren. Amsterdam kam uns beiden in den Sinn. Also habe ich mich sofort hingesetzt und gebucht. Da wir beide natürlich gemeinsam in einem Abteil schlafen wollen, können wir erst am Dienstag losfahren. Aber das erwarten wir auch noch und  freuen uns unglaublich. Bis dahin haben wir in den Gärten, die wir betreuen, zwar noch einiges zu ernten, aber dann gibt es fünf Tage Freiheit.

Wien ist einfach spitze 

Meinen Erststich habe ich Anfang April bekommen und die zweite Corona-Impfung war für Ende April geplant. Plötzlich auftretende Muskelschmerzen im ganzen Körper und viel zu hohe Entzündungswerte ließen dies aber nicht zu. Und so musste ich jeden neu zugeteilten Impftermin immer wieder stornieren.
Gestern war es dann endlich so weit. Der neue Blutbefund machte endlich die heiß ersehnte Impfung möglich. Also rief ich bei 1450 an und erzählte kurz meinen Leidensweg.
Die Dame am anderen Ende der Leitung fragte kurz: “Wie schnell wollen Sie denn die Impfung?”
“Na am liebsten gestern.” war meine Antwort.
“Das werden wir leider nicht schaffen, aber heute Nachmittag könnte ich möglich machen. Allerdings müssten Sie ins Austria Center fahren.”
Ich war perplex und überglücklich. Wo ich die Impfung bekommen sollte, war mir völlig egal.

Die Organisation in dieser größten Impfstraße Österreichs hat mich fasziniert. Schon die Zufahrt war bestens beschildert. Im Parkhaus wurde einem sofort der nächstgelegene freie Parkplatz gezeigt. Vom Parkplatz wurde man mit einem Elektromobil zum Eingang gebracht, wo viele junge, unglaublich freundliche Ordner zeigten, in welcher Reihe man am schnellsten drankam. Alles in allem dauerte es vom Einparken bis zur tatsächlichen Impfung nicht mehr als 10 Minuten!!  –  Ich liebe Wien, diese wunderschöne Stadt, die die beste Verwaltung hat, die man sich vorstellen kann.

Einen Wermutstropfen musste ich allerdings hinnehmen. Im Elektromobil, das uns zum Eingang der Impfstraße führte, saßen noch fünf andere Personen. Zugegeben, sie hätten alle meine Kinder sein können. Im Moment werden ja viele Junge geimpft. Aber dass ich die einzige war, der man einen Schemel zum leichteren Ausstieg hingestellt hat, hat mehr weh getan als die Impfung. 🙁

Der erste Flug

Wir füttern die Vögel in unserem Garten mit großer Begeisterung. Als Dank singen und zwitschern sie für uns, manchmal knapp vor dem offenen Fenster und oft auch schon bei Sonnenaufgang. 🙁 
Heute haben sie uns den ersten Ausflug einiger Jungen miterleben lassen. Die tollpatschigen Kleinen sind dick und immer hungrig, während die Eltern vom ständigen Futtersuchen ziemlich abgemagert sind. Dennoch fliegen sie unermüdlich von einem Jungen zum anderen um sie für den ersten Flug zu stärken.
Herzlichen Dank für dieses wunderbare Schauspiel.

Jetzt gehts aber wirklich los

Als ich den letzten Tagebucheintrag Anfang Mai schrieb, ahnte ich nicht, was noch alles auf mich zukommen würde. Es waren schlimme Tage, geprägt von den furchtbarsten Schmerzen, die ich je in meinem Leben ertragen musste.
Plötzlich auftretende Lähmungserscheinungen in den Armen und dem Oberkörper mtten in der Nacht – da bekommt man Panik. Je mehr untersucht und keine Ursache gefunden wurde, umso verzweifelter wurde ich.
Die genaue Ursache steht zwar noch immer nicht ganz fest, aber die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt, ist groß. Möglicherweise war die Borreliose der Auslöser – aber wir (einige wunderbare Ärzt/Innen und ich) suchen noch. Vor allem arbeite ich hart daran vom schmerzlindernden Cortison wieder wegzukommen. Ausgerechnet ich, die so auf alternative Heilmethoden setzt, muss Cortison nehmen.  🙁
Ich bin jedenfalls unsagbar glücklich und dankbar, dass ich mich wieder bewegen kann und meinen Blog wieder aktivieren kann.

20.6.2021

Ich bin wieder da

Ja, ich weiß es eh.
Das sollte man nicht tun.
Über zwei Wochen nichts ins Tagebuch zu schreiben ist schlimm.
Man darf auch seine treuen Tagebuchleser/Innen nicht so lange enttäuschen. Ich habe deshalb auch schon länger ein schlechtes Gewissen. Aber wenn man krank ist, dann geht halt manches nicht so wie man will. Meine Knieschmerzen haben mich total aus der Bahn geworfen. Diesmal haben nicht einmal die Topfenwickel geholfen. Wenn man nicht gehen kann und trotzdem zwischen Arzt, Röntgen und Spital hin- und herpendeln muss, dann mag man sich die restliche Zeit des Tages nur mehr liegend entspannen.
Durch die hohen Entzündungswerte durfte ich auch meine zweite Corona-Impfung leider nicht bekommen. Sicherheitshalber habe ich aber meine Antikörper im Labor testen lassen. Zu meiner großen Freude hat mein (wunderbarer 😉 ) Körper schon nach der ersten Impfung eine Unmenge Antikörper (371 bei Referenzwert 34) produziert. Damit sollte ich laut Labor in den nächsten 4 -6 Monaten vor Corona geschützt sein. Das heißt also, dass ich mich ab morgen, wenn der Lockdown in Wien zu Ende geht, ohne Angst bewegen kann. Ich werde natürlich weiterhin die Maske aufsetzen und zu enge Kontakte meiden, aber ohne Angst vor einer möglichen Ansteckung macht das Leben doch wieder viel mehr Freude.

2.5.2021

Feuer und Flamme

Im Ennstal ist es ja noch immer winterlich kalt. Am Dienstag hat es heftig geschneit, und wir haben ordentlich eingeheizt. Am Mittwoch in der Früh hat mein Mann den Ofen ausgeräumt, die Asche in den Aschekübel aus Metall gegeben und ihn vor die Haustüre gestellt. Dort stand er den ganzen Tag und die ganze Nacht.
Am Donnerstag leerte er die Asche – die wohlgemerkt bereits 24 Stunden in der Kälte stand – in den Mistkübel.
Am Freitagmorgen trauten wir unseren Augen nicht, denn aus unserem Mistkübel rauchte es wie aus einem Fabriksschlot. Erst mit zwei Kübeln Wasser konnten wir die heftig glosenden Überreste zum Erlöschen bringen.
Dabei kam die Erinnerung an einen schrecklichen Brand am Heiligen Abend vor 25 Jahren in uns hoch. Damals brannte hier im Ort ein großer Bauernhof ab, weil die Aschereste im Mistkübel weiterglosten und das Brennholz, das dahinter gestapelt war, in Brand setzte. Das Brennholz war vom Bauernhof nur einen Funken weit entfernt und somit nahm das Unheil seinen Lauf.
Bei uns hat glücklicherweise nur der Mülleimer ein paar Brandblasen abbekommen. Aber in Zukunft werden wir ganz die Asche restlos ertränken.

17.4.2021

Idyllisches Landleben

Wenn man als Großstadtpflanze, so wie ich eine bin, aufs Land zieht, dann sieht man im Landleben in erster Linie die vielen Vorteile. Da sind einmal die gute Luft und die herrliche, vielfältige Landschaft, die Natur, die einem auf Schritt und Tritt begegnet. Düfte und Klänge erlebt man in der Natur, die es nur fern der Großstadt gibt. Nicht zu vergessen die köstlichen, bodenständigen Spezialitäten, die köstlich schmecken. Die menschlichen Kontakte laufen am Land selten digital sondern echt noch analog ab. Und wenn man in den Baumarkt geht, findet man wirklich noch einen Berater, der einem hilft, wenn man zum Beispiel eine ganz besondere Schraube sucht, die man unbedingt braucht. Und sollte es sie einmal nicht geben, dann wird sie schnell besorgt – tatsächlich.

Die Probleme des Alltags merkt man erst, wenn man länger am Land lebt und sich das eine oder andere Wehwehchen meldet. Bei mir ist es im Moment das Knie, das mich seit Tagen quält. Also muss ich schnell zum Orthopäden, dachte ich und rief an um einen Termin zu vereinbaren. Dachte ich. Mein Schreck war enorm, als ich erfuhr, dass ich Ende Juni einen Termin haben könnte, früher wäre es leider unmöglich. Ich könnte natürlich auch in die Ambulanz des Krankenhauses in Schwarzach fahren, aber das ist ganze 65 km entfernt. Jetzt bin ich ja glücklicherweise mobil und kann unser Auto nützen. Was aber, wenn es nicht motorisierte Menschen betrifft?  Dann wird es mühsam, und zwar sehr. Öffentlich braucht man über 2 Stunden dorthin. Man müsste also schon um 6:00 von hier losfahren, damit man sich knapp nach 8:00 Uhr in der Ambulanz anmelden kann.
Und das ist jetzt nur ein Bereich, in dem sich zeigt, wie mühsam das Leben am Land sein kann. Davon wissen auch die Kinder schon ein Lied zu singen, die ein Oberstufengymnasium besuchen. Da sind die Wege meist auch sehr mühsam und weit.
Wie gut geht es da nicht uns Wiener/Innen. Selbst öffentlich erreichen wir von überall in wenigen Minuten eine Facharztpraxis, eine Schule oder sogar ein Spital – und das in allerhöchster Qualität.

