Stagnationswasser

In ganz Österreich kommt hervorragendes Trinkwasser aus den Leitungen. Die Bundeshauptstadt Wien wird sogar mit Hochquellwasser versorgt.

Wenn Trinkwasser aber länger als vier Stunden in der Leitung steht, bildet sich ein sogenannter Biofilm (eine Schleimschicht), der ein idealer Nährboden für Mikroorganismen (Bakterien, Algen, Pilze) ist. Und dieses Stagnationswasser wollen wir keinesfalls trinken.


Blei- und Asbestzementrohre

Aber auch die alten Hauswasserzuleitungen aus der Gründerzeit stellen eine Gefahr für unser Trinkwasser dar. Damals wurden in Österreich bedenkenlos Bleirohre (giftiges Schwermetall) oder in Deutschland Asbestzementrohre (wird heute unter besonderen Schutzmaßnahmen als Sondermüll entsorgt) verwendet. Mittlerweile kennt man die Gefahr, die davon ausgeht. Die Wiener Wasserwerke haben deshalb bis 2007 alle Bleirohre in den Hausanschlüssen ausgetauscht. Die weiterführenden Leitungen in den Häusern sind allerdings Besitz und Angelegenheit des Hauseigentümers und müssen von ihm ausgetauscht werden.

Wenn du nicht weißt, ob dein Leitungswasser bleibelastet ist, dann hast du in Wien die Möglichkeit dies testen zu lassen. Die Kosten belaufen sich (gilt für das Jahr 2020) auf € 35,40 pro Probe. 
Wie du dein Trinkwasser auf Blei testen lassen kannst, erfährst du hier.

Wenn du Näheres über Blei im Trinkwasser wissen möchtest, dann beantwortet die
Wiener Umweltanwaltschaft auf ihrer Homepage viele Fragen.


Gefahr für Babys, Kleinkinder und immunschwache Menschen

Was kann man gegen Stagnationswasser tun?

Die Fachleute empfehlen das Wasser einfach so lange abfließen zu lassen, bis die Wassertemperatur spürbar sinkt. Dann kann man davon ausgehen, dass genügend stehendes Wasser abgeflossen ist, die Leitung durchgespült wurde und nur mehr weitgehend keimfreies Wasser aus dem Wasserhahn kommt.

Da Babys und Kleinkinder besonders gefährdet sind, sollte man beim Zubereiten von Babynahrung oder Getränken für Kinder das Wasser grundsätzlich abrinnen lassen – aber ganz besonders lange am Morgen, damit das Wasser, das über Nacht stand, keinesfalls in Nahrung oder Getränke gelangt.

TIPP: Besonders lange solltest du das Wasser abfließen lassen, wenn du aus dem Urlaub kommst oder wenn du dein Gartenhäuschen nach dem Winter wieder erstmals benützt.

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