Geduld kommt mit dem Alter?

Im Moment bin ich ganz schön geschafft – aber auch sehr, sehr zufrieden mit mir.
Nein, ich war nicht joggen, falls du das jetzt denkst – obwohl ich das bald angehen sollte, denn meine Enkelin rechnet fest damit, dass ich mit ihr gemeinsam heuer am Frauenlauf teilnehmen werde. Bisher bin ich aber noch keinen einzigen Kilometer gelaufen. 🙁

Ich war nur einkaufen, was an sich nichts Besonderes ist. Ich habe bloß nicht damit gerechnet, dass ich so viel kaufen würde. Im Einkaufswagen hat es noch gar nicht so arg ausgesehen, aber beim Einräumen war mir schnell klar, dass die zwei Stoffsäcke zum Umhängen nicht ausreichen würden. Glücklicherweise habe ich immer eine Falttasche mit und mein Handtaschenrucksack ist auch recht groß. So bin ich also wie ein Packesel mit vollem Rucksack, rechts und links auf den Schulten je einen vollgestopften Stoffsack und in der einen Hand die Falttasche und in der anderen einen Sack mit Äpfeln nach Hause marschiert. Nach den ersten hundert Metern habe ich bereits bitter bereut, dass ich zu faul gewesen war um mein wunderschönes, aus elegantem Korbgeflecht gebautes Einkaufswagerl aus dem Keller zu holen. Das hätte mir erspart, dass ich immer wieder stehen bleiben musste um die von den Schultern rutschenden Stoffsäcke wieder neu zu positionieren. Nach geschätzten dreihundert Metern nützte ich eine Bank um die Taschen kurz abzustellen, denn sie schnitten sich schmerzhaft in meine Schultern. Nach dieser kurzen Erholung fiel mit ein, dass ich ja schon ungeduldig auf ein Belegexemplar der deutschen Zeitung „Die Zeit“ wartete und beschloss, doch noch einen kleinen Umweg in Kauf zu nehmen um zu den Postkästen zu gehen. In unserer Siedlung gibt es eine zentrale Poststelle, die knapp zweihundert Meter von unserem Haus entfernt ist,  normalerweise ist das kein Problem. Heute schon, denn die Taschen wurden mit jedem Schritt schwerer. Doch die Neugier siegte. Und – ich wurde belohnt, denn die Zeitung, in der auch ein Beitrag von mir als Oma-Bloggerin erschienen war, war endlich da. Ungeduldig riss ich gleich das Kuvert auf und hatte sie endlich in Händen. Da sie allerdings so riesig ist, dass dagegen selbst unsere großformatigen Zeitungen wie Kleinformate wirken, war es mir unmöglich sie mit Rucksack und Säcken an den Schultern zu öffnen – geschweige denn den Artikel zu suchen. Also klemmte ich sie mir voller Ungeduld unter den Arm, nahm wieder alle Taschen auf und trottete mit letzter Kraft heim.

Nun sitze ich bei unserem großen Tisch – diese Zeitung akzeptiert ja keinen kleinen – und freue mich über den schönen Beitrag und die Tatsache, dass der Name meines Blogs genannt wurde. Werbung kann man immer brauchen.
Solltest auch du den Artikel lesen wollen, so findest du ihn hier.

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Gefangen im eigenen Auto

Dass unser Auto uns heuer nach den Weihnachtsferien schon einmal im Stich gelassen hat, hast du vielleicht gelesen (Die dunkle Seite des Sonnenaufgangs). Das war schon schlimm genug, aber dass es das jetzt – nach den Energieferien – schon wieder tat ist ärgerlich. Das Auto gönnt uns wohl den Urlaub nicht, dabei darf es doch eh immer dabei sein.
Was ist geschehen?
Wir hatten vier wunderschöne Tage in Loipersdorf verbracht und wollten total entspannt, herrlich aufgewärmt durch das Thermalwasser und gut gelaunt am Abend die Heimreise antreten. Koffer und Badetaschen waren verstaut, wir saßen im Auto und mein Mann wollte starten. Außer einem müden und beunruhigend kurzem “Brrbr” tat sich nichts. Wir blickten uns entsetzt an und sagten gleichzeitig: “Na, ned scho wieder.”

Während das Auto keinerlei Regung zeigte, waren wir umso aufgeregter. Nach kurzer Beratung versuchten wir es noch einmal. Wieder nichts. Da die Seitentüren noch offen waren und damit einige Lampen leuchteten, schlossen wir alle Türen, schalteten das Licht ab und unternahmen einen letzten hoffnungsvollen Versuch. Und tatsächlich sprang der Motor an. Erleichterung, Freude und Begeisterung überwältigten uns. Wir nahmen uns fest vor den Motor bis Wien keinesfalls abzustellen und kamen wirklich gut daheim an. Schwierig wurde es aber, als wir unser Auto ausräumen wollten, denn ich konnte die elektrische Seitentüre nicht öffnen.
Mein Mann, groß und stark, hat mir dann gezeigt, wie man die Türe mechanisch öffnen kann – dachte er. Denn auch ihm gelang es nicht. Die Türen blieben fest verschlossen und bewegten sich keinen Millimeter.

Heute Morgen sorgte mein Mann sofort dafür, dass das Auto eine neue Batterie bekam und die Störung der Türen dadurch behoben wurde. Auf die Frage, wie man in solch einem Fall die Türen mechanisch öffnen kann, kam eine erschütternde Antwort: Im Fall eines Stromausfalls beim  Auto oder bei zu schwacher Batterie lassen sich die hinteren Seitentüren leider nicht öffnen. 🙁
Das kann doch nicht wahr sein. Wer kommt denn auf die Idee ein Auto zu bauen, das seine Insassen einsperren kann, wenn es mag ??

Naja, da kann man nur hoffen, dass in diesem Fall niemand im Auto sitzt, der nicht aus eigener Kraft über die Vordersitze herauskrabbeln kann.