13.4.2021

Jammern schafft Erleichterung

Der Lockdown setzt mittlerweile fast allen Menschen heftig zu. Egal ob in gesundheitlicher, emotionaler oder ökonomischer Sicht, die Pandemie wird für viele zu einer fundamentalen Bedrohung.
Auch ich spüre mittlerweile eine steigende Unzufriedenheit, obwohl ich als Pensionistin keine Einkommenskürzung oder den Jobverlust befürchten muss. Und das, obwohl wir zwei wunderschöne Wochen gemeinsam mit den Enkelkindern verbringen durften. Die erste Corona-Impfung vergangene Woche hat mir zwar auch Freude bereitet – hätte ich nie zuvor gedacht, dass ich mich jemals so auf eine Impfung freuen würde – aber auch dieser Moment der Freude und Zuversicht ist angesichts der nicht sinken wollenden Infektionszahlen bald wieder verschwunden.
Zu alledem kommen seit einigen Tagen noch arge Schmerzen im Knie hinzu. Ok, das Knie ist kaputt, das weiß ich, aber dass es sich ausgerechnet jetzt wieder schmerzvoll melden muss, ist mehr als unpassend.
Jetzt liege ich da fast bewegungslos, aufgebahrt zwischen zahlreichen Polstern, das Knie mit kühlem Topfen umwickelt und hoffe, dass es auch ohne OP wieder besser wird. Hilfreich ist auf alle Fälle, dass ich meinem Tagebuch mein Leid klagen darf. Jammern erleichtert ja doch ein wenig.
Ich wünsche uns allen, dass wir bald wieder unser Leben in Freiheit wieder zurückbekommen. Aber bis dahin lasst eurem Frust und eurem Ärger, so oft es geht und so, dass es die anderen nicht verschreckt, freien Lauf – es tut einfach gut.

Von nun an geht’s bergauf 

Nach einigen Tagen voller Sonnenschein und Frühlingserwachen ist das Ennstal heute Morgen mit einer weichen Schneedecke überzogen in die neue Woche gestartet. Dort, wo wir gestern noch gemütlich im Sonnenschein gesessen sind, hat es ungemütliche Minusgrade.
Die frisch gesetzten Gemüsepflänzchen – vielleicht hätte ich doch noch ein paar Tage warten sollen – frieren sichtbar im Schnee. Naja, der April macht halt was er will.

Eigentlich sind wir ja vor dem strengen Wiener Lockdown in die Steiermark geflüchtet, aber heute fahren wir voller Freude, Begeisterung und Dankbarkeit wieder zurück nach Wien. So gerne sind wir noch nie nach Hause gefahren.
Mein Mann hat frühmorgens in eisiger Kälte das Auto von Eis und Schnee befreit. Und nach einem schnellen Frühstück starteten wir auch schon. Und das alles um unsere 1. Coronaimpfung zu bekommen. Nie zuvor hätte ich mir vorgestellt, dass ich mich jemals so sehr über eine Impfung freuen würde.

6.4.2021

Zeckengefahr!!!

Bisher dachte ich, dass die Zeckengefahr nur in der heißen Jahreszeit besteht. Seit gestern weiß ich, dass die kleinen Blutsauger auch schon am Ende des Winters auf ihre Opfer lauern. Vom Bärlauchsammeln habe ich einen ungewollt mitgenommen und erst nach zwei Tagen entdeckt. Da hatte er sich schon festgebissen und mit meinem Blut vollgesaugt.
Zecken findet man in ganz Österreich, in der Schweiz und im Süden Deutschlands. Als mögliche Überträger der FSME oder einer Borreliose  stellen die kleinen, beißwütigen Zecken also nicht nur im Sommer eine Gefahr dar.
Während es eine FSME-Impfung gibt, mit der man sich gegen diese Krankheit schützen kann, gibt es keinen vorsorglichen Schutz gegen Borreliose.

Es heißt also aufpassen und nachschauen, wenn man aus Wald und Feld nach Hause kommt, ob man eine Zecke am Körper hat – und zwar zu jeder Jahreszeit.

18.3.2021

Eis essen mit Maske?

Seit Tagen habe ich unstillbaren Gusto auf Eis. Leider hat noch kein Eisgeschäft in meiner Gegend offen. Umso glücklicher war ich, als wir gestern in einem Einkaufszentrum am Stadtrand einen Eiskiosk entdeckt haben. Sofort haben wir uns entschlossen ein Eis, natürlich “to go”, zu kaufen.
Aber da begann unser Dilemma. Erstens hatten wir die Hände voll mit Einkaufstaschen, zweitens hatten wir Masken auf und drittens ist der Konsum der “Speisen to go” im Einkaufszentrum verboten.  Da standen wir nun, das Wasser lief uns schon im Mund zusammen, und wir wussten nicht wie wir – ohne die Coronaschutzmaßnahmen zu verletzen – das Eis essen sollten.
Ich machs kurz: Wir haben zunächst ausfindig gemacht, wo es den nächsten Ausgang gibt, haben dann unsere Einkaufstaschen über die Unterarme geschoben um die Hände fürs Eis frei zu bekommen, haben das Eis gekauft und sind so schnell wie möglich hinausgelaufen,  damit uns das Eis nicht in der Hand zerfließt. Und am Parkplatz haben wir dann unser Eis genossen.
Morgen öffnet einer der bekanntesten Eissalons in Wien – natürlich auch nur “to go” – aber ich freu`mich riesig.

11.3.2021

Wandern im Wienerwald

Nachdem wir Anfang der Woche eine herrliche Wanderung auf der Hohen Wand gemacht haben, versuchten wir es gestern in Wien. Wir wollten auf die Sophienalpe. Laut Wanderkarte ist dies der Stadtwanderweg Nr. 8, einer von 13, die es in Wien gibt.
Während es am Montag so warm war, dass wir länger in der Sonne sitzen konnten, war es gestern zapfig kalt. Die Wege waren am Anfang noch gefroren, und die ersten Schritte rutschten wir mehr als wir gingen. Als wir beim Hanslteich ankamen, lächelte uns zum ersten Mal die Sonne entgegegen. Und ab da war es dann vorbei mit dem Eis. Allerdings zeigte uns die Sonne auch sofort ihre Kraft, indem sie unseren Weg auftaute. Aus den Eisflächen zu Beginn des Weges wurden sehr schnell Lacken. Und je höher wir kamen, umso mehr Morast zierte unseren Weg und unser Schuhwerk. Wir mussten öfter ins Dickicht ausweichen, weil der Weg selbst gänzlich unter Wasser stand. An einer Stelle versank ich plötzlich mit meinem rechten Fuß im Schlamm und spürte sofort, wie das eiskalte Wasser in den Schuh drang. Die Kälte war aber nur im ersten Moment schlimm, weil der körperwarme Socken sofort das ganze Wasser aufgesogen hat. Vorsichtig – wie auf Eiern – gingen wir nun langsam weiter. Nein, wir gingen nicht, wir rutschten unsicher dahin.
Und dann, plötzlich, war der Weg gänzlich unter Wasser. Damit hatten wir nicht gerechnet. Und weil das Dickicht rechts und links aus dornigem Gebüsch bestand, war auch ein Ausweichen kaum möglich.
Schön langsam verging mir die Freude an dieser Wanderung. Wir hatten doch noch nicht eimal die Hälfte des Weges hinter uns, wie sollte das noch weitergehen? Mein Mann, der ja noch trockene Füße hatte, nahm es leichter. Er blieb stehen und suchte auf der Karte nach einem anderen Weg. Die Karte bot aber leider keine Alternative. Da sah ich in der Ferne, am Ende einer großen Wiese, einen Mann mit einem Hund gehen. Wenn der dort geht, wird es wohl trocken sein, dachte ich. Welcher Hundebesitzer geht schon gerne mit seinem Liebling durch Matsch und Dreck, war meine logische Schlussfolgerung. Also bogen wir von unserem Weg ab und schlugen uns durchs Dickicht in Richtung Wiese. Der Weg bis zur Wiese war ein brauner, knöcheltief feuchter Matsch. Um sicher durch den Gatsch zu balancieren, mussten wir uns auch immer wieder gegenseitig stützen oder ziehen um auf diesem glitschigen Untergrund nicht zu stürzen. Gleich am Anfang sank ich auch richtig tief mit dem linken Schuh ein und das eindringende Wasser verdrängte sofort jegliche Luftblasen im Schuh. Somit fühlte ich wieder eine gewisse, wenn auch quatschig-feuchte, Symmetrie in den Füßen.
Mit vereinten Kräften erreichten wir endlich die sonnenbeschienene Wiese. Die Freude darüber war allerdings kurz, denn die Wiese stand ebenso unter Wasser wie der bisherige Weg. Mein Mann sank so tief ein, dass es ihm bei jedem zweiten Schritt die Schuhe auszog.
Aber uns war klar, es gibt kein Zurück. Wir konnten nur weiter hinauf in Richting Straße gehen.
Wir sahen sicher sehr komisch aus, denn  wir hoben bei jedem Schritt vorsichtig das Bein sehr hoch um zu sehen, ob auch der Schuh noch dran ist.

Wir haben es schließlich doch geschafft einen trockenen Weg zu finden. Aber wir sind nicht mehr bergauf sondern zurück zum Ausgangspunkt gegangen. Ein warmes Fußbad und ein gutes Mittagessen hat unsere Laune dann schnell wieder gebessert. Die Schuhe zeigen allerdings heute noch die Spuren der “Unterwasserwanderung”, denn die müssen sicherlich noch einige Tag trocknen, bevor wir sie von ihren Schlammpackungen befreien können.

7.3.2021

Kinderarbeit gehört bestraft

Ich bin überzeugt, dass diese Überschrift jede/r meiner Leser/Innen sofort unterschreiben würde. Wenngleich wir auch nicht immer so handeln. Besonders bei extremen Billigprodukten – wie T-Shirts um zwei Euro oder ähnlichem – müssten eigentlich bei jedem von uns die Alarmglocken zur Vorsicht mahnen. Dennoch finden die Produkte ihre Käufer/Innen.
Vermuten muss man schon, dass Kinderarbeit dahinter steckt, aber wirklich offensichtlich wird sie halt nicht wirklich. 
Ganz offensichtliche  Kinderarbeit hingegen hat ein Gericht in Bayern aufgedeckt und auch bestraft (siehe ORF Teletext 13.2.2021 Seite 146).
Kinderarbeit mitten in Bayern?
So unglaublich dies klingt, so spektakulär ist der Arbeitsplatz, an dem das Kind “zur Arbeit gezwungen” wurde. Es war eine Bühne, auf der im Juli 2019 Angelo Kelly (er wuchs als jüngstes Kind der berühmten Kelly Family auf, die immer als Großfamilie auf der Bühne stand) mit seinen Kindern ein Konzert gab. Sein jüngster Sohn William, damals 4 Jahre, trat dabei mit einem eigenen Song auf und war laut Gerichtsurteil “mindestens 30 Minuten” auf der Bühne. Laut deutschem Jungendarbeitsschutzgesetz dürfen Kinder zwischen drei und sechs Jahren zwar auf der Bühne bei Musikaufführungen mit behördlicher Ausnahme bis zu zwei Stunden täglich gestaltend mitwirken und an Proben teilnehmen – aber nur in der Zeit von 8 bis 17 Uhr. Williams Auftritt endete den Behörden zufolge allerdings um 20.20 Uhr.
Eine Strafe in der Höhe von € 5.000,- wurde letztlich auf € 3.000,- reduziert. Die Strafe aber wurde tatsächlich verhängt.

