CORONA-TAGEBUCH

Die Medien bringen täglich Beiträge, in denen Prominente schildern, wie es ihnen während der Corona-Krise geht.
In meinem Blog möchte ich ALLEN eine Plattform bieten uns zu sagen, wie es ihnen geht, was sie tun und was ihnen im Moment wichtig erscheint.

So können wir uns gegenseitig – auf Distanz – austauschen und Mut machen.
Was wir aber damit auch schaffen ist eine Dokumentation wie „Otto Normalverbraucher“ die Krise erlebt und bewältigt.

Schickt mir eure Texte (max. 500 Zeichen) unter info@frag-die-oma.blog, Vorname und Alter wären auch interesssant. Alles andere bleibt anonym.

 

 

Bericht ORF Teletext
Obwohl er mit 92 Jahren zur Risikogruppe zählt und im Zweiten Weltkrieg im Untergrund und KZ viel Hunger leiden musste, sieht der in Wien lebende Auschwitz-Überlebende Erich Finsches die Corona-Krise gelassen. Mit dem Krieg sei die derzeitige Situation nicht vergleichbar. “Damals war ein Terrorregime und ein Menschen-Quälen, das ist ja heute nicht der Fall. Heute haben wir Gott sei Dank Freiheit.”
Auch dass es zu einer Lebensmittelknappheit wie während des Krieges kommt, glaubt Finsches nicht. “Österreich hat genug Reserven. Die Lager sind voll”, sagt Finsches der APA.
 

Sebastian, 28

Schon seit meiner Zeit als Zivi bin ich stolz auf unser Gesundheitssystem und unsere Versorgung in österreichischen Krankenhäusern. Das gibt Sicherheit, wenn man krank und dadurch ohnehin unsicher ist. Dass immer wieder die angeblich zu hohen Kosten kritisiert wurden, konnte ich nie verstehen.
Ich hoffe, dass ab nun Schluss mit dem absurden Sparwahn ist. Sparen kann man, wenn man zu viel Geld hat, aber die Grundversorgung darf nicht kaputt gespart werden.

Oma, 64

– Verwirrung in Österreich um Ostererlass: Obwohl die geltenden Ausgehbeschränkungen Treffen mit Menschen, die außerhalb der eigenen vier Wände leben, klar untersagt, gab das Gesundheitsministerium nun einen Erlass heraus, laut dem zu Ostern Treffen mit bis zu fünf Personen sehr wohl möglich sein sollen.
– Nationalratspräsident Sobotka fordert die Zwangsnutzung der “Stopp-Coroana” App.
– USA: Während in den Vereinigten Staaten die Maskenpflicht für alle verordnet wurde, verkündete Präsident Trump, dass er keine Maske tragen werden.

Wie erfolgreich Österreich in der Krise unterwegs ist, verdeutlichen die Kurven der Steigerungsraten der Infizierten. Während der Anstieg weltweit und in Amerika noch immer steil erfolgt, flacht die Kurve in Österreich stetig ab. 

Weltweit – 5.4.2020

USA – 5.4.2020

Deutschland 5.4.2020

Österreich 5.4.2020

Traude, 62

Im Moment sind die, die am Land abseits von möglichen Hotspots leben, sehr privilegiert. Einfach in die Natur gehen und niemandem zu begegnen mag für die Städter befremdlich wirken aber für uns ist es Realität, die einem erst jetzt richtig bewusst wird. Selbst wir finden nahezu jeden Tag wieder einen neuen Weg, den wir noch nicht kennen und leben so unser Abenteuer. Jede Abwechslung bringt wieder Schwung ins Leben.
Wir waren früher tanzen und versuchen jetzt mit Hilfe vom Internet wieder manche Figuren aufzufrischen. Im Cha Cha gelingt uns das schon ganz gut. Auch dafür waren Vorbereitungen notwendig. Wie kann ich am Fernsehen mit Internet arbeiten und die schwierigere Aufgabe: Wie motiviere ich meinen Partner? Beides gelungen. Jetzt müsste ich noch wissen wie ich mir selbst die Haare schneide und dann ist alles gut.

