Tag 20 – Leben im Käfig

Mein Leben ist im Moment so aufregend wie das eines Goldhamsters in einer Stadtwohnung.
Ich darf, so wie er, jeden Tag meine Runden drehen. Ich bekomme, so wie er, gutes Futter – sehr gutes sogar, schließlich koche ich ja täglich selbst. Ich habe einen schönen, sauberen Käfig, aber ich darf ihn nicht verlassen.
Wenn ich mein Häuschen verlasse und mich im Garten bewege, können mich die, die außerhalb des Zaunes sein dürfen, natürlich beobachten. Aber das kommt leider im Moment selten vor. Wenn sich draußen einmal was bewegt, dann ist das schon eine spannende Abwechslung in meinem Alltag. Da schaue ich natürlich sofort wer da vorbeikommt. Und wenn er/sie bereit ist ein paar Worte zu wechseln, dann nütze ich die Chance sofort – natürlich in großem Abstand.

Aber sonst gibt es wenig zu erzählen, was in ein Tagebuch passt. Oder nein, da gab es gestern doch etwas Außergewöhnliches: Ich musste mich furchtbar ärgern. Ich nähe ja noch immer Masken. Alle, die welche bekommen, haben Freude damit. Sie sind dreilagig und somit wirklich wirkungsvoll. Ich war ja darauf nicht vorbereitet und konnte nicht das richtige Material einkaufen. Meine Nähmaschine steht auch in der Steiermark, also borgte ich mir eine von einer Nachbarin aus. Ein modernes, tolles, aber sehr eigenwilliges Gerät. So lange ich mit festem Zwirn nähte, funktionierte sie. Dann war der Zwirn aus, und ich musste die feine Nähseide nehmen. Da war die Maschine entschieden dagegen. Sie machte keine festen Stiche mehr sondern nur mehr lockere Schlaufen. Weder durch gutes Zureden noch durch Nachstellen der Spannung ließ sich die Maschine überreden wieder mit mir zu kooperieren. 
Nicht mit mir!
Ich lieh mir von einer anderen Nachbarin eine Nähmaschine aus und siehe da, die kommt mit der dünnen Nähseide bestens zurecht. Und weil ich sehr nachtragend bin, habe ich die andere Maschine zur Strafe im Wohnzimmer stehen lassen. Die muss jetzt die ganze Zeit zusehen, wie gut die zweite Maschine und ich arbeiten. 
Glaubst du, dass es sein kann, dass ich mir Sorgen machen muss, dass Corona bei mir irgendwas bewirkt hat?

 
 

Tag 19 – Die Frühjahrsmüdigkeit

Kennst du auch dieses Gefühl – du wirst langsam wach, bist aber noch nicht wirklich ganz munter. Da schleichen auch schon die ersten Gedanken daher: “Mein Gott, habe ich schon einen riesigen Hunger.”, aber auch: “Was wollte ich denn heute eigentlich alles machen?”, oder “Will ich denn überhaupt schon irgendwas machen? Ich bin doch noch gar nicht richtig ausgeschlafen. Wie spät ist es denn überhaupt?”.
Und dann spürst du auf einmal wie sich das weiche, warme Fell des inneren Schweinehundes sanft an deine Schulter schmiegt und zärtlich flüstert: „Mach dir doch keinen Stress, bleib liegen und genieße die Wärme des Bettes. Du musst nicht immer arbeiten, du hast dir auch Erholung verdient“. Und dann spürt man, wie einen der Schlaf wieder übermannt und man sanft einschläft. Nach ein paar Minuten wird man aber schon wieder wach und hört, wie eine innere Stimme sagt: “Steh doch auf, Morgenstund hat Gold im Mund!”.  Wie habe ich den Spruch schon als Kind gehasst. Meine Morgenstund hat nie Gold im Mund, höchstens Mundgeruch. Aber das Sprichwort verfolgt mich noch heute.
Und dann riskiert man einen Blick auf die andere Hälfte des Bettes und erschrickt, der Partner ist bereits aufgestanden. Und bei genauem Hinhören bemerkt man, dass er schon in der Küche mit Geschirr klappert. Na und dann kommt das schlechte Gewissen dazu. Kann man im Bett herumkugeln, während der andere schon arbeitet?
Je nachdem wer an diesem Tag den längeren Atem hat, der innere Schweinehund oder der Spruch von der Morgenstund bleibt man liegen oder steht auf. Heute war der Schweinehund so kuschelig, dass ich ihm einfach nachgeben musste. Er war auch überzeugend, denn er meinte, dass dies wohl die beginnende Frühjahrsmüdigkeit sei, und da müsse man einfach nachgeben.

🙁 Spielstand beim abendlichen Kartenspielen: Ich liege 871 Punkte hinter meinem Mann 🙁

 

Tag 18 – Endlich wieder Stress

Meine jungen Nachbarinnen versorgen uns regelmäßig mit frischen Lebensmitteln. Das ist ein wunderbares Geschenk in dieser Zeit. Wir essen jeden Tag als gäbe es kein Corona. Kaum Nudeln oder Reis, sondern viel frisches Gemüse. Ich werde vermutlich nach der Krise die ganze Siedlung zu einer Spaghettiparty einladen müssen, denn alleine werden wir die Nudelvorräte nie und nimmer essen können.
Mittlerweile haben aber auch unsere Nachbarinnen die Sorge sich anstecken zu können. Also haben wir gestern nach unserem allabendlichen Zusammentreffen – natürlich mit Sicherheitsabstand –  beschlossen, dass ich ihnen Masken nähe.
Mein Vater hat uns von klein auf gepredigt: Man kann alles, wenn man nur will. Also habe ich einfach drauflos zu nähen begonnen. Der Wille war ja da, aber diesmal hat der Spruch meines Vaters erstaunlicherweise nicht funktioniert. Erst nach zwei Stunden hatte ich die erste Maske fertig – viel zu groß, viel zu unflexibel bei Mundbewegungen und zu eng an den Ohren. Frust machte sich breit. Am liebsten wäre ich schlafen gegangen. Aber mit Papas Spruch im Hinterkopf habe ich zu googeln begonnen und tatsächlich einen wunderbaren Schnitt mit Nähanleitung gefunden – warum nicht gleich?
Es war zwar schon nach zehn Uhr, aber jetzt wollte ich unbedingt zumindest eine passende Maske fertig bringen. Und wirklich, es war gar nicht so schwer. Die erste war zwar für mich als Brillenträgerin ungeeignet, weil die Gummischlinge, die ums Ohr gelegt werden muss, mir die Brille immer auf die Stirne geschoben hat. Dann habe ich eine Maske mit Bändern und Klettverschluss gemacht, und die war perfekt.
Um Mitternacht waren die beiden Prototypen fertig, da wollte ich doch gleich mit der Serienproduktion beginnen. Da ich am nächsten Morgen schon jeder Frau zwei Masken geben wollte, habe ich noch vier Masken genäht. Dabei habe ich nach Wochen der Untätigkeit endlich wieder so etwas wie Stress verspürt – und es war ein herrliches Gefühl. Ich habe dabei völlig die Zeit aus den Augen verloren. Um zwei Uhr hat mich dann mein Mann schließlich ins Bett geschickt.
Mit einem doppelt guten Gefühl bin ich eingeschlafen: Einerseits habe ich wieder etwas geleistet und andererseits konnte mein Mann seinen Punktevorsprung in unserem Kartenduell nicht ausbauen, weil wir ja nicht gespielt haben. 🙂

 

Tag 17 – Slalom-Walking

Seit gut einer Woche walken wir täglich – schon vor dem Frühstück – im nahen Naturschutzgebiet. Die Angst nach der Corona-Krise bei “The Biggest Looser” mitmachen zu müssen, treibt uns dazu an. Je nachdem wie hungrig wir schon sind, schaffen wir dabei zwischen 10.000 und 12.000 Schritten (in Zeiten wie diesen zähle und messe ich ja alles). An sich ist die Runde die gleiche wie vor Corona. Nur die Art ist eine andere geworden. Wir pendeln ununterbrochen von der rechten Seite des Weges zur linken und wieder zurück. Würden die Menschen alle die rechte Seite wählen, könnte man gut ausweichen. Aber leider bestehen manche darauf ihre Runde auf einer Seite zu vollenden ohne diese auch nur einmal zu wechseln. Also walken wir halt im Slalomstil.

Ebenso fix wie das Walken ist das abendliche Treffen mit den Nachbarn. Es ist so nett und alle kommen regelmäßig. Das wird mir abgehen, wenn wir Corona überstanden haben werden.

Nur das Kartenspielen am Abend werde ich nicht vermissen, denn gestern Abend ist der Vorspung meines Mannes auf 856 Punkte angestiegen. Schön langsam wird meine Lage aussichtslos. Es heißt zwar immer: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber ganz ehrlich, so optimistisch ich auch bin, an Wunder glaube auch ich nicht.


Tag 16  –  Ohne Fleiß kein Preis

So “beschissen” der gestrige Tag auch begonnen hat, so gut ist er dann doch noch verlaufen.  Am Vormittag habe ich nämlich das Mail einer Journalistin bekommen, die über Blogger/Innenschreiben wird und mich dafür interviewt hat. Es ist natürlich immer eine große Freude, wenn die eigene Leistung anerkannt wird. Bin schon neugierig, was daraus wird.

Meine Leistung beim Kartenspielen allerdings lässt noch immer zu wünschen übrig. Vor zwei Tagen hatte mein Mann noch 621 Punkte Vorsprung – was entsetzlich viel ist. Gestern lag er 675 Punkte vorn. Und weil ich so grantig über dieses Missverhältnis bin, haben wir heute schon untertags gespielt, mit dem fatalen Ergebnis, dass ich nun sogar 695 Schlechtpunkte mehr habe als er.
Wir spielen aus Zeitgründen normalerweise nur im Urlaub. Aber das hat es noch nie gegeben. Es kann wohl nur an Corona liegen.

 

Tag 15 – So ein Kack

Kennst du auch diese Situation? Du wachst auf am Morgen und fühlst, dass dieser Tag nicht dein bester werden wird? Natürlich ist es ein dummer Gedanke, denn wenn man nicht gerade als Hellseher/In auf die Welt gekommen ist, kann man schwerlich den Tagesverlauf voraussagen. Aber heute hatte ich dieses Gefühl.
Ich wurde auch sofort darin bestätigt, als ich auf der Waage stand. Obwohl ich gestern wenig gegessen habe und mit knurrendem Magen schlafen gegangen bin, hatte ich heute um dreißig Deka mehr. Meinem Mann ging es nicht viel besser. Also sind wir sofort zu unserer Walking-Runde aufgebrochen – bei 2°C – um der drohenden Fettleibigkeit den Kampf anzusagen.
Mit vielen Shirts, dicker Jacke, Stirnband und Handschuhen sind wir los marschiert. Bei dieser Kälte waren wir fast alleine im Naturschutzgebiet unterwegs. Nur die Vögel begleiteten uns mit ihrem fröhlichen Gesang. Wir hatten etwa die Hälfte des Weges absolviert, als sich einer dieser kleinen „Zwitscheriche“ entschloss mit ein besonderes Geschenk zu machen. Er zwitscherte nicht, sondern ließ etwas fallen. Kein Korn, kein Wurm, kein Ei, nein Vogelgacke. Mitten auf meinen Kopf.
Zuerst die Waage und jetzt das. Was soll aus diesem Tag noch werden?