Und das sind die Momente, wo ich an der Menschheit verzweifle. Jedes Kind, das in der dritten Welt regelmäßig arbeiten muss, würde sich wohl sehnlichst wünschen, auf einer Bühne “arbeiten” zu dürfen. Aber das Leid dieser Kinder ist für uns unsichtbar und damit kein Thema in unserem Alltag. Würden wir nur ein wenig von der Energie, die wir an diese Absurditäten vergeuden, für die Bekämpfung der tatsächlichen Kinderarbeit aufwenden, könnten wir Kinderleid zumindest ein wenig lindern. Einem Kellyspross den Auftritt zu verbieten, bringt wohl niemandem was – außer dem bayrischen Fiskus. Und das bringts?

Zecken im Winter ???

So sehr viele über die Maskenpflicht lästern, sie hat schon auch viel Gutes. Nicht nur, dass sie meine Familie und mich bisher vor Corona geschützt hat, haben wir alle seit Monaten weder Schnupfen, Husten noch grippeähnliche Infekte. Ich bin echt schon am Überlegen, ob ich es nicht nach der Pandemie – mein Gott, dass ich jemals so einen Zeitbegriff verwenden würde, hätte ich bis vor einem Jahr nicht im schlimmsten Albtraum gedacht 🙁 – den Chinesen nachmache und in Grippezeiten grundsätzlich die Maske trage.
Dass sie aber nicht vor jeder Infektion schützt, erlebe ich seit Tagen am eigenen Leib. Ich habe nämlich eine akute Borreliose. Ja, du hast richtig gelesen, eine Borreliose, die man üblicherweise nur mit einem Zeckenbiss in Verbindung bringt. Ein untrügliches Merkmal (leider entwickeln aber nicht alle Infizierten eindeutige Krankheitszeichen) ist ein roter Fleck mit einem hellen Zentrum, fast wie ein Kreis. Als ich den bemerkte, spürte ich auch schon leichte Gliederschmerzen und hatte unbegründete Schweißausbrüche, die auch ein Symptom sind.  Die Ärztin und ein Blutbefund bestätigten meine Befürchtungen.
Nachdem es jetzt keine Zecken gibt, wir im Haus aber immer kleine Spinnen oder auch Mücken finden, wird mich wohl eines dieser Biester gebissen und infiziert haben. Nun muss ich 3 Wochen lang ein Antibiotikum nehmen (schlimm für Darm und Immunsystem, wie man im Buch “Darm mit Charme” nachlesen kann) und dann sollte mein Körper wieder borrelienfrei sein.
Solltest du jemals solch einen ringförmigen Fleck entdecken, auch ohne Zeckenbiss als Ursache, dann gehe unbedingt zum Arzt und lasse es abklären, denn eine nicht behandelte Borreliose kann sehr gefährlich werden und schwere Spätfolgen verursachen.

Wo bitte ist hier die Straße???

Hin und wieder verlassen wir auch jetzt im Lockdown das wunderschöne Ennstal. Der Zahnarztbesuch meines Mannes war diese Woche der Anlass dafür. Bei winterlichen Temperaturen fuhren wir los und kamen bei angenehmem, fast frühlingshaftem Wetter in Wien an. Zu meiner Freude sang bereits eine Amsel ihr fröhliches Lied. Auch der Garten zeigte sich schon im Frühlingsgewand. Die Melisse hatte bereits die ersten Blätter entfaltet und auch andere Pflanzen zeigten schon viele neue Triebe und Knospen.

Als wir Wien wieder verließen, regnete es leicht. Ab dem Semmering ging der Regen langsam in Schnee über. Auf der Phyrnautobahn waren wir dann wieder im Winter angekommen. Der Schneefall war so dicht, dass man kaum etwas sah. Kein einziger Autofahrer fuhr auf der Überholspur, denn die war binnen kurzer Zeit total schneebedeckt. Schneepflug war weit und breit auch keiner zu sehen. Ich war sehr froh einen großen LKW vor mir zu haben, der mir im Schneetreiben den Weg zeigte.

Die Abfahrt von der Autobahn ins Ennstal musste ich alleine bewältigen, denn der LKW fuhr leider auf der Autobahn weiter. Es war ein vorsichtiges Vortasten, denn in der absoluten Finsternis, die durch wattepadgroße Schneeflocken unterbrochen wurde, konnte ich weder am Straßenrand noch auf der Fahrbahn irgendwelche Markierungen erkennen. Im Schritttempo fand ich schließlich doch die Straße ins Ennstal.
Als mir im Kreisverkehr ein Fahrzeug den Vorrang nahm, ärgerte ich mich nicht, denn der PKW hatte offenbar den gleichen Weg und somit hatte ich wieder einen vor mir, mit dem gemeinsam ich in dem unglaublich dichten Schneetreiben die Straße suchen konnte. Nach einigen Kilometern war das Schneechaos urplötzlich vorbei und Starkregen begleitete uns fortan. Weil der Regen natürlich auch den Schnee am Straßenrand zum Schmelzen brachte, war viel zu viel Wasser auf der Straße. Wir fuhren durch Lacken, wirbelten riesige Fontänen auf und mussten auf Aquaplaning achten. Mein “Leitfahrzeug” bog leider ab und nun führte ich die Kolonne an. Knapp vor Gröbming wurde es dann wieder kälter und der Regen ging sofort wieder in dichtes Schneetreiben über. Die Schneeflocken tanzten wild und übermütig vor meiner Nase herum und nahmen mir die Sicht. Ich versuchte es mit dem Fernlicht, was aber keine gute Idee war, denn aus den Schneeflocken wurde plötzlich eine dichte, weiße Wand, die das Licht meiner Scheinwerfer total reflektierte. Obwohl wir Vollmond hatten, war es auf der Straße finster wie in einem …  Was soll ich sagen, es war mühsam. Irgendwie schaffte ich es doch auf der Straße zu bleiben, und ich war heilfroh als wir gut im winterlichen Ennstal aussteigen konnten.

Eines frage ich mich aber bis heute, wo haben sich die Schneepflüge versteckt?

29.1.2021

Oh Schreck – ein Leck

Schön langsam nehme ich an, dass auch ich von der senilen Bettflucht betroffen bin. Obwohl ich mein ganzes Berufsleben lang nie, aber absolut niemals, ohne Wecker munter geworden bin, kommt es jetzt immer wieder vor, dass ich um sechs Uhr putzmunter bin und freiwillig aufstehe. Gestern, Freitag, war es wieder so weit. Alle anderen im Haus waren noch tief im Träumeland, als ich schon in der Küche Tee und Kaffee kochte. Üblicherweise gehe ich danach in den Keller um am Außenthermometer der Heizung abzulesen, wie kalt es draußen ist.
Und da sah ich das Malheur: Das Gerät der Fernwärme tropfte – und das am Freitagmorgen.
Ob da wohl noch jemand vor dem Wochenende kommen würde, oder müssten wir etwa bis Montag frieren?  Wer weiß wie kaputt die Anlage ist. Nach 15 Jahren Betrieb kann ja sein, dass man das Ding komplett erneuern muss. Vielleicht sind aufwändigere Arbeiten notwendig, mit viel Staub und Dreck.

Ich versuchte meine grimmige Laune zu unterdrücken. Aber immer wieder drängte sich der Gedanke vor: Na wenn ein Tag schon mit solchem Ärger beginnt…

Erst nach acht Uhr hörte ich Schritte auf der Treppe. Ich überfiel meinen Mann gleich mit der Schreckensnachricht. Er sah sich das Leck an und blieb erstaunlicherweise ganz locker: ” Das ist nur eine Dichtung. Die könnte ich sogar selbst reparieren. Aber ich rufe bei der Fernwärme an.” Sprachs und tat es.

Nachdem er aufgelegt hatte, ging er nochmal in den Keller um ein Regal ein wenig zur Seite zu schieben, damit der Techniker dann mehr Platz hätte. Aber dazu kam es nicht, denn in diesem Moment läutete es an der Türe und draußen stand der Fernwärmetechniker. Es war so unglaublich, aber war so. Der nette Mann war gerade mit der Arbeit bei einem Nachbarn fertig und daher so schnell bei uns. Er war dann auch bei uns schnell fertig, denn es war wirklich nur eine Dichtung. Kein großer Schaden, keine aufwändigen Arbeiten und vor allem gar kein Ärger. Ich hatte mich völlig umsonst geärgert.

Selber schuld, kann ich nur sagen, denn wie heißt es so richtig – ich ärgere mich.

23.1.2021

Schnee schaufeln im Garten?

Wir Wiener/Innen gelten in der Steiermark manchmal als ein wenig schräg. Keine Ahnung warum, aber es ist halt so.
Wobei, wenn ich es mir recht überlege, vielleicht ist es sogar zu Recht, denn das, was sich gestern in unserem Garten abgespielt hat, unterstreicht diese Einstellung noch. Wir haben nämlich die Wiese vom Schnee befreit. Ja, echt, wir haben Schnee von der Wiese weggeschaufelt. Aber nicht deshalb, weil Schnee schaufeln etwa so viel Spaß macht. Nein, wir hatten natürlich einen triftigen Grund: Unsere Enkelkinder wollten einen Iglu bauen, und dafür braucht man bekanntlich jede Menge Schnee. Nachdem der Iglu hinter der blickdichten Hecke liegt, haben die vorbeigehenden Menschen natürlich nur gesehen, dass wir den Schnee von unserer Wiese wegkehren.
Die haben nicht schlecht gestaunt.
Naja, da darf man sich dann nicht wundern, dass man uns für schräg hält. 🙂

16.1.2021

Schwammerlernte daheim

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit Austernpilzen. Sie sind gesund und schmecken echt gut. So kam ich auf zwei junge Männer aus Wien, die vor 5 Jahren den mutigen Schritt gesetzt haben, eine Pilzzucht in einem Keller in Wien auf Basis von Kaffeesatz zu beginnen. Die beiden sind erfolgreich, mussten schon expandieren und haben immer wieder tolle, neue Ideen.
Eine davon ist “Pilze aus dem Kübel”. Ich habs probiert und habe schon mehrere köstliche Schwammerlgerichte aus meiner Ernte gekocht.
Es ist nicht schwierig oder aufwändig. Mein Kübel pendelt sogar immer wieder mit uns von Wien ins Ennstal und zurück. Und trotzdem entwickeln sich die Schwammerln gut.
Willst du es vielleicht auch probieren?
Demnächst kommt ein Beitrag dazu.