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Frühstücksidylle

Heuer haben wir und der Wettergott beschlossen die Semesterferien zu teilen. Wir haben uns nur leider nicht richtig abgesprochen. Denn die ersten zwei Tage im Ennstal waren geprägt durch unnatürliche Wärme und Dauerregen, der den ganzen Schnee weggeschmolzen hat. Danach hat es sich der launische Winter anders überlegt und hat es zwei Tage durchgehend schneien lassen. Nur einen Tag konnten Opa und die Kinder die Schipisten genießen.
Dann war der Zeitpunkt gekommen, wo wir uns ins Auto setzten um auf schneebedeckten, nicht gut geräumten Straßen ins steirische Thermenland zu rutschen. Also genau einen Tag bevor die Sonne wieder die wunderschön verschneiten Berge ins beste Licht rückte.
Naja, jetzt genießen wir jedenfalls das herrliche Thermalwasser in Loipersdorf. Und das ist gut so, denn sonst hätte ich nicht erlebt, mit welchem Elan Eltern von heute sich und ihren Kindern das Leben schwer machen.

Schon von weitem hörten wir das ärgerliche Geschrei eines Kleinkindes im Frühstücksraum. Während die Eltern selbst völlig ruhig blieben, begann der gut zwei Jahre alte Bub stöhnend vor Anstrengung die Verkleidung der Heizung auseinander zu nehmen. Scheppernd fiel etwas zu Boden. „Ach Tobi“, reagierte die Mutter mit einem schwachen Seufzer und versuchte die Dinge wieder zu reparieren. Der offenbar unausgelastete junge Mann suchte im Raum vergeblich nach neuer Beschäftigung und wurde wieder laut. Also nahm ihn sein Vater auf den Arm, ging mit ihm zum Buffet um ihn entscheiden zu lassen, was er essen wolle. Der Kleine, der kaum reden konnte, streckte Kopf und Arme in die Richtung seiner Mutter. Es war klar, er wollte keinesfalls zum Buffet und offensichtlich auch keine Entscheidung treffen. Aber der bemühte Vater drehte sich immer wieder herum, sodass der Bub einen kurzen Blick zum Buffet werfen konnte.
„Magst du ein Müsli, Tobi?“
Der Bub drehte sich sofort Richtung Mama und antwortete: „Ahm.“
Der Papa drehte sich zum Buffet und fragte friedlich: „Magst du vielleicht einen Obstsalat, Tobi?“
„Ahm, uh“, kam es ärgerlich zurück.
Der Papa war beim Gemüse angelangt: „Magst du Radieschen, Tobi?“
Tobi drehte sich vom Buffet weg und antwortete ungeduldig: „Ahm, ahm!“
Daraufhin fragte der Vater alle Gemüsesorten gebetsmühlenartig mit jeweils einem vollständigen und freundlich formulierten Satz ab: Paradeiser, Gurken, Paprika–natürlich in rot und in grün-, Karotten und sogar die Kresse. Dass Tobi mittlerweile versuchte sich aus Papas Arm zu befreien, konnte ich nur zu gut verstehen. Doch wer ein guter Papa ist, gibt noch lange nicht auf. Nun waren die beiden beim Käse angelangt. Das gab dem Papa die Gelegenheit den schon sehr ungeduldigen Tobi zu fragen, welche der sieben Käsesorten er möchte. Tobi gab zu verstehen, dass Käse ihn so gar nicht interessierte. Also versuchte es der immer noch liebevoll dreinblickende Vater mit dem Wurst- und Schinkenangebot. Hier ging er sogar so weit, dass er nicht nur die vielen Sorten einzeln abfragte, nein er nahm sogar ein Blatt Extrawurst um es Tobi vor die Nase zu halten. Der aber blieb standhaft, drehte sich weg und sagte unwirsch: „Ahm, uh, uh!!“
Als der Superpapa bei den Marmeladen angelangt war, es gab 11 verschiedene Sorten, verlor Tobi schließlich die Geduld, und er begann auf Papas Arm so herumzuschlagen, dass dieser schon bereit war aufzugeben. Tobi spürte wohl, dass die lästige Fragerei ein Ende haben würde und beruhigte sich, was den Vater wiederum veranlasste sich doch noch in Richtung Kuchen zu bewegen. Ehe er zu fragen beginnen konnte, zeigte Tobi auf ein Keks, das ihm sein glücklich und zufrieden lächelnder Vater auch sofort gab. Bei Mama am Tisch angekommen erklärte der Vater stolz: „Er hat wieder das gleiche Keks verlangt wie in den letzten Tagen.“

Hätte ich die Geschichte nicht selbst erlebt, ich würde sie nicht glauben. Wie können Eltern ihren Kindern durch Dutzende Fragen Entscheidungen abverlangen, die sie gar nicht treffen wollen und oft auch nicht können. Und wenn das Ganze dann fast so lange dauert, wie andere frühstücken, dann grenzt das echt an Quälerei.

Ich habe mich anfangs gefragt, warum ein Zweijähriger noch nicht reden kann. Nach diesem Erlebnis war mir klar, dass das wohl eine reine Schutzreaktion des Kindes ist. Denn könnte er reden, würde der Vater nicht nur Ja-Nein-Fragen sondern auch noch alternative, suggestive oder auch rhetorische Fragen stellen und dann noch ausführliche Antworten verlangen.
Ganz ehrlich, ich verstehe den Kleinen.