Tag 14  –  Bewegung tut not

Heute war es so weit, die Waage hat auch meinem Mann die rote Karte gezeigt. Entsetzt darüber hat er uns also wieder einmal vor dem Frühstück aus dem Haus gejagt.
Wir haben ja das Glück am Rand eines Naturschutzgebietes zu wohnen, in dem man sich auf breiten Wegen gut bewegen kann.
Die Sonne begleitete uns bereits, aber es war doch noch ein bisschen kalt. Mir wurde aber sofort heiß, als wir nämlich an der einzigen Engstelle im ganzen Gebiet plötzlich zwei Frauen, zwei Hunden und zwei Läufern begegneten. Dass die beiden großkalibrigen Hunde (Berner Sennenhund und Boxer), die an ihren Leinen zogen,  den Weg für alle absperrten, versteht sich von selbst. Die Hundebesitzerinnen selbst,  waren auch sehr raumfüllend. Während einer der Läufer versuchte auszuweichen wackelte der andere mit seinen breit angewinkelten Ellbogen als wollte er wegfliegen. Also an ein Vorbeikommen war nicht zu denken. Vorsichtig wie wir sind, blieben wir stehen und warteten bis sich das Getümmel aufgelöst hatte.
Die nächsten Kilometer waren angenehmer. Viele Menschen, denen wir begneten, grüßten freundlich. Das war vor Corona nicht wirklich üblich in Wien.

Nach einem köstlichen Frühstück auf dem Balkon – zum ersten Mal in diesem Jahr – verging der restliche Tag mit garteln.
Das Ende dieses schönen Tages war allerdings enttäuschend. Mein Mann und ich haben Karten gespielt. Er ist nicht ganz so mutig wie ich und taktiert wenig. Ich hingegen riskiere ganz gerne. Nur gestern war das Glück total auf seiner Seite. Ich habe 11 Runden hintereinander verloren – das macht dann wirklich keinen Spaß mehr.

Tag 13  –  Corona-Alltag

Beim Schreiben dieser Überschrift bin ich ein wenig über mich selbst erschrocken. Corona-Alltag, wie furchtbar klingt denn das? Und ich verwende diesen Ausdruck so locker. Irgendwie haben da meine Gedanken die Finger auf der Tastatur gesteuert.
Vor zwölf Wochen wusste die Welt noch nichts über Corona.
Vor acht Wochen war es eine Krankheit, die nur auf China beschränkt schien.
Vor vier Wochen kam erstmals große Angst auf, dass es eine Pandemie werden könnte und heute haben wir uns – notgedrungen – an Corona gewöhnt.
Wie gut, dass wir Menschen so anpassungsfähig sind.

Tag 12 – Ist das dein Ernst?

In Zeiten wie diesen ist vieles anders.
So auch gestern in der Früh bei uns: Da hat doch plötzlich der beste aller Ehemänner gemeint, wir sollten den Tag nicht mit Frühstück sondern mit Gymnastik beginnen.  Tausend Fragen sind durch meinen Kopf geschossen. Hat er schlecht geträumt? Ist er etwa krank? Hat er zu oft am Desinfektionsmittel geschnüffelt?
Aber nichts von alledem, er hat mich freundlich lächelnd noch einmal motiviert mitzumachen. Natürlich war ich dazu bereit, aber nur deshalb, weil mich der Gedanke ans Frühstück aufrecht hielt.
Er machte die Übungen vor, die er einmal bei einer Kur gelernt hatte. Mit Wirbelsäulengymnastik haben wir begonnen und mit Bauchmuskelübungen aufgehört. Bauchmuskeln gehören ja zur Gattung der selteneren Muskeln, die sich nicht jeder gönnen kann. Meine lagen noch im Winterschlaf und waren gar nicht begeistert so frühzeitig schon mobilisiert zu werden. Sie wehrten sich mit einem brennenden Gefühl und tragen es mir heute noch nach. Bereits beim Aufstehen haben sie mich heute wissen lassen, dass wir im Moment nicht gut Freund sind. Was sie aber noch nicht wissen ist, dass ich sie zwar heute in Ruhe lasse, aber morgen werden diese faulen, unterentwickelten Dinger wieder gefordert.
Heute Morgen waren wir übrigens um 7:00 Uhr schon walken. Es war traumhaft schön aber mit 2°C eiskalt.

Bleibt daheim, bleibt gesund und schaut auf euch.

Tag 11 – Grillparty trotz Corona

Viel Abwechslung bietet die freiwillige Quarantäne ja nicht wirklich. Aber gestern gab es doch ein Highlight: Das Abendessen.
Es gab einen ganz besonderen Hochgenuss. Unser Nachbar Peter ist ein begnadeter Grillmeister und hat alle Nachbarn zum Ripperlessen eingeladen. Damit wir nicht in Konflikt mit den momentanen Sicherheitsregeln kommen, hat er die Ripperln alleine gegrillt und gesmoked und sie dann allen Nachbarn – kontaktlos – zur Gartentüre geliefert. 
Es war traumhaft gut. Trotz Quarantäne geht uns – noch – nichts ab.

Tag 10 – Ich werde immer langsamer

So viele Tage ohne einen Termin und ohne Zeitdruck hatte ich noch nie. Im Berufsleben musste ich ohnehin einem unbarmherzigen Terminkalender folgen. Aber auch in der Pension hatte ich bisher, durch meine vielen Interessen, immer fixe Termine. Doch nun lebe ich einfach so in den Tag hinein. Ich mache nur, was ich will, und wann ich es machen will. Erschreckend an der Situation ist für mich, dass ich insgesamt langsamer werde. Und es gefällt mir sogar. Ich frage mich schön langsam, ob ich je wieder in ein normales Leben zurückfinden werde.

Heute vor einem Monat wurden die beiden ersten Corona-Fälle in Österreich festgestellt. Viele von uns waren erschrocken, aber das, was sich in den folgenden Wochen ereignen würde, hat sich niemand auch nur im Entferntesten  vorstellen können. Mittlerweile haben wir uns aber schon an die neue Situation gewöhnt. 
Obwohl es meiner Familie und uns trotz Quarantäne sehr gut geht, bin ich schon etwas wehmütig, besonders wenn ich im Fernsehen die Bilder aus Venedig sehe. Denn ab morgen hätten wir ein paar Tage Urlaub machen wollen – mitten in Venedig.  🙁

Tag 9 

Seit drei Tagen gibt es das Corona-Tagebuch in meinem Blog. Erfreulicherweise gibt es etliche Beiträge.
Es könnten aber noch viel mehr sein.
Ich hatte es mir so schön vorgestellt, wenn Männer und Frauen unterschiedlichen Alters, verschiedener Herkunft, vielleicht auch mit komplett gegensätzlichen Interessen ihre Gedanken, ihre momentane Situation oder auch Sorgen schildern. Wenn wir wieder in unser gewohntes Leben zurückkehren, man vergisst ja sehr schnell, könnten wir dann nachlesen wie es uns ergangen ist.
Hab` Mut, schreibe ein paar Zeilen und schildere, wie du die Krise meisterst.

Tag 8  –  Jetzt wirds eng

Der Frühlingsfrost hat mich und meinen Garten eiskalt erwischt.
Ich habe schon viele kleine Pflanzen in Töpfe ausgesetzt, Salat wächst auch bereits im Hochbeet – und seit gestern friert es. Heute Nacht soll es sogar -6°C bekommen.
Um die Verluste so gering wie möglich zu halten, haben mein Mann und ich daher gestern alles, was nicht fest im Boden angewachsen ist, ins Haus getragen. Wenn du weißt, wie groß ein Schrebergartenhaus ist, kannst du dir vorstellen, dass wir nun wie einem großen Glashaus leben. Es schaut echt arg aus bei uns. Überall stehen Töpfe, Ansatzschalen und Balkonkisten mit größeren oder kleineren Pflanzen herum.
Nur gut, dass dank Corona niemand überraschend zu Besuch kommen wird. 🙂

Tag 7 – Senile Bettflucht macht sich breit

So lange ich berufstätig war, kam ich ohne mehrere Weckrufe am Morgen nicht aus den Federn. Mein Mann musste täglich Schwerarbeit leisten um mich aus dem Bett zu bringen. War nicht lustig für ihn. (Dafür sollte ich ihm eigentlich einmal danken, besser spät als nie.) Seit ich in Pension bin, schlafe ich natürlich so lange ich will.
Aber in den letzten Tagen werde ich immer früher wach. Heute bin ich doch tatsächlich – freiwillig!!! – schon vor sechs Uhr aufgestanden. Ich war richtig munter, einfach ausgeschlafen. Das ist so ungewöhnlich für mich, dass ich schon Sorge habe von der senilen Bettflucht befallen zu sein.
Kommt die schon mit 65?
Bin ich schon so weit, echt?
Ich klammere mich aber schon noch an die Hoffnung, dass mein geringes Schlafbedürfnis auf die momentane Verlangsamung meines Alltages und den Wegfall jeglicher Hektik zurückzuführen ist.
Vielleicht ist aber auch die gestrige Turnstunde schuld daran. Da ich durch den Bewegungsmangel schon Probleme mit dem Gewicht habe, aber auch auf gar keinen Fall bereit bin weniger zu essen – ich lass`mich doch von der Krise nicht unterkriegen – habe ich gestern erstmals mit Youtube-Anleitung eine Gymnastikstunde zu Hause gemacht. Der beste aller Ehemänner hat aus Solidarität, und weil er leider auch schon zunimmt, mitgemacht. Wir sind es eh langsam angegangen: “Gymnastik für die zweite Lebenshälfte”, haben wir gewählt, denn mit den 20-jährigen wollten wir nicht gleich zu Beginn mithüpfen. Ich bin aber trotzdem ins Schwitzen gekommen.
Abgenommen habe ich noch nichts, aber wir versuchen es auf alle Fälle heute wieder.

Tag 6 – Die Taube auf dem Surfbrett

Es war ein herrlicher, sonniger Tag mit 20°C.
Da ich jetzt viel übrige Zeit habe, beobachte ich die Natur um mich herum. Dabei habe ich gestern bemerkt, dass ein Taubenpärchen mehrmals täglich bei uns landet um zu trinken. Da ihr Landesteg, ein Stück Styropor, aber auf dem Wasser gleichsam herumschwebt, ist die Landung heikel. Der eine Teil des Paares – ich nehme an, dass es der männliche ist, weil er größer war und viel zu ungestüm – hat es viel zu rasant versucht und ist im Wasser gelandet. Beim zweiten Landeanflug ist er mit dem Styroporteil übers Wasser gesegelt und musste sich mit einem Schnellstart vor einem neuerlichen Vollbad retten. Erst der dritte Versuch war erfolgreich, aber auch nur deshalb, weil seine Taubenfrau schon am Brettchen stand und es somit beschwerte.
Naja, es geht halt auch in der Tierwelt nichts ohne die Frauen.