13.1.2021

Es riecht wie toter Hund 

Gestern haben wir nach mehreren Wochen erstmals das Ennstal verlassen und sind nach Wien gefahren. Mein Mann hatte heute Morgen einen Zahnarzttermin und ich nütze die Gelegenheit um einige kleine Erledigungen zu machen – viel ist durch den Lockdown ja eh nicht möglich.
So wollte ich unter anderem die leeren Flaschen entsorgen. Als ich unseren Abstellraum betrat, hat mich ein ekelhafter Gestank fast umgeworfen. So ein fürchterlicher Geruch war mir sicher noch nie im Leben untergekommen. Natürlich habe ich sofort nach der Ursache gesucht, und glücklicherweise habe ich den Stinker auch gefunden: Ein zum Platzen aufgeblasener Gefrierbeutel in dem ein Stück verdorbenes Fleisch dahinfaulte. Also eine hochexplosive Stinkbombe.
Was? Woher kommt das?
Nach einer Schrecksekunde war es mir klar. Als wir vor Weihnachten unsere Zelte in Wien abgebrochen haben um den Lockdown in der Steiermark zu verbringen, habe ich auch einiges aus dem Tiefkühlschrank mitgenommen. Offenbar habe ich nicht alles gleich in die Kühltasche gegeben, sondern dieses eine Stück Fleisch im Regal abgelegt, warum auch immer. Vielleicht hat das Telefon geläutet, oder ich wurde sonst wie abgelenkt und habe es dann einfach vergessen. In den drei Wochen unserer Abwesenheit hat das tiefgekühlte Fleisch nicht nur langsam auftauen können, sondern es hat still und leise ein zweites Leben begonnen. Es hat nicht nur einen erbärmlichen Gestank entwickelt, es hat den Gefriersack wie einen Luftballon aufgeblasen und versucht zu sprengen. An einigen Stellen ist ein blutig-klebriger Saft ausgetreten, der sich über das Regalbrett verteilt und alles verklebt hat. Ich musste meinen Mann zu Hilfe holen, weil ich einen darunter stehenden Topf nicht vom Brett wegbrachte. Superkleber kann nicht besser halten.
Dankbar demjenigen gegenüber, der die Einweghandschuhe erfunden hat, haben wir dann diese hochexplosive Stinkbombe, die eigentlich ein köstliches Mittagessen für die Familie hätte werden sollen, unter Einhaltung entsprechender Sicherheitsmaßnahmen entsorgt. Danach haben wir den Tatort (Abstellraum) mit Desinfektionsmittel fachmännisch gereinigt.
Es war echt eine grausliche Arbeit. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, dann war es eh schon wieder mal notwendig den ganzen Abstellraum durchzuputzen.

12.1.2021

Kompetent, sympathisch und schneller als alle anderen

Jetzt fragst du dich wahrscheinlich, wer dieser Wunderwuzzi ist und was er so Tolles vollbracht hat. Er ist ein Wissenschafter an der Vetmeduni Wien und beschäftigt sich mit neu auftretenden Virusinfektionen. Er ist seit Beginn der Corona-Pandemie gern gesehener Gast in Radio- und Fernsehsendungen – Prof. Norbert Nowotny. Und er hat mich gestern total verblüfft: Vor Weihnachten hat Prof. Nowotny in einem Fernsehinterview erwähnt, dass Menschen mit Implantaten bei den ersten Corona-Impfungen vorsichtig sein sollten. Nachdem mein Hüftimplantat zwar schon fünf Jahre gut funktioniert, aber eben doch ein Implantat ist, war ich ein wenig verunsichert. Also habe ich gestern, am Samstag, um 17 Uhr 40 ein Mail an Prof. Nowotny mit meinen Fragen zur Impfung geschickt. Nachdem ich schon einige Male erlebte, dass viel beschäftigte Fachleute auf Mails nicht antworten, habe ich keine großen Erwartungen gehabt. Umso überraschter und erfreuter war ich, als nur sieben Minuten später ein persönlich formuliertes Antwortmail in meinem Postfach ankam. Prof. Nowotny hatte darin alle meine Fragen ausreichend beantwortet.

Wenn ich früher, als Politikerin, am Wochenende Mails meiner Wähler/Innen beantwortet habe, waren die Menschen genauso begeistert wie ich gestern. Aber in der Politik gehört es – gleichsam als permanente Wahlwerbung – dazu immer erreichbar zu sein.
Prof. Nowotny allerdings wird nicht von mir oder anderen Hilfesuchenden gewählt. Er hat keinen Vorteil aus dieser blitzschnellen Beantwortung. Den Nutzen haben nur die Menschen, die sich hilfesuchend an ihn, diesen phantastischen Virologen, wenden, der nicht nur kompetent und sympathisch ist sondern auch noch unglaublich schnell.

10.1.2021

Mysteriös

Die ersten Tage des noch jungen Jahres sind für uns äußerst ruhig und unspektakulär vorübergegangen. Durch den Lockdown hatten wir keinen einzigen Gast zu Besuch und außer winterlichen Spaziergängen oder dem Weg zum Einkaufen bewegten wir uns kaum aus dem Haus.
Heute ist eine Ausnahme: Es hat in der Nacht geschneit und mein Mann schaufelt Schnee – welch eine Abwechslung. 😮 

Aber eine Sache gab es da doch, die uns noch heute zu denken gibt. Vor wenigen Tagen war der Rauchfangkehrer da. Zuerst wollte ich gar nicht, dass er den Kamin reinigt, denn ich hatte bereits eingeheizt. Aber er sah darin kein Problem und begann zu arbeiten. Und gut war es, denn das, was er aus dem Kamin holte, hat uns alle verblüfft und wirft mehrere Fragen auf. Er fand einen zu einer festen Kuppel zusammengeschmolzenen Müllsack. 😮  Bevor dieser den Weg in unseren Kamin fand, war er ein gelber Sack gewesen, in dem man üblicherweise Plastikmüll sammelt. Nun sah er allerdings aus wie eine Germteigschüssel und hatte den kompletten Kamin ausgefüllt.
Keiner von uns, auch nicht der Rauchfangkehrer, konnte sich erklären, wie solch ein Ding in unseren Rauchfang kommen konnte. Ein gelber Sack hat ja eine beachtliche Größe und die Öffnung des Rauchfangs ist dagegen  winzig. Und üblicherweise fliegen gelbe Säcke auch nicht einfach so durch die Gegend und über Dächer.
Wenn er aber tatsächlich durch eine Windböe hochgeschleudert wurde und auf den Rauchfang gefallen ist, dann muss er wohl locker und mit Luft gefüllt dahingeschwebt sein. Wie ist er dann zu einer festen Kugel geworden, die in den Kamin hineinfallen konnte?
Oder hätte er nicht doch eher durch die aufsteigende Luft wieder weggeblasen und nicht angesaugt und herabgezogen werden müssen?
Woher kam der Sack überhaupt? Gefüllt war er wohl nicht, denn sonst hätte er ja nicht bis zum Rauchfang hinauffliegen können?

Fragen über Fragen beschäftigen uns und wir finden keine Antworten – es ist und bleibt ein mysteriöser Vorfall.

6.1.2021

 

Ein perfekter Start 🙂

Seit Jahrzehnten ist das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker der Höhepunkt des ersten Jänner. Die Lautsprecher des Fernsehers sind dabei immer besonders gefordert, denn ich will das Konzert ganz laut genießen. Meine Familie ist nicht ganz so  begeistert wie ich, aber diese zwei Stunden gehören einfach mir.
So natürlich auch heute. Als die herrlichen Konzertklänge mit maximaler Lautstärke durchs ganze Haus hallten, zogen sich einige Familienmitglieder dezent zurück – nur mein Enkel nicht. Nicht nur, dass er das Konzert sichtlich mit mir genoss, er dirigierte und sang genauso mit wie ich. Ich kann gar nicht sagen wie toll dieses generationenübergreifende Erlebnis war. Musik genießen zu können ist ein Geschenk, aber der gemeinsame Genuss mit einem Enkelkind ist das Schönste überhaupt. 🥰

1.1.2021

Glaubt Oma noch ans Christkind?

Weihnachten mit Kindern zu feiern ist ganz besonders schön. Ich bin sehr glücklich und dankbar, dass wir mit unseren Enkeln feiern durften. Unsere Jüngste wird demnächst acht Jahre und war sehr aufgeregt. Auch ihr älterer Bruder versuchte, nachdem das Glöckchen geläutet hatte, noch einen Blick vom Christkind zu erhaschen, das aber schon längst durchs Fenster davon geflogen war.
Soweit unsere Sicht der Dinge.
Gestern hatte ich dann ein interessantes Gespräch unter vier Augen mit meinem fast zehnjährigen Enkelsohn. Irgendwie kamen wir auch aufs Christkind zu sprechen, das ja tolle Geschenke gebracht hat.

Mein Enkel fragte zögernd und nachdenklich: “Du – Oma.”
“Ja?”
“Hast du das Christkind schon einmal gesehen?”
“Hmm, wieso fragst du?”
“Naja, ich wills halt wissen.”
“Also – wir helfen ja dem Christkind immer bei den Vorbereitungen, weil es nicht bei allen Kindern gleichzeitig sein kann.”
“Und da hast du es gesehen?”
“Jaaa —?”
“Echt?”
“Naja —.” Ich war schwer am überlegen, ob ich meinem Enkel gegenüber diese Geschichte weiter aufrechterhalten sollte.
“Oma, glaubst du echt noch ans Christkind?”
“Na glaubst du etwa nicht, dass es das Christkind gibt?”
“Nein Oma, das Christkind gibt es nicht, den Osterhasen natürlich auch nicht. Nur der heilige Nikolaus hat tatsächlich einmal gelebt und armen Menschen geholfen.”
“Aber hast du am Heiligen Abend nicht sogar beim Fenster nachgeschaut, ob du das Christkind wegfliegen siehst?”
“Ja, wir spielen einfach mit, denn wir wollen euch die Freude nicht verderben.”
” — ”
Da war ich einfach nur sprachlos.