Oma, 64

– Die Zahlen der Infizierten im Überblick: Österreich – 11.603  –  –  Deutschland – 91.000  –  –  weltweit – 1.118.000.
– Rückholaktion des Außenministeriums: Über 7.000 Österreicher/Innen wurden mit 36 Flügen aus aller Herren Länder zurückgeholt, und die Aktion läuft weiter.
– Atemschutzmasken: Ein Vorarlberger Konsortium produzierte erstmals 100.000 Atemschutzmasken, die eine Viren-Filterleistung von 95% aufweisen und somit auch den Träger schützen.
– Das Fehlen ausländischer Erntehelfer soll durch die Plattform “www.dielebensmittelhelfer.at” abgemildert werden. Über tausend Personen stünden laut Wirtschaftsministerium bereits in Vermittlung.
– In den USA sind bereits mehr als 278.000 Personen an Corona erkrankt. Da mehr als ein Viertel der Menschen keine Krankenversicherung hat, muss nun der Staat Mittel zur Behandlung der Infizierten bereitstellen.
– Die Türkei hat eine totale Ausgangssperre für Menschen unter 20 und über 65 Jahren verfügt.

04.04.2020

Lydia, 67

Als ehemalige Schuldirektorin höre ich mit Erstaunen, dass ab sofort die Direktoren autonom Entscheidungen treffen sollen/dürfen/müssen. Meine Kolleginnen und ich haben in den letzten Jahren immer darunter gelitten, dass wir kaum eigenständig planen oder entscheiden durften. Wir waren Befehlsempfänger, die mit bürokratischen Aufgaben überhäuft wurden.
Warum müssen/sollen wir jetzt, ausgerechnet in der Krise, Entscheidungen treffen?

 

Hans, 48

Ich höre laufend, dass die Regierung Milliarden für die Wirtschaft bereitstellt. Das ist wahrscheinlich vielfach berechtigt.
Ich höre aber noch immer nichts über Finanzhilfen für die arbeitenden Menschen, die normalerweise gerade einmal genug zum Leben haben und jetzt mit dem Arbeitslosengeld nicht mehr genug haben. Wo bleibt da die Unterstützung?
Auch bei Kurzarbeit ist es ähnlich, da wird bei Geringverdienern das Gehalt auf 90% reduziert. Klingt nicht so schlimm, aber wenn man normalerweise gerade noch über die Runden kommt, tun diese fehlenden 10 % aber auch sehr weh.

 

Oma 64,

– In Österreich sind mit heute 15:00 Uhr 11.383 Personen mit Corona infiziert. 2000 Menschen sind bereits wieder genesen.
– Weltweit sind bereits 1.040.000 Menschen erkrankt.
– Heute wurde bekannt, dass ein Transport von Masken aus China, die für Deutschland bestimmt waren, sind einfach von den USA nach Amerika umgeleitet wurden. “America first”
– In Schweden wird noch immer auf Herdenimmunität gesetzt. Die Menschen dort leben weitgehend ohne Einschränkungen. Die Zahl der Erkrankten liegt in Schweden bei 6.000, die Zahl der Toten beträgt bereits 300.

03.04.2020

Oma 64,

– In Österreich sind mittlerweile 10.800 Personen mit Corona infiziert. 10% davon müssen in Krankenhäusern behandelt werden.
– Weltweit steigen die Zahlen rasant an und werden heute noch die 1 Millionengrenze erreichen.
– Die Verdoppelungsrate liegt in Österreich bei 8 Tagen. Wir sollten aber 14 Tage erreichen, damit eine gewisse Stabilität entsteht.
– In Deutschland wurden bis heute Morgen 80.000 Menschen positiv auf Corona getestet.

02.04.2020

Laura, 37

Ich bin schon ziemlich am Ende. Ich bin Alleinerzieherin und habe drei Kinder. In normalen Zeiten habe ich einen gut durchorganisierten Tagesablauf. Ich muss ja froh sein, dass ich zu Hause bleiben darf, aber zu viert in einer kleinen Wohnung ist der absolute Wahnsinn. Ich weiß nicht, wie lange ich das noch aushalte.

Walter, 67

Wenn man im TV die Berichte über die Corona-Krise sieht, nimmt einen das zwar mit, aber in Wirklichkeit denkt man, dass es sicher nur die anderen betreffen wird.
Aber wenn man dann plötzlich erfährt, dass ein Freund auf der Intensivstation ums Überleben kämpft und seine Frau vor ein paar Tagen daran verstorben ist, dann ist das Virus plötzlich ganz nahe und löst eine Betroffenheit aus, die bis dahin noch nicht gegeben war.

Und wenn einem dann noch immer Menschen begegnen, die nicht ausweichen, die in Gruppen zusammensitzen und das Virus verharmlosen, dann (ver)zweifelt man an der Menschheit.

Schützt euch, haltet Abstand, nehmt Masken – die Infektion kommt schneller als man denkt.