Tag 5 daheim

Es geht uns gut, sehr gut sogar. Ich habe alles für ein angenehmes Leben daheim, ich bin gesund und ich habe endlich wieder ein paar Gramm abgenommen. 🙂 🙂 🙂

Eines ärgert mich aber, und zwar sehr: Die Medien zeigen derzeit viele Berichte über Prominente, in denen diese ihre Situation in der Krise schildern.
Wie es aber den Normalbürgern geht, die vielleicht auf engstem Raum daheim sein müssen, oder die ihren Job verloren haben und nicht wissen, wie es weitergeht, berichtet niemand. Die Kleinunternehmer/Innen, die kein Arbeitslosengeld beantragen können oder auch jene Menschen, die einsam sind, kommen nicht zu Wort.

Ich habe mich daher entschlossen auf meinem Blog das “Corona-Tagebuch” einzurichten und damit ALLEN die Gelegenheit zu geben das zu sagen, was ihnen im Moment wichtig ist. Ich bin neugierg, wie sich das Tagebuch entwickeln wird.

 


Tag 4 in Quarantäne

Die Pflanzen im Garten wachsen jetzt so schnell, dass man ihnen dabei fast zusehen kann.
Ich leider auch.  🙁
Habe ich gestern noch geglaubt, dass ich meinen gewichtsmäßigen Zenit erreicht habe, weiß ich heute, dass es noch mehr werden kann. Und das, obwohl ich nicht mehr esse als sonst. Ich nasche auch nicht, obwohl ich extremen Gusto hätte.

Wir genießen es sehr, dass wir uns jeden Abend in unseren Gärten zum gemeinsamen Singen treffen, aber vielleicht wäre es besser gemeinsam zu turnen. 😉

Chance durch die Krise?

Seit fast drei Wochen habe ich das Haus nicht mehr verlassen, weil ich an einem grippalen Infekt erkrankt war. Für heute hatten wir geplant erstmals wieder unsere Walkingrunde zu gehen. Als ich in der Früh voller Elan und Vorfreude ins Bad gegangen bin und dort die Waage gesehen habe, ist mir aber ein elementarer Fehler unterlaufen: Ich habe mich doch tatsächlich drauf gestellt. Beim ersten Mal dachte ich noch die Waage stünde schief. Beim zweiten Mal lebte noch die Hoffnung in mir, dass die Waage defekt sei. Aber als ich das dritte Mal draufstieg und wieder die gleichen, völlig aus der Luft gegriffenen Ziffern aufschienen, war ich sauer auf mich, weil ich mich wieder einmal von dieser hinterhältigen Waage habe verlocken lassen. Naja, damit war die gute Laune schlagartig dahin, und ich fühlte mich auch sofort wieder total schlapp. Zwei Kilo mehr in so kurzer Zeit! Wie soll ich die wieder los werden bei so wenig Bewegung. Durch die momentane Situation habe nämlich auch ich meine Gewohnheiten stark verändert. Habe ich früher mit den Enkelkindern gekeppelt, wenn sie am Computer spielen wollten, sitze ich derzeit selbst oft am PC und spiele – sehr gerne noch dazu. 🙂 

Gottseidank hatte mein Mann Elan genug für uns beide und hat uns aus dem Haus gejagt. Es war herrlich, wir haben zwar nur vier Kilometer geschafft, aber wieder einmal “draußen” zu sein war wunderschön. Alle Menschen, die uns begegnet sind, sind weit ausgewichen, und fast alle haben uns freundlich zugelächelt. So merkwürdig die Lage im Moment auch ist, so friedlich wirkt alles.
Eine junge, sehr liebe Nachbarin versorgt uns mit frischem Obst und Gemüse, eine andere hilft einer gehbehinderten Nachbarin bei der Pflege ihres Gartens, und jeden Abend treffen wir uns in unseren Gärten zum gemeinsamen Singen gegen die Krise.
Ist diese Krise wirklich eine Chance unser Leben gänzlich anders zu gestalten?
Der Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx hat dazu einen interessanten Beitrag geschrieben, der Hoffnung macht. 


Rotwein, Präservative oder Clopapier?

Heute ist Tag 2 der österreichweiten Quarantäne, und schön langsam gewöhne ich mich an dieses neue Leben. Gestern Abend haben wir wieder mit unseren Nachbarn, aus sicherer Entfernung und über die Gärten hinweg, lautstark “I am from Austria” gespielt und gesungen und uns sehr gut dabei gefühlt.
Eine junge Nachbarin war gestern  “draußen” und hat auch für uns Obst und Gemüse eingekauft. Nette Nachbar/Innen sind ein wahrer Segen – und das nicht nur in Zeiten wie diesen. 

Den Tag beginne ich so wie immer, indem ich gleich vom Bett aus im ORF-Teletext die News lese. (Ich habe jetzt lange überlegt, ob ich so intime Details – wie einen Fernseher im Schlafzimmer – überhaupt schreiben soll. Aber was solls, ich erzähl`s ja eh nur meinem Tagebuch.) 😉
Dabei habe ich erfahren, dass die bestätigten Coronafälle in Österreich von gestern auf heute um nicht einmal 200 gestiegen sind. Das gibt Hoffnung, dass die Zahlen der Infizierten durch die getroffenen Maßnahmen doch schon langsamer ansteigen.

Eine Nachricht, die ich im Frühstücksfernsehen gehört habe, muss ich aber unbedingt erwähnen. Hamsterkäufe gibt es in allen Ländern. Die Menschen wollen einfach vorsorgen, was ja ansich gut ist. Aber wie unterschiedlich die einzelnen Nationen das tun ist erstaunlich. Dass in Italien die Regale mit Rotwein leer waren, glaubt man sofort. Dass in Frankreich, dem Land der Liebe, die Präservative zeitweise ausverkauft waren ist auch zu verstehen. Aber hallo, was ist mit uns Österreichern los?
Bei uns war nur das Clopapier total ausverkauft???

Feiern trotz Corona

Seit über vier Jahrzehnten haben wir unseren Schrebergarten.  Wenn jetzt in deinem Kopf Bilder von Gartenzwergen, grantigen Spießbürgern, die jedem Unkraut nachlaufen und kleinen, rustikalen Holzhütten entstehen, muss ich dich enttäuschen. Wir haben die sympathischesten Nachbarn, unterschiedlichen Alters, die man sich vorstellen kann. Und – es gibt nur einen Gartenzwerg, und das ist unserer. Aber weil ich mich dafür schäme, steht er schon seit Jahren im Keller. Nur für das Foto durfte er heute wieder mal seine Quarantäne verlassen.

Corona ändert zwar alles, aber nicht alles wird schlecht. So haben wir Schrebergartenbewohner/Innen gestern am Flashmob teilgenommen und erstmals alle miteinander musiziert.
Es war ein tolles Konzert. Ich habe für den guten Ton gesorgt und mit unserer Musikanlage “I am from Austria”  in höchster Lautstärke gespielt. Die Nachbar/Innen haben von der Terrasse, vom Balkon oder vom Fenster aus mitgesungen. Von weiter weg hat eine junge Familie mit einer Österreichflagge gewunken und zwei kleine Buben haben kräftig gejubelt. Es war das schönste Miteinander trotz Respektabstand.
Obwohl es eiskalt war, sind wir noch lange, mit einem Gläschen Wein, draußen geblieben und haben miteinander geplaudert.
Ohne Corona hätten wir das wohl nicht getan.

Ich bin wieder da

Nach vielen Tagen Bettruhe (eigentlich hätten wir ja mit Freunden auf Zypern wandern sollen) bin ich gestern erstmals wieder an meinem Schreibtisch gesessen. Unaufgeräumt wie immer. Psychologen bestätigen ja mittlerweile das, was ich schon immer wusste: Unordnung macht kreativ. 🙂 Aber so wirklich kreativ war ich doch nicht.

Auch mich hat die Sorge um Corona erwischt. Und das ist gar nicht so unbegründet. So hat uns zum Beispiel ein Freund angerufen, der in Griechenland Urlaub macht und nicht weiß, ob er nächste Woche ohne Probleme nach Hause fliegen kann. Unsere Nachbarn wollten im Supermarkt einkaufen, haben aber den Großteil der gewünschten Lebensmittel gar nicht bekommen. Unsere Tochter wird die nächste Zeit mit den Kindern in der Steiermark verbringen um sich zu schützen und nicht die ganze Zeit in der Wohnung sein zu müssen. Im Bekanntenkreis gibt es schon den ersten Coronakranken. Und wir hatten für dieses Frühjahr erstmals in unserem Pensionistendasein mehrere Reisen geplant. Und nun wird eine nach der anderen abgesagt. Es ist mir schon klar, dass dies notwendig ist, aber gemein finde ich es trotzdem.

Wie diszipliniert sich die – meisten – Menschen allerdings an die neuen „Umgangsregeln“ halten, begeistert mich und macht Hoffnung, dass wir das Virus bald überwinden.
Die vielen Cartoons allerdings, die ich auf mein Handy geschickt bekommen habe, zeigen, dass viele Menschen recht humorvoll damit umgehen.

Nach italienischem Beispiel, wo unzählige Menschen am Freitag Abend von ihren Balkonen und Fenstern aus gesungen haben, haben auch österreichische Künstler/Innen dazu aufgerufen heute um 18 Uhr dasselbe zu tun. In meiner Nachbarschaft spielt leider keiner ein Instrument. Wir werden daher unsere heimliche Hymne „I am from Austria“ spielen und mitsingen.
Ich freu` mich drauf – trotz Corona.

15.3.2020

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Plötzlich alt ???

Im Moment bin ich ein bisschen schlapp, aber das kommt nur von der Grippe. Üblicherweise fühle ich mich total fit, bin voller Ideen, arbeite gerne und viel und verschwende keinen Gedanken an mein Alter.
Seit es aber das Corona-Virus gibt und die Medien laufend darüber berichten, dass „ältere Menschen“ besonders gefährdet seien, bekommt das Alter plötzlich Raum in meinem Denken.
Ab wann ist man alt, frage ich mich.
Ist man alt, bloß weil man in Pension ist, oder ist man alt, wenn man nicht mehr ganz so schnell ist wie mit vierzig? Ist die körperliche Fitness ausschlaggebend oder die geistige?
Spielt das Alter überhaupt eine wichtige Rolle im Alltag oder kommt es darauf an, wie man sich fühlt?

Wenn man so untätig im Bett herumliegt, wie ich gerade, googelt man halt ein bisschen. Da habe ich doch tatsächlich eine Studie der Seoul National University gefunden, deren Schlussfolgerung lautet: Man ist so alt, wie man sich fühlt. Die gute alte Volksweisheit wird also wissenschaftlich bestätigt. Von den Probanden mit einem Durchschnittsalter von 71 Jahren fühlten sich 40% jünger, 34% altersentsprechend und 26 % älter als ihr Geburtsjahr suggeriert.
Per Magnetresonanztomografie erfasste das Forscherteam altersbedingte Veränderungen der Probandenhirne. Darüber hinaus nahmen die Teilnehmer an verschiedenen kognitiven Tests teil. Einer von ihnen prüfte das Gedächtnis, ein anderer sollte frühe Hinweise auf Demenzerkrankungen liefern. Das Resultat zeigt, dass Teilnehmer, die sich jünger fühlten, über ein größeres Volumen der sogenannten grauen Substanz verfügten. Außerdem war ihr Gehirn generell in einem besseren Zustand als das ihrer Altersgenossen, die sich ihrem Alter entsprechend oder gar älter fühlten. Und die Wissenschafter folgern: „Unser individuelles Altersempfinden könnte als ein wichtiger Indikator für neuronale Gesundheit im höheren Alter dienen.“

Mich beruhigt das sehr. Denn, auch wenn ich für das Corona-Virus als „älter“ ( „alt“ kommt ja schon gar nicht in Frage) gelte, wurde mir mit dieser Studie ganz klar wissenschaftlich bestätigt, dass ich noch weit davon entfernt bin „älter“ zu sein.