 

Mein 3. Lockdown

Mittlerweile sind wir alle ja schon Lockdownprofis. Nicht, dass es nötig gewesen wäre in diesem Thema Erfahrungen zu sammeln, nein, wir hätten alle liebend gerne darauf verzichtet. Aber es ist nun einmal so wie es ist: Wir sind bereits im 3. Lockdown. 
Ich kann mich noch gut an den ersten erinnern. Da durften wir in Wien nicht einmal in den Bundesgärten, wie dem Schlosspark Schönbrunn oder dem Augarten, spazieren gehen. Wir fühlten uns wie eingesperrt, aber die Infektionszahlen sanken spürbar.
Nun, im 3. Lockdown, ist alles anders. Die Infektionszahlen sinken extrem langsam. Trotzdem darf man in Wien alle Parks und Gärten besuchen, der riesige Eislaufplatz vor dem Wiener Rathaus darf mit “Abstandspiepserln” betrieben werden und im Ennstal darf man Schifahren, als wäre alles in bester Ordnung. Die Schihütten sind zwar geschlossen und die Maskenpflicht in der Gondel sorgt dafür, dass wir an Corona denken. Aber die Parkplätze rund um die Talstation sind voll mit PKW mit Kennzeichen aus ganz Österreich und einigen Nachbarstaaten. Alle Tageskarten waren bereits am Vormittag ausverkauft und trotzdem kamen noch immer Schifahrer an.

Üblicherweise halte ich mich an Gesetze und Richtlinien, aber das, was uns momentan die Bundesregierung vorschreibt, ist teilweise so absurd und unverständlich, dass ich Menschen verstehe, die diese Richtlinien ablehnen.
Während Paare in Kärnten kontrolliert und bestraft werden, weil sie trotz unterschiedlicher Hauptwohnsitze zusammenleben, wird das, was sich auf den Schipisten abspielt, nicht kontrolliert.
Was ist daran logisch und vernünftig?

Neugierig bin ich ja, ob die – meiner Meinung nach – viel zu großzügige Weihnachtsregelung zu Jahresbeginn wieder zu einem heftigen Ansteigen der Corona-Zahlen führen wird. 
Am meisten aber interessiert mich, wie das “Freitesten” ablaufen wird. Wie kann es gelingen mehrere Millionen Menschen innerhalb von 2 Tagen zu testen?
Und was tut man, wenn man es nicht bis zum 17. Jänner schafft einen Termin zu bekommen?
Darf man dann sein Haus nicht mehr verlassen?

Fragen über Fragen, und das obwohl wir schon im 3. Lockdown sind.

Gleichberechtigung für Männer

Die Stadt Paris muss eine Strafe von 90.000 € bezahlen, weil bei der Besetzung von 16 Leitungspositionen 11 an Frauen gingen. Das Ministerium für öffentliche Verwaltung beruft sich auf ein Gesetz, das besagt, dass solche Positionen an mindestens 40% jedes Geschlechts gehen müssen. Dass der Frauenanteil aber insgesamt in der Pariser Verwaltung noch immer unter 50% liegt, spielt dabei keine Rolle.

Das zeigt aber ganz deutlich, wie hart die Männer am Erhalt ihrer Vormachtstellung festhalten. In der Privatwirtschaft gibt es ja kaum Möglichkeiten Frauen in Führungspositionen zu fördern. Dort sind Männer noch großteils unter sich. Und in der öffentlichen Verwaltung kämpfen sie, wie man sieht, auch mit allen Mitteln.

Die Pariser Bürgermeisterin Hidalgo ließ verlauten, dass sie die Entscheidung des Ministeriums für einen unverantwortlichen und gefährlichen Schritt halte, weil dadurch die Zeit bis zur Geschlechterparität in Führungspositionen noch länger werde. Sie freue sich aber darauf den Scheck mit der Bußgeldzahlung gemeinsam mit den neu ernannten weiblichen Führungskräften überreichen zu können.

19.12.2020

Advent fällt heuer aus

In normalen Jahren haben wir drei, vier Weihnachtsmärkte besucht und dann hatten wir ohnehin schon genug vom vorweihnachtlichen Treiben. Aber wie so oft im Leben, geht einem erst dann etwas ab, wenn man es nicht mehr hat. Ich bin da nicht anders. Jedes Mal, wenn ich an einem Ort vorbeikomme, an dem sich üblicherweise Menschenmassen vor Verkaufshütten und Punschständen tummeln würden, spüre ich, wie sehr mir das alles doch abgeht. Die Adventzeit und der dazugehörige Weihnachtsmarkttrubel war doch immer wieder eine schöne Einstimmung auf Weihnachten, ein langsames Hinführen zum Heiligen Abend gleichsam – und das fehlt heuer eindeutig. Die abendliche Ausgangssperre gibt uns dann noch den Rest. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass heuer die Adventszeit ausfällt. 🙁

15.12.2020

Registrierungspflicht ???

Soeben läuft im TV die Übertragung einer Debatte aus dem österreichischen Nationalrat. Vieles daran bewegt mich und vieles wirkt auf mich unverständlich. Aber in Rage bringt mich immer wieder die Frage, wie weit eine Registrierungspflicht in der Gastronomie den Datenschutz und das Recht der Konsumenten einschränken würde. 
Bereits im Sommer erlebte ich, dass jemand im Eissalon die Registrierung mit dem Eintrag “Kaiser Franz Joseph, Schloss Schönbrunn, Tel. 123456789” boykottierte. Es war ein jüngerer Mann, der sein Eis alleine aß und sich dabei laufend mit seinem Handy beschäftigte. Ob er wohl die Anmeldung seines Handys, seiner Mailadresse auch mit den gleichen Daten getätigt hat, fragte ich mich. Ob er wohl auch in den sozialen Netzwerken anonym auftritt, oder doch mit echten Daten? Ob er auch auf die vielen Mitgliedskarten bei Handelsketten verzichtete, die dadurch mit seinen Daten ein gutes Geschäft machen?
Viele Menschen gehen mit ihren privaten Daten total locker um, wenn sie sich ins Internet begeben. Sie erzählen und dokumentieren mit Bildern, wo sie was tun, mit wem sie sich wo treffen und was und wieviel sie wo essen und trinken.  Wenn aber das Gesundheitsministerium zur Eindämmung der Corona-Pandemie die Registrierungspflicht in der Gastronomie einführen will, sind sie dagegen.
Diese Doppelmoral macht mich wütend und regt mich immer wieder auf – und ich fürchte, dass das so bleiben wird.

Übrigens, der junge Mann im Eissalon hat einen Riesencup gegessen. Und weil dieser Eisbecher so wunderschön anzusehen war, hat er von sich und dem Monstereis ein Selfie gemacht. Ich hoffe nur, dass er es nicht auf Facebook und Co. gepostet hat, denn sonst hätte er ja wahrheitsgemäß dazuschreiben müssen, dass es das Eis für Kaiser Franz Joseph war.

11.12.2020

Älter werden nur die anderen

Mein Gott ist der alt geworden, hört man oft. Und auch ich denke es mir manchmal, wenn ich jemanden nach Jahren wieder sehe. Dass man selber auch älter geworden ist, bedenkt man dabei weniger. Man sieht sich ja täglich im Spiegel und erlebt die schleichenden Veränderungen als normal.
Aber gestern Morgen machte sich das Älterwerden so brutal bemerkbar, dass ich nicht darüber hinwegsehen konnte. Mein Mann, der immer wieder mal Kreuzprobleme hat, konnte nur mit Schmerzen aufstehen. Es sah zum Erbarmen aus, wie er versuchte sich aufzurichten und ein paar Schritte zu gehen. Also entschloss ich mich sofort das Frühstück zu machen und ihm ans Bett zu bringen. Wollen und tun sind allerdings manchmal zwei unterschiedliche Paar Schuhe. So auch gestern. Als ich nämlich selbst das Bett verlassen wollte, ging es mir wie meinem Mann. Ein schmerzender Ischiasnerv ließ mich ins Bett zurückfallen. Ich versuchte es wieder und wieder bis ich endlich aufrecht neben dem Bett stand. Da ein Frühstück im Bett sitzend für uns beide zu schmerzvoll gewesen wäre, nahmen wir es dann doch am Tisch ein. Und beim Arbeiten versuchten wir den ganzen Tag so bewegungs-ökonomisch wie möglich zu handeln. Ging einer von uns beiden in einen anderen Raum, fragte er vorher, ob der andere von dort auch etwas benötigen würde um unnötige, schmerzende Bewegungen zu verhindern. So schmerzvoll die Situation auch war, so sehr mussten wir irgendwann einmal lachen über uns dahinschleichenden Humpelsunkels, die sich eigentlich immer für jung und fit halten.

Heute Früh konnten wir glücklicherweise fast schmerzfrei aufstehen. Und heute wissen wir auch wieder, dass wir doch für unser Alter noch recht jung und fit sind. 🙂

5.12.2020

Schwammerlernte zu Weihnachten?

Pilze sind, wie jeder weiß, sehr gesund. Besonders aromatisch sind natürlich Waldpilze, aber die gibt es halt nur während der Sommermonate. Allerdings sind auch Austernseitlinge sehr g`schmackig. Also habe ich mich entschlossen es selbst einmal mit der Pilzzucht zu versuchen. Ich bin schon gespannt, ob es klappt.
Ein Jungunternehmer-Duo aus Wien bietet Pilzboxen und die dazugehörigen Pilzmyzele an. Die Box füllt man mit Kaffeesatz und setzt darin die Austernseitlingsmyzele an.
Das dritte Bild zeigt wie weit sich der Pilz in den letzten Tagen im Kaffeesatz bereits entwickelt hat. Wenn der gesamte Kaffeesatz mit dem Pilz überzogen ist, sollte das Myzel beginnen Fruchtkörper, also Schwammerln, zu bilden. Wenn alles klappt, sollten wir zu Weihnachten die ersten Pilze ernten können.
Fortsetzung folgt natürlich.

4.12.2020

Oma-Blog ging KO

Gestern ist das passiert, was man als Bloggerin eigentlich nicht will, aber es sich insgeheim doch wünscht: Nämlich, dass der Blog durch unglaublich viele Zugriffe vorübergehend zusammenbricht.  Die Technik war einfach kurzfristig überfordert. Natürlich erwarte ich, dass er immer bereit ist, aber Probleme durch zu viele Leser/Innen, das kommt nicht alle Tage vor. 🙂
Um ehrlich zu sein, es war nicht der tollste Beitrag, den ich jemals schrieb. Nein, durch meine Teilnahme an einer Quizsendung im Fernsehen, bei der ich den Blogtitel nennen durfte,  schauten plötzlich viele hinein.