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Maria Lichtmess

In Österreich gibt es viele Bauernregeln, nach denen man das Wetter angeblich für größere Zeiträume vorhersagen kann. Daran kann man glauben oder nicht.
Es hat sich aber auch die Grazer Universität in einer Studie damit beschäftigt. Das Ergebnis spricht nicht unbedingt für die Bauernregeln. Von den dabei insgesamt 26 geprüften Witterungs- und Ernteregeln zeigten lediglich 4 eine positive und 4 eine negative (d.h. das Gegenteil trifft zu) Signifikanz.
Jene Regeln allerdings, die sich auf Lostage beziehen, wurden noch einmal nach strengeren Kriterien untersucht, und dabei zeigte sich, dass von 3 von 5 Vorhersagen bestätigt wurden.
Gestern war Maria Lichtmess, ein Lostag, an dem sich entscheiden soll, wie der Winter weiter verläuft. Die Regel lautet: Ist’s zu Lichtmess mild und rein, wirds ein langer Winter sein.
Es gab Sonnenschein und war mild im Ennstal. Mal sehen, wie`s weitergeht. Ich werde jedenfalls ab sofort genau beobachten, ob diese Bauernregel zutrifft, oder nicht. Es ist ja wohl im Sinne der Wissenschaft. 🙂

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So ein Glück

Es gibt viele Dinge, die nichts kosten mich aber trotzdem sehr freuen.
Es gibt natürlich auch Situationen, die mich ärgern. Wenn ich beispielsweise meine Zeit – die mit jedem Lebensjahr kostbarer wird – mit unnützen Arbeiten oder Auseinandersetzungen vergeuden muss.

Aber schnell wieder zurück zu den erfreulichen Dingen.
Wir sind seit einigen Tagen wieder in unserem geliebten Ennstal und genießen die herrliche Bergwelt. Auf der Fahrt passen wir natürlich immer genau auf, was der Verkehrsfunk berichtet um möglichen Staus und Hindernissen rechtzeitig ausweichen zu können. Diesmal war es gar nicht so schlimm. Allerdings knapp vor dem Brucker Tunnel sprangen plötzlich, ohne erkennbaren Grund, alle Ampeln auf rot und auf der Anzeigetafel erschien in roter Leuchtschrift “Emergency call”.
Der beste aller Ehemänner saß gerade am Steuer und reagierte großartig: Nur 50 Meter vor der letztmöglichen Ausfahrt bremste er so perfekt, dass er weder nachkommende Fahrzeuge gefährdete noch die Ausfahrt verpasste. Buchstäblich auf den letzten Zentimetern der Abzweigung schaffte er es von der Autobahn abzufahren. Wir fuhren also durchs Ortsgebiet von Bruck an der Mur und nach dem Tunnelende gleich wieder auf die Autobahn. Das hat uns nicht mehr als fünf Minuten gekostet.
Arm waren allerdings diejenigen, die nicht so schnell reagiert haben und weitergefahren sind. Nach gut 10 Minuten kam die erste Meldung über den Verkehrsfunk, die besagte, dass der Brucker Tunnel wegen eines defekten Fahrzeuges gesperrt werden musste. Nach einer weitern halben Stunde hörten wir, dass man nun versuche wenigstens eine Spur freizumachen.  Nach einer guten Stunde erfuhren wir, dass der Stau schön langsam weniger würde.
Wir sind also in letzter Sekunde, durch die schnelle Reaktion meines Mannes, dem Stau entgangen und haben mehr als eine Stunde gewonnen. Für manche vielleicht lächerlich, aber ich freu` mich heute noch darüber.
So ein Glück. 🙂 🙂 🙂

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Klein aber fein

Gestern waren wir am Ball der Sportunion Mariahilf – und das, obwohl wir gar nicht zum Verein gehören. Aber das, was die engagierte Truppe da anbietet, hat uns in den letzten Jahren zu eifrigen Ballgästen werden lassen.
Es ist ein kleiner aber feiner Ball, mit guter Musik, genügend Platz zum Tanzen, Quiz, Gewinnspiel und viel guter Laune.
Junge Mädels und Burschen beeindruckten uns mit einer tollen Eröffnung und einer sensationellen Mitternachts-Tanzeinlage. Auch als Außenstehende spürt man die Freude und Begeisterung der Turner/Innen und das harmonische Miteinander zwischen Jung und Alt.
Solltest du dieses angenehme Ballgefühl auch erleben wollen, dann notiere dir einfach schon sicherheitshalber den 23. Jänner 2021. Vielleicht sehen wir uns ja dort. 🙂

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Das Jahr der Maus

Der Legende nach lud Jade-Kaiser Yu Di einst alle 13 Tiere der Tierkreiszeichen zu einem Fest ein. Die Katze gehörte ursprünglich auch dazu. Die Maus erzählte jedoch der Katze, dass das Fest einen Tag später stattfinden würde. Die Katze legte sich schlafen und träumte vom Fest. So kam es, dass nur zwölf Tiere, alle außer der Katze, zum Fest kamen. Das erste Tier war die Maus (Ratte), ihr folgten der Büffel ( Rind), der Tiger, der Hase, der Drache, die Schlange, das Pferd, die Ziege (Schaf), der Affe, der Hahn (Huhn), der Hund und schließlich das Schwein. Jedes Tier bekam ein Jahr geschenkt, und er benannte es nach ihm. So erhielt die Maus das erste, der Büffel das zweite, der Tiger das dritte Jahr und das Schwein schließlich das zwölfte. Dies geschah in der Reihenfolge, in der sie angekommen waren. Alle erklärten sich damit einverstanden. Da die Katze nicht kam, wurde ihr auch kein Jahr zugeteilt, und sie wurde somit ausgeschlossen. Jetzt wirst du dich vielleicht fragen, wie es sein kann, dass die Maus, obwohl sie klein und schwach ist, als erste ankam. Das kam so: Die Maus ist schlau und listig und ihr war sofort – als der Jade-Kaiser die Einladung aussprach – klar, dass sie Mühe haben würde den weiten Weg zu schaffen. Also versteckte sie sich hinter den Hörnern des Büffels, und ließ sich, von ihm unbemerkt, tragen. Als der Büffel dann stehen blieb, sprang sie schnell herab und begrüßte als erstes der Tiere den Jade-Kaiser. Morgen beginnt laut chinesischem Horoskop das Jahr der Maus (oder auch das Jahr der Ratte). Nach 2019, einem Jahr voller unvorhersehbarer Situationen in Sachen Liebe, wird 2020 friedlicher sein. So geht das Liebesleben auf einen harmonischen Weg, und Kommunikation hilft, das so zu halten. Das ganze Jahr 2020 soll das Glück auf unserer Seite sein. Wir müssen es nur ergreifen, sobald es an unsere Tür klopft. Die Chinesen sagen, dass nichts das Glück mehr erschreckt, als wenn man daran zweifelt. Die Glückszahlen sollen 5, 7, und 9 sein. Die Glückstage sollen jeweils der 4., 8., 13. und der 22. jedes Monats sein. Sport soll im Jahr 2020 die beste und günstigste Medizin zur Erhaltung der Gesundheit sein. Ich wünsche dir, dass dieses Jahr der Maus auch für dich ein Jahr voller Liebe und Glück sein möge.