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Urlaub ade

Ein Dankeschön allen, die mir die Daumen gehalten haben, aber das Virus hat gesiegt. Eigentlich sollten wir schon im sonnigen Süden sein, aber statt dessen liege ich noch immer krank im Bett. 
Glücklicherweise habe ich genügend Beiträge auf Vorrat geschrieben, denn ich bin selbst zu schlapp um meinen geliebten Blog zu betreuen. 🙁

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Bitte Daumen halten

Seit Wochen freuen wir uns auf unseren ersten Wanderurlaub auf Zypern.
Seit Wochen walke ich regelmäßig um fit für diese Wanderwoche zu sein.
Und jetzt liege ich mit einer Verkühlung im Bett und weiß nicht, ob wir am Samstag werden fliegen können – es ist zum Heulen.
Ich dope mich mit Schüßler-Salzen und all meinen Hausmitteln, die ich kenne.
Bitte haltet mir die Daumen, dass es doch noch klappt.

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Das Labyrinth des Familienbonus

Liebes Tagebuch, heute musst du für mich als Psychotherapeut und Klagemauer herhalten, denn ich verspüre seit dem Beitrag über den Familienbonus einen unsagbaren Frust, den ich endlich loswerden will.

Wenn mir meine Leser/Innen Fragen stellen oder ich erkenne, dass etwas für viele zum wichtigen Thema werden könnte, dann recherchiere ich gründlich und informiere in einem Beitrag darüber.
Als die Arbeiterkammer bekannt gab, dass der bereits vom Arbeitgeber ausbezahlte Familienbonus zurückgefordert werden kann, wenn man ihn nicht noch einmal – also tatsächlich ein zweites Mal – im Lohnsteuerausgleich beantragt, begann ich mich darüber zu informieren. Bei der Gelegenheit muss ich dir einmal sagen, wie wichtig es ist, dass es die Arbeiterkammer mit ihren hervorragenden Fachleuten gibt, die immer wieder informieren, warnen und helfen, wo immer es notwendig ist. Wer würde uns helfen, wenn es die AK nicht gäbe?


Nachdem ich also wusste, dass hier eine folgenschwere Falle versteckt ist, habe ich zu recherchieren begonnen. Die erste Hürde war das Formular für den Steuerausgleich. Das kann man nicht einfach downloaden, das kann man nur online nutzen, mit richtigen Zahlen und Daten. Aber nur blanko ausdrucken, das geht gar nicht. Ich habe intensiv darüber nachgedacht, welche illegalen Geschäfte man wohl mit so einem Formular machen könnte, aber mein Intellekt reicht leider nicht aus um zu einer Erklärung zu kommen. Also habe ich den einzig möglichen Weg beschritten und habe die Formulare schriftlich beim Finanzministerium bestellt. Nach Tagen ungeduldigen Wartens hatte ich sie dann in der Hand, die heiß begehrten Formulare für den Steuerausgleich.
In der Zwischenzeit hatte ich allerdings schon viele Informationen eingeholt – beim Finanzministerium, bei den Experten der Arbeiterkammer und bei einer Freundin, die Expertin für Steuerausgleich ist. Alle Experten ließen mich ihre Verzweiflung über dieses Gesetz spüren. Abgesehen davon, dass es den Bonus nur für Besserverdienende gibt, sind Regelungen erfunden worden, die den Durchschnittsösterreicher/Innen, ohne Jus-Studium, die Grausbirnen aufsteigen lassen.
Da muss man sich zunächst ausrechnen, ob die Frau oder der Mann, oder doch besser nur einer von beiden den Bonus beantragen soll – man will ja schließlich keinen Euro liegen lassen. Dann muss man sich überlegen, ob Mann oder/und Frau den Bonus ganz oder doch nur zum Teil beantragen. Aber können das wirklich alle, oder hat der Gesetzgeber hier eine neue, lukrative Aufgabe für Steuerberater geschaffen?
Für Alleinverdiener/Innen und Alleinerzieher/Innen gibt es einen Kindermehrbetrag, den man prinzipiell nur über den Steuerausgleich beantragen kann. Ist man aber weniger als 330 Tage im Jahr arbeitslos, in Karenz oder krank, dann wird es damit auch problematisch.
Grundsätzlich kann der Familienbonus ganz oder auch nur halb pro Kind beantragt werden.
Leben die Kinder etwa bei der Mutter und diese bezahlt die Kinderbetreuungskosten (die ja früher bis zu € 2.300,- absetzbar waren) und der Mann zahlt Unterhalt, dann kann die Mutter 90% des Familienbonus lukrieren und der Mann nur 10%. Alles ist möglich und „nix ist fix“.

Das Finanzministerium hat auf seiner Homepage eigens einen Frage-Antwort-Katalog zu diesem Thema veröffentlichen müssen, weil viele Eltern mit dieser neuen Regelung verständlicherweise völlig überfordert sind.

Aber wer erfindet so ein Gesetz?
Ich weiß, dass Beamte von heute modern und aufgeschlossen sind. Aber in irgendeiner Ecke sitzt wohl noch einer vom alten Schlag. Ein kleiner, dicklicher Beamter, mit Ärmelschonern und dicker Hornbrille, der frustriert an seinem Schreibtisch sitzt und Gesetze erfindet. Jeden Morgen, pünktlich um sieben Uhr, stellt er seine Thermoskanne mit selbst gekochtem Melissentee, den braucht er zur Beruhigung der Nerven und gegen das ständige Sodbrennen, in die rechte Ecke seines Schreibtisches. Links vorne steht ein Blumentopf mit einem kleinen Kaktus, der seit dreißig Jahren hier steht und noch nie geblüht hat. In der Mitte seines Tisches prangt in voller Pracht die Schreibmaschine, einen Computer hat er bisher erfolgreich abgelehnt. Schließlich ist er Jurist und keine Schreibmamsell.
Er sitzt auf einem ungemütlichen Stuhl mit einer durchgesessenen Polsterung. Eigentlich wäre ihm ein moderner Schreibtischsessel zugestanden, aber da selbst auf dem kleinsten seine Beine nicht bis zum Boden reichten, verzichtete er schweren Herzens darauf. Und so sitzt er weiterhin auf seinem unbequemen Sessel und das Sodbrennen quält ihn. Alleinstehend und kinderlos wie er ist, ist ihm die Materie des Familienbonus direkt auf den Leib geschrieben. Was soll ihm da schon anderes einfallen als ein Gesetz, das den Betroffenen Unbehagen und vielleicht auch Sodbrennen beschert.

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Heute gibt es keine Bohnensuppe

Gestern Nachmittag war ich in meinem Lieblingssupermarkt einkaufen. Normalerweise wäre mir das ja keine Zeile in meinem Tagebuch wert. Aber gestern war alles anders als sonst – und zwar so anders, dass ich noch immer verwundert bin.


Üblicherweise parke ich höchstens fünfzig Meter vom Eingang entfernt. Diesmal war der Parkplatz so zugeparkt wie sonst nur zu Weihnachten. Nach einem Einkaufswagen musste ich erst suchen, denn auf den dafür vorgesehenen Plätzen gab es nur gähnende Leere.

Das Gedränge zwischen den Regalen habe ich dadurch schon erwartet, aber vor völlig leeren Regalen zu stehen, hat mich verblüfft. Dort, wo am Tag davor Bohnendosen in Hülle und Fülle aufgestapelt standen, war nichts, absolut nichts. Die für heute geplante Bohnensuppe habe ich damit schnell abgeschrieben.
Aber auch in den nächsten Reihen waren nur leere Regalböden zu sehen, auf denen einsame Schilder mit dem Aufdruck „Ich bin schon auf dem Weg“ standen. Es gab kaum mehr Teigwaren. Nur die veganen in ihrer blassen Verpackung standen noch da, und man sah ihnen an, wie enttäuscht sie darüber waren, dass sie niemand wollte. Beim Reis gab es nur mehr einzelne Säcke mit den ganz teuren Sorten. Und im Mehlregal dominierte Vollkornmehl, die Weißmehle waren fast alle verkauft.
So etwas habe ich in meinem über sechzigjährigen Leben noch nicht gesehen.

Dem Rat der Medien, sich mit Lebensmitteln einzudecken um eine mögliche Quarantäne oder ein Blackout gut zu überstehen, sind offenbar viele gefolgt. Ich finde es toll, dass so viele Menschen so verantwortungsvoll handeln – wenngleich sie damit meine Menüplanung total über den Haufen geworfen haben.
Was soll ich jetzt bloß kochen?

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Geduld kommt mit dem Alter?

Im Moment bin ich ganz schön geschafft – aber auch sehr, sehr zufrieden mit mir.
Nein, ich war nicht joggen, falls du das jetzt denkst – obwohl ich das bald angehen sollte, denn meine Enkelin rechnet fest damit, dass ich mit ihr gemeinsam heuer am Frauenlauf teilnehmen werde. Bisher bin ich aber noch keinen einzigen Kilometer gelaufen. 🙁

Ich war nur einkaufen, was an sich nichts Besonderes ist. Ich habe bloß nicht damit gerechnet, dass ich so viel kaufen würde. Im Einkaufswagen hat es noch gar nicht so arg ausgesehen, aber beim Einräumen war mir schnell klar, dass die zwei Stoffsäcke zum Umhängen nicht ausreichen würden. Glücklicherweise habe ich immer eine Falttasche mit und mein Handtaschenrucksack ist auch recht groß. So bin ich also wie ein Packesel mit vollem Rucksack, rechts und links auf den Schulten je einen vollgestopften Stoffsack und in der einen Hand die Falttasche und in der anderen einen Sack mit Äpfeln nach Hause marschiert. Nach den ersten hundert Metern habe ich bereits bitter bereut, dass ich zu faul gewesen war um mein wunderschönes, aus elegantem Korbgeflecht gebautes Einkaufswagerl aus dem Keller zu holen. Das hätte mir erspart, dass ich immer wieder stehen bleiben musste um die von den Schultern rutschenden Stoffsäcke wieder neu zu positionieren. Nach geschätzten dreihundert Metern nützte ich eine Bank um die Taschen kurz abzustellen, denn sie schnitten sich schmerzhaft in meine Schultern. Nach dieser kurzen Erholung fiel mir ein, dass ich ja schon ungeduldig auf ein Belegexemplar der deutschen Zeitung „Die Zeit“ wartete und beschloss, doch noch einen kleinen Umweg in Kauf zu nehmen um zu den Postkästen zu gehen. In unserer Siedlung gibt es eine zentrale Poststelle, die knapp zweihundert Meter von unserem Haus entfernt ist,  normalerweise ist das kein Problem. Heute schon, denn die Taschen wurden mit jedem Schritt schwerer. Doch die Neugier siegte. Und – ich wurde belohnt, denn die Zeitung, in der auch ein Beitrag von mir als Oma-Bloggerin erschienen war, war endlich da. Ungeduldig riss ich gleich das Kuvert auf und hatte sie endlich in Händen. Da sie allerdings so riesig ist, dass dagegen selbst unsere großformatigen Zeitungen wie Kleinformate wirken, war es mir unmöglich sie mit Rucksack und Säcken an den Schultern zu öffnen – geschweige denn den Artikel zu suchen. Also klemmte ich sie mir voller Ungeduld unter den Arm, nahm wieder alle Taschen auf und trottete mit letzter Kraft heim.