Ich freue mich trotzdem und begrüße all meine neuen Besucher/Innen mit einem herzlichen “Servus im Oma-Blog”.

26.11.2020

Gemüseernte 2020

Heute haben wir den Garten winterfest gemacht und die letzten Früchte geerntet. Coronabedingt haben wir heuer alles intensiv gepflegt und dadurch enorm viel geerntet, gegessen, eingefroren, eingekocht oder eingerext.
Heute war auch unsere erste Olivenernte. Wir haben lange überlegt, wie wir sie verwerten wollen. Zuerst dachten wir an Öl, aber dann haben wir uns entschlossen, sie in Salz einzulegen. Ich bin schon neugierig, wie sie schmecken wird. Wir werden sie jedenfalls gerecht teilen – unsere erste Olive. 🙂

13.11.2020

Fernsehen gegen Corona?

Die ersten zehn Tage des neuerlichen Lockdown sind vorüber und die nächsten werden heute wohl vom österreichischen Parlament beschlossen werden.
Obwohl ich bisher sehr geduldig diese Pandemie ertragen habe, wächst auch in mir schön langsam die Wut über dieses unnötige Virus, das durch die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen unser Leben so massiv einschränkt. Üblicherweise wären wir nächste Woche an den Wolfgangsee gefahren um dort den Adventauftakt zu genießen. Naja, damit wird es heuer leider nix. Und das, obwohl wir ohnehin schon den ganzen Sommer mehr oder weniger nur daheim verbracht haben. Unseren geliebten Wohnwagen haben wir in diesem Jahr auch nur ein einziges Mal bewegt – und da sind wir nur zur Werkstätte gefahren um ein neues Pickerl machen zu lassen.

Um mir eine Freude zu machen und den Blick in die weite Welt wenigstens beim Kochen und Backen in der Küche genießen zu können, habe ich mir vorgestern einen kleinen Smart-Fernseher gekauft.
Mein Mann (unsere Enkelin betont immer: Mein Opa kann alles) wollte ihn sofort an die Wand montieren. Wollte, denn leider hatten wir nicht die richtigen Schrauben daheim, die in der Beschreibung gefordert waren. Am nächsten Morgen, noch vor dem Frühstück, fuhr er zum Baumarkt und besorgte die richtigen. Trotzdem glitt der nette kleine Fernseher nicht in die Rutschschiene der Verankerung an der Wand. Einmal, zweimal, viele Male versuchte es mein Mann vergeblich. Schon etwas grantig geworden, holte er mich zu Hilfe. Aber um es kurz zu machen, auch zu zweit schafften wir es nicht. Der Fernseher rutschte zwar irgendwie über die Schiene, aber offenbar nur über eine der beiden, denn er wackelte so stark, dass er abzustürzen drohte. 
Also haben wir den Fernseher und die Wandverankerung noch einmal von allen Seiten genau vermessen. Die Küche ist sehr klein und die Fläche an der Wand so knapp bemessen, dass nicht viel Spielraum bleibt. Nach langem Hin und Her war klar, dass das TV-Gerät an der Rückseite eine kleine Wölbung aufweist, der wohl verhindert, dass man das Gerät richtig in die Aufhängung bringt. Die Lösung des Problems war klar: Die Aufhängung am Fernseher musste mit Beilagscheiben unterlegt werden, sodass sie über die Rückwand des Gerätes ragt. Dafür waren nun aber die Schrauben zu kurz. Also fuhr mein Mann ein weiteres Mal zum Baumarkt und kaufte längere Schrauben.
Nach einem ausgiebigen Frühstück und damit auch in besserer Laune versuchte er erneut das widerspenstige Gerät zu montieren.
Was soll ich dir sagen, es klappte wieder nicht. Der Fernseher rutschte nicht und nicht in die richtige Position. Er hing zwar, ziemlich schief, aber wackelte so stark, dass wir ihn vor einem drohenden Absturz halten mussten.
Mit Taschenlampe und Scheinwerfer leuchteten wir in den schmalen Spalt zwischen Wand und Fernseher, drückten unsere Wange fest an die Wand um hinter das Gerät blicken zu können. Wir entdeckten absolut nichts Ungewöhnliches.
So oft und lange wie mein Mann gestern das Gerät über Kopf hochgestemmt hat vermute ich, dass er heute einen Muskelkater in den Armen haben wird.
Alle Mühe war umsonst. Es blieb dabei, das kleine TV-Gerät baumelte bedenklich an der Verankerung.
Hin- und hergerissen zwischen Wut und Verzweiflung schraubte mein Mann sowohl die Verankerung am Fernseher als auch die an der Wand ab, und steckte sie in einander um vielleicht einen möglichen Fehler zu erkennen. Und der war auch sofort zu bemerken. Die beiden Teile haben einen so großen Spielraum, dass es keine starre Verbindung sondern nur eine sehr, sehr wackelige geben kann.
Nun hängt der Fernseher endlich an der Wand. Dass wir Stunden dafür vertan haben ist halt so, aber dass er wackelt, wie das Pendel einer Uhr, macht mir noch immer Unbehagen. 

Meinen Hass werdet ihr nicht bekommen

An einem Tag wie diesem kann man als Wienerin nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Der bestialische Anschlag in der vergangenen Nacht in der Wiener City, der vier Menschen das Leben gekostet hat, viele andere schwer und schwerst verletzt und noch viel mehr in Angst und Schrecken versetzt hat, ist so barbarisch, dass mir die Worte fehlen.
Ich möchte daher die Worte des französischen Journalisten Antoine Leiris zitieren, der bei einem ähnlichen Anschlag in Paris seine Frau, die Mutter seines 17 Monate alten Sohnes, verloren hat. 
In einem bewegenden Brief erklärt er den Mördern, weshalb er sie nicht hasst.

Am Freitagabend habt Ihr mir das Leben eines außergewöhnlichen Menschen geraubt, die Liebe meines Lebens, die Mutter meines Sohnes, aber meinen Hass, den bekommt Ihr nicht. Ich weiß nicht, wer Ihr seid, und ich will es auch gar nicht wissen, denn Ihr seid tote Seelen. Wenn dieser Gott, für den Ihr so blind mordet, Euch nach seinem Ebenbild erschaffen hat, dann hat jede Kugel im Leib meiner Frau auch sein Herz verletzt.
Deshalb nein, ich werde Euch jetzt nicht das Geschenk machen, Euch zu hassen. Sicher, Ihr habt es genau darauf angelegt – doch auf diesen Hass mit Wut zu antworten, das hieße, sich derselben Ignoranz zu ergeben, die aus Euch das gemacht hat, was Ihr seid. Ihr wollt, dass ich Angst habe, dass ich meine Mitbürger mit Argwohn betrachte und meine Freiheit für meine Sicherheit opfere. Vergesst es. Ich bin und bleibe der, der ich war.

Ich habe sie heute Morgen gesehen. Endlich, nach Tagen und Nächten des Wartens. Sie war noch genauso schön wie Freitagabend, als sie losging, genauso schön wie damals, vor über 12 Jahren, als ich mich unsterblich in sie verliebte. Natürlich bin ich vor Kummer fast am Ende, diesen kleinen Sieg gestehe ich Euch zu, aber das wird nicht lange dauern. Ich weiß, sie wird mich jeden Tag begleiten und dass wir uns im Paradies der freien Seelen wiedersehen werden – in eben dem Paradies, zu dem Ihr niemals Zutritt haben werdet.

Wir sind zu zweit, mein Sohn und ich, aber wir sind stärker als alle Armeen dieser Welt. Ich habe auch nicht mehr viel Zeit für Euch, denn ich muss zu Melvil gehen, der gerade aus seinem Nachmittagsschlaf erwacht. Er ist noch nicht einmal 17 Monate alt, er wird jetzt eine Kleinigkeit essen wie jeden Nachmittag, und dann werden wir miteinander spielen, auch wie jeden Tag, und dieser kleine Junge wird für Euch sein Leben lang ein Affront sein, weil er glücklich sein wird und frei. Denn, nein, auch seinen Hass werdet Ihr nie bekommen.

 

Hexen, Geister, Gruselmonster

Halloween hat für mich bisher nur bedeutet mich rechtzeitig mit Süßigkeiten einzudecken, damit ich nicht Saures bekomme.
Jahrelang völlig umsonst, weil niemand kam.
Im letzten Jahr war es dann endlich so weit. Zwei süße kleine Gespenster im wallenden Leintuch, das mit Spinnweben bemalt war, sind vor unserer Türe gestanden und haben mit ängstlicher Stimme kaum hörbar “Süßes oder Saures” gelispelt.

Heuer kamen 4 Gruppen zu uns. Toll geschminkte Hexen und gruselige Monster.
Und auch unsere Enkel waren gut vorbereitet. Sie hatten sogar für mich ein Kostüm vorbereitet, sodass ich nicht anders konnte, als mit ihnen durch die dunklen Gassen zu ziehen.
Nicht nur, dass es Spaß gemacht hat, wir waren sogar erfolgreich.

Im ewigen Eis

Nachdem für die kommende Woche wieder Schlechtwetter vorausgesagt wurde, packten wir uns heute morgen zusammen und fuhren Richtung Dachstein. Während es im Tal noch lange nebelig war, hatten wir schon bei der Talstation der Seilbahn Sonnenschein und einen traumhaften Blick über die Berge. Man kann von ganz oben sogar bis zum Großglockner sehen. Welcher der vielen Gipfel er ist, haben wir zwar nicht erkannt. Aber wir wissen, dass er dabei ist.

Bereits am Weg zur Gondel muss man Masken tragen, in der Gondel kontrolliert dies ein Mitarbeiter der Seilbahngesellschaft und die Zahl der Passagiere je Gondel wurde aufgrund von Corona ziemlich reduziert.
Auch die Attraktionen wie die Treppe ins Nichts, die 100 Meter lange Hängebrücke über dem gewaltigen Abgrund oder der Eispalast sind nur im Einbahnsystem und generell mit Maske zu begehen.