Oma, 64

– In Österreich wurden heute um 10:30 Uhr 10.366 Corona-Infizierte gezählt.
– In Deutschland sind bisher 71.000 und weltweit 861.000 Menschen erkrankt.
– Das Robert Koch Institut hat anhand der Daten von 41.000 Erkrankten festgestellt, dass das Durchschnittsalter der Kranken 47 Jahre beträgt und dass in die Sterblichkeit Deutschland mit 0,8% weit geringer ist als im EU-Durchschnitt mit 7,6%.
– Die USA rechnen mittlerweile mit mehr als 200.000 Corona-Toten. Ein schwimmendes Lazarett der Navy – mit 1.000 Betten – ist im Hafen von New York eingetroffen.
– In Österreich sollte ab heute die Maskenpflicht beim Einkauf gelten. Man schätzt den Bedarf auf 3-4 Mio Stück täglich. Da diese Menge nicht lieferbar ist, wird der Beginn der Maßnahme auf 6. April verschoben.

01.04.2020

Leopold, 66

Man sagt doch, in jeder Krise steckt auch eine Chance.
Wäre nicht gerade jetzt die einmalige Chance eine nachhaltige Änderung im Schulsystem durchzuführen?
Maturanten stehen üblicherweise unter großem Druck. Die Schüler, die heuer maturieren sollen, erleben aber gerade den Super-Gau. Wer 8 Jahre Gymnasium oder 5 Jahre einer HBLA oder HTL absolviert hat, hat doch hinlänglich bewiesen, dass er die nötige “Reife” hat. Wozu also noch eine große, angstmachende, abschließende Reifeprüfung? Lassen wir diese Prüfung doch einfach weg. Das Abschlusszeugnis der letzten Klasse ist zugleich das Maturazeugnis – und das wars.
 


Elisabeth, 39

Wir alle durchleben gerade eine schwierige Zeit.
Aber was mich als sozial eingestellten Menschen auch sehr beschäftigt ist die Frage, wie geht es den Menschen, denen es noch viel schlechter geht als uns, nämlich den Flüchtlingen an der Grenze zwischen Griechenland und der Türkei. Diese humanitäre Tragödie ist durch die Coronakrise ganz aus unserem Blickfeld verschwunden.

 

Oma, 64

– Die Infektionen steigen weltweit leider weiter. Heute um 8:30 Uhr waren 786.000 Erkrankte gemeldet.
– In Österreich sind 9.634 Menschen erkrankt.
. Deutschland hat die Hoffnung, dass sich die Lage schon bessert, denn von gestern auf heute kamen “nur” 4.500 Infizierte hinzu, was einer Steigerung von knapp 7% entspricht. 
– Der VSV-Verbraucherschutzverein hat die ersten Anzeigen gegen Tirol eingebracht, da laut VSV der Verdacht besteht, dass die verantwortlichen Personen in den Schigebieten durch Untätigkeit eine Gemeingefahr vorsätzlich herbeigeführt haben.
– In Ungarn hat Premier Orban die Corona-Krise zum Anlass genommen um mit einem Notstandsgesetz das Parlament außer Kraft zu setzen.
– In Österreich wird eine repräsentative Stichprobentestung durchgefürt um die Dunkelziffer an Erkrankungen festzustellen.Das Ergebnis soll am Montag, 5. April, bekanntgegeben werden.
– Frankreich hat siebenmal so viele Einwohner wie Österreich aber nur doppelt so viele Intensivbetten. Ältere Menschen werden daher nicht mehr im Spital sondern nur mehr daheim mit Schmerzmitteln behandelt. (ORF-ZiB)

31.03.2020

 

Liselotte, 61

Mein Morgensport
Meine Wohnung ist für einen alleine zwar recht groß, aber für eine längere Quarantäne natürlich nicht groß genug. Ich habe sehr viele Zimmerflanzen und auch Kräuter am Balkon, die ich gießen muss. 
Durch Corona habe ich mir angewöhnt die Blumen mit einem winzig kleinen Milchkännchen aus der Puppenküche zu gießen. Da geht gerade ein größerer Schluck hinein. Das heißt, dass ich mindestens fünfzig Mal den Weg vom Badezimmer zu den Blumentöpfen und wieder zurück gehe. Gestern habe ich auf diese Weise über 1.500 Schritte geschafft.
Nie im Leben hätte ich gedacht, dass das Gießen einmal mein Morgensport wird.