Nun sitze ich bei unserem großen Tisch – diese Zeitung akzeptiert ja keinen kleinen – und freue mich über den schönen Beitrag und die Tatsache, dass der Name meines Blogs genannt wurde. Werbung kann man immer brauchen.
Solltest auch du den Artikel lesen wollen, so findest du ihn hier.

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Gefangen im eigenen Auto

Dass unser Auto uns heuer nach den Weihnachtsferien schon einmal im Stich gelassen hat, hast du vielleicht gelesen (Die dunkle Seite des Sonnenaufgangs). Das war schon schlimm genug, aber dass es das jetzt – nach den Energieferien – schon wieder tat ist ärgerlich. Das Auto gönnt uns wohl den Urlaub nicht, dabei darf es doch eh immer dabei sein.
Was ist geschehen?
Wir hatten vier wunderschöne Tage in Loipersdorf verbracht und wollten total entspannt, herrlich aufgewärmt durch das Thermalwasser und gut gelaunt am Abend die Heimreise antreten. Koffer und Badetaschen waren verstaut, wir saßen im Auto und mein Mann wollte starten. Außer einem müden und beunruhigend kurzem “Brrbr” tat sich nichts. Wir blickten uns entsetzt an und sagten gleichzeitig: “Na, ned scho wieder.”

Während das Auto keinerlei Regung zeigte, waren wir umso aufgeregter. Nach kurzer Beratung versuchten wir es noch einmal. Wieder nichts. Da die Seitentüren noch offen waren und damit einige Lampen leuchteten, schlossen wir alle Türen, schalteten das Licht ab und unternahmen einen letzten hoffnungsvollen Versuch. Und tatsächlich sprang der Motor an. Erleichterung, Freude und Begeisterung überwältigten uns. Wir nahmen uns fest vor den Motor bis Wien keinesfalls abzustellen und kamen wirklich gut daheim an. Schwierig wurde es aber, als wir unser Auto ausräumen wollten, denn ich konnte die elektrische Seitentüre nicht öffnen.
Mein Mann, groß und stark, hat mir dann gezeigt, wie man die Türe mechanisch öffnen kann – dachte er. Denn auch ihm gelang es nicht. Die Türen blieben fest verschlossen und bewegten sich keinen Millimeter.

Heute Morgen sorgte mein Mann sofort dafür, dass das Auto eine neue Batterie bekam und die Störung der Türen dadurch behoben wurde. Auf die Frage, wie man in solch einem Fall die Türen mechanisch öffnen kann, kam eine erschütternde Antwort: Im Fall eines Stromausfalls beim  Auto oder bei zu schwacher Batterie lassen sich die hinteren Seitentüren leider nicht öffnen. 🙁
Das kann doch nicht wahr sein. Wer kommt denn auf die Idee ein Auto zu bauen, das seine Insassen einsperren kann, wenn es mag ??

Naja, da kann man nur hoffen, dass in diesem Fall niemand im Auto sitzt, der nicht aus eigener Kraft über die Vordersitze herauskrabbeln kann.

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Frühstücksidylle

Heuer haben wir und der Wettergott beschlossen die Semesterferien zu teilen. Wir haben uns nur leider nicht richtig abgesprochen. Denn die ersten zwei Tage im Ennstal waren geprägt durch unnatürliche Wärme und Dauerregen, der den ganzen Schnee weggeschmolzen hat. Danach hat es sich der launische Winter anders überlegt und hat es zwei Tage durchgehend schneien lassen. Nur einen Tag konnten Opa und die Kinder die Schipisten genießen.
Dann war der Zeitpunkt gekommen, wo wir uns ins Auto setzten um auf schneebedeckten, nicht gut geräumten Straßen ins steirische Thermenland zu rutschen. Also genau einen Tag bevor die Sonne wieder die wunderschön verschneiten Berge ins beste Licht rückte.
Naja, jetzt genießen wir jedenfalls das herrliche Thermalwasser in Loipersdorf. Und das ist gut so, denn sonst hätte ich nicht erlebt, mit welchem Elan Eltern von heute sich und ihren Kindern das Leben schwer machen.

Schon von weitem hörten wir das ärgerliche Geschrei eines Kleinkindes im Frühstücksraum. Während die Eltern selbst völlig ruhig blieben, begann der gut zwei Jahre alte Bub stöhnend vor Anstrengung die Verkleidung der Heizung auseinander zu nehmen. Scheppernd fiel etwas zu Boden. „Ach Tobi“, reagierte die Mutter mit einem schwachen Seufzer und versuchte die Dinge wieder zu reparieren. Der offenbar unausgelastete junge Mann suchte im Raum vergeblich nach neuer Beschäftigung und wurde wieder laut. Also nahm ihn sein Vater auf den Arm, ging mit ihm zum Buffet um ihn entscheiden zu lassen, was er essen wolle. Der Kleine, der kaum reden konnte, streckte Kopf und Arme in die Richtung seiner Mutter. Es war klar, er wollte keinesfalls zum Buffet und offensichtlich auch keine Entscheidung treffen. Aber der bemühte Vater drehte sich immer wieder herum, sodass der Bub einen kurzen Blick zum Buffet werfen konnte.
„Magst du ein Müsli, Tobi?“
Der Bub drehte sich sofort Richtung Mama und antwortete: „Ahm.“
Der Papa drehte sich zum Buffet und fragte friedlich: „Magst du vielleicht einen Obstsalat, Tobi?“
„Ahm, uh“, kam es ärgerlich zurück.
Der Papa war beim Gemüse angelangt: „Magst du Radieschen, Tobi?“
Tobi drehte sich vom Buffet weg und antwortete ungeduldig: „Ahm, ahm!“
Daraufhin fragte der Vater alle Gemüsesorten gebetsmühlenartig mit jeweils einem vollständigen und freundlich formulierten Satz ab: Paradeiser, Gurken, Paprika–natürlich in rot und in grün-, Karotten und sogar die Kresse. Dass Tobi mittlerweile versuchte sich aus Papas Arm zu befreien, konnte ich nur zu gut verstehen. Doch wer ein guter Papa ist, gibt noch lange nicht auf. Nun waren die beiden beim Käse angelangt. Das gab dem Papa die Gelegenheit den schon sehr ungeduldigen Tobi zu fragen, welche der sieben Käsesorten er möchte. Tobi gab zu verstehen, dass Käse ihn so gar nicht interessierte. Also versuchte es der immer noch liebevoll dreinblickende Vater mit dem Wurst- und Schinkenangebot. Hier ging er sogar so weit, dass er nicht nur die vielen Sorten einzeln abfragte, nein er nahm sogar ein Blatt Extrawurst um es Tobi vor die Nase zu halten. Der aber blieb standhaft, drehte sich weg und sagte unwirsch: „Ahm, uh, uh!!“
Als der Superpapa bei den Marmeladen angelangt war, es gab 11 verschiedene Sorten, verlor Tobi schließlich die Geduld, und er begann auf Papas Arm so herumzuschlagen, dass dieser schon bereit war aufzugeben. Tobi spürte wohl, dass die lästige Fragerei ein Ende haben würde und beruhigte sich, was den Vater wiederum veranlasste sich doch noch in Richtung Kuchen zu bewegen. Ehe er zu fragen beginnen konnte, zeigte Tobi auf ein Keks, das ihm sein glücklich und zufrieden lächelnder Vater auch sofort gab. Bei Mama am Tisch angekommen erklärte der Vater stolz: „Er hat wieder das gleiche Keks verlangt wie in den letzten Tagen.“

Hätte ich die Geschichte nicht selbst erlebt, ich würde sie nicht glauben. Wie können Eltern ihren Kindern durch Dutzende Fragen Entscheidungen abverlangen, die sie gar nicht treffen wollen und oft auch nicht können. Und wenn das Ganze dann fast so lange dauert, wie andere frühstücken, dann grenzt das echt an Quälerei.

Ich habe mich anfangs gefragt, warum ein Zweijähriger noch nicht reden kann. Nach diesem Erlebnis war mir klar, dass das wohl eine reine Schutzreaktion des Kindes ist. Denn könnte er reden, würde der Vater nicht nur Ja-Nein-Fragen sondern auch noch alternative, suggestive oder auch rhetorische Fragen stellen und dann noch ausführliche Antworten verlangen.
Ganz ehrlich, ich verstehe den Kleinen.

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Maria Lichtmess

In Österreich gibt es viele Bauernregeln, nach denen man das Wetter angeblich für größere Zeiträume vorhersagen kann. Daran kann man glauben oder nicht.
Es hat sich aber auch die Grazer Universität in einer Studie damit beschäftigt. Das Ergebnis spricht nicht unbedingt für die Bauernregeln. Von den dabei insgesamt 26 geprüften Witterungs- und Ernteregeln zeigten lediglich 4 eine positive und 4 eine negative (d.h. das Gegenteil trifft zu) Signifikanz.
Jene Regeln allerdings, die sich auf Lostage beziehen, wurden noch einmal nach strengeren Kriterien untersucht, und dabei zeigte sich, dass von 3 von 5 Vorhersagen bestätigt wurden.
Gestern war Maria Lichtmess, ein Lostag, an dem sich entscheiden soll, wie der Winter weiter verläuft. Die Regel lautet: Ist’s zu Lichtmess mild und rein, wirds ein langer Winter sein.
Es gab Sonnenschein und war mild im Ennstal. Mal sehen, wie`s weitergeht. Ich werde jedenfalls ab sofort genau beobachten, ob diese Bauernregel zutrifft, oder nicht. Es ist ja wohl im Sinne der Wissenschaft. 🙂

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So ein Glück

Es gibt viele Dinge, die nichts kosten mich aber trotzdem sehr freuen.
Es gibt natürlich auch Situationen, die mich ärgern. Wenn ich beispielsweise meine Zeit – die mit jedem Lebensjahr kostbarer wird – mit unnützen Arbeiten oder Auseinandersetzungen vergeuden muss.