Es ist schon merkwürdig, wenn einem nur Menschen mit Maske – auch im Freien – begegnen, aber wir wissen ja, dass es für unsere Sicherheit ist. Und wenn wir in ein paar Jahren die Fotos anschauen, werden wir sofort wissen, in welchem Jahr sie aufgenommen wurden. 🙂
Wir haben den Tag jedenfalls sehr genossen. Und solltest du Urlaub in Österreich planen, den Dachsteingletscher solltest du unbedingt mitplanen.

25.10.2020

Warten auf den Corona-Test

Ab morgen könnten wir mit den kleinen Enkelkindern die Herbstferien genießen, wenn da nicht Corona wäre. Immer wieder treten Fälle in ihrer Schule auf.
Um doch mit uns wegfahren zu können ohne uns “Vulnerablen” (erstaunlich, welche Begriffe dieses Virus hervorbringt) zu gefährden, lassen sich die beiden testen. Eine Apotheke in Wien bietet dies zu einem vernünftigen Preis an.
Naja, jetzt hoffen wir halt alle sehr, dass der Test negativ ist und wir ab morgen die Ferien genießen dürfen. Bitte Daumen halten. 🙂

23.10.2020

 

Wenn der Nebel alles verschlingt

Ja klar, es ist Herbst, und da gehört der Nebel dazu. Aber trotzdem schlägt er sich ein wenig auf die Stimmung. So bunt und vielfältig der Herbst auch die Blätter färbt, so heftig verschlingt der Nebel weite Teile Wiens. Die Sonne versucht zwar immer wieder Nebel und Wolken aufzulösen, aber ihre Kraft reicht meist nicht mehr dafür.
Die Menschen, die in diesen Hochhäusern wohnen, kommen in dieser Jahreszeit an manchem Tag gar nicht aus dem Nebel heraus. Sie werden jetzt gleichsam bestraft für den traumhaft schönen Ausblick, der während des Sommers bis weit ins Alpenvorland hinein reicht.
Ich lebe zwar sehr gerne in Wien, aber so hoch oben zu wohnen wäre mir doch zu “großstädtisch”.

22.10.2020

Winter und Sommer zugleich – Teil 2

Während draußen dichte Schneeflocken das Ennstal langsam in eine weiße, weich und sanft wirkende Winterlandschaft verwandeln, herrscht bei uns im Wohnzimmer azurblaue Sommerstimmung.
Wir haben heuer erstmals – aufgrund der Corona-Reisebeschränkungen – den Enkelkindern ein aufblasbares Swimmingpool im Garten aufgestellt um ihnen die Ferien so schön wie möglich zu gestalten. (Welchen Ärger wir beim Aufstellen hatten, habe ich in “Murphys Gesetz” beschrieben.)
Wir haben natürlich noch keinerlei Erfahrung damit wie und wann man dieses Ding wieder abbaut und frostsicher verstaut. Da es seit Tagen regnet und immer kälter wird und auch bei größtem Optimismus kein heißer, sonniger Tag in Sicht ist, haben wir es vorsichtshalber abgebaut und einfach ins Wohnzimmer zum Trocknen gelegt. Nun liegt es im Weg herum und dominiert leuchtend azurblau das ganze Wohnzimmer. Tisch, Sessel und Couch sind ganz an den Rand gerückt, damit sich die Plastikhülle gemütlich in alle Richtungen dehnen und ausstrecken kann. Und wir hoffen innständig, dass bald auch die letzten Wassertropfen getrocknet sein werden, damit wir es zusammenrollen und wegräumen können.
Und dann, ja dann ist der ungewöhnliche Sommer 2020 wirklich vorbei.

15.10.2020

 

Winter und Sommer zugleich 🙂

Nun ist er da, der Schnee im Ennstal.
Während er im Tal durch die Plustemperaturen schnell wieder verschwinden wird, macht er sich am Berg auf den Pisten breit, als wäre schon Winter.
Im Tal kämpft der Sommer seinen letzten Kampf ums Überleben. Die Rosen setzen Blüten an, als würde es noch einmal warm werden. Die Natur zeigt uns jedenfalls eindrucksvoll, welche Kraft in ihr steckt.

12.10.2020

Geheimtipp

Ich bringe in meinem Blog ja grundsätzlich keine Werbeeinschaltungen. Von manchen Menschen, Produkten oder Orten bin ich aber so begeistert, dass ich einfach unentgeltlich darüber schreiben muss. Und heute ist es wieder mal so weit.

Wer mich kennt weiß, dass ich mit Begeisterung köstliche Kekse backe. Viele, über Generationen erprobte, Rezepte garantieren perfektes Gelingen. Einzig und allein für Linzer Kipferln, die mein Mann sehr mag, habe ich noch nicht das absolut super-tolle, ultimative Rezept finden können.

In einem kleinen Bauernladen, 30 Kilometer außerhalb von Wien habe ich dann vor gut einem Jahr welche entdeckt, die zum Niederknien gut schmecken. Seither war ich immer wieder mal dort nur um diese Kekserln zu kaufen. So auch gestern. Am Weg dorthin stellte mein Mann fest, dass er während des gesamten Lockdown und auch noch Wochen danach kein Linzer Kipferl essen konnte. Als wir uns vor dem Bauernladen einparkten, schleckte er sich genussvoll über die Lippen und meinte, ich solle schnell sein, denn er könne es kaum mehr erwarten.

Weißt du, wie unendlich gemein so ein leeres Keksregal grinsen kann? Es schaut nutzlos, provokant und richtig teuflisch drein. Die gute Laune und die Freude auf die nächsten Tage im schönen Ennstal sind schlagartig dahin. Das wird auch nicht besser, wenn die freundliche Frau an der Kasse dich  mit den Worten zu trösten versucht: “Morgen früh ist alles wieder da!“
Auch meine verzweifelte Erklärung: “Wir fahren eigens mehr als dreißig Kilometer hierher um Linzer Kipferln zu kaufen…“ zeigte keine Wirkung. Schulterzuckend beteuerte sie nochmals, dass es ihr leid täte, sie aber kein einziges Keks mehr im Laden hätte.
Wir hatten also den Weg völlig umsonst gemacht. Als ich mit leeren Händen zum Auto zurückkam, sackte mein sonst großer, stattlicher Mann enttäuscht in sich zusammen. Dass so eine Katastrophe passieren könnte, hatte er in seinen schlimmsten Träumen nicht angenommen.

Aber auch ich wollte nicht mit leeren Händen und ungestilltem Gusto nach Hause fahren und rief kurzerhand auf dem Bauernhof an, wo diese Köstlichkeiten gebacken werden. Die Bäuerin war freundlich und verständnisvoll. Ja, wir durften, obwohl es gerade Mittag war, kommen und uns mit wunderbaren Linzer Kipferln eindecken. Nach einigen Kilometern Fahrt durch das verträumte Weinviertel erwartete uns die wunderbare Keksbäckerin Franziska Popp vor ihrer Backstube. Voller Begeisterung erzählte ich welch außergewöhnliche Freude der Genuss ihrer Linzer Kipferln für uns bedeutet. Ich erwähnte auch, dass ich selbst viel und gern und gut backe, aber ihre Linzer Kipferln einfach die Besten von ganz Überall wären.
Da schaut mir doch diese junge Frau verschmitzt direkt in die Augen und fragt: „Sie wollen das Rezept?“

Verdattert darüber, dass sie meine geheimsten Gedanken erraten hatte, stotterte ich verlegen: „Äh, hmm, na nein…“, um dann sofort unter glückseligem Lächeln perplex zu fragen: „Was, das würden Sie wirklich machen?“ Aber da war sie schon weggegangen um ihr Kochbuch zu holen. „Sie werden ja sicher ein Handy haben, da können Sie das Rezept abfotografieren.“ Sprachs und legte mir tatsächlich ihr Kochbuch hin.
Ich ging also nicht nur mit jeder Menge Linzer Kipferln vom Hofladen der Familie Popp weg, sondern auch mit einem gemischten Keksteller, Schmerstrudel, Polsterzipf und herrlichen Kipflern – das sind die besten Salaterdäpfel für den klassischen Erdäpfelsalat.

Mein Tipp an alle, die Kekse lieben – und das nicht nur zu Weihnachten: Franziska Popp in Lachsfeld ( popp.lachsfeld.at ) bietet außergewöhnlich gute Mehlspeisen und viele andere Köstlichkeiten an.
Ein Besuch lohnt auf alle Fälle.

8.10.2020

Eine fast entspannte Heimkehr

Nach drei Wochen Kur ist es wirklich schön wieder daheim zu sein. Der liebenswerte Nachbar hat alle Pflanzen gepflegt, sodass sie nicht nur überlebt sondern sich noch gut weiterentwickelt haben und es daher noch einiges zu ernten gibt. Wir freuten uns darauf, dass wir am nächsten Morgen wieder einmal länger schlafen könnten und bis auf die Schmutzwäsche gab es keine Arbeit für uns. Also wollten wir nur schnell die Waschmaschine füllen. Das ging ja noch ohne Probleme. Was nicht klappte, war die Wasserzufuhr. Der Wasserhahn ließ einfach kein Wasser durch. Bei den übrigen Wasserhähnen und der Toilettenspülung war ein arges Blubbern zu hören und das Wasser sprudelte mit viel Luft heraus. Wir vermuteten, dass während unserer Abwesenheit das Wasser abgeschalten wurde und sich nun eine Luftblase im Wasserhahn bei der Waschmaschine gebildet hat.

Also hat der “Opa, der alles kann” (so bezeichnet ihn seine jüngste Enkelin immer), den Hauptwasserhahn zugedreht und alle anderen auf um das Wasser auslaufen zu lassen. Dann hat er den defekten Wasserhahn abmontiert, gereinigt und wieder montiert. Logischerweise hat er den Hauptwasserhahn wieder aufgedreht und überall ist das Wasser wieder problemlos geronnen. Die Freude darüber, dass die Waschmaschine sofort zu waschen begonnen hat war so groß, dass wir im ersten Moment nicht gehört haben, dass irgendwo im Keller noch Wasser rauscht. Und als wir es mitbekommen haben, ist es uns auch schon entgegengelaufen.
Den kleinen Wasserhahn, der am tiefstgelegenen Punkt zur Entlüftung dient, haben wir einfach vergessen.
In der Sekunde schlug unsere entspannte Stimmung in Verzweiflung um. Wir warfen in Panik die gesamte Schmutzwäsche – glücklicherweise waren gut saugende Frotteebademäntel und Badetücher darunter – ins Wasser um zu verhindern, dass es sich überall verteilt.