Oma in der Dominikanischen Republik

Während für die Einen die Ballsaison noch voll im Gange ist, tummeln sich die Anderen gerade auf den Skipisten. Viele aber träumen schon vom Urlaub in wärmeren Gefilden.

Auch ich sehne mich schon wieder nach Sonne, Sand und Meer und habe mich deshalb von einer Minute zur anderen entschlossen mich am Strand unter Palmen der Dominikanischen Repubik zu entspannen.

Ein bequemer Liegestuhl, ein karibischer Cocktail, der fruchtig, erfrischend und belebend zugleich ist – Herz, was willst du mehr?

Die überwiegend jungen Einwohner (45% der Bevölkerung sind jünger als 24 Jahre), die sich geduldig den Touristen widmen, sind von einer ungezwungenen Herzlichkeit, sodass man sich sofort wohlfühlt.

Endlose Sandstrände auf der einen Seite, die Berge im Zentrum der Insel – die bis zu 3098 Meter hoch sind – auf der anderen Seite, exotische Palmen und azurblaues, kristallklares Meer, angenehme Temperaturen das ganze Jahr über, hier findet man alles für einen perfekten Urlaub. 

Ich kann mir vorstellen, dass ich es dort ziemlich lange aushalten könnte.
Allerdings schrecken mich die mehr als 10 Stunden Flug doch ein wenig ab.

Naja, diesmal habe ich alles auf der Ferienmesse in der Theorie erlebt, beim nächsten Mal fliegen wir vielleicht doch einmal hin. 🙂

 

 

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Ballsaison

Als ich noch Politikerin war, bekam ich unzählige Einladungen zu Bällen. Da ich aber viele andere Abendtermine hatte, bei denen ich unbedingt anwesend sein musste – etwa weil ich die Eröffnungsrede hielt – nutzte ich die vielen Ehreneinladungen kaum. Ich war während dieser Zeit chronisch übermüdet und heilfroh an einem freien Abend endlich einmal früh schlafen gehen zu können.Mittlerweile ist mein Schlafdefizit ausgeglichen, und die senile Bettflucht macht sich schön langsam breit. Also – höchste Zeit endlich das nachzuholen, was ich früher oft hätte haben können.

Das Anstellen beim Eingang in die Hofburg war eine echte Herausforderung. Der eiskalte Wind hätte uns beinahe weggeblasen. Manche Damen hatten Mühe ihre Extensions am Kopf zu behalten. Aber hatte man den Einlass geschafft, begann einer der schönsten Bälle Wiens. Der Zuckerbäckerball bietet so viele verschiedene Attraktionen, dass man die ganze Nacht beschäftigt ist – auch wenn der Ehemann zufällig wieder einmal von Knieschmerzen geplagt wird.
Doch die mangelnde Tanzbegeisterung hat der beste aller Ehemänner sofort beim Darts wettgemacht. Mit nur drei Pfeilen, die er perfekt geworfen hat, gewann er eine Torte. Beim Roulettetisch konnte man ohne großes Risiko spielen, was ich sehr genossen habe. Viele Bäcker und Köche haben ihre Kunst bei zahlreichen Stationen präsentiert, was nicht nur interessant war sondern auch eine Freude für den Gaumen. Das Musikangebot war vielfältig und die Tombolapreise haben vermutlich tausende Torten enthalten.
Der Ball kommt auch unserer nachweihnachtlichen Diät total entgegen, da wir fünf köstliche Torten mit nach Hause nehmen durften, die wir natürlich vernichten müssen.
Alles in allem ein wunderschöner Ballabend.

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Oma und die Kammer des Schreckens

Zum Unterschied zu meiner Familie bin ich kein Fan von Harry Potter. Mir sind die Geschichten einfach zu aufregend.
Aber, dass eine Folge “Harry Potter und die Kammer des Schreckens” heißt, ist auch bis zu mir durchgedrungen. Und meine letzte Nacht habe ich sogar dort verbracht.
Ich habe fast kein Auge zugemacht. Ich fühle mich wie gerädert und weiß nicht, wie ich den Tag durchstehen soll. Es war der absolute Wahnsinn.

Kaum war ich eingedöst, bekam ich einen Schlag in den Nacken – natürlich schreckt man da hoch und das Herz schlägt wie verrückt. Da ich nur wenig Platz hatte und auf der Seite liegen musste, hörte ich den heftigen Herzschlag ganz besonders arg. Das war wirklich unangenehm, und ich setzte mich kurz auf. Aber da rückte das Monster neben mir sofort nach und wollte doch glatt meinen Platz einnehmen, hätte ich mich nicht sofort wieder hingelegt. Da war es knapp nach Mitternacht.

Die Müdigkeit übermannte  (eigentlich müsste es ja “überfaute mich” heißen 🙂 ) mich schnell wieder, und ich schlief ein. Da bohrten sich plötzlich zwei Knie in meine rechte Niere und ich war wieder hellwach. Es war mittlerweile ein Uhr. Ich schaffte es nicht das Monster von mir wegzudrehen. Also musste ich meine Position ändern. Langsam schlief ich wieder ein.

Doch mit einem Mal stieß ein spitzer Ellbogen in meine Wange, nicht sehr schmerzhaft, aber munter war ich natürlich auch wieder. Da war es gerade halb drei. Als ich gerade wieder sanft ins Träumeland geschwebt war, traf eine Faust mein rechtes Ohr. Es war einfach zum Verzweifeln. Nun war es schon drei Uhr und ich hatte vermutlich noch keine einzige Tiefschlafphase erreicht.