Aber schnell wieder zurück zu den erfreulichen Dingen.
Wir sind seit einigen Tagen wieder in unserem geliebten Ennstal und genießen die herrliche Bergwelt. Auf der Fahrt passen wir natürlich immer genau auf, was der Verkehrsfunk berichtet um möglichen Staus und Hindernissen rechtzeitig ausweichen zu können. Diesmal war es gar nicht so schlimm. Allerdings knapp vor dem Brucker Tunnel sprangen plötzlich, ohne erkennbaren Grund, alle Ampeln auf rot und auf der Anzeigetafel erschien in roter Leuchtschrift “Emergency call”.
Der beste aller Ehemänner saß gerade am Steuer und reagierte großartig: Nur 50 Meter vor der letztmöglichen Ausfahrt bremste er so perfekt, dass er weder nachkommende Fahrzeuge gefährdete noch die Ausfahrt verpasste. Buchstäblich auf den letzten Zentimetern der Abzweigung schaffte er es von der Autobahn abzufahren. Wir fuhren also durchs Ortsgebiet von Bruck an der Mur und nach dem Tunnelende gleich wieder auf die Autobahn. Das hat uns nicht mehr als fünf Minuten gekostet.
Arm waren allerdings diejenigen, die nicht so schnell reagiert haben und weitergefahren sind. Nach gut 10 Minuten kam die erste Meldung über den Verkehrsfunk, die besagte, dass der Brucker Tunnel wegen eines defekten Fahrzeuges gesperrt werden musste. Nach einer weitern halben Stunde hörten wir, dass man nun versuche wenigstens eine Spur freizumachen.  Nach einer guten Stunde erfuhren wir, dass der Stau schön langsam weniger würde.
Wir sind also in letzter Sekunde, durch die schnelle Reaktion meines Mannes, dem Stau entgangen und haben mehr als eine Stunde gewonnen. Für manche vielleicht lächerlich, aber ich freu` mich heute noch darüber.
So ein Glück. 🙂 🙂 🙂

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Klein aber fein

Gestern waren wir am Ball der Sportunion Mariahilf – und das, obwohl wir gar nicht zum Verein gehören. Aber das, was die engagierte Truppe da anbietet, hat uns in den letzten Jahren zu eifrigen Ballgästen werden lassen.
Es ist ein kleiner aber feiner Ball, mit guter Musik, genügend Platz zum Tanzen, Quiz, Gewinnspiel und viel guter Laune.
Junge Mädels und Burschen beeindruckten uns mit einer tollen Eröffnung und einer sensationellen Mitternachts-Tanzeinlage. Auch als Außenstehende spürt man die Freude und Begeisterung der Turner/Innen und das harmonische Miteinander zwischen Jung und Alt.
Solltest du dieses angenehme Ballgefühl auch erleben wollen, dann notiere dir einfach schon sicherheitshalber den 23. Jänner 2021. Vielleicht sehen wir uns ja dort. 🙂

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Das Jahr der Maus

Der Legende nach lud Jade-Kaiser Yu Di einst alle 13 Tiere der Tierkreiszeichen zu einem Fest ein. Die Katze gehörte ursprünglich auch dazu. Die Maus erzählte jedoch der Katze, dass das Fest einen Tag später stattfinden würde. Die Katze legte sich schlafen und träumte vom Fest. So kam es, dass nur zwölf Tiere, alle außer der Katze, zum Fest kamen. Das erste Tier war die Maus (Ratte), ihr folgten der Büffel ( Rind), der Tiger, der Hase, der Drache, die Schlange, das Pferd, die Ziege (Schaf), der Affe, der Hahn (Huhn), der Hund und schließlich das Schwein. Jedes Tier bekam ein Jahr geschenkt, und er benannte es nach ihm. So erhielt die Maus das erste, der Büffel das zweite, der Tiger das dritte Jahr und das Schwein schließlich das zwölfte. Dies geschah in der Reihenfolge, in der sie angekommen waren. Alle erklärten sich damit einverstanden. Da die Katze nicht kam, wurde ihr auch kein Jahr zugeteilt, und sie wurde somit ausgeschlossen. Jetzt wirst du dich vielleicht fragen, wie es sein kann, dass die Maus, obwohl sie klein und schwach ist, als erste ankam. Das kam so: Die Maus ist schlau und listig und ihr war sofort – als der Jade-Kaiser die Einladung aussprach – klar, dass sie Mühe haben würde den weiten Weg zu schaffen. Also versteckte sie sich hinter den Hörnern des Büffels, und ließ sich, von ihm unbemerkt, tragen. Als der Büffel dann stehen blieb, sprang sie schnell herab und begrüßte als erstes der Tiere den Jade-Kaiser. Morgen beginnt laut chinesischem Horoskop das Jahr der Maus (oder auch das Jahr der Ratte). Nach 2019, einem Jahr voller unvorhersehbarer Situationen in Sachen Liebe, wird 2020 friedlicher sein. So geht das Liebesleben auf einen harmonischen Weg, und Kommunikation hilft, das so zu halten. Das ganze Jahr 2020 soll das Glück auf unserer Seite sein. Wir müssen es nur ergreifen, sobald es an unsere Tür klopft. Die Chinesen sagen, dass nichts das Glück mehr erschreckt, als wenn man daran zweifelt. Die Glückszahlen sollen 5, 7, und 9 sein. Die Glückstage sollen jeweils der 4., 8., 13. und der 22. jedes Monats sein. Sport soll im Jahr 2020 die beste und günstigste Medizin zur Erhaltung der Gesundheit sein. Ich wünsche dir, dass dieses Jahr der Maus auch für dich ein Jahr voller Liebe und Glück sein möge.

Oma in der Dominikanischen Republik

Während für die Einen die Ballsaison noch voll im Gange ist, tummeln sich die Anderen gerade auf den Skipisten. Viele aber träumen schon vom Urlaub in wärmeren Gefilden.

Auch ich sehne mich schon wieder nach Sonne, Sand und Meer und habe mich deshalb von einer Minute zur anderen entschlossen mich am Strand unter Palmen der Dominikanischen Repubik zu entspannen.

Ein bequemer Liegestuhl, ein karibischer Cocktail, der fruchtig, erfrischend und belebend zugleich ist – Herz, was willst du mehr?

Die überwiegend jungen Einwohner (45% der Bevölkerung sind jünger als 24 Jahre), die sich geduldig den Touristen widmen, sind von einer ungezwungenen Herzlichkeit, sodass man sich sofort wohlfühlt.

Endlose Sandstrände auf der einen Seite, die Berge im Zentrum der Insel – die bis zu 3098 Meter hoch sind – auf der anderen Seite, exotische Palmen und azurblaues, kristallklares Meer, angenehme Temperaturen das ganze Jahr über, hier findet man alles für einen perfekten Urlaub. 

Ich kann mir vorstellen, dass ich es dort ziemlich lange aushalten könnte.
Allerdings schrecken mich die mehr als 10 Stunden Flug doch ein wenig ab.

Naja, diesmal habe ich alles auf der Ferienmesse in der Theorie erlebt, beim nächsten Mal fliegen wir vielleicht doch einmal hin. 🙂

 

 

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Ballsaison

Als ich noch Politikerin war, bekam ich unzählige Einladungen zu Bällen. Da ich aber viele andere Abendtermine hatte, bei denen ich unbedingt anwesend sein musste – etwa weil ich die Eröffnungsrede hielt – nutzte ich die vielen Ehreneinladungen kaum. Ich war während dieser Zeit chronisch übermüdet und heilfroh an einem freien Abend endlich einmal früh schlafen gehen zu können.Mittlerweile ist mein Schlafdefizit ausgeglichen, und die senile Bettflucht macht sich schön langsam breit. Also – höchste Zeit endlich das nachzuholen, was ich früher oft hätte haben können.

Das Anstellen beim Eingang in die Hofburg war eine echte Herausforderung. Der eiskalte Wind hätte uns beinahe weggeblasen. Manche Damen hatten Mühe ihre Extensions am Kopf zu behalten. Aber hatte man den Einlass geschafft, begann einer der schönsten Bälle Wiens. Der Zuckerbäckerball bietet so viele verschiedene Attraktionen, dass man die ganze Nacht beschäftigt ist – auch wenn der Ehemann zufällig wieder einmal von Knieschmerzen geplagt wird.
Doch die mangelnde Tanzbegeisterung hat der beste aller Ehemänner sofort beim Darts wettgemacht. Mit nur drei Pfeilen, die er perfekt geworfen hat, gewann er eine Torte. Beim Roulettetisch konnte man ohne großes Risiko spielen, was ich sehr genossen habe. Viele Bäcker und Köche haben ihre Kunst bei zahlreichen Stationen präsentiert, was nicht nur interessant war sondern auch eine Freude für den Gaumen. Das Musikangebot war vielfältig und die Tombolapreise haben vermutlich tausende Torten enthalten.
Der Ball kommt auch unserer nachweihnachtlichen Diät total entgegen, da wir fünf köstliche Torten mit nach Hause nehmen durften, die wir natürlich vernichten müssen.
Alles in allem ein wunderschöner Ballabend.

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Oma und die Kammer des Schreckens

Zum Unterschied zu meiner Familie bin ich kein Fan von Harry Potter. Mir sind die Geschichten einfach zu aufregend.
Aber, dass eine Folge “Harry Potter und die Kammer des Schreckens” heißt, ist auch bis zu mir durchgedrungen. Und meine letzte Nacht habe ich sogar dort verbracht.
Ich habe fast kein Auge zugemacht. Ich fühle mich wie gerädert und weiß nicht, wie ich den Tag durchstehen soll. Es war der absolute Wahnsinn.

Kaum war ich eingedöst, bekam ich einen Schlag in den Nacken – natürlich schreckt man da hoch und das Herz schlägt wie verrückt. Da ich nur wenig Platz hatte und auf der Seite liegen musste, hörte ich den heftigen Herzschlag ganz besonders arg. Das war wirklich unangenehm, und ich setzte mich kurz auf. Aber da rückte das Monster neben mir sofort nach und wollte doch glatt meinen Platz einnehmen, hätte ich mich nicht sofort wieder hingelegt. Da war es knapp nach Mitternacht.

Die Müdigkeit übermannte  (eigentlich müsste es ja “überfaute mich” heißen 🙂 ) mich schnell wieder, und ich schlief ein. Da bohrten sich plötzlich zwei Knie in meine rechte Niere und ich war wieder hellwach. Es war mittlerweile ein Uhr. Ich schaffte es nicht das Monster von mir wegzudrehen. Also musste ich meine Position ändern. Langsam schlief ich wieder ein.

Doch mit einem Mal stieß ein spitzer Ellbogen in meine Wange, nicht sehr schmerzhaft, aber munter war ich natürlich auch wieder. Da war es gerade halb drei. Als ich gerade wieder sanft ins Träumeland geschwebt war, traf eine Faust mein rechtes Ohr. Es war einfach zum Verzweifeln. Nun war es schon drei Uhr und ich hatte vermutlich noch keine einzige Tiefschlafphase erreicht.

Kurze Zeit danach drang dann ein mir unbekanntes Schnarchgeräusch an mein Ohr, es war ganz nah, ich spürte sogar den Atem. Dazu kam eine starke Wärme, die das kleine Monster neben mir ausstrahlte. Also schob ich meine Bettdecke zur Seite, weil so viel Hitze ertrage ich nicht gut. Das war aber ein folgenschwerer Fehler. Denn um halb fünf wachte ich frierend auf und wollte mich natürlich schnell zudecken – nur lag da leider jemand mit seinem ganzen Gewicht auf meiner Bettdecke, und es gelang mir nicht sie unter ihm hervorzuziehen. Also holte ich mir die Tagesdecke, die sonst über unserem Ehebett liegt und deckte mich notdürftig damit zu.

Es war schon sechs Uhr als ich einen Ruck in meinem Rücken spürte, der mich fast aus dem Bett geworfen hätte. Glücklicherweise erwischte ich mit der Hand noch die Bettkante und konnte so den Absturz verhindern.

Um es noch einmal zu betonen: Es war wirklich eine schreckliche Nacht!