 


Oma, 64

– In Österreich sind laut Homepage des Gesundheitsministeriums heute 8.814 Menschen an Corona erkrankt.
– In Deutschland sind es 62.500.
– In den USA wurden 143.000 Infizierte gemeldet.
– Weltweit sind es bereits 723.000.
– Ein Geschenk der besonderen Art gibt es in Wien: Das Ringstraßenhotel “Kempinski” schenkt den “Helden des Alltags” eine Nacht (mit Begleitung) und herrlichem Frühstück (368 Personen können in diesen Genuss kommen)
– Auch das Hotel Intercontinental in Wien bietet täglich 400 Essen für Bedürftige an.
– Der Wiener Bürgermeister schenkt allen über 65-jährigen einen Taxigutschein über € 50.-, damit sie in einer Notsituation nicht die öffentlichen Verkehrsmittel benützen müssen.

 

30.03.2020

 

Oma, 64
– Heute um 11:00 waren in Österreich 8.400 Menschen an Corona erkrankt.
– In Deutschland stiegen die Infektionen auf 59.000.
– In Deutschland wurden die Corona-Maßnahmen bis 20. 4. verlängert.
– In den USA wurden bisher 125.000 Erkrankungen festgestellt.
– Präsident Trump hat in der Nacht auf heute weitere Quarantäne-Maßnahmen über Twitter abgelehnt.
– Bill Gates kritisiert neuerlich das zögernde Vorgehen der Trump-Regierung und mahnt schnelle Maßnahmen ein. ” Die Wirtschaft können wir wieder aufbauen. Die Toten zurückholen aber nicht.”
– Die EZB (Europäische Zentralbank) fordert die Banken auf heuer keine Dividenden auszuschütten.

29.03.2020

Jens, 39

Hallo Oma, das was du hier im Kleinen machst, wird bei uns in großem Stil geplant. Die Unis in Gießen, Hamburg und
Bochum arbeiten an einem Corona-Archiv.

Damit will man ein digitales Gedächtnis der Pandemie erstellen. Die Forscher rufen dazu auf, persönliche Erinnerungen und Fundstücke aus dem Alltag zu der Krise online hochzuladen.


Erich, 45

Die Tiroler Arbeiterkammer berichtet von unhaltbaren Zuständen. Viele “Arbeitnehmer, die vor der Saison händeringend gesucht wurden”, werden jetzt brutal vor die Tür gesetzt. Sie sind verzweifelt und wissen nicht wohin, weil sie die unter Quarantäne stehenden Gebiete nicht verlassen dürfen.
Wie löst der Tiroler Landeshauptmann derweil das Problem? Er schließt das ZDF, das bereits früh über die ersten Coronakranken in Tirol berichtet hat einfach von seiner Pressekonferenz aus!

 

Elfriede, 92

Ich habe im Moment nur schreckliche Angst. Angst um das Land und um meine Familie. Meine Kinder gehören zur gefährdeten Gruppe, meine Enkel könnten vielleicht den Arbeitsplatz verlieren, und dass meine Urenkel schon so eine schlimme Zeit miterleben müssen, macht mir das Herz sehr schwer. Mein jüngster Urenkel ist acht Wochen und ich kann ihn nur auf Bildern sehen.
Ich sitze da und kann nichts tun außer beten. Ich danke meiner Familie, dass sie sich so fürsorglich um mich  kümmert und wünsche allen, die da draußen das Leben aufrecht erhalten alles Gute und viel Kraft weiterhin.

Oma, 64

– In Österreich wurden bis heute 9:00 Uhr 7.700 Infizierte gemeldet, davon alleine 1.800 in Tirol.
– Unter den Infizierten überwiegen die Männer mit 53%.
– In Deutschlang gibt es mittlerweile 51.000 Corona-Fälle und in den USA über 100.000. Weltweit zählt man bereits 600.000 Erkrankte.
– China schließt die Grenzen um eine neuerliche Corona-Infektionen aus dem Ausland kommend zu verhindern.
– Um die Ansteckungsgefahr über die Scheckkarten-Terminals der Supermärkte zu reduzieren, wird die Eingabe der Pins hinkünftig erst ab 50,- verlangt.
– Die Bau-Sozialpartner haben sich auf Schutzmaßnahmen geeinigt, unter denen das Arbeiten auf Baustellen ab sofort wieder möglich sein wird.
– Schweden wollte zum Unterschied zu den anderen europäischen Staaten die Corona-Krise ohne starke Einschränkungen bewältigen. Seit heute sind allerdings Versammlungen für Gruppen über 50 Personen verboten.