Kurze Zeit danach drang dann ein mir unbekanntes Schnarchgeräusch an mein Ohr, es war ganz nah, ich spürte sogar den Atem. Dazu kam eine starke Wärme, die das kleine Monster neben mir ausstrahlte. Also schob ich meine Bettdecke zur Seite, weil so viel Hitze ertrage ich nicht gut. Das war aber ein folgenschwerer Fehler. Denn um halb fünf wachte ich frierend auf und wollte mich natürlich schnell zudecken – nur lag da leider jemand mit seinem ganzen Gewicht auf meiner Bettdecke, und es gelang mir nicht sie unter ihm hervorzuziehen. Also holte ich mir die Tagesdecke, die sonst über unserem Ehebett liegt und deckte mich notdürftig damit zu.

Es war schon sechs Uhr als ich einen Ruck in meinem Rücken spürte, der mich fast aus dem Bett geworfen hätte. Glücklicherweise erwischte ich mit der Hand noch die Bettkante und konnte so den Absturz verhindern.

Um es noch einmal zu betonen: Es war wirklich eine schreckliche Nacht!

Und warum das Ganze?
Unsere Enkelkinder sind wieder einmal bei uns über Nacht zu Besuch. Sie lieben es, wenn Opa ihnen vor dem Schlafengehen etwas vorliest. Gestern haben sie sich Harry Potter ausgesucht. Die Geschichte war wohl so spannend und unheimlich, dass beide unbedingt bei uns im Ehebett schlafen wollten. Sie waren auch nicht bereit ein Bubenzimmer und ein Mädelzimmer zu akzeptieren, wie wir es öfter machen. Nein sie wollten unbedingt alle beide mit uns im Ehebett schlafen. Ein 1,80 Meter breites Bett ist für zwei Menschen mittlerer Statur recht angenehm aber für vier fast unerträglich eng. Aus Angst einer der beiden könnte in der Nacht aus dem Bett fallen, sind mein Mann und ich am Rand unseres Ehebettes liegen geblieben, aber geschlafen haben wir sehr wenig.

Und sollten sie es beim nächsten Mal wieder wollen – dann würden wir es wieder tun. Dafür sind Großeltern ja schließlich da. 🙂

 
 

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Dem Hexentod entronnen

Heute Nachmittag haben wir mit den Enkelkindern einen Besuch im Haubiversum gemacht.
Es war eine wirklich interessante Führung. Wir sahen das Entstehen der Brote und Semmeln vom Mehl bis zum Backofen. Wir lernten viel, durften Mohnstriezerln backen, jede Menge Brot kosten und tausend Fragen stellen, denn wir Vier waren bei einer Exklusivführung – man gönnt sich ja sonst nichts. 🙂
Naja, ehrlich gesagt war halt zufällig außer uns niemand angemeldet. Wir haben es toll gefunden, dass die Führung trotzdem stattfand.

 

Danach haben wir noch den wunderschön gestalteten Spielplatz des Unternehmens besucht, auf dem es einen Backofen für Hexen gibt. Dreimal darfst du raten, wen die Kinder dort eingesperrt haben. Wie die kleinen Rumpelstilzchen sind sie mit einer unsagbaren Freude vor dem Backofen auf und abgehüpft, nachdem sie mich hinter Gitter gebracht haben. Da es am Spielplatz aber noch weitere Attraktionen gegeben hat, haben sie das Interesse am Backofen verloren, und ich kam wieder frei.

Am Weg nach Hause passierte dann etwas Wunderbares: Wir haben erstmals jene Musik entdeckt, die uns allen Vieren gefällt – trotz mehrerer Jahrzehnte Altersunterschied: Queen und Freddie Mercury. Wir haben mehr als fünfmal total begeistert „We will rock you“ gehört und das in einer Lautstärke, dass wir die Bässe in der Magengrube gespürt haben – ganz wie früher in der Disco. Die anderen Hits haben die Enkel noch nicht alle gekannt, waren aber auch sofort begeistert.
Plötzlich war eine unausgesprochene Übereinstimmung da und eine große Freude über die Entdeckung des gemeinsamen Musikgeschmacks. Wir haben alle mitgesungen und mitgeklatscht – und haben uns wieder einmal soo jung gefühlt wie schon lange nicht.

10.102020

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Die dunkle Seite des Sonnenaufgangs

Eigentlich wollte ich dir heute erzählen, dass wir den Christbaum schon abgeräumt und die gesamte Weihnachtsdekoration im hintersten Winkel des Abstellkammerls verstaut  haben. Und dass mit einem Mal nichts mehr an Weihnachten erinnert. Ein bisschen Wehmut habe ich dabei schon verspürt. Obwohl – wenn man bedenkt, dass wir seit September in den Geschäften auf Weihnachten eingeschworen wurden, den ganzen Dezember überall Weihnachtslieder hören mussten, und dann innerhalb von wenigen Tagen der ganze Zauber wieder vorbei ist, fragt man sich doch, ob sich der Aufwand dafür lohnt, oder ob wir nur mehr brav das tun, was der Handel und die Werbung uns vorgeben.

Aber weiter bin ich mit meinen tiefgründigen Gedanken ohnehin nicht gekommen, denn dann hat mich die Realität überholt.

Wir sind heute schon um 6 Uhr aufgestanden – was für Pensionisten allerdings extrem früh ist. Wir müssen wieder nach Wien und haben auch einen Fixtermin. Daher wollten wir um 7 Uhr losfahren. Diesmal waren wir ausnahmsweise wirklich pünktlich, hatten alles eingeräumt, Tee und eine Jause für die Fahrt waren vorbereitet und der PC wartete einsatzbereit auf mich am Beifahrersitz.