Und warum das Ganze?
Unsere Enkelkinder sind wieder einmal bei uns über Nacht zu Besuch. Sie lieben es, wenn Opa ihnen vor dem Schlafengehen etwas vorliest. Gestern haben sie sich Harry Potter ausgesucht. Die Geschichte war wohl so spannend und unheimlich, dass beide unbedingt bei uns im Ehebett schlafen wollten. Sie waren auch nicht bereit ein Bubenzimmer und ein Mädelzimmer zu akzeptieren, wie wir es öfter machen. Nein sie wollten unbedingt alle beide mit uns im Ehebett schlafen. Ein 1,80 Meter breites Bett ist für zwei Menschen mittlerer Statur recht angenehm aber für vier fast unerträglich eng. Aus Angst einer der beiden könnte in der Nacht aus dem Bett fallen, sind mein Mann und ich am Rand unseres Ehebettes liegen geblieben, aber geschlafen haben wir sehr wenig.

Und sollten sie es beim nächsten Mal wieder wollen – dann würden wir es wieder tun. Dafür sind Großeltern ja schließlich da. 🙂

 
 

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Dem Hexentod entronnen

Heute Nachmittag haben wir mit den Enkelkindern einen Besuch im Haubiversum gemacht.
Es war eine wirklich interessante Führung. Wir sahen das Entstehen der Brote und Semmeln vom Mehl bis zum Backofen. Wir lernten viel, durften Mohnstriezerln backen, jede Menge Brot kosten und tausend Fragen stellen, denn wir Vier waren bei einer Exklusivführung – man gönnt sich ja sonst nichts. 🙂
Naja, ehrlich gesagt war halt zufällig außer uns niemand angemeldet. Wir haben es toll gefunden, dass die Führung trotzdem stattfand.

 

Danach haben wir noch den wunderschön gestalteten Spielplatz des Unternehmens besucht, auf dem es einen Backofen für Hexen gibt. Dreimal darfst du raten, wen die Kinder dort eingesperrt haben. Wie die kleinen Rumpelstilzchen sind sie mit einer unsagbaren Freude vor dem Backofen auf und abgehüpft, nachdem sie mich hinter Gitter gebracht haben. Da es am Spielplatz aber noch weitere Attraktionen gegeben hat, haben sie das Interesse am Backofen verloren, und ich kam wieder frei.

Am Weg nach Hause passierte dann etwas Wunderbares: Wir haben erstmals jene Musik entdeckt, die uns allen Vieren gefällt – trotz mehrerer Jahrzehnte Altersunterschied: Queen und Freddie Mercury. Wir haben mehr als fünfmal total begeistert „We will rock you“ gehört und das in einer Lautstärke, dass wir die Bässe in der Magengrube gespürt haben – ganz wie früher in der Disco. Die anderen Hits haben die Enkel noch nicht alle gekannt, waren aber auch sofort begeistert.
Plötzlich war eine unausgesprochene Übereinstimmung da und eine große Freude über die Entdeckung des gemeinsamen Musikgeschmacks. Wir haben alle mitgesungen und mitgeklatscht – und haben uns wieder einmal soo jung gefühlt wie schon lange nicht.

10.102020

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Die dunkle Seite des Sonnenaufgangs

Eigentlich wollte ich dir heute erzählen, dass wir den Christbaum schon abgeräumt und die gesamte Weihnachtsdekoration im hintersten Winkel des Abstellkammerls verstaut  haben. Und dass mit einem Mal nichts mehr an Weihnachten erinnert. Ein bisschen Wehmut habe ich dabei schon verspürt. Obwohl – wenn man bedenkt, dass wir seit September in den Geschäften auf Weihnachten eingeschworen wurden, den ganzen Dezember überall Weihnachtslieder hören mussten, und dann innerhalb von wenigen Tagen der ganze Zauber wieder vorbei ist, fragt man sich doch, ob sich der Aufwand dafür lohnt, oder ob wir nur mehr brav das tun, was der Handel und die Werbung uns vorgeben.

Aber weiter bin ich mit meinen tiefgründigen Gedanken ohnehin nicht gekommen, denn dann hat mich die Realität überholt.

Wir sind heute schon um 6 Uhr aufgestanden – was für Pensionisten allerdings extrem früh ist. Wir müssen wieder nach Wien und haben auch einen Fixtermin. Daher wollten wir um 7 Uhr losfahren. Diesmal waren wir ausnahmsweise wirklich pünktlich, hatten alles eingeräumt, Tee und eine Jause für die Fahrt waren vorbereitet und der PC wartete einsatzbereit auf mich am Beifahrersitz.

Zusperren – Starten – Losfahren, mehr wäre um 7 Uhr nicht mehr zu machen gewesen – wenn sich unsere Batterie nicht plötzlich durch die Eiseskälte des Ennstales entladen hätte. Die elektrischen Schiebetüren und die Heckklappe sind noch ohne Probleme aufgegangen, nur zum Starten fehlte dann die nötige Kraft. 
Aber auch solche Kleinigkeiten sind für uns kein Problem, haben wir doch ein Powerpack für Autobatterien. Das haben wir uns gekauft, weil der alte Traktor meines Mannes immer wieder Probleme beim Starten hatte.
Also holte mein Mann das Starthilfegerät aus dem Keller und startete damit unser Auto – nein, nicht wirklich, er wollte es starten, aber leider hatte sich das Ladegerät nach dem letzten Gebrauch nicht selbst wieder an die Steckdose angeschlossen und aufgeladen.
Also konnte uns nur mehr der ARBÖ-Pannendienst helfen.

Während wir auf den Pannendienst warteten, wurden wir mit einem unglaublich schönen Sonnenaufgang entschädigt. Ohne Panne hätten wir dieses Naturschauspiel gar nicht mitbekommen.

So konnten wir der Sache also auch noch etwas Positives abgewinnen. 🙂

Mittlerweile fahren wir schon auf der A2, nicht ganz pünktlich, aber doch recht zufrieden mit uns und der Welt.

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Der beste Kaffee der Welt

 

Heute Morgen habe ich den besten Kaffee meines Lebens bekommen: Mein 8-jähriger Enkel hat ihn zubereitet – aber nicht etwa einfach nur mit der Kapselmaschine. Nein, viel besser, er hat echten Filterkaffee zubereitet – ganz so, wie es die Barista heute wieder empfehlen.
Und zum Unterschied zu George Clooney hat er absolut keinen Tropfen verschüttet.

 

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Oma in der Fahrschule

Heute saß ich doch tatsächlich nach 44 Jahren wieder in der Fahrschule. Und dann hatte ich auch noch Fahrstunden. Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, wenn man als routinierte Autofahrerin neben jugendlichen Fahrschülern sitzt, die die eigenen Enkel sein könnten. 🙂
Warum mache ich das überhaupt? Das hängt mit unserem Wohnwagen zusammen, denn mit dem B-Führerschein darf man nicht mehr als 3,5 Tonnen (Auto und Wohnwagen) bewegen. Da aber Wohnwagen und Auto gemeinsam auf dem Zulassungsschein mehr höchst zulässiges Gesamtgewicht haben – auch wenn wir es tatsächlich nicht erreichen – brauche ich eine Führerscheinerweiterung. 
Naja, für mich läuft das Ganze unter “außer Spesen nichts gewesen”. Einerseits wusste ich alles schon, was ich lernen muss, andererseits haben mir viele tausend Urlaubskilometer mit dem Wohnwagen sicher mehr gebracht als die paar Fahrstunden jetzt. Einen neuen Führerschein brauche ich dadurch natürlich auch – aber Gesetz ist Gesetz. 🙁 🙁 🙁

 

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Endlich wieder Ruhe

Weihnachten ist schön, wenn man das Glück hat mit der Familie oder guten Freunden feiern zu können. Ist man aber alleine, dann ist der Heilige Abend wahrscheinlich einer der schlimmsten Tage im Jahr, weil einem die Medien rund um die Uhr einreden, dass dieser Tag als der Tag der wunderbaren, alles in den Schatten stellenden Liebe in der Familie gefeiert werden muss. Die Realität sieht aber leider oft anders aus, denn in vielen Familien führt der Stress erst recht zu Streit und dann ist von Liebe keine Spur.
Alleinlebende Menschen aber empfinden die Einsamkeit durch den Hype um den „Familien-Liebe-Glückstag“ als ganz besonders schlimm, denn da wird ihnen das Alleinsein besonders schmerzhaft vor Augen geführt.

Wer das Glück hat im Kreise der Familie feiern zu können, ist aber auch oft erleichtert, wenn endlich Ruhe nach dem großen Fest einkehrt. Das Keksebacken, die Kochvorbereitungen, das Besorgen und Einpacken der Geschenke, der Weihnachtsputz, viele andere Vorbereitungen und dann noch Stress im Job bis zuletzt – all das lässt oft wenig Vorfreude aufkommen. Ist eine große Familienfeier geplant, kommt noch die Sorge dazu, ob die Familienmitglieder gut miteinander auskommen werden, oder ob der geizige Onkel Fritz wieder ununterbrochen darüber schimpfen wird, dass die Kinder von heute viel zu viele Geschenke bekommen und damit allen die Freude verdirbt. Weil er aber schon auf die hundert zugeht, traut sich keiner ihm etwas zu entgegnen.

Aber ist dann endlich alles gut vorübergegangen, die Gäste wieder weg, die Kinder im Bett und sogar das Geschirr im Geschirrspüler, dann kann man – oder eher meist frau – die Ruhe und den viel zitierten Weihnachtsfrieden spüren.
Und während man diesen herrlichen Moment voll und ganz genießt, weiß man, dass man es im nächsten Jahr ganz bestimmt anders machen wird.

26.12.2019

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Gibt es Weihnachtsengel ?

Bist du schon einmal einem Weihnachtsengel begegnet?

Ich hatte sie bis gestern nur auf Bildern gesehen. Meist werden sie als kleine pausbäckige Engerln dargestellt, die ganz süß anzusehen sind. Oft haben sie ein Musikinstrument, etwa eine Posaune oder eine Harfe, oder einen Stern in der Hand. In jedem Fall aber sind sie jung, süß und wunderschön anzusehen.

Es ist ja immer ein Fehler, wenn man ein vorgefasstes Bild von einem Menschen oder einer Situation hat, denn das kann dann in der Realität leicht zu Enttäuschungen führen.
In meinem Fall war es sogar so, dass ich das Engerl zu Beginn unseres Treffens gar nicht als solches erkannte. Aber nach einer Wartezeit von mehr als einer Stunde in einem äußerst stickigen, heillos überfüllten und viel zu engem Vorraum verliert man wohl den Blick aufs Wesentliche. Alle Menschen im Warteraum blickten ungeduldig und gebannt auf den Bildschirm, auf dem die Nummern der Antragsteller aufgerufen wurden. Es war eine unangenehme Anspannung zu spüren, die sich weiter fortsetzte, als die sehr resolut wirkende Beamtin im Passamt mir dann nüchtern erklärte, dass sie meinen Antrag nicht annehmen könne, weil mein Bild älter als 6 Monate wäre. Da glaubte ich plötzlich, dass ein Teuferl vor mir sitzt, und ich sah förmlich kleine Teufelshörner unter ihrem blonden Haar durchblitzen. Warum, um Himmels Willen, fragte ich, muss ein Passbild jünger als 6 Monate sein? Ich kann ein Passbild einreichen, auf dem ich lange blonde Haare habe und sie mir gleich danach kurz schneiden und schwarz färben lassen – das wäre OK. Mein Mann könnte eines mit Vollbart einreichen und sich am nächsten Tag den Bart rasieren, was dann? Ja, das ist auch erlaubt, aber das Bild darf trotzdem nicht älter als 6 Monate sein – Gesetz ist eben Gesetz. Und da auf Passbildern das Aufnahmedatum vermerkt ist, könne sie leider nichts machen.
Und das wars, damit nahm sie Antrag meines Mannes entgegen und schob meinen beiseite.