28.03.2020

Oma, 64

– Über 7.000 Infizierte wurden bis heute Morgen in Österreich gezählt. 40.000 Testungen wurden durchgeführt.
– Weltweit sind 533.000 Menschen infiziert und 123.000 sind bereits wieder genesen.
– Das Land mit den meisten Erkrankungen sind mittlerweile die USA mit 86.000 Erkrankungen.
– Unser Nachbarland Deutschland zählt heute schon über 47.000 Infizierte.
– 11 Millionen ist die Zahl des Tages. So viele Einweghandschuhe werden heute in Österreich eintreffen. Dazu kommen Unmengen an Schutzmasken und Schutzanzügen, die sehnsüchtig erwartet werden.
– Man weiß zwar noch nicht wie lange, aber laut Robert Koch Institut steht fest, dass Corona-Genesene auf alle Fälle eine Zeit lang immun gegen das Virus bleiben werden.
– Nachdem der Eurovision Song Contest abgesagt wurde, plant der ORF einen virtuellen ESC 2020, bei dem alle 41 geplanten Songs als Video präsentiert werden.
– Gesundheitsminister Anschober erwartet den Höhepunkt der Infektionen zwischen Mitte April und Mitte Mai.
– Ab heute 17:00 Uhr steht der Corona-Härtefall Fonds, der von der Wirtschaftskammer ausbezahlt wird, zur Verfügung.

27.03.2020

Anja, 73

Egal ob in Österreich oder Deutschland oder in einem anderen westlichen Land, überall werden jetzt enorme Summen vom Staat für die Wirtschaft bereit gestellt.
Kommt denn niemand auf die Idee diese Summen den kleinen Leuten in die Hand zu geben um dadurch die Wirtschaft anzukurbeln und den Menschen ihre größte Not zu lindern?
Nein, daran denkt wohl wirklich keiner. Gestern mussten wir uns in der ZIB 2 sogar anhören, dass der Chef der Wiener Börse die Auszahlung von Dividenden und Boni für richtig hielt. Der Staat fördert also quasi die Unternehmen, damit diese Dividenden zahlen können?
Corona wird nichts zu Besseren wenden.

 

Herbert, 52

Ich kann gar nicht sagen wie froh ich bin, dass ich in Österreich lebe. Nicht nur, dass alles unternommen wird um uns vor dem Virus zu schützen, es steht auch von Anfang an fest, dass die Notfallmaßnahmen auf alle Fälle mit Jahresende begrenzt sind.
Blickt man nach Ungarn erkennt man, das Viktor Orban die Krise nützt und mit seinem Notfallgesetz die Demokratie außer Kraft setzen will – und es wohl auch beim zweiten Anlauf nächste Woche schaffen wird.  Da ist dann aber die EU gefragt.

Oma, 64

– Stand der Infizierten in Österreich um 8:00  Uhr 5.888 bei mittlerweile 36.000 erfolgten Testungen.
Für meine deutschen Leser/Innen: Laut Robert Koch Institut gibt es bereits über 37.000 positiv getestete Personen in der BRD.
– Während bei uns alles unternommen wird um die Ausbreitung des Virus zu hemmen und besonders gefährdete Menschen durch strenge Verhaltensregeln zu schützen, hat sich der brasilianische Staatspräsident Bolsonaro im Fernsehen gegen Ausgangssperren ausgesprochen. Er fordert die Menschen auf zum “Normalzustand” zurückzukehren.
– In Österreich versprechen Supermarktketten ihren Mitarbeiter/Innen Sonderzahlungen für ihre große Einsatzbereitschaft. Die Regierung sagt zu, dass diese Zahlungen steuerfrei bleiben.
– Die Mitarbeiter des AMS sind am Limit. Bereits in der ersten Woche der Coronamaßnahmen wurden 115.000 neue Arbeitslose gezählt.

26.03.2020

Silvia, 64

Die Erde hat uns aufs Zimmer geschickt, damit wir nachdenken über das, was wir angestellt haben.

 

Maria, 60

 

Wir helfen zusammen

 

Christine, 61

Ja, es ist derzeit nicht immer einfach den Alltag zu bewältigen. Bevor ich den Supermarkt betrete, überlege ich mir schon, wie ich es schaffe, möglichst wenig anzugreifen, niemandem ohne Sicherheitsabstand zu begegnen und doch den Einkauf erledigen zu können. Es sind leider noch immer einige rücksichtslose Mitbürger unterwegs, die nicht daran denken.

Wenn ich meine bald 90-jährige Mutter versorge und sage: ” Mama wir müssen leider Abstand halten,” gibt sie mir zur Antwort: “Nein, ich komme nicht in deine Nähe, ich möchte dich ja nicht anstecken.”