Wir haben zuerst das ganze Wasser aufgesaugt, dann den kompletten Technikraum ausgeräumt, glücklicherweise ist er verfliest, und alles Stück für Stück trockengelegt. Bei der Gelegenheit haben wir natürlich auch gleich entrümpelt und alles wieder neu eingeräumt.

Nach mehr als zwei Stunden waren wir wieder so weit wie zuvor. Aber dafür hatten wir nun die längst überfällige Komplettreinigung und Entrümpelung des Technikraumes erledigt. Ohne Anlass hätten wir das wohl noch lange vor uns hergeschoben. Wir belohnten uns mit einem guten Bier und begannen die Ruhe zu Hause zu genießen .

 

19.000 Stufen

Meine Kur ist fast zu Ende. Heute Vormittag hatte ich die 106. und damit letzte Behandlung. Ich fühle mich total fit und die wackelige Bandscheibe, die auf den Nerv gedrückt und Schmerzen verursacht hat, ist auch wieder an ihren Platz zurückgerutscht.
Da ich in der Kuranstalt kein einziges Mal mit dem Aufzug gefahren bin, aber etwa 200 mal zwischen Zimmer und Therapiebereich oder Speisesaal auf- und abgegangen bin, habe ich in den drei Wochen cirka 19.000 Stufen überwunden.
Obwohl ein wenig Wehmut bei jedem Abschied aufkommt, freue ich mich schon auf daheim, auf die Familie – wenn auch mit Abstand – auf den Alltag und auf die damit verbundene Arbeit. Ja, echt. Drei Wochen nichts tun reicht.

Eine besondere Überraschung bereitete uns heute das Wetter. Es sieht aus, als stünde Weihnachten vor der Türe. Der Dobratsch, auf dem wir letzte Woche noch kurzärmelig herumgewandert sind, ist total eingeschneit.

 

Keine Zeit

Wenn Freunde auf Kur oder Reha waren und über den Stress dort geklagt haben, konnte ich mir das gar nicht vorstellen. Jetzt, wo ich selbst in dieser Situation bin, beurteile ich das plötzlich ganz anders. Bis zu neun Behandlungen täglich, längere Wege zwischen den Behandlungsorten und manchmal auch Wartezeiten lassen wenig freie Zeit für andere Dinge. Und wenn man eine Lücke hat, ist man oft so müde, dass man ein wenig ausruhen will. Darunter hat natürlich auch mein Tagebuch gelitten.

Dabei habe ich so viele Eindrücke und Beobachtungen gemacht, die berichtenswert wären. Besonders interessant zu beobachten war es, dass ein – wirklich attraktiver – Mann gerne Kurschatten gewesen wäre, aber die angebetete Dame hatte so gar kein Interesse. Der arme Kerl hat mehrere Tage gebraucht bis ihm klar war, dass er nicht erhört werden wird. Da dies auch andere Frauen mitbekommen haben, hatte er auch bei den anderen keine Chance mehr. Welche Frau sieht sich schon gerne als zweite Wahl.

Schnell filtert man auch jene Kurgäste aus der Menge, die rücksichtslos jeden in ein Gespräch verwickeln um dann endlos lange Monologe zu halten. Denen geht man besser dauerhaft aus dem Weg. Man erkennt sie aber ohnehin schnell, weil es sind diejenigen, die beim Frühstück, wo es freie Platzwahl gibt, ganz alleine an einem großen Tisch sitzen, denn die Corona-Gefahr scheint allen weniger schlimm als ein Frühstück mit dem Dauerredner.

Und dann gibt es noch die, die nur nörgeln und alles schlecht finden. Diese Miesmacher meidet man auch besser, denn es geht von ihnen so viel negative Energie aus, dass einem die gute Laune schon am Morgen verdorben wird.
Aber glücklicherweise sind die allermeisten Kurgäste nett und sympathisch.

Heute habe ich meinen letzten, besonders langen Tag. Bereits um sieben Uhr beginne ich mit Gymnastik, dann folgen drei galvanische Anwendungen und erst um neun Uhr gibt es ein Frühstück für mich.
Ich muss also schnell machen, damit ich nicht zu spät komme. Einen angenehmen Tag mit vielen schönen Momenten.

 

Ganz ohne PS?

Den therapiefreien Sonntag haben mein Mann und ich für einen Ausflug auf den Dobratsch genützt. Die Straße zum Parkplatz, von dem wir los wanderten, ist über 15 km lang, was aber für das Auto kein Problem ist.
Mitten auf der Strecke gibt es den Aussichtspunkt „Rote Wand“. Natürlich blieben wir stehen und genossen den herrlichen Rundblick über die Berge und hinab ins Tal. Gerade als ich das erste Foto schoss, hörte ich hinter mir ein Keuchen, Schnaufen und Röcheln, das mir einen ordentlichen Schreck versetzte. Ich blickte mich vorsichtig um und sah einen etwa 50-jährigen Mann hinter mir. Die roten Flecken in seinem Gesicht verrieten, dass eine große Anstrengung hinter ihm lag. Als er hektisch eine Banane verschlang, die er aus seiner Bauchtasche nahm, sah ich, dass er nicht unbedingt ein durchtrainierter Sportler war, sondern ein Wohlstandsbäuchlein vor sich herschob. Na klar, dachte ich, der hat sich einfach verausgabt am Weg über die Villacher Alpenstraße. Nur gut, dass er jetzt eine Pause macht.
Mitnichten. Als er die Banane verputzt hatte, drehte er um, stieg auf sein Fahrrad – kein E-Bike wohlgemerkt – und fuhr wieder los.
Nach ein paar Minuten sahen wir ihn wieder, kräftig in die Pedale tretend, und überholten ihn.
Ich hätte nicht mit ihm tauschen wollen, denn eine Strecke von 16 km Länge und einem Höhenunterschied von 1.100 m mit dem Rad ohne Motor, das würde ich nicht schaffen.

Vom Parkplatz in 1.720 m Höhe wanderten wir los in Richtung Dobratsch Gipfel auf 2.166 m. Ein bequemer, breiter Schotterweg führt Richtung Gipfel.
Nach etwa einer Stunde begann mein Fersensporn zu protestieren und ich suchte nach einem Rastplatz.
In dem Moment hatte ich ein Deja-vu. Ich hörte hinter mir ein Keuchen, Schnaufen und Röcheln. Und tatsächlich, da war er wieder, der wohlgenährte Radfahrer. Er war also mit Fahrrad – ohne Motor !! – tatsächlich schneller als wir mit Auto. Und nicht nur das, wir kamen ins Gespräch und erfuhren, dass er bis zum Beginn der Villacher Alpenstraße schon 15 km Anfahrtsweg hinter sich hatte.
Dass er, zum Unterschied zu mir, ohne Pause weiterging und uns gerade entgegenkam, als wir den Gipfel erreichten, brauche ich wohl nicht zu erwähnen.
Auch wenn ich mit meinem Wohlstandsbäuchlein lange nicht so sportlich bin, war es doch ein wunderschöner Tag mit herrlichem Ausblick.

14.9.2020

Die Kur schlägt an 🙁

Die erste Woche meiner Kur neigt sich ihrem Ende zu und ich habe schon ein Kilo zugenommen. Wenn das so weitergeht, kann man mich heimrollen.
Klar, frühstücken muss ich hier immer schon um 7 Uhr, später geht es sich mit den Behandlungen nicht mehr aus. Daheim esse ich meist erst, wenn sich der Magen laut knurrend meldet.
Mittagessen muss ich um 12 Uhr 30, sonst geht es sich mit den nachmittäglichen Behandlungen nicht mehr aus. Daheim esse ich meist erst wieder um 15 Uhr. Ja und hier gibt es Abendessen um 18 Uhr 30, das fällt daheim meist aus, weil ich noch satt vom Mittagessen bin. Ich kann also gar nichts dafür, dass ich hier zunehme, es sind hier einfach die widrigen Rahmenbedingungen, die mich dick machen.
Trotzdem sitzt irgendwo ein kleiner Bösewicht in meinen Gedanken, der sagt: Natürlich sind die Essenszeiten hier blöd, aber musst du denn wirklich jedesmal alles wegputzen?

Mein Straßenkind

Seit dem Jahr 2000 habe ich für die Fußgeherzone Mariahilfer Straße gekämpft. Dann, als ich es endlich geschafft hatte, haben die Medien es plötzlich den Grünen zugeschrieben. Zugegeben, ohne die Grünen hätte ich es nicht geschafft, aber es war trotzdem mein Baby.
Heute ist ein Zeitungsartikel im Kurier erschienen, der dies endlich richtig stellt.
Spät – aber doch  🙂 🙂 🙂


Marmelade statt Muskeln

Ich habe in den letzten Wochen viel Zeit mit Marmeladekochen verbracht. Dabei bin ich hauptsächlich gestanden und habe einige meiner Muskeln total vernachlässigt. Diese unterbeschäftigten Kerlchen rächen sich nun schmerzhaft. Ich habe tatsächlich schon nach den ersten drei Trainingstagen einen Muskelkater. Mal schauen, wie es weiter geht.

10.9.2020

 

Oma unter Strom

Heute habe ich gleich drei galvanische Therapien auf einmal. Mal sehen, wie ich das vetrage. Ich hoffe halt, dass mir am Abend nicht alle Haare zu Berge stehen werden. 
Ganz inteessant finde ich aber die neue Art der Ultraschallanwendung, die nicht mehr händisch am schmerzenden Körperteil erfolgt sondern über ein Wasserbad gleichmäßig wirken kann. Eine österreichische Erfindung, wie mir der Therapeut stolz erklärte.

Der nächste Termin wartet, ich muss schnell weg.

9.9.2020


Oma beim Corona-Test

Gestern war es soweit: Ich machte zum ersten Mal einen Corona-Test. Nachdem ich eine Kur machen darf, ist ein negativer Test die Voraussetzung.
Auf der Fahrt zur Kuranstalt hatte ich einen merkwürdigen, trockenen Husten. Und in der Warteschlange vor der Teststation spürte ich plötzlich ein unangenehmes Kratzen im Hals. Alles Symptome einer COVID-19 Erkrankung.
„Mein Gott, ich werde doch nicht etwa…“ ging es mir durch den Kopf.
Aber nein, das ist doch unmöglich, meinte mein Mann. Wir waren beide so vorsichtig und haben immer den nötigen Abstand gehalten. Nach zwei Stunden kam dann der – glücklicherweise – negative Befund. Der Kur stand nichts mehr im Wege.

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