Ich war deshalb so verzweifelt, weil wir in wenigen Wochen eine Wanderreise mit Freunde machen wollen und bereits für die Anmeldung einen gültigen Pass brauchen. Ohne Pass keine Anmeldung, ohne Anmeldung keine Reise und die Teilnehmerzahl ist noch dazu sehr beschränkt.

Auf meine Frage, ob ich am Nachmittag mit neuen Bildern wieder kommen könnte, erhielt ich ein klares nein. Es gibt keine Nachmittagstermine mehr bis Anfang Februar.
Ich jammerte leise meinen Mann an: „Wenn ich gewusst hätte, dass die Bilder ganz neu sein müssen, hätte ich doch gestern zugleich mit dir beim Automaten welche gemacht. Aber wer weiß denn so was.
Und – wer weiß, ob wir dann überhaupt noch einen Platz für die Reise bekommen.“

Und da wurde doch plötzlich aus der reschen, nicht mehr ganz jungen Beamtin ein echtes, süßes Weihnachtsengerl: „Also normalerweise mache ich so etwas ja nicht, aber genau gegenüber vom Amtshaus gibt es einen Fotografen, der Passbilder macht. Gehen`s halt schnell hin und lassen sie Fotos machen. Sie können dann auch ohne neuerliches Anstellen wieder zu mir herein kommen.“

Ich lief, so schnell ich konnte. In weniger als zehn Minuten war ich zurück – just in dem Moment, als mein Mann sein Formular zurückbekam und sein Antrag erledigt war. Anfang der nächsten Woche werden wir unsere neuen Pässen zugeschickt bekommen und damit steht der Reise nichts mehr im Weg.

Eines weiß ich aber gewiss: Weihnachtsengel gibt es wirklich.

 

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Advent in Wien

Heutzutage gibt es einen höchst gewinnbringenden Adventtourismus quer durch Europa. Wien ist dabei ein sehr beliebtes Ziel, was ich natürlich gut verstehe.
Dass meine Eltern nach den Wirren des zweiten Weltkrieges nach Wien gekommen sind, macht mich bis heute sehr glücklich. Hätte das Schicksal anders entschieden, wäre ich vielleicht irgendwo im Osten Europas in einem totalitären Regime aufgewachsen, und mein Leben wäre komplett anders verlaufen.  
Als stolze Wienerin darf ich dir einige Bilder vom vorweihnachtlichen Wien zeigen. Vielleicht bekommst du ja Lust einen Spaziergang durch meine Heimatstadt zu machen.

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Karotten für den Schneemann


Gestern hat es in Wien erstmals so viel geschneit,  dass der Garten komplett weiß war. Unsere Enkelin hat natürlich sofort begonnen einen Schneemann zu bauen. Und was braucht man unbedingt für einen Schneemann?

Richtig – eine Karotte.
Nachdem ich heuer ohnehin noch nicht alle geerntet hatte, war dies eine gute Gelegenheit, das Hochbeet leer zu ernten. Ich schätze, dass es fast noch 2 kg waren, die übrigens total köstlich schmecken und bis zuletzt gewachsen sind.

13.12.2019

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Christkindl

Mitten in Österreich gibt es einen kleinen Ort namens Christkindl. Dass der im Advent Hochsaison hat, liegt auf der Hand. Und auch wir waren wieder mit unseren Enkelkindern dort. 
Mit der Bahn ging es nach Steyr und von dort weiter mit einem alten Postautobus nach Christkindl, wo es seit 70 Jahren ein Sonderpostamt gibt. Pro Adventsaison werden dort etwa zwei Millionen Briefe mit dem berühmten Sonderstempel versehen.
Für Menschen unseren Alters war der alte Postbus natürlich das schönste Erlebnis, denn während er unseren Enkeln wie ein Verkehrsmittel aus der Steinzeit vorkommt, gehörte er in unserer Kindheit zum Alltag.

Zurück in Steyr verbrachten wir den restlichen Tag am Weihnachtsmarkt mit allem, was dazu gehört – Essen, Naschen, Ringelspiel – und mit dem Schmieden von Hufeiesen. Denn am 1. Wochenende im Dezember präsentieren dutzende Schmiede ihre Handwerkskunst und die Kinder können sich selbst am Amboss versuchen.

Es war ein außergewöhnlicher Tag – ganz ohne moderne Medien und Technik, und trotzdem hat er den Kindern gefallen.  🙂

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Advent, die stillste Zeit des Jahres?

Wenn Weihnachten vorbei ist, nehme ich mir immer ganz fest vor im nächsten Advent weniger Hektik zuzulassen.
Ich meine es jedesmal wirklich ernst.
Ich habe auch ganz konkrete Vorsätze: So nehme ich mir vor Kekse nur mehr für die eigene Familie zu backen. Ich plane mit meinem Mann in gemütlicher Ruhe einige Weihnachtsmärkte zu besuchen. Wir wollen auch nicht mehr eilig zwischen Wien und der Steiermark hin und her pendeln. Wir werden dafür aber regelmäßig am Abend bei guter Musik und Kerzenschein entspannen.

Ja, nun ist wieder einmal Advent und ich habe mittlerweile 14 kg Kekse gebacken und verteilt. Und das ist erst der Anfang, denn ich backe täglich weiter. Am Weihnachtsmarkt waren wir gestern nachmittags mit den Enkelkindern. Da es sehr kalt in Wien war, war es nur ein kurzer Besuch. Die Steiermark steht natürlich genauso auf unserem Kalender wie Weihnachtsfeiern oder Vorträge.  🙁

Wieder einmal frage ich mich, warum ich mir das antue. Ich bin doch lange genug auf dieser Welt um zu wissen, dass ich nur nein sagen müsste. Nein zu den vielen Wünschen oder Aufgaben, die meine Zeit kosten. Warum schaffe ich es – noch immer – nicht?

Falls du es schaffst die Stille der Adventzeit zu genießen, dann lass mich wissen wie das geht.
Falls es dir genauso geht wie mir, dann sollten wir uns rechtzeitig vor dem Advent 2020 zu einer Selbsthilfegruppe treffen. Vielleicht schaffen wir es ja gemeinsam unser Verhalten zu ändern – und wenn nicht, auf den einen Termin kommt es dann auch nicht mehr drauf an. 🙂

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Juhu, 2 Kilo abgenommen

Während der Woche am Wolfgangsee habe ich leider 2 kg zugenommen. Obwohl wir uns recht viel bewegt haben, hat das köstliche Abendessen mehr Kalorien geliefert, als wir uns tagsüber runterlaufen konnten. Die Weihnachtsmärkte haben auch noch mit Leckerbissen gelockt, also eh kein Wunder. Aber heute Morgen war alles wieder weg – ohne, dass ich gehungert hätte.
Jetzt willst du sicher wissen, wie das geht. 🙂 
Es ist ganz einfach, wir hatten gestern bei uns daheim Familientreffen. Heuer hat die Familie noch 21 Mitglieder, aber ab Februar kommt dann ein neuer Erdenbürger dazu. Mein erster Großneffe!

Es war wieder wunderschön alle – von der Uroma bis zu den Enkelkindern – hier zu haben und zu sehen, welchen Spass sie miteinander haben und wie die Urli aus einem bequemen Oma-Sessel alles wohlwollend beobachtet hat.
Nachdem ich in den letzten Tagen “ein bisschen” vorgekocht, gebacken und immer wieder gekostet habe, hatte ich wenig Hunger und somit tatsächlich ganz locker abgenommen – wunderbar.
Da sollte ich doch die Familie gleich für die ersten Tage nach Weihnachten wieder einladen, oder?  😮

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Dein Stammbaum oder meiner?

Ich habe vier wunderbare Enkelkinder. Sie sind – jedes für sich – ganz besonders und außergewöhnlich. Jetzt wirst du vielleicht denken, das sagen doch alle Großmütter. Ja, das stimmt schon, das sagen auch alle, aber meine sind es wirklich. 🙂
Bei vier so beeindruckenden Kindern, die allesamt nicht auf den Mund gefallen sind, erlebt man schon manchmal verblüffende Situationen. So wie gestern, als ich mich von der Kleinsten, die heuer mit der Volksschule begonnen hat, mit den Worten verabschiedete: “Na dann bis Samstag beim Familientreffen.”
“Ok, bis Samstag”, antwortete sie um dann nachzufragen:” Nach welchem Stammbaum hast du eigentlich eingeladen?”
Mir blieb ob dieser Frage der Mund offen stehen. “Wie bitte?”, fragte ich völlig sprachlos zurück.
“Na Oma, weißt du etwa nicht, was ein Stammbaum ist?” gab sie entsetzt zurück.
Noch ehe ich das Gegenteil versichern konnte, begann sie mir ihren Stammbaum zu erklären. Da fiel mir auch wieder ein, dass sie vor einigen Tagen als Hausübung die Fotos ihrer Familie in einen Stammbaum kleben musste. Daher weht also der Wind, wurde mir klar. Aber in der Zwischenzeit war sie schon dabei mir meinen eigenen Stammbaum zu erklären.
“So Oma, jetzt weißt du`s aber, gell? Also nach welchem Stammbaum hast du eingeladen?”
Da war mir wieder einmal klar, dass ich die besten Enkel habe.

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Rechts herum oder links herum?

 

Vor einigen Jahren hatte ich großes Glück bei einem Quiz und gewann ein Adventwochenende für zwei im Weissen Rößl. Dabei haben wir uns in die Gegend verliebt.
Seither besuchen wir jedes Jahr die Weihnachtsmärkte in St. Wolfgang, Strobl und St. Gilgen.
Die Landschaft ist wunderschön, die Adventmärkte sehr einladend und der Wolfgangsee ist im Herbst besonders romantisch.
Wir wandern auch immer ein wenig und genießen die gemeinsame Zeit. 
Eine Wanderrunde führt uns von St. Wolfgang nach Strobl und dabei umwandern wir den Bürglstein.

Es geht immer eben dahin und ist also nicht anstrengend.
Eines ist allerdings besonders kurios: Die Hinweistafeln zeigen für den “Bürgl-Panoramarundweg” (Nr. 13) – je nachdem welche Richtung man wählt – unterschiedliche Gehzeiten an. Geht man den Weg nach rechts, dauert dies laut Wegweiser 1 1/2 Stunden, geht man ein und denselben Weg nach links, dann braucht man nur eine Stunde. Wohlgemerkt es ist ein Rundweg. 🙂

Da die Datei mit den Tagebucheinträgen zu groß geworden ist, musste ich eine neue Seite eröffnen. Die älteren Beiträge sind aber nicht verloren gegangen. Du findest sie jederzeit mit diesem Link.
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