Ich wünsche allen gesund und auch mit Humor diese für uns so schwierige Zeit zu überstehen.


Cindy, 49

Ich bin nicht die große Schreiberin, aber was mich zur Zeit sehr bewegt, ist das tägliche “Treffen” um 18 Uhr in unserer Kleingartensiedlung von Zaun zu Zaun um unsere inoffizielle Hymne (I am from Austria) über Lautsprecher zu hören. In angemessenem Abstand versuchen wir, mit einem Gläschen Wein, dem Coronaalltag zu entfliehen.
Das ist Nachbarschaft für mich.
Von unseren (Enkel)Kindern und Eltern getrennt, telefonieren wir und schreiben unaufhörlich WhatsApps.
Mein Papa ist nicht so affin mit dem Handy, also haben wir ihm Fotos seiner eineinhalbjährigen Urenkelin geschickt – mit der guten alten Post, er hat sich riesig gefreut.
Für “danach” wünsche ich mir, dass wir nicht sofort in den alten Trott fallen, sondern Corona genutzt haben um uns zu besinnen…

Oma, 64
– Stand heute 8:00 Uhr: in Österreich durchgeführte Testungen 32.407, bestätigte Fälle 5.282, (Homepage Sozialministerium)
Deutschland 33.000, weltweit über 400.000 Infizierte
– In Österreich gibt es 125.000 Vereine, deren Mitglieder schon sehnsüchtig darauf warten wieder aktiv werden zu können.
– Die voestalpine Stahl betreibt normalerweise 3 Hochöfen. Aufgrund der aktuellen Situation wurde erstmals seit den 50iger-Jahren einer stillgelegt.  Im Fachjargon heißt das Sauabstich. 
– Tests, Tests, Tests – gestern hat Bundeskanzler Kurz bekanntgegeben, dass nun die Corona-Tests extrem ausgeweitet werden. Bis zu 15.000 Testungen sollen pro Tag durchgeführt werden.
– Die WHO warnt: Die USA könnten zum Epizentrum der Coronakrise werden. Alleine in den letzten 24 Stunden ist die Zahl der Infizierten um 85% gestiegen.

25.03.2020

Jens, 39

Die Coronakrise, stand kürzlich in der „taz“ zu lesen, hat auch ihre Vorteile. Sie dürfte die neoliberale Ideologie beerdigen.
US-Präsident Ronald Reagan meinte einst: „Die Regierung ist nicht die Lösung unseres Problems, die Regierung ist das Problem.“ Der Staat solle schrumpfen, damit der freie Markt übernehmen kann.

Nun zeigt sich klar, dass der Markt nur existieren kann, wenn ihn der Staat stützt. Und der Kapitalismus funktioniert nur, wenn er von einem starken Staat unterstützt, gebändigt und gerettet wird.
(Corona-Dämmerung für Neoliberalismus – taz, 21.3.20)

Sandra, 41

Ich bin ja sehr glücklich, dass ich momantan in der Steiermark leben darf. Das tut dem Bewegungsdrang meiner Kinder sehr gut und meinen Nerven auch. Aber zum Unterschied zu Wien gibt es hier keine freien Zeitfenster für Lebensmittellieferungen. Der Landmarkt, der üblicherweise die Gastronomie versorgt, liefert zwar nicht, aber er bietet nun an, den bestellten Einkauf in Kisten zusammenzustellen, die man an der Kasse abholen kann. Man erspart sich also den langen Weg durch die Regale und den Kontakt mit Fremden.
Wäre das nicht eine Idee für alle?

Oma, 64

-Die Zahl der Infizierten steigt zwar weiter, und die absoluten Zahlen werden mehr, die Anstiegsrate wird aber weniger.
24.03.2020 – 8:00: 4.486 Infizierte, 28.400 Testungen (Homepage Sozialministerium)
In der Schweiz (8,5 Mio Einwohner) wurden bereits 8.800 Corona-Fälle festgestellt. Dort werden allerdings bis zu 7000 Tests pro Tag durchgeführt.
– Gestern wurden mehr als 100 Tonnen Schutzmasken und -bekleidung für Tirol und Südtirol aus China geliefert.
– In Österreich wurden bereits 3.700 Anzeigen wegen Corona-Vergehen erteilt.
– Bacadi-Corona statt Bacadi-Cola: Der Rumproduzent produziert im Moment Alkohol für Desinfektionsmittel.
– Big-Brother im ORF: Egal ob Techniker des Wasserwerks oder TV-Moderationen, viele Menschen begeben sich freiwillig für zwei Wochen in Isolation, wo sie leben und arbeiten um unser gewohntes Leben aufrecht zu erhalten.
– Miliz wird einberufen: Ab 4. Mai werden erstmals in der 2 Republik 3.000 Milizsoldaten einberufen.
– Zentralmatura: Laut Bildungsminister Faßmann soll die schriftliche Matura am 18. Mai beginnen. Zwei Wochen davor soll die Schule starten um die nötigen Vorbereitungsarbeiten erledigen zu können.