Zusperren – Starten – Losfahren, mehr wäre um 7 Uhr nicht mehr zu machen gewesen – wenn sich unsere Batterie nicht plötzlich durch die Eiseskälte des Ennstales entladen hätte. Die elektrischen Schiebetüren und die Heckklappe sind noch ohne Probleme aufgegangen, nur zum Starten fehlte dann die nötige Kraft. 
Aber auch solche Kleinigkeiten sind für uns kein Problem, haben wir doch ein Powerpack für Autobatterien. Das haben wir uns gekauft, weil der alte Traktor meines Mannes immer wieder Probleme beim Starten hatte.
Also holte mein Mann das Starthilfegerät aus dem Keller und startete damit unser Auto – nein, nicht wirklich, er wollte es starten, aber leider hatte sich das Ladegerät nach dem letzten Gebrauch nicht selbst wieder an die Steckdose angeschlossen und aufgeladen.
Also konnte uns nur mehr der ARBÖ-Pannendienst helfen.

Während wir auf den Pannendienst warteten, wurden wir mit einem unglaublich schönen Sonnenaufgang entschädigt. Ohne Panne hätten wir dieses Naturschauspiel gar nicht mitbekommen.

So konnten wir der Sache also auch noch etwas Positives abgewinnen. 🙂

Mittlerweile fahren wir schon auf der A2, nicht ganz pünktlich, aber doch recht zufrieden mit uns und der Welt.

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Der beste Kaffee der Welt

 

Heute Morgen habe ich den besten Kaffee meines Lebens bekommen: Mein 8-jähriger Enkel hat ihn zubereitet – aber nicht etwa einfach nur mit der Kapselmaschine. Nein, viel besser, er hat echten Filterkaffee zubereitet – ganz so, wie es die Barista heute wieder empfehlen.
Und zum Unterschied zu George Clooney hat er absolut keinen Tropfen verschüttet.

 

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Oma in der Fahrschule

Heute saß ich doch tatsächlich nach 44 Jahren wieder in der Fahrschule. Und dann hatte ich auch noch Fahrstunden. Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, wenn man als routinierte Autofahrerin neben jugendlichen Fahrschülern sitzt, die die eigenen Enkel sein könnten. 🙂
Warum mache ich das überhaupt? Das hängt mit unserem Wohnwagen zusammen, denn mit dem B-Führerschein darf man nicht mehr als 3,5 Tonnen (Auto und Wohnwagen) bewegen. Da aber Wohnwagen und Auto gemeinsam auf dem Zulassungsschein mehr höchst zulässiges Gesamtgewicht haben – auch wenn wir es tatsächlich nicht erreichen – brauche ich eine Führerscheinerweiterung. 
Naja, für mich läuft das Ganze unter “außer Spesen nichts gewesen”. Einerseits wusste ich alles schon, was ich lernen muss, andererseits haben mir viele tausend Urlaubskilometer mit dem Wohnwagen sicher mehr gebracht als die paar Fahrstunden jetzt. Einen neuen Führerschein brauche ich dadurch natürlich auch – aber Gesetz ist Gesetz. 🙁 🙁 🙁

 

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Endlich wieder Ruhe

Weihnachten ist schön, wenn man das Glück hat mit der Familie oder guten Freunden feiern zu können. Ist man aber alleine, dann ist der Heilige Abend wahrscheinlich einer der schlimmsten Tage im Jahr, weil einem die Medien rund um die Uhr einreden, dass dieser Tag als der Tag der wunderbaren, alles in den Schatten stellenden Liebe in der Familie gefeiert werden muss. Die Realität sieht aber leider oft anders aus, denn in vielen Familien führt der Stress erst recht zu Streit und dann ist von Liebe keine Spur.
Alleinlebende Menschen aber empfinden die Einsamkeit durch den Hype um den „Familien-Liebe-Glückstag“ als ganz besonders schlimm, denn da wird ihnen das Alleinsein besonders schmerzhaft vor Augen geführt.

Wer das Glück hat im Kreise der Familie feiern zu können, ist aber auch oft erleichtert, wenn endlich Ruhe nach dem großen Fest einkehrt. Das Keksebacken, die Kochvorbereitungen, das Besorgen und Einpacken der Geschenke, der Weihnachtsputz, viele andere Vorbereitungen und dann noch Stress im Job bis zuletzt – all das lässt oft wenig Vorfreude aufkommen. Ist eine große Familienfeier geplant, kommt noch die Sorge dazu, ob die Familienmitglieder gut miteinander auskommen werden, oder ob der geizige Onkel Fritz wieder ununterbrochen darüber schimpfen wird, dass die Kinder von heute viel zu viele Geschenke bekommen und damit allen die Freude verdirbt. Weil er aber schon auf die hundert zugeht, traut sich keiner ihm etwas zu entgegnen.

Aber ist dann endlich alles gut vorübergegangen, die Gäste wieder weg, die Kinder im Bett und sogar das Geschirr im Geschirrspüler, dann kann man – oder eher meist frau – die Ruhe und den viel zitierten Weihnachtsfrieden spüren.
Und während man diesen herrlichen Moment voll und ganz genießt, weiß man, dass man es im nächsten Jahr ganz bestimmt anders machen wird.

26.12.2019

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Gibt es Weihnachtsengel ?

Bist du schon einmal einem Weihnachtsengel begegnet?

Ich hatte sie bis gestern nur auf Bildern gesehen. Meist werden sie als kleine pausbäckige Engerln dargestellt, die ganz süß anzusehen sind. Oft haben sie ein Musikinstrument, etwa eine Posaune oder eine Harfe, oder einen Stern in der Hand. In jedem Fall aber sind sie jung, süß und wunderschön anzusehen.