24.03.2020

Markus, 42

Normalerweise wäre ich in den letzten Tagen zweimal durch halb Europa zu Meetings geflogen.
Eine Stunde Fahrt zum Flughafen, eine Stunde am Flughafen, zwei Stunden Flug und eine gute Stunde Weg zur Firma. Wenn der eigentliche Termin beginnt, habe ich bereits fünf Stunden zum Wohle der Firma absolviert.
Nach drei Stunden Meeting brauche ich wieder gute fünf Stunden um nach Hause zu kommen – Staus in der Luft oder am Boden noch gar nicht mitgerechnet.
Meine heutige Videokonferenz hat lange vier Stunden gedauert. Aber schließlich haben wir im Moment auch viel zu erzählen. Aber das war es auch schon. Ich habe neun kostbare Stunden eingespart!
Ich bin überzeugt, dass die Krise dazu führen wird, dass diese blödsinnige Herumfliegerei weniger wird und wir endlich zeitökonomisch arbeiten werden.

Maria, 81

Ich denke jetzt immer öfter an die letzten Kriegstage, die wir großteils im Keller verbracht haben.
Ich war sechs Jahre und hatte großen Hunger. Gegessen haben wir nur Mehlsuppen. Aber wir haben überlebt. Als wir dann endlich frei waren, hatten wir, meine Mutter und die Geschwister, auch wieder nichts zu essen, weil die Russen haben alles mitgenommen was sie gefunden haben. Und unser Haus war auch zerbombt.
Dagegen geht es uns doch heute gut.
Wir haben Wasser, Licht, Heizung und Fernsehen. Die Geschäfte sind voll, es muss uns Alten nur jemand liefern. Aber auch das soll ja ganz gut funktionieren. 

Hannelore,  71

Auch in Deutschland steigen die Corona-Zahlen deutlich.
Seit gestern ist auch unsere Bundeskanzlerin in häuslicher Quarantäne, weil sie mit einem infizierten Arzt Kontakt hatte.

Mittlerweile gilt auch bei uns ein Kontaktverbot, aber laut der Chefärztin der Notaufnahme des Klinikums Wolfsburg könnte es bereits zu spät sein. Hoffen wir, dass sie sich irrt.
Bleibt gesund!

Oma, 64

Die neuesten Zahlen geben laut Gesundheitsminister Rudi Anschober Grund zur Hoffnung.
Die Kurve des Anstiegs verflacht sich weiter.
Mit heute Morgen um 8:00 Uhr wurden in Österreich 3.611 Personen positiv auf COVID-19 getestet. (Offizielle Info des Sozialministeriums) Insgesamt wurden bisher 23.429 Tests durchgeführt.
Laut Innenminister Nehammer verhalten sich 95% der Österreich entsprechend der von der Regierung vorgegebenen Maßnahmen.

23.03.2020

Hans, 48

Ist das zu noch fassen?
Da höre ich doch gerade in den Nachrichten den Außenminister, der über die gemeinsame Rückholaktion des Außenamtes mit der AUA berichtet. Österreicher, die noch im Ausland sind, sollen sicher nach Hause gebracht werden.
Aber was passiert?
Da wollen immer wieder welche nicht mit. Sie wollen erst in ein paar Tagen abgeholten werden um etwa „noch eine Trekking-Tour machen zu können“ (Originalton Außenminister Schallenberg).
Da frag ich mich, geht’s noch?

Heinz, 51

Stellvertretend für alle, die unter der Situation leiden, muss auch ich mich melden.
Ich darf meinen 20-jährigen Sohn, der in einem Heim lebt, nicht mehr besuchen. Er ist körperlich und geistig nicht ganz fit und braucht Betreuung rund um die Uhr.
Ich musste mich entscheiden ihn ganz nach Hause zu nehmen oder nicht mehr zu besuchen.
Das zu entscheiden ist brutal. Da ich nicht weiß, wann ich wieder zur Arbeit muss, habe ich mich fürs Heim entschieden.
Da er nicht selbständig telefonieren kann, haben wir keinen Kontakt. Ich habe keine Ahnung wie es ihm geht.