Es ist ja immer ein Fehler, wenn man ein vorgefasstes Bild von einem Menschen oder einer Situation hat, denn das kann dann in der Realität leicht zu Enttäuschungen führen.
In meinem Fall war es sogar so, dass ich das Engerl zu Beginn unseres Treffens gar nicht als solches erkannte. Aber nach einer Wartezeit von mehr als einer Stunde in einem äußerst stickigen, heillos überfüllten und viel zu engem Vorraum verliert man wohl den Blick aufs Wesentliche. Alle Menschen im Warteraum blickten ungeduldig und gebannt auf den Bildschirm, auf dem die Nummern der Antragsteller aufgerufen wurden. Es war eine unangenehme Anspannung zu spüren, die sich weiter fortsetzte, als die sehr resolut wirkende Beamtin im Passamt mir dann nüchtern erklärte, dass sie meinen Antrag nicht annehmen könne, weil mein Bild älter als 6 Monate wäre. Da glaubte ich plötzlich, dass ein Teuferl vor mir sitzt, und ich sah förmlich kleine Teufelshörner unter ihrem blonden Haar durchblitzen. Warum, um Himmels Willen, fragte ich, muss ein Passbild jünger als 6 Monate sein? Ich kann ein Passbild einreichen, auf dem ich lange blonde Haare habe und sie mir gleich danach kurz schneiden und schwarz färben lassen – das wäre OK. Mein Mann könnte eines mit Vollbart einreichen und sich am nächsten Tag den Bart rasieren, was dann? Ja, das ist auch erlaubt, aber das Bild darf trotzdem nicht älter als 6 Monate sein – Gesetz ist eben Gesetz. Und da auf Passbildern das Aufnahmedatum vermerkt ist, könne sie leider nichts machen.
Und das wars, damit nahm sie Antrag meines Mannes entgegen und schob meinen beiseite.

Ich war deshalb so verzweifelt, weil wir in wenigen Wochen eine Wanderreise mit Freunde machen wollen und bereits für die Anmeldung einen gültigen Pass brauchen. Ohne Pass keine Anmeldung, ohne Anmeldung keine Reise und die Teilnehmerzahl ist noch dazu sehr beschränkt.

Auf meine Frage, ob ich am Nachmittag mit neuen Bildern wieder kommen könnte, erhielt ich ein klares nein. Es gibt keine Nachmittagstermine mehr bis Anfang Februar.
Ich jammerte leise meinen Mann an: „Wenn ich gewusst hätte, dass die Bilder ganz neu sein müssen, hätte ich doch gestern zugleich mit dir beim Automaten welche gemacht. Aber wer weiß denn so was.
Und – wer weiß, ob wir dann überhaupt noch einen Platz für die Reise bekommen.“

Und da wurde doch plötzlich aus der reschen, nicht mehr ganz jungen Beamtin ein echtes, süßes Weihnachtsengerl: „Also normalerweise mache ich so etwas ja nicht, aber genau gegenüber vom Amtshaus gibt es einen Fotografen, der Passbilder macht. Gehen`s halt schnell hin und lassen sie Fotos machen. Sie können dann auch ohne neuerliches Anstellen wieder zu mir herein kommen.“

Ich lief, so schnell ich konnte. In weniger als zehn Minuten war ich zurück – just in dem Moment, als mein Mann sein Formular zurückbekam und sein Antrag erledigt war. Anfang der nächsten Woche werden wir unsere neuen Pässen zugeschickt bekommen und damit steht der Reise nichts mehr im Weg.

Eines weiß ich aber gewiss: Weihnachtsengel gibt es wirklich.

 

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Advent in Wien

Heutzutage gibt es einen höchst gewinnbringenden Adventtourismus quer durch Europa. Wien ist dabei ein sehr beliebtes Ziel, was ich natürlich gut verstehe.
Dass meine Eltern nach den Wirren des zweiten Weltkrieges nach Wien gekommen sind, macht mich bis heute sehr glücklich. Hätte das Schicksal anders entschieden, wäre ich vielleicht irgendwo im Osten Europas in einem totalitären Regime aufgewachsen, und mein Leben wäre komplett anders verlaufen.  
Als stolze Wienerin darf ich dir einige Bilder vom vorweihnachtlichen Wien zeigen. Vielleicht bekommst du ja Lust einen Spaziergang durch meine Heimatstadt zu machen.

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Karotten für den Schneemann


Gestern hat es in Wien erstmals so viel geschneit,  dass der Garten komplett weiß war. Unsere Enkelin hat natürlich sofort begonnen einen Schneemann zu bauen. Und was braucht man unbedingt für einen Schneemann?

Richtig – eine Karotte.
Nachdem ich heuer ohnehin noch nicht alle geerntet hatte, war dies eine gute Gelegenheit, das Hochbeet leer zu ernten. Ich schätze, dass es fast noch 2 kg waren, die übrigens total köstlich schmecken und bis zuletzt gewachsen sind.

13.12.2019

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Christkindl

Mitten in Österreich gibt es einen kleinen Ort namens Christkindl. Dass der im Advent Hochsaison hat, liegt auf der Hand. Und auch wir waren wieder mit unseren Enkelkindern dort. 
Mit der Bahn ging es nach Steyr und von dort weiter mit einem alten Postautobus nach Christkindl, wo es seit 70 Jahren ein Sonderpostamt gibt. Pro Adventsaison werden dort etwa zwei Millionen Briefe mit dem berühmten Sonderstempel versehen.
Für Menschen unseren Alters war der alte Postbus natürlich das schönste Erlebnis, denn während er unseren Enkeln wie ein Verkehrsmittel aus der Steinzeit vorkommt, gehörte er in unserer Kindheit zum Alltag.

Zurück in Steyr verbrachten wir den restlichen Tag am Weihnachtsmarkt mit allem, was dazu gehört – Essen, Naschen, Ringelspiel – und mit dem Schmieden von Hufeiesen. Denn am 1. Wochenende im Dezember präsentieren dutzende Schmiede ihre Handwerkskunst und die Kinder können sich selbst am Amboss versuchen.

Es war ein außergewöhnlicher Tag – ganz ohne moderne Medien und Technik, und trotzdem hat er den Kindern gefallen.  🙂

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Advent, die stillste Zeit des Jahres?

Wenn Weihnachten vorbei ist, nehme ich mir immer ganz fest vor im nächsten Advent weniger Hektik zuzulassen.
Ich meine es jedesmal wirklich ernst.
Ich habe auch ganz konkrete Vorsätze: So nehme ich mir vor Kekse nur mehr für die eigene Familie zu backen. Ich plane mit meinem Mann in gemütlicher Ruhe einige Weihnachtsmärkte zu besuchen. Wir wollen auch nicht mehr eilig zwischen Wien und der Steiermark hin und her pendeln. Wir werden dafür aber regelmäßig am Abend bei guter Musik und Kerzenschein entspannen.

Ja, nun ist wieder einmal Advent und ich habe mittlerweile 14 kg Kekse gebacken und verteilt. Und das ist erst der Anfang, denn ich backe täglich weiter. Am Weihnachtsmarkt waren wir gestern nachmittags mit den Enkelkindern. Da es sehr kalt in Wien war, war es nur ein kurzer Besuch. Die Steiermark steht natürlich genauso auf unserem Kalender wie Weihnachtsfeiern oder Vorträge.  🙁

Wieder einmal frage ich mich, warum ich mir das antue. Ich bin doch lange genug auf dieser Welt um zu wissen, dass ich nur nein sagen müsste. Nein zu den vielen Wünschen oder Aufgaben, die meine Zeit kosten. Warum schaffe ich es – noch immer – nicht?

Falls du es schaffst die Stille der Adventzeit zu genießen, dann lass mich wissen wie das geht.
Falls es dir genauso geht wie mir, dann sollten wir uns rechtzeitig vor dem Advent 2020 zu einer Selbsthilfegruppe treffen. Vielleicht schaffen wir es ja gemeinsam unser Verhalten zu ändern – und wenn nicht, auf den einen Termin kommt es dann auch nicht mehr drauf an. 🙂

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Juhu, 2 Kilo abgenommen

Während der Woche am Wolfgangsee habe ich leider 2 kg zugenommen. Obwohl wir uns recht viel bewegt haben, hat das köstliche Abendessen mehr Kalorien geliefert, als wir uns tagsüber runterlaufen konnten. Die Weihnachtsmärkte haben auch noch mit Leckerbissen gelockt, also eh kein Wunder. Aber heute Morgen war alles wieder weg – ohne, dass ich gehungert hätte.
Jetzt willst du sicher wissen, wie das geht. 🙂 
Es ist ganz einfach, wir hatten gestern bei uns daheim Familientreffen. Heuer hat die Familie noch 21 Mitglieder, aber ab Februar kommt dann ein neuer Erdenbürger dazu. Mein erster Großneffe!

Es war wieder wunderschön alle – von der Uroma bis zu den Enkelkindern – hier zu haben und zu sehen, welchen Spass sie miteinander haben und wie die Urli aus einem bequemen Oma-Sessel alles wohlwollend beobachtet hat.
Nachdem ich in den letzten Tagen “ein bisschen” vorgekocht, gebacken und immer wieder gekostet habe, hatte ich wenig Hunger und somit tatsächlich ganz locker abgenommen – wunderbar.
Da sollte ich doch die Familie gleich für die ersten Tage nach Weihnachten wieder einladen, oder?  😮

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Dein Stammbaum oder meiner?

Ich habe vier wunderbare Enkelkinder. Sie sind – jedes für sich – ganz besonders und außergewöhnlich. Jetzt wirst du vielleicht denken, das sagen doch alle Großmütter. Ja, das stimmt schon, das sagen auch alle, aber meine sind es wirklich. 🙂
Bei vier so beeindruckenden Kindern, die allesamt nicht auf den Mund gefallen sind, erlebt man schon manchmal verblüffende Situationen. So wie gestern, als ich mich von der Kleinsten, die heuer mit der Volksschule begonnen hat, mit den Worten verabschiedete: “Na dann bis Samstag beim Familientreffen.”
“Ok, bis Samstag”, antwortete sie um dann nachzufragen:” Nach welchem Stammbaum hast du eigentlich eingeladen?”
Mir blieb ob dieser Frage der Mund offen stehen. “Wie bitte?”, fragte ich völlig sprachlos zurück.
“Na Oma, weißt du etwa nicht, was ein Stammbaum ist?” gab sie entsetzt zurück.
Noch ehe ich das Gegenteil versichern konnte, begann sie mir ihren Stammbaum zu erklären. Da fiel mir auch wieder ein, dass sie vor einigen Tagen als Hausübung die Fotos ihrer Familie in einen Stammbaum kleben musste. Daher weht also der Wind, wurde mir klar. Aber in der Zwischenzeit war sie schon dabei mir meinen eigenen Stammbaum zu erklären.
“So Oma, jetzt weißt du`s aber, gell? Also nach welchem Stammbaum hast du eingeladen?”
Da war mir wieder einmal klar, dass ich die besten Enkel habe.

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Rechts herum oder links herum?

 

Vor einigen Jahren hatte ich großes Glück bei einem Quiz und gewann ein Adventwochenende für zwei im Weissen Rößl. Dabei haben wir uns in die Gegend verliebt.
Seither besuchen wir jedes Jahr die Weihnachtsmärkte in St. Wolfgang, Strobl und St. Gilgen.
Die Landschaft ist wunderschön, die Adventmärkte sehr einladend und der Wolfgangsee ist im Herbst besonders romantisch.
Wir wandern auch immer ein wenig und genießen die gemeinsame Zeit. 
Eine Wanderrunde führt uns von St. Wolfgang nach Strobl und dabei umwandern wir den Bürglstein.

Es geht immer eben dahin und ist also nicht anstrengend.
Eines ist allerdings besonders kurios: Die Hinweistafeln zeigen für den “Bürgl-Panoramarundweg” (Nr. 13) – je nachdem welche Richtung man wählt – unterschiedliche Gehzeiten an. Geht man den Weg nach rechts, dauert dies laut Wegweiser 1 1/2 Stunden, geht man ein und denselben Weg nach links, dann braucht man nur eine Stunde. Wohlgemerkt es ist ein Rundweg. 🙂

Da die Datei mit den Tagebucheinträgen zu groß geworden ist, musste ich eine neue Seite eröffnen. Die älteren Beiträge sind aber nicht verloren gegangen. Du findest sie jederzeit mit diesem Link.
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