22.03.2020

Gabi, 58

So, nun bin ich als altes Schulkrokodil mit meinen SchülerInnen per Whatsapp und Telefon in Kontakt. Ich übermittle Übungsmaterial und checke, womit sie sich beschäftigen.
Das klappt super und auch die Gute Nacht- und Guten Morgen-Wünsche sind sehr nett.Ich weiß, dass viele KollegInnen sehr engagiert sind, um die SchülerInnen in dieser besonderen Situation nicht alleine zu lassen.

Besonders toll finde ich eine Kollegin.
Sie hat den Schwimmunterricht online abgehalten. 
In Schwimmanzug, Badehaube und Schwimmbrille hat sie ihre SchülerInnen animiert, mit ihr vor dem Laptop Schwimmbewegungen auszuführen. 
Sehr engagiert!
Wieviele tatsächlich mitgemacht haben….?
 

Traude, 62

Was werden wir zukuenftig aendern?
Werden wir was aendern?
Ist die Miniwelt, in der wir uns persönlich derzeit befinden, die Möglichkeit über persönliches mal gezielt nachzudenken?
Will ich selbst was ändern?
Was ist wichtig?
Braucht man immer Alles?
Uns geht es trotz allem sehr gut. Wir haben eine hervorragende medizinische Versorgung, genug zu essen und wir müssen nicht frieren. Wir koennen trotz allem mit den Liebsten und Freunden kommunizieren. Es liegt an uns ein Stück naeher zusammenzuruecken und inne zu halten.
Gut so!!!!

Sandra, 41

Ich darf jeden Tag mit Blick auf den Dachstein aufwachen. Es wirkt alles so friedlich, idyllisch, perfekt. Dann höre ich die ersten Nachrichten, gar nichts scheint mehr perfekt, und in mir steigt wieder Angst auf. Die Kinder und ich sind hier. Mein Mann ist in Wien und muss arbeiten, und meine Eltern zählen zur Risikogruppe. Sobald ich an sie denke, weiß ich, warum wir uns isolieren und die Angst wird kleiner. Um auf positive Gedanken zu kommen gibt es ja Gott sei Dank den lustigen Familienchat und die vielen Chats und Telefonate mit Freunden.
Schön ist es zu sehen wie friedlich es dennoch überall abläuft, und wie sehr die Leute trotz Entfernung zusammenrücken. Die Situation hat also nicht nur negative Seiten. 😉

Hans, 56

Ich habe zu spät gecheckt, dass die Baumärkte zusperren. Mir fehlt Farbe.
Endlich könnte ich das Wohnzimmer ausmalen, aber die Farbe reicht nur für das Vorzimmer.

Katja, 34
Ich bin Alleinerzieherin und habe zwei Kinder, die immer in den Hort gehen müssen. Seit Montag bin ich zwar arbeitslos, aber zum ersten Mal in meinem Leben bei meinen Kindern zuhause. Wir sind sehr glücklich.

21.03.2020

 

Peter, 78
Derzeit in selbstgewählter Quarantäne – trotz meiner 78 Jahre aber zuversichtlich.
WIR werden alles meistern.
Vor 102 Jahren haben die Menschen bei schlechterer Gesundheitsversorgung die “Spanische Grippe” auch gemeistert.
Wichtig ist für mich die spürbare Solidarität. Die wird hoffentlich bleiben, wenn dieser Spuk schon längst vorbei ist.
Und besonders die Familie – mein Enkerl macht mir auch auf Distanz viel Freude. Und die Freunde…

Gerhard, 66
Hallo, ich bin der Gerhard, und obwohl ich an Depression leide, überwinde ich diese schwere Zeit mit Skypen mit den Enkeln, Sohn und Schwiegertochter. Wichtig ist auch, mit den Freuden telefonischen Kontakt zu halten. Ein Gespräch und eine Videotelefonie helfen sehr gut.

Also, gesund bleiben und sich an die wichtigen Regeln halten. 

Markus, 27
Viel Spass daheim, ich arbeite dafür ununterbrochen. Unser Lieferservice hat keine Pause. 


Elli, 48
Als Single musste ich bisher immer, ohne je eine Auszeit zu nehmen, arbeiten. Nun bin ich erstmals daheim und genieße es. Ich koche für mich alleine, weil ich mir wichtig bin. Hunderte Bücher warten darauf endlich gelesen zu werden. Ich telefoniere zwar täglich mit Freunden, aber in Wirklichkeit bin ich jetzt einmal glücklich alleine daheim sein zu können.

20.3